Hamburg-Poppenbüttel

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Wappen von Hamburg
Poppenbüttel
Stadtteil von Hamburg
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Koordinaten 53° 39′ 33″ N, 10° 5′ 5″ O53.65916666666710.084722222222Koordinaten: 53° 39′ 33″ N, 10° 5′ 5″ O
Fläche 8,1 km²
Einwohner 22.536 (31. Dez. 2014)
Bevölkerungsdichte 2782 Einwohner/km²
Vorwahl 040
Bezirk Wandsbek
Quelle: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein

Poppenbüttel ist ein Hamburger Stadtteil im Nordwesten des Bezirks Wandsbek. Bei der Eingliederung nach Hamburg (1937) gehörte es zum früheren Ortsamtsbereich Alstertal.

Geografie[Bearbeiten]

Poppenbüttel liegt zu beiden Seiten der Oberalster und ist von den benachbarten Stadtteilen durch siedlungsfreie Grünzonen und Landschaftsschutzgebiete, die auf feuchte und teilweise vermoorte Niederungen und Wasserläufe zurückgehen, deutlich abgetrennt: im Westen durch die Susebek-Niederung und das dahinterliegende Raakmoor-Gebiet gegenüber Langenhorn und Hummelsbüttel, im Nordwesten durch die Wiesen am Poppenbütteler Graben gegen das schleswig-holsteinische Norderstedt, im Norden durch Mellingbek und Kupferteich gegenüber Lemsahl-Mellingstedt und im Süden durch das Alstertal gegenüber Wellingsbüttel. Nach Sasel im Osten gehen die Siedlungsgebiete stellenweise ineinander über, teilweise sind sie auch hier durch das Alstertal getrennt.[1]

Der Kupferteich, mit einer Länge von 900 m entstand als im 14. Jahrhundert die Mellingbek zum Mühlenteich aufgestaut wurde. Er blieb auch nach dem Verschwinden der Mühlen erhalten. Die ihn umgebende Grünzone dient heute der Naherholung.

In der Mitte des Stadtteils liegt das 1975 entstandene Neubaugebiet Hamburg-Bau.

Geschichte[Bearbeiten]

Poppenbüttler Schleuse und Schleusenmeisterhaus im Jahre 1856
Ehemaliges Schleusenmeisterhaus Marienhof 6
Burg Henneberg (Nachbau)

Besiedlung ist für den Poppenbütteler Raum ab ca. 1900 v. Chr. (Jungsteinzeit) nachweisbar, doch hat dies nichts mit dem Dorf Poppenbüttel zu tun. Das Dorf Poppenbüttel wurde erst im Mittelalter gegründet; namensgebend war offenbar ein Geistlicher mit Namen Poppo („-büttel“ = Siedlung, Hausgruppe; „Poppilo“ =Verkleinerungsform von Poppo). Das Dorf ist seit 1336 urkundlich nachweisbar und bestand von 1336 bis ins 19. Jahrhundert aus sieben Vollhufen rings um den Dorfplatz. Hinzu kamen im Laufe der Zeit eine steigende Zahl von Katen. Außerdem gab es eine Wassermühle an der Mellingbek, später noch eine zweite. Die grundherrlichen Rechte am Dorf Poppenbüttel lagen seit 1336/1389 beim Hamburger Domkapitel und gingen 1803 an den dänischen König über. Unter der Grundherrschaft des Domkapitels gab es im Dorf einen Bauernvogt.

1310 erwarb Hamburg die Rechte und Nutzung über den gesamten Alsterlauf auf Holsteiner Gebiet. Die Nutzung des Alsterlaufes bestand hauptsächlich im Lasttransport, Fischfang und in einem gesicherten Wasserzulauf zum Betrieb der Mühlen. Um eine schiffbare Verbindung mit der nötigen Wassertiefe zwischen Hamburg und Lübeck zu schaffen, wurden um 1526 mehrere Alsterschleusen als Teil einer zu der Zeit gewaltigen Baumaßnahme geschaffen. Die Poppenbüttler Schleuse wurde 1528–29 mit einem Schleusenbecken von 130 m Länge errichtet, in dem zur Schleusung mehrere Alsterkähne Platz fanden. Das untere Wehr der Schleusenkammer (s. Bild von 1856) existiert nicht mehr, es befand sich bei der heutigen Bäckerbrücke. Zuständig für den Schleusenbetrieb war allein der Schleusenmeister, der im Dienst des Hamburger Rates stand. 1529 erhielt der Schleusenmeister an der Poppenbüttler Schleuse mit dem Schleusenhaus einen Amtssitz. Das heute noch existierende Schleusenhaus wurde 1824 errichtet und steht unter Denkmalschutz.[2][3]

Etwa 1750–1850 veränderte das Bauerndorf sich durch eine zunehmende Vergewerblichung: Handwerker ließen sich in steigender Zahl im Dorf nieder, dessen Einwohnerzahl dadurch wuchs, die Gewerbetätigkeit in den Kupfermühlen wurde ab 1765 um eine Silberschmelze und Münzprägeanstalt (bis 1808) erweitert. Die landesherrlichen Rechte lagen zunächst bei der Grafschaft Holstein-Pinneberg, die 1640 an den dänischen König gingen. Infolge des Deutsch-Dänischen Krieges von 1864 fiel ganz Schleswig-Holstein 1867 an Preußen. 1867–1937 hatte Poppenbüttel eine gewählte Gemeindeverwaltung.

Von etwa 1850 bis zum Ersten Weltkrieg geriet das Dorf zunehmend unter den Einfluss der Großstadt Hamburg. In den 1850er Jahren wurde der größte Teil der Landwirtschaftsfläche aufgekauft und zum Gutsbetrieb der Familie Henneberg zusammengefasst, und in Hohenbuchen entstand ein zweiter Gutsbetrieb. Beide Güter waren seit Ende des 19. Jahrhunderts auf den Absatzmarkt Hamburg u.a. als Milchlieferanten ausgerichtet. Der Mühlenbetrieb wurde 1896 infolge der Konkurrenz durch die moderne Industrie eingestellt. Der Gutsbesitzer Albert Henneberg baute 1887 in seinem Park Marienhof (Arboretum) an der Alster, oberhalb der Poppenbüttler Schleuse die Burg Henneberg, ein Nachbau der Burg Henneberg in Thüringen im Maßstab 1:4 (Burg und Park existieren heute noch).[4]

Seit Ende des 19. Jahrhunderts wurde Poppenbüttel wegen der Schönheit des Alstertals zum Ziel von Wochenendausflüglern aus Hamburg. Nach einer Verbesserung der Verkehrsanbindung nach Hamburg (Pflasterung der Landstraßen, S-Bahnanschluss 1918) und der Einbringung des Hennebergschen Gutsbetriebs in die ATAG (Alstertal-Terrain Aktiengesellschaft) wurden in den 1930er Jahren große Teile der Gemeinde planmäßig aufgesiedelt (Villen am Alsterlauf, sonst Einfamilienhäuser städtischen Baustils, Wochenendhäuser und Schrebergärten überwiegend für Arbeiter und Angestellte), womit die Einwohnerzahl stark anstieg. Das Dorf wurde zum Hamburger Vorort und im Zuge des Groß-Hamburg-Gesetzes im Jahre 1937 eingemeindet.

Im Zweiten Weltkrieg schnellte die Einwohnerzahl nach oben, als viele Hamburger vor den Flächenbombardements flohen. Die Einwohnerzahl ging auch nach Kriegsende nicht zurück, im Gegenteil, und die noch recht dörfliche Infrastruktur wurde im Laufe der 1950er und 60er Jahre ausgebaut, um sie der gestiegenen Einwohnerzahl anzupassen, und Poppenbüttel dabei noch enger mit dem Hamburger Siedlungsgebiet verzahnt.

Der Alsterwanderweg im Poppenbütteler Abschnitt wurde um 1951/52 geschaffen, der auf die ehemaligen Treidelpfade entlang der Alster zurückgeht. 1969 wurden große Teile des Stadtteils zum Landschaftsschutzgebiet erklärt, um diese als Erholungsraum zu bewahren; die übrigen landwirtschaftlich genutzten Flächen wurden im Laufe der 70er und 80er Jahre fast alle zugebaut und das Straßennetz für den stark steigenden Individualverkehr ausgebaut. Dabei wurden die restlichen Gebäude mit dörflichem Charakter fast alle abgerissen.

1970 erhielt Poppenbüttel mit dem Alstertal-Einkaufszentrum (AEZ) auf der linken Alsterseite ein zweites Ortszentrum, das in der Folgezeit gegenüber dem ehemaligen Dorfkern auf der rechten Flussseite zunehmend an Gewicht gewann.

Am 22. Oktober 1971 wurde der Polizist Norbert Schmid bei einem Versuch, Mitgliedern der Rote Armee Fraktion (RAF) vor dem Alstertal-Einkaufszentrum festzunehmen, erschossen. Norbert Schmid war die erste Person, die von der RAF getötet wurde.

Historische Orte und Gedenkstätten[Bearbeiten]

  • Die Moorfläche Poppenbütteler Graben und andere kleinere Flächen im Norden des Stadtteils sind seit 1986/88 Naturdenkmal. Es handelt sich um die Reste einer Kette von Mooren, die früher in den feuchten Niederungen am West- und Nordrand des Stadtteils bestanden hatten.
  • Im Stadtteil befinden sich noch drei Hügelgräber mit jungsteinzeitlichen und bronzezeitlichen Gräbern, der Kreienhoopsberg (Ecke Kreienhoop/Moorblick), der sogenannte Vaterunserberg (Straße Am Bronzehügel) und ein weiteres Hügelgrab zwischen dem Restaurant Randel und dem Alsterwanderweg.
  • Vom Gutshof der Familie Henneberg an der Alster ist nur der Gutspark geblieben: Das seit den 1860er Jahren bestehende Arboretum Marienhof mit wertvollem Gehölzbestand sowie an seinem Rand die in den Jahren 1884-87 im mittelalterlichen Stil erbaute Burg Henneberg, Hamburgs einzige erhaltene Burg.
  • Auf dem Poppenbüttler Marktplatz befindet sich der 1897 errichtete Kaiserstein zum Gedenken an Kaiser Wilhelm I.
Gedenkstätte Plattenhaus
  • Das 1922 errichtete Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs an der Schleuse wurde 1963 durch einen schlichten Gedenkstein am Alsterwanderweg ersetzt.
  • Gedenktafel zur Erinnerung an einen zur Zwangsarbeit in der Kriegswirtschaft eingesetzten 29jährigen Polen, der am 13. Mai 1942 von der Hamburger Gestapo auf dem Gut Hohenbuchen gehenkt wurde. (Die Gedenktafel ist auf dem Gebiet Hohenbuchen, nahe der Alster aufgestellt.)
  • In der Zeit des Nationalsozialismus bestand von September 1944 bis April 1945 in Sasel ein Außenlager des KZ Neuengamme. Die dort gefangenen ca. 500 jüdischen Frauen wurden u.a. eingesetzt, um westlich des Poppenbütteler Bahnhofs eine Plattenhaussiedlung zu errichten, die als Notunterkunft für ausgebombte Hamburger diente. Die Betonfertigteile für die Häuser wurden im Klinkerwerk des KZ Neuengamme hergestellt. In dem einzigen übrig gebliebenen Haus (Kritenbarg 8) ist seit 1985 die Gedenkstätte Plattenhaus eingerichtet, die an das KZ erinnert.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

1769 fand in Holstein die erste Volkszählung statt, gefolgt von Zählungen in den Jahren 1803, 1845 und 1864.

Volkszählungen aus den Jahren 1769 und 1845:[2][5]

Jahr Gesamt Kinder über 60-järige Haushalte Personen/Haushalt
1769 234 56 (26 %) 16 (6,8 %) 41 5,7
1845 498 - - 97 5,1

Zu den Berufen in Poppenbüttel zählten im Jahr 1845: 1 Bäcker, 3 Schlachter, 1 Butterhändler, 2 Gastwirte, 1 Spinner, 1 Weber, 3 Schneider, 6 Schuhmacher, 1 Schmied, 4 Holzsäger, 5 Zimmerleute, 5 Tischler, 1 Rademacher, 3 Kistenmacher, 2 Maurer, 1 Schleusenmeister, zusätzlich Kutscher, Gärtner und Dienstboten. Von den 88 Bediensteten stammten nur 21 aus dem Dorf, die anderen kamen aus der Umgebung.[6]

Erhebungen in den Jahren 1990 bis 2014:[1][7]

Jahr Gesamt unter 18-jährige über 65-jährige Haushalte Personen/Haushalt
1990 22 660 16,9 % 20,7 % - -
1995 22 362 16,0 % 22,4 % - -
2000 22 396l 15,3 % 24,5 % - -
2007 22 104 14,4 % 31,1 % - -
2010 22 041 14,9 % 32,1 % 10 421 2,1
2014 22 368 14,9 % 33,2 % 10 787 2,0

Vergleichswerte Poppenbüttel zum Durchschnitt Hamburg im Jahr 2014 betreffend Wanderungssaldo (Summe aus Geburten, Sterbefälle, Zu- und Fortzüge), Versorgung und Besitz. (Werte in Klammern, je 1 000 der Bevölkerung, Apotheken je 10 000 der Bevölkerung):[7]

2014 Poppenbüttel Hamburg
Wanderungssaldo + 310 (13,8) + 11 959 (6,7)
Niedergelassene Ärzte 114 (5,1) 4 593 (2,6)
Apotheken 9 (4,0) 432 (2,4)
Private PKW 10 489 (469) 609 526 (341)

Politik und Verwaltung[Bearbeiten]

Poppenbüttel wurde 1937 durch das Groß-Hamburg-Gesetz von der preußischen Provinz Schleswig-Holstein nach Hamburg eingegliedert; das Amt Poppenbüttel wurde damit zum Ortsamt Alstertal und die Gemeindeverwaltung Poppenbüttel zur Ortsdienststelle. 1958 wurde die Ortsdienststelle Poppenbüttel in das Ortsamt Alstertal eingegliedert; seine Zuständigkeit erstreckte sich auf die Stadtteile Wellingsbüttel, Sasel, Poppenbüttel und Hummelsbüttel. Ab 2007 wurden mit der Bezirksverwaltungsreform die Ortsämter im Stadtbezirk Wandsbek aufgelöst und im Bezirksamt Wandsbek zusammengefasst. Im bisherigen Ortsamt Alstertal gegenüber dem S-Bahnhof Poppenbüttel (Wentzelplatz 7) wurden Kundenzentren, soziale Dienstleistungszentren und Wirtschafts- und Bauzentren eingerichtet.

Die Polizei Hamburg hat am Poppenbütteler S-Bahnhof das Kommissariat 35. Die Freiwillige Feuerwehr Poppenbüttel besteht seit den 1870er Jahren und hat ihren Sitz seit 1973 im Wehrhaus am Rehmbrook 4.

Ergebnisse der Bürgerschaftswahl[Bearbeiten]

Wahljahr SPD CDU FDP Grüne1) AfD Linke2) Übrige
2015 48,5 % 19,6 % 10,0 % 08,6 % 06,5 % 04,3 % 02,5 %
2011 48,2 % 27,8 % 09,8 % 07,8 % 03,0 % 03,4 %
2008 29,6 % 51,3 % 06,1 % 08,1 % 03,7 % 01,2 %
2004 27,0 % 57,0 % 03,6 % 08,4 % 04,0 %
2001 34,2 % 31,9 % 07,0 % 06,4 % 00,1 % 20,4 %3)
1997 31,8 % 39,5 % 04,6 % 10,5 % 00,3 % 13,3 %4)
1993 33,8 % 32,0 % 05,6 % 12,1 % 16,5 %5)
1991 39,3 % 43,0 % 09,5 % 05,6 % 00,2 % 02,4 %
1987 39,3 % 45,4 % 09,8 % 04,9 % 00,6 %
1986 34,0 % 49,8 % 07,4 % 08,1 % 00,7 %
Dez. 1982 41,3 % 47,7 % 05,6 % 05,3 % 00,1 %
Juni 1982 35,1 % 51,1 % 06,6 % 06,4 % 00,8 %
1978 41,3 % 47,7 % 05,6 % 02,9 % 02,5 %
1974 34,6 % 50,5 % 12,4 % 02,5 %
1970 44,1 % 41,5 % 10,1 % 04,3 %
1966 54,7 % 33,0 % 08,7 % 03,6 %

1) 1978 als Bunte Liste - Wehrt Euch, 1982 bis 2011 als Grüne/GAL.
2) 1991 und 1997 als PDS/Linke Liste, 2001 als PDS.
3) Darunter 17,4 % für die Schill-Partei.
4) Darunter 5,5 % für die Statt Partei.
5) Darunter 9,0 % für die Statt Partei.

Für die Wahl zur Hamburgischen Bürgerschaft gehört Poppenbüttel zum Wahlkreis Alstertal-Walddörfer.

Die örtlichen Verbände der Parteien sind unterschiedlich zugeschnitten: die SPD hat einen eigenen Distrikt nur für den Stadtteil Poppenbüttel, während der Ortsverband der CDU das gesamte Alstertal und der Kreisverband der FDP sogar den gesamten Bürgerschaftswahlkreis Alstertal-Walddörfer umfasst.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

  • Die Arbeitsplätze im Stadtteil gehören ganz überwiegend dem Dienstleistungsbereich und nur zu einem geringen Maße dem produzierenden Gewerbe an (schon 1987: 87,9 % zu 12,0 %).
  • Wirtschaftsschwerpunkt des Stadtteils ist das Alstertal-Einkaufszentrum (AEZ) nahe dem S-Bahnhof. Es wurde 1970 errichtet und 1975/77, 1988-91 und 2005/06 erweitert und modernisiert. Sein Einzugsbereich erstreckt sich auf den ganzen Nordosten Hamburgs und reicht in das angrenzende schleswig-holsteinische Umland hinein.
  • Größtes Unternehmen im Stadtteil ist die ECE Projektmanagement GmbH, seit 1970 nahe dem S-Bahnhof zu Hause. Sie verwaltet europaweit 116 Einkaufszentren und realisiert gewerbliche Immobilienprojekte verschiedener Art.
  • Das Gewerbegebiet am Poppenbütteler Bogen bietet seit 1976 zahlreichen Firmen einen Standort; darunter sind sowohl solche, die auf lokalen Bedarf ausgerichtet sind, wie solche mit weltweitem Absatz. Die größten dort ansässigen Firmen sind Bijou Brigitte (Modeschmuck, seit 1987 dort ansässig) MR Design Fahnendruck & Display`s (seit 1997) Reifen Helm, Teppich Stark und Bogdol (Gebäudereinigung, seit 1981 dort ansässig).
  • Auch als Arbeitgeber bedeutsam ist der Standort mehrerer Altenheime am Hinsbleek. Hier bestehen in unmittelbarer Nachbarschaft das Hospital zum Heiligen Geist (seit 1950), das Gast- und Krankenhaus (seit 1961), das Veteranenheim (seit 1962) und die Stiftung Altendank (seit 1963).

Schulen[Bearbeiten]

  • Carl-von-Ossietzky-Gymnasium Hamburg, gegründet 1968 als Gymnasium Müssenredder
  • Heinrich-Heine-Gymnasium, gegründet 1975 als Gymnasium Harksheider Straße
  • Stadtteilschule Poppenbüttel, hervorgegangen aus der alten Dorfschule, als Volksschule 1934 in Ludwig-Frahm-Schule umbenannt, nach dem Zweiten Weltkrieg Grund-, Haupt- und Realschule, 1990 Gesamtschule, 2010 Stadtteilschule
  • Grundschule Hinsbleek, gegründet 1950 als Volksschule
  • Grundschule Müssenredder, gegründet 1974 und grenzt direkt an das Carl-von-Ossietzky-Gymnasium an
  • Gymnasium Oberalster, 1945 gegründet und 1959 in einen Neubau an der Grenze zum benachbarten Stadtteil Sasel verlegt

Verkehr[Bearbeiten]

S-Bahn und Busverkehr[Bearbeiten]

Zug der Linie S1 im Bahnhof Poppenbüttel

Der Bahnhof Poppenbüttel ist der Endpunkt der Alstertalbahn, die in Ohlsdorf beginnt. Sie wurde 1918 in Betrieb genommen und 1924 an die elektrische Vorortbahn angeschlossen. Die Endstation Poppenbüttel entwickelte sich in der Folgezeit zum Knotenpunkt für etliche Buslinien und später auch zur Anlaufstelle für Park-and-Ride-Verkehr.

2013 wurden der S-Bahnhof und Busbahnhof sowie die Fußgängerüberführung über die S-Bahngleise zwischen dem Wentzelplatz und Stormarnplatz renoviert, komplett überdacht und barrierefrei umgestaltet.[8]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Die Alsterbrücke in Poppenbüttel (Bäckerbrücke) stellt auf einem 11 km langen Abschnitt am Oberlauf der Alster für Kraftfahrzeuge die einzige Möglichkeit der Alsterquerung dar und ist Teil des Hamburger "Ring 3", so dass sie ein starkes Verkehrsaufkommen zu verkraften hat.

Kultur, Veranstaltungen und Sport[Bearbeiten]

Kirchen[Bearbeiten]

  • Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Poppenbüttel entstand 1948 durch Herauslösung aus dem Kirchspiel Bergstedt. Infolge der wachsenden Bevölkerungszahl des Stadtteils hat sie drei Kirchengebäude: die Marktkirche (erbaut 1955/56) im alten Ortskern, die Simon-Petrus-Kirche (erbaut 1963/64) im Norden des Stadtteils und die Philemon-Kirche (erbaut 1968/69) im Westen, letztere in Hummelsbüttel liegend.
  • Die katholische Kirchengemeinde St. Bernard erhielt 1955 ein Gotteshaus nahe der Grenze zu Sasel.

Veranstaltungen und Information[Bearbeiten]

  • Die beiden Öffentlichen Bücherhallen der Stadtteile Poppenbüttel und Sasel wurden 2007 in neuen Räumlichkeiten, nahe dem Alstertal-Einkaufszentrum zusammengefasst.
  • Das Forum Alstertal nahe dem Alstertal-Einkaufszentrum ist seit 1999 ein Veranstaltungszentrum für öffentliche Konzerte, Ausstellungen und Firmenschulungen.
  • Die Henneberg-Bühne besteht seit 1981 und ist eine Amateurtheatergruppe mit dem Schwerpunkt auf die niederdeutsche Sprache.
  • Die Liedertafel Amicitia, ein 1874 gegründeter Männergesangverein, besteht seit 1991 als gemischter Chor.
  • Der Alsterverein wurde 1900 in Poppenbüttel als Heimatverein gegründet und hat seit 1957 seinen Sitz im Torhaus in Wellingsbüttel, wo er das Alstertal-Museum mit angeschlossener Bibliothek unterhält.
  • Der Bürgerverein Sasel-Poppenbüttel, 1955 gegründete, pflegt die Heimatverbundenheit.
  • Das Freizeitzentrum MeridianSpa Alstertal bietet seit 2004 nahe dem S-Bahnhof einen Wellnessbereich mit Sauna, Solarien und Swimmingpool.
  • Die Kantorei Poppenbüttel wurde 1946 gegründet und veranstaltet u.a. seit 1962 die Alsterwanderweg-Konzerte.
  • Die Burg Henneberg wurde seit 2014 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, in der regelmäßig Konzerte, Lesungen, Seminare stattfinden.

Sport[Bearbeiten]

  • Der Sportclub Poppenbüttel von 1930 e. V. (SCP) wurde 1930 als Fußballverein gegründet. Er nahm seit 1949 zahlreiche weitere Sportarten auf und wuchs zur mitgliederstärksten Organisation im Stadtteil und zu einem der größten Sportvereine in Hamburg heran.

Siehe auch[Bearbeiten]

Liste der Kulturdenkmäler in Hamburg-Poppenbüttel

Literatur[Bearbeiten]

  • Arbeitsgemeinschaft Poppenbütteler Vereine (Hrsg.): Jubiläumsschrift Poppenbüttel 1336-1986. Hamburg 1986.
  • Angelika Rosenfeld, Thomas Fraatz-Rosenfeld: Poppenbüttel, Hamburg. 2. Auflage. 1990.
  • Jürgen Mirow (Hrsg.): Poppenbüttel. Porträt eines Stadtteils. Hamburg 2003.
  • Armin Clasen, Walter Rehders: Hummelsbüttel und Poppenbüttel. Christians, Hamburg 1938.
  • Jahrbücher des Alstervereins (Verzeichnis der Beiträge aus den Jahrgängen 1955 – 2012 [1])

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hamburg-Poppenbüttel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Sozialraumbeschreibung Poppenbüttel und Hummelsbüttel, 2014 (Langversion) Herausgeber Bezirksamt Wandsbek, Fachamt Sozialraummanagement
  2. a b Angelika Rosenfeld: Alsterschiffe, Silbermünzen und eine „Burg" - Die Geschichte Poppenbüttels. Dobu Verlag, Hamburg 2006, ISBN 3-934632-17-3, S. 18–23 und 46.
  3. Wilhelm Melhop: Die Alster. Geschichtlich, ortskundlich und flußbautechnisch beschrieben, Hamburg, Hartung, 1932 (Das Poppenbüttler Schleusenmeisterhaus, Seiten 203 -206)
  4. Die Hennebergs in Poppenbüttel 1855–1955. In: Jahrbuch des Alstervereins e. V. 1955. 34. Jahrgang.
  5. Hofgeschichte des Dorfes Poppenbüttel
  6. W. Rehders: Die berufliche Gliederung der Einwohner des Dorfes Poppenbüttel nach der Volkszählung vom 1. Februar 1845, Jahrbuch des Alstervereins e. V. Volume: 52. 1973
  7. a b Hamburger Stadtteil-Profile 2014, NORD.regional, Band 16Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein
  8. S-Bahnhof Poppenbüttel vom Wentzelplatz aus barrierefrei ab 25.9.2013 Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation