Hamburg-Rahlstedt

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Wappen von Hamburg
Rahlstedt
Stadtteil von Hamburg
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Koordinaten 53° 36′ 7″ N, 10° 9′ 24″ OKoordinaten: 53° 36′ 7″ N, 10° 9′ 24″ O
Höhe 26 m
Fläche 26,6 km²
Einwohner 88.865 (31. Dez. 2015)
Bevölkerungsdichte 3341 Einwohner/km²
Postleitzahl 22143, 22145, 22147 und 22149
Vorwahl 040
Bezirk Wandsbek
Verkehrsanbindung
Regionalbahn RB81Hamburg RB81.svg
Quelle: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein

Rahlstedt ist ein Hamburger Stadtteil im Bezirk Wandsbek am nordöstlichen Rand Hamburgs und grenzt an den schleswig-holsteinischen Kreis Stormarn.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rahlstedt ist ein nordöstlicher Stadtteil Hamburgs. Er ist der größte Stadtteil innerhalb des Bezirks Wandsbek und einer der größten Stadtteile Hamburgs. Zu Rahlstedt gehören die Ortsteile Alt-Rahlstedt, Neu-Rahlstedt, Meiendorf, Oldenfelde, Hohenhorst und Großlohe. Rahlstedt grenzt an die Stadtteile Volksdorf, Farmsen-Berne, Tonndorf und Jenfeld und an den Kreis Stormarn in Schleswig-Holstein.

Durch Rahlstedt fließt die in der Nähe der Ortschaft Siek (Kreis Stormarn) entspringende Wandse mit ihren Nebenflüssen (u.a. Rahlau, Stellau und Stellmoorer Quellfluss). Die Rahlau mündet etwa in Höhe der Nordmarkstraße in die Wandse, die Stellau etwa in Höhe der Wilhelm-Grimm-Straße, der Stellmoorer Quellfluss noch innerhalb des Stellmoorer Tunneltals.

Die neben den Flüssen auffälligsten Geländemerkmale finden sich als Überreste der letzten Eiszeit in den beiden Naturschutzgebieten Stellmoorer Tunneltal und Höltigbaum.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rahlstedt und Umgebung um 1790
Altrahlstedter Kirche 1903
Hohenhorst 1961
Gedenkstätte Schießplatz Höltigbaum
Die vier alten Dörfer
Siedlungsblöcke in Rahlstedt

Die ältesten überlieferten urkundlichen Erwähnungen erfolgten 1212 als Rothuluestad und 1248 als Radoluestede. Der Name verweist auf eine Gründung als sächsische Siedlung durch einen Mann namens Radolf oder Radulf, die Nachsilbe -stede bedeutet (Wohn-)Stätte.[1] Rahlstedt lag jenseits der östlichen Grenzen Hamburgs, gehörte zum Herzogtum Holstein unter dänischer Krone und fiel mit ihm 1864 an Preußen.

Am 29. September 1904 wurde zwischen dem Bahnhof Rahlstedt der Lübeck-Büchener Eisenbahn und Volksdorf die Elektrische Kleinbahn Alt-Rahlstedt–Volksdorf eröffnet und am 9. Mai 1907 bis Wohldorf verlängert, deren Restbetrieb bis 1961 existierte.

Um die Jahrhundertwende entwickelte sich Rahlstedt zu einem beliebten Villenvorort für wohlhabende Hamburger Kaufleute. In dieser Zeit entstanden viele Gründerzeit- und Jugendstilvillen, die in vielen Teilen das Erscheinungsbild Rahlstedts prägen.

1927 wurden die Ortschaften Altrahlstedt, Neurahlstedt, Meiendorf und Oldenfelde sowie Teile von Tonndorf-Lohe und Jenfeld zur preußischen Gemeinde Rahlstedt zusammengeschlossen und kamen nach dem Groß-Hamburg-Gesetz 1937 zu Hamburg. Der alte Kern bestand aus dem Bahnhof, gelegen an der Bahnstrecke Lübeck–Hamburg (über Fehmarn nach Skandinavien) und der aus der Anfangszeit des Ortes stammenden ältesten Südstormaner Kirche, der heutigen Kirche Alt-Rahlstedt, an der Rahlstedter Straße.

Seit den 1930er-Jahren war Rahlstedt ein bedeutender Garnisonsstandort in Hamburg mit drei Kasernen (Lettow-Vorbeck-Kaserne, Boehn-Kaserne und Graf-Goltz-Kaserne) und einem Standortübungsplatz. In den 1960er-Jahren wurde nicht nur der Ortsteil Hohenhorst im Südwesten Rahlstedts geplant und gebaut. Auch am östlichen Rand entstanden die Großsiedlungen Großlohe und Rahlstedt-Ost, die Ortsteile Meiendorf und Oldenfelde wurden zunehmend mit Einzelhäusern bebaut.

In den 1990er-Jahren wurden fast alle militärischen Einrichtungen in Rahlstedt geschlossen. Der ehemalige Standortübungsplatz Höltigbaum wurde zum größten Teil zum Naturschutzgebiet und teilweise zum Gewerbegebiet Höltigbaum. Eine Gedenktafel erinnert seit 2003 an die 330 Exekutionen aufgrund von Militärgerichtsurteilen im Zweiten Weltkrieg. Auf zwei ehemaligen Kasernengeländen wurden neue Wohngebiete errichtet.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rahlstedt hat sich schrittweise zum einwohnerreichsten Hamburger Stadtteil entwickelt. Mit Errichtung einer Bahnstation 1893 zwischen Altrahlstedt, Oldenfelde und Neurahlstedt wurde der ländliche Ort für Besserverdienende und höhere Beamte erstmals als Wohnort abseits der Arbeitsstätte interessant. Ganze Straßenzüge entstanden in dieser Zeit um die Jahrhundertwende, deren Villen-Gebäude für Rahlstedt sehr typisch sind. Die zentralen Teile Rahlstedts sind auch heute noch von diesen Villen geprägt. Nach dem Zweiten Weltkrieg siedelten Flüchtlinge aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten und ausgebombte Hamburger im Stadtteil an. Durch die Bildung der Ortsteile Hohenhorst, Rahlstedt-Ost sowie zunächst Großlohe-Nord und ab 1964 schließlich auch Großlohe-Süd Anfang der 1960er Jahre wurde Rahlstedt erheblich vergrößert. Diese Bereiche waren einst „Kuhkoppeln“ und wurden mit planmäßig angelegten Wohnanlagen und so genannten Plattenbauten bzw. Montagebauten und einigen Hochhäusern überbaut, daneben gibt es auch große Gebiete mit Reihenhaus- und Einzelhausbebauung. Damals waren diese neuen Ortsteile Rahlstedts so etwas wie eine Trabantenstadt, Wohnraum wurde dringend benötigt. Viele Hamburger, die bei der Hamburger Sturmflut 1962 am 16. und 17. Februar obdachlos wurden, zogen in die Neubaugebiete. Zwar hatte Rahlstedt längst vor der Flutkatastrophe angefangen zu wachsen, die Ereignisse beschleunigten jedoch das Wachstum.[2]

Durch die Schließung zweier Kasernengelände (Boehn-Kaserne und Graf-Goltz-Kaserne) 1992 durch die Bundeswehr entstanden die neuen Siedlungsgebiete Rahlstedter Höhe (1996/1997) und Rahlstedter Boltwiesen (2000).[2] Die neuen Siedlungen führten zu einem Anstieg der Einwohnerzahl auf über 85.000.

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rahlstedt ist ein Zusammenschluss der alten Dörfer Altrahlstedt, Neurahlstedt, Meiendorf und Oldenfelde sowie der neu dazugekommenen Ortsteile Hohenhorst/Rahlstedt-Ost und Großlohe.

Alt-Rahlstedt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alt-Rahlstedt wurde 1248 erstmals urkundlich erwähnt. Die Kirche Alt-Rahlstedt aus dem 13. Jahrhundert war Zentrum eines großen Kirchspiels. Im 14. Jahrhundert erwarb das Hamburger Domkapitel große Teile des Ortes. Im 16. Jahrhundert kam es zum alten landesherrlichen Amt Trittau. Im Dreißigjährigen Krieg quartierten sich 1627 die Feldherren der Katholischen Liga Tilly und Wallenstein in Alt-Rahlstedt ein.

1814 musste das Dorf nach dem Gefecht bei Braak rund 22.000 russische Soldaten und ihre Pferde bei deren Belagerung zum Entsatz von Hamburg beherbergen. Mit der Eröffnung des Bahnhofes 1893 – dessen Bau durch den Alt-Rahlstedter Fabrikanten Cord Eduard (Edward) Heinrich Grube (1856–1924) initiiert und gefördert wurde – erlebte Alt-Rahlstedt einen Aufschwung und wurde zum Hamburger Villenvorort. 1889 wurde Alt-Rahlstedt Sitz des gleichnamigen Amtes. 1896 wurde die erste Sparkasse des Ortes gegründet. Die Elektrische Kleinbahn Alt-Rahlstedt–Volksdorf–Wohldorf wurde am 29. September 1904 eröffnet und schloss die Hamburger Enklaven im Nordosten an das Eisenbahnnetz an.

Neu-Rahlstedt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsteil Neu-Rahlstedt ist fast ebenso alt wie Alt-Rahlstedt. In Neu-Rahlstedt ist noch ein alter Dorfkern erhalten, der aufgrund seiner heutigen Hufeisenform entfernt an einen Rundling erinnert. Er wurde 1985 unter Milieuschutz gestellt. Im Jahre 2012 wurden weitere Teile Neurahlstedts unter Ensembleschutz gestellt. In unmittelbarer Nähe des Dorfplatzes steht die 1961 von Olaf Andreas Gulbransson erbaute Martinskirche. Mit ihrem architektonisch bemerkenswerten Zeltdach und dem auffälligen weißen Anstrich weist sie stilistische Anklänge an die von Le Corbusier 1955 erbaute Wallfahrtskirche Notre-Dame-du-Haut bei Ronchamp auf. Die Kirchenfenster wurden von Hubert Distler geschaffen.

Meiendorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Meiendorf

Meiendorf ist hinsichtlich des Wohnungsbestandes gemischt. Der Norden besteht größtenteils aus Einzelhäusern, der Westen und die Mitte des Ortsteils weisen mehrstöckigen sozialen Wohnungsbau aus den 1960er Jahren auf. Vereinzelt finden sich insbesondere nahe dem alten Dorfkern auch Häuser aus der Gründerzeit.

Oldenfelde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Oldenfelde

Ein historischer Dorfkern von Oldenfelde besteht nicht mehr. Heute ist Oldenfelde sowohl von Einzelhausbebauung als auch von Bauten mit Sozialwohnungen der 1950er- und 1960er-Jahre geprägt, so dass die gegenwärtige Baustruktur Oldenfeldes als gemischt und abwechslungsreich bezeichnet werden kann.

Hohenhorst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hohenhorst wurde am süd-westlichen Rand des Stadtteils in den 1960er-Jahren als von Ernst May vollständig durchgeplante moderne Siedlung errichtet. Im Zentrum gibt es einen Geschäftsbereich und hier liegt auch die 1967 eingeweihte Dankeskirche mit dem umgebenden Gemeindezentrum.

Großlohe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieser Ortsteil am östlichen Rand des Stadtteils besteht überwiegend aus Siedlungsbauten der 1960er-Jahre, die meist in Plattenbauweise errichtet wurden.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Wahl zur Hamburgischen Bürgerschaft bildet der Stadtteil den gleichnamigen Wahlkreis Rahlstedt. Die Bürgerschaftswahl 2015 führte zu folgendem Ergebnis:[3]

  • SPD 52,9 % (+0,2)
  • CDU 16,7 % (-6,9)
  • AfD 7,4 % (+7,4)
  • Grüne 7,3 % (+0,3)
  • FDP 6,7 % (+0,1)
  • Linke 5,8 % (+0,5)
  • Übrige 3,2 % (–1,6)

Gemeindevorsteher und Ortsamtsleiter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

vor 1927: Altrahlstedt, ab 1927: Rahlstedt

  • 1893–1906: Hermann Ohlendorff
  • 1906–1919: August Singelmann
  • 1919–1933: Heinrich Schulz (DVP)
  • 1933–1945: Wilhelm Schulze (NSDAP)
  • 1946–1969: Jonni Schacht (SPD)
  • 1969–1993: Rolf Mietzsch (SPD)
  • 1994–2006: Gudrun Moritz (SPD)

Mit der Umsetzung der Bezirksverwaltungsreform in Hamburg wurde der dreistufigen Verwaltung ein Ende gesetzt. Rahlstedt hat nun keinen eigenen Ortsamtsleiter mehr, sondern wird von einem sog. Regionalbeauftragten des Bezirksamtes Wandsbek betreut, der diese Funktion neben seiner eigentlichen Betätigung im Bezirksamt ausübt.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Schule wurde in Rahlstedt 1895 neben das zwei Jahre zuvor errichtete Pastorat gebaut. Seit 1921 gab es eine Mittelschule in der Barsbütteler Straße (heute Hüllenkamp), die 1929 Realschule wird und seit 1937 Gymnasium ist. Dieses Gymnasium befindet sich jetzt an der Scharbeutzer Straße. Die Gebäude am Hüllenkamp beherbergen inzwischen eine Haupt- und Realschule sowie eine Grundschule. Außerdem gibt es Gymnasien in den Ortsteilen Oldenfelde (Gymnasium Oldenfelde in der Birrenkovenallee seit 1977) und Meiendorf (Gymnasium Meiendorf im Schierenberg). Grundschulen bestehen in Altrahlstedt, am Großlohering, Wildschwanbrook, Am Sooren, Bekassinenau, Brockdorffstraße, Kamminer Straße, Meiendorf, Nydamer Weg, Potsdamer Straße, Rahlstedter Höhe und in Neurahlstedt. GHR-Schulen gibt es in Altrahlstedt, Neurahlstedt, Oldenfelde. Ferner besteht eine Schule für geistig Behinderte in der Paracelsusstraße und zwei Förderschulen.

Insgesamt kommt Rahlstedt damit auf 18 staatliche Schulen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die in ihren ältesten Teilen aus Feldsteinen errichtete Alt-Rahlstedter Kirche aus dem 13. Jahrhundert.
  • Viele zentrale Teile Rahlstedts sind von Jugendstil- und Gründerzeitvillen geprägt, die oft gut erhalten sind. Unter Architekten ist Rahlstedt aufgrund seiner Jugendstilensembles bekannt. Viele Häuser stehen deshalb unter Denkmalschutz bzw. Ensembleschutz, z.B. die Remstedtstraße.
  • Rahlstedt besitzt einen modernen Kern mit den Fußgängerzonen Schweriner Straße, Rahlstedter Bahnhofstraße und rund um den Bahnhof. In Rahlstedt befinden sich die Liliencronstraße und der kleine Liliencronpark samt Denkmal – beides ist dem Dichter Detlev von Liliencron gewidmet.
  • In der Nähe des ehemaligen Ortsamtes liegt auch die öffentliche Bücherhalle, ebenfalls nach von Liliencron benannt.
  • Wohnquartier am Altenhagener Weg: die vom Berliner Architekturbüro Springer Architekten für die Bauherrin Helvetia Versicherungen geplante Sanierung und Nachverdichtung des Quartiers erhielt am 8. Mai 2010 den BDA-Architekturpreis Nike in der Kategorie „besonderes soziales Engagement“.[4]
  • Zentrum des Neubaugebietes Rahlstedt-Ost (Hohenhorst) ist die 1967 eingeweihte Dankeskirche. Zu dem von Professor Friedhelm Grundmann konzipierten Gemeindezentrum gehören Kirche, Pastorate, Mitarbeiterhaus, Kindergarten und Gemeindehaus. Im schlicht gehaltenen Kirchenraum wurden als Materialien Sichtbeton, Holz und Bronze eingesetzt. Die Prinzipalstücke (Altar, Kanzel und Taufbecken) wurden von H. W. Peters gestaltet.
  • In Hamburg-Rahlstedt steht seit April 1994 am Hagenweg, hinter dem Naturschutzgebiet Stellmoorer Tunneltal nahe der Stadtgrenze, ein weithin sichtbarer 163 Meter hoher abgespannter Stahlfachwerkmast (53° 37′ 33,6″ N, 10° 11′ 46″ O), der als Sendemast für UKW-Hörfunk (Alster Radio, 106,80 MHz, 40 kW ERP) und DVB-T dient und 2010 durch einen 250 Meter hohen Stahlrohrmast ersetzt wurde. Bis zur Aufnahme des DVB-T-Betriebes in Hamburg am 8. November 2004 wurden hier am Sender Höltigbaum auch analoge TV-Signale (VOX, NeunLive und N24/MTV2POP) abgestrahlt.

Musik- & Kulturfestival[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Seit 2011 findet in Rahlstedt jährlich im Sommer auf der Rockwiese am Schimmelreiterweg „Rahlstedt Rockt!“ statt. Ein Musik- & Kulturfestival, bei dem jeder teilnehmen kann. Musik, Tanz, Laienspiel und Talente aller Art finden hier Platz auf Bühne und Wiese. Dazu gibt es Kulinarisches aus der Region und der Welt. Organisiert wird das bunte Programm für die ganze Familie von der Neue Schule Hamburg.

Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als einziges Theater hat sich in Rahlstedt seit 1986 die Alt-Rahlstedter Theatergruppe etabliert. Das Amateurtheater spielt vorwiegend Klassiker.

Rahlstedter Friedhof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Evangelische Friedhof Rahlstedt ist seit dem Jahr 1829 Begräbnisplatz der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde zu Alt-Rahlstedt. Für das Grabdenkmal des Schriftstellers und Bühnenautors Detlev von Liliencron schuf der Hamburger Bildhauer Richard Luksch die Figur der Rosenpflückerin.[5] Seit 2014 steht dort der „Baum des Lebens“, den der Holzbildhauer Peer Oliver Nau innerhalb von zwei Jahren aus einer 125 Jahre alten, abgestorbenen Amerikanischen Roteiche entstehen ließ. Ein zentraler Punkt ist der Ewigkeitsbriefkasten: In den großen Hohlraum in und unter der Eiche können Briefe an die Verstorbenen eingeworfen werden.[6]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Rahlstedt verlief die teilweise vierspurig ausgebaute, zum Jahresbeginn 2015 herabgestufte Bundesstraße 75. Zwar nicht auf Rahlstedter Gebiet, aber in der Nähe liegt die Anschlussstelle Stapelfeld der Bundesautobahn 1. Parallel zur ehemaligen B75 verläuft die Bahnstrecke Lübeck–Hamburg mit dem Bahnhof Rahlstedt, an dem Regionalzüge der Linie RB81 halten. Seit längerem im Gespräch ist der Bau einer S-Bahn-Linie S4. 2011 wurde das alte Bahnhofsgebäude abgerissen.

Ferner ist der Stadtteil mit folgenden Bus-Linien des öffentlichen Nahverkehrs (Betrieben durch den Hamburger Verkehrsverbund) verbunden:

Metro-, Schnell- & Eilbus-Linien:

  • 9 (von „Rahlstedt Großlohe“ über „Bahnhof Rahlstedt“ nach „U Wandsbek Markt“)
  • 24 (von „Bahnhof Rahlstedt“ über „U Langenhorn Markt“ nach „U Niendorf Markt“)
  • 26 (von „Bahnhof Rahlstedt“ über „U Farmsen“ nach „U Kellinghusenstraße“ / „U Alsterdorf“)
  • 27 (von „U Billstedt“ über „Bahnhof Tonndorf“ nach „S Wellingsbüttel“)
  • 35 (von „Rahlstedt Ost (Sorenkoppel)“ über „U Wandsbek Markt“ und „Hauptbahnhof/ZOB“ nach „Hamburg Messe (Eingang Ost)“)
  • 36 (von „Berner Heerweg“ über „U Straßburger Straße“ und „Hauptbahnhof/ZOB“ nach „S Blankenese“)
  • E62 (von „Bahnhof Rahlstedt“ / „Rahlstedt Ost (Sorenkoppel)“ nach „U Wandsbek Markt“)

Stadtbus-Linien:

  • 162 (von „Bahnhof Rahlstedt“ nach „U Wandsbek Markt“)
  • 164 (von „Bahnhof Rahlstedt“ über „Sorenkoppel“ nach „Bahnhof Rahlstedt“)
  • 167 (von „Jenfeld, Zentrum“ / „Bahnhof Tonndorf“ über „U Farmsen“ nach „U Berne“)
  • 168 (von „Bahnhof Rahlstedt“ über „U Berne“ nach „S Wellingsbüttel“)
  • 262 (von „Rahlstedt Ost (Sorenkoppel)“ nach „U Wandsbek Markt“)
  • 275 (von „Bahnhof Rahlstedt“ über „Wildschwanbrook“ nach „Künnekestraße“)
  • 362 (von „Bahnhof Rahlstedt“ über „Großlohe“ nach „Stapelfeld, Reinbeker Straße“)
  • 263 (von „Rahlstedt Großlohe“ über „Stapelfeld, Reinbeker Straße“ nach „U Wandsbek Markt“)
  • 264 (von „Bahnhof Rahlstedt“ nach „Trittau“)
  • 364 (von „Bahnhof Rahlstedt“ nach „Trittau“)
  • 368 (von „Bahnhof Rahlstedt“ über „U Berne“ nach „S Wellingsbüttel“)
  • 462 (von „Bahnhof Rahlstedt“ über „Naturschutzgebiet (NSG) Höltigbaum“ nach „Braak, Mittelweg“)
  • 562 (von „Bahnhof Rahlstedt“ nach „Eichwischen“)

Nachtbus-Linien:

  • 608 (von „Rahlstedt Großlohe“ über „Bahnhof Rahlstedt“ und „U/S Wandsbeker Chaussee“ nach „S Reeperbahn“)
  • 617 (von „U/S Barmbek“ über „U Berne“, „Alter Zollweg“ und „U Farmsen“ nach „U Berne“)
  • 618 (von „Rahlstedt Ost / Sorenkoppel“ nach „U Wandsbek Markt“)

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Katholische Kirche betreibt in Rahlstedt seit 1925 ein Kinderkrankenhaus in der Liliencronstraße 130. Das Krankenhaus, ursprünglich ein Zufluchtsheim, wurde 1927 um ein Säuglingsheim erweitert und entwickelte sich nach Ende des Zweiten Weltkriegs schließlich zu einer Kinderklinik. Das Kinderkrankenhaus Wilhelmstift ist durch die gleichnamige Bus-Haltestelle (Linien 35, E62, 162 & 262) auch mit Öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar. Die katholische Kirchengemeinde in Rahlstedt ist Mariä Himmelfahrt in der Oldenfelder Str. 23. Die Pfarrkirche wurde 1960 eingeweiht und steht zusammen mit dem Pfarrhaus und dem Kirchenvorplatz unter Denkmalschutz.[7]

Institutionen, Körperschaften, Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Freiwillige Feuerwehren in Meiendorf, Oldenfelde und (Alt-)Rahlstedt sowie Oldenfelde Siedlung
  • AMTV Hamburg – Sportverein im Ortsteil Alt-Rahlstedt
  • TSV Hohenhorst - Sportverein im Ortsteil Hohenhorst
  • Meiendorfer SV – Sportverein im Ortsteil Meiendorf
  • Rahlstedter SC – Sportverein im Ortsteil Alt-Rahlstedt, vor allem Fußball
  • Rahlstedter Tischtennis-Club - Tischtennisverein im Ortsteil Oldenfelde
  • Rahlstedter Hockey- und Tennisclub – Sportverein im Ortsteil Alt-Rahlstedt, gegründet 1919 als Altrahlstedter Hockey-Club
  • SK Caissa Rahlstedt von 1965 e. V. - Schachklub
  • Verein „Mehr Platz für Kinder in Rahlstedt-Ost e. V.“ – seit 1974 Betreiber und Träger eines Bau- und Aktivspielplatzes im Forst Hegen am Kittelweg.
  • Bürgerverein Rahlstedt e.V. mit seinem Stadtteilarchiv – kümmert sich seit über 50 Jahren vor allem um kommunalpolitische und stadtteilbezogene kulturelle Angelegenheiten.
  • KulturWerk Rahlstedt e. V. engagiert sich für ein Kulturzentrum und die Entwicklung eines weltoffenen, kulturfröhlichen Bewusstseins in Rahlstedt
  • „Verein zur Förderung der kulturellen und politischen Bildung der Jugendlichen in Rahlstedt e. V.“ – betreibt seit inzwischen über 30 Jahren das Jugendzentrum Startloch.
  • Verein „GroßKoZ e. V.“ – Großloher KommunikationsZentrum e. V. im Treffpunkt Großlohe.
  • Seniorengemeinschaft Rahlstedt e. V. Der Verein versteht sich als Anlaufstelle für ältere Menschen, die aktiv bleiben wollen.
  • Gemeinnütziger Verein Bauspielplatz Rahlstedt e. V.
  • Der gemeinnützige Förderverein Dankeskirche e. V. bemüht sich um die langfristige Erhaltung der Dankeskirche in Rahlstedt-Ost
  • Hanse-Tausch Hamburg, Tauschring im Osten Hamburgs, der auch in Hamburg-Rahlstedt aktiv ist
  • Computer Tafel Hamburg e. V.
  • Gruft Records - Das Silbergraue Gruftstudio e. V.
  • Rahlstedt R Leben - Das Stadtteil-Magazin für Rahlstedt und Umgebung
  • MZ Magazin - Das unabhängige und überparteiliche Monatsmagazin für Politik, Kultur und Wirtschaft, (Meiendorfer Zeitung)

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Otto Boris – Lehrer, Kunstmaler und Tier-Schriftsteller, lebte von 1941 bis zu seinem Ableben 1957 in Rahlstedt
  • Leo Brawand (1924−2009) Mitbegründer und ehemaliger Chefredakteur des Nachrichtenmagazins Der Spiegel lebte in Rahlstedt[8]
  • Christoph Brüx - deutscher Komponist, Audio-Designer, Musikproduzent, UW-Filmer, Maler … lebt und arbeitet in Hamburg Rahlstedt
  • Ole Thorben Buschhüter – SPD-Politiker, lebt in Rahlstedt
  • Jens Cords - deutscher Künstler, lebte viele Jahre in Rahlstedt
  • Till Demtrøder – deutscher Schauspieler, lebt in Rahlstedt
  • Margarete Haller - deutsche Schriftstellerin, lebte und starb in Rahlstedt
  • Dora Heyenn - LINKE-Politikerin, lebt in Rahlstedt
  • Hans-Peter Korff – deutscher Schauspieler, lebt in Rahlstedt
  • Detlev von Liliencron – deutscher Dichter, lebte von 1901 bis zu seinem Tode 1909 in Alt-Rahlstedt und ist auf dem Rahlstedter Friedhof beigesetzt
  • Tokessa Martinius – deutsche Schauspielerin, lebt in Rahlstedt
  • Hendrik Martz - deutscher Schauspieler, wuchs in Rahlstedt auf
  • Nena – deutsche Sängerin (Neue Deutsche Welle), lebt in Rahlstedt
  • August Nissen lebte hier und entwarf etliche Villen als Architekt
  • Alexander Posch - deutscher Autor, lebt in Rahlstedt
  • Ortwin Runde – SPD-Politiker und von 1997 bis 2001 Erster Bürgermeister Hamburgs, lebt in Rahlstedt
  • Olaf Scholz – (SPD) - Seit dem 7. März 2011 Erster Bürgermeister von Hamburg, ehemaliger Bundesminister für Arbeit und Soziales, wuchs in Rahlstedt auf
  • Ellen Sell - deutsche Kinderbuchautorin, lebt in Rahlstedt
  • Ruslan Tschagajew – usbekischer Berufsboxer, lebt in Rahlstedt
  • Elke Vesper - deutsche Schriftstellerin, lebt und arbeitet in Hamburg Rahlstedt
  • Karl-Heinz Warnholz – CDU-Politiker, lebt in Rahlstedt
  • Robert Wohlleben – deutscher Lyriker, wurde 1937 in Rahlstedt geboren
  • Ekkehard Wysocki – SPD-Politiker, lebt in Rahlstedt

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Annemarie Lutz: Rahlstedt 1927 bis 1977. Streifzüge durch ein halbes Jahrhundert. M + K Hansa Verlag, Hamburg 1977, ISBN 3-920610-17-2.
  • Annemarie Lutz: Altrahlstedt an der Rahlau. Heimatgeschichtliche Betrachtungen aus den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts. Verlag Hiltrud Tiedemann, Hamburg 1989, ISBN 3-926102-04-7.
  • Rahlstedter Kulturverein e. V. und „Hamburger Wochenblatt“: Rahlstedter Jahrbuch für Geschichte & Kultur. 1999–*, ZDB-ID 2016261-3, (erscheint jährlich)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hamburg-Rahlstedt – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Horst Beckershaus: Die Namen der Hamburger Stadtteile. Woher sie kommen und was sie bedeuten, Hamburg 2002, ISBN 3-434-52545-9, S. 102;
    Wolfgang Laur: Die Orts- und Gewässernamen der Freien und Hansestadt Hamburg, Neumünster 2012, S. 201 f.
  2. a b Hamburg von Altona bis Zollenspieker, Hoffmann und Campe Verlag Hamburg, 1. Auflage 2002, S. 844/845, ISBN 3-455-11333-8
  3. Ergebnis der Bürgerschaftswahl 2015, abgerufen am 5. März 2015
  4. Wohnquartier am Altenhagener Weg, Hamburg, Projektbeschrieb zum BDA-Architekturpreis Nike.
  5. Quelle: Friedhofsverwalter des Friedhofes des Ev. lutherischen Kirchengemeindeverbandes Rahlstedt
  6. http://www.hamburger-wochenblatt.de/wandsbek/lokales/ein-baum-des-lebens-in-hamburg-d16505.html, abgerufen am 12. Oktober 2014
  7. Mariä Himmelfahrt Rahlstedt
  8. Bürgerverein Rahlstedt e. V.