Hamburg-Steilshoop

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Wappen von Hamburg
Steilshoop
Stadtteil von Hamburg
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Koordinaten 53° 36′ 37″ N, 10° 3′ 33″ OKoordinaten: 53° 36′ 37″ N, 10° 3′ 33″ O
Höhe 17,4 m
Fläche 2,5 km²
Einwohner 19.662 (31. Dez. 2017)
Bevölkerungsdichte 7865 Einwohner/km²
Postleitzahl 22309
Vorwahl 040
Bezirk Wandsbek
Quelle: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein
Hochhäuser in Steilshoop

Steilshoop ist ein Stadtteil im Nordosten Hamburgs im Bezirk Wandsbek.

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den Abschluss nach Norden bildet der Ohlsdorfer Friedhof, der größte Parkfriedhof der Welt. Südöstlich an diesen grenzt der aufgestaute Bramfelder See an, der die Seebek (auch bekannt als Grenzbach) speist, die nach Süden Richtung Barmbek-Nord in die Osterbek und weiter in die Alster fließt und die östliche Grenze zu Bramfeld darstellt. Im Süden und Westen grenzt Barmbek-Nord an Steilshoop und bildet damit zugleich die Grenze zum Bezirk Hamburg-Nord.

Mit Errichtung der Großwohnsiedlung wurde auch der Straßenverlauf der Steilshooper Straße zurückgenommen und ein viel befahrener Straßendurchstich – Steilshooper Allee, Nordheimstraße und Hebebrandstraße (ehemals Brambergstraße) – die Fuhlsbüttler Straße querend zur etwa zeitgleich fertiggestellten City Nord neu geschaffen. Die östliche Verlängerung Richtung Farmsen wurde erst später realisiert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steilshop wie es anfänglich geschrieben wurde, wurde erstmals 1350 urkundlich erwähnt. Seitdem hatte der Ort verschiedene Besitzer. Bis Steilshop 1773 in das Herzogtum Holstein eingegliedert wurde, war es dem stormarnischen Amt Trittau zugeordnet. Zwischen 1865 und 1866 unterstand Steilshoop (als Teil des Herzogtums Holstein) der Verwaltungsmacht der Habsburgermonarchie. Im Zuge der Schlacht bei Königgrätz fiel Holstein inklusive Steilshoop an Preußen.[1]

Mit dem Groß-Hamburg-Gesetz kam es 1937 – nun als Steilshoop – zu Hamburg, wo es nach dem Zweiten Weltkrieg dem Bezirk Wandsbek zugeordnet wurde.

Wohnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steilshoop ist überwiegend von Mehrfamilienhäusern und im nördlichen Teil von Plattenbauten geprägt. Neben dem existierenden Wohnungsraum im südlichen Alt-Steilshoop entstanden ab 1969 Großwohnsiedlungen für 22.000 Menschen im Bereich ehemaliger Kleingartenvereine. Die Großsiedlung wurde in Form eines ca. 1,5 km breiten, ca. 500 m flachen Vs geplant, gebildet aus zweimal acht Hausringen verschiedener Träger und unterschiedlichster Formen entlang der beiden mittleren Verbindungsachsen und drei zentralen (plus zwei Halb-) Ringen, die zum Teil das Einkaufszentrum beherbergen. Ein Wohnblock überspannt an dieser Stelle die Gründgensstraße.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Steilshooper Bevölkerung setzt sich folgendermaßen zusammen (Daten des Statistikamt Nord, Stand Dezember 2016):

  • Gesamtbevölkerung: 19.390 Personen
  • Minderjährigenquote: 19,1 %, liegt über dem Hamburger Durchschnitt von 16,2 %.
  • Anteil der Haushalte mit Kindern: 22,1 %, liegt über dem Hamburger Durchschnitt von 17,8 %.
  • Altenquote (65-Jährige und Ältere): 19,7 %, liegt leicht über dem Hamburger Durchschnitt von 18,3 %.
  • Ausländeranteil: 22,2 %, liegt deutlich über dem Hamburger Durchschnitt von 16,7 %.
  • Anteil von Leistungsempfängern nach SGBII (Hartz IV): 24,4 %, liegt deutlich über dem Hamburger Durchschnitt von 10,3 %
  • Arbeitslosenquote: 9,3 %, liegt deutlich über dem Hamburger Durchschnitt von 5,3 %.

Steilshoop zählt zu den weniger wohlhabenden Hamburger Stadtteilen. Die durchschnittlichen jährlichen Einkünfte pro Steuerpflichtigen betrugen hier im Jahre 2013 etwa 22.730 Euro und sind deutlich niedriger als der Hamburger Durchschnitt (39.054 Euro) [2].

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Wahl zur Hamburgischen Bürgerschaft gehört Steilshoop zum Wahlkreis Bramfeld-Farmsen-Berne. Die Bürgerschaftswahl 2015 führte zu folgendem Ergebnis[3]:

  • SPD 55,3 % (–3,3)
  • CDU 10,9 % (–4,1)
  • Linke 9,5 % (+0,8)
  • AfD 8,4 % (+8,4)
  • Grüne 7,0 % (–0,8)
  • FDP 4,6 % (+0,8)
  • Übrige 4,3 % (–1,8)

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Polizei wird in Steilshoop durch das Polizeikommissariat 36[4] vertreten. Eine Dienststelle des Jobcenter wurde etwas abseits gelegen an der Steilshooper Allee angesiedelt und am Südausgang der Großsiedlung am Alfred-Mahlau-Weg/Gründgensstraße ist das polnische Konsulat beheimatet.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gewerbe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Steilshooper Gewerbegebiet liegt beiderseits der Steilshooper Allee und wird von den Straßen Ruwoldtweg, Schwarzer Weg und Hermann-Buck-Weg, der Steilshooper Straße sowie dem Appelhoff durchquert.

Nahe der Steilshooper Allee findet sich je eine Filiale von famila und Netto sowie an der Steilshooper Straße die Discountsupermarktketten Lidl, Penny-Markt und Aldi. Der dafür benötigte Platz wurde teilweise durch den Abriss des Gebäudes des ehemaligen Doppelkinos Arsenal sowie der Schließung der Niederlassung von Autohaus Baermann gewonnen. Ein weiteres Autohaus steht zurzeit verwaist, aber im Umkreis haben noch vier Tankstellen geöffnet. Außerdem gibt es im Zentrum der Großsiedlung ein Einkaufszentrum, das City Center Steilshoop zwischen dem Schreyerring und der Gründgensstraße. Der ansässige Penny-Markt war zu Beginn der 2000er-Jahre Versuchsträger für ein neues Ladenkonzept, so dass dieses bei der Übernahme als "Konzept-Steilshoop" in einen Großteil der deutschen Penny-Märkte übernommen wurde, ehe das "Steilshoop-Konzept" wiederum vom Nachfolger "Erkrath-Konzept" abgelöst wurde (gegen 2010).

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Wohngebiet verfügt Steilshoop über keine für den Fernverkehr wichtigen Anbindungen an das Autobahn- oder Bundesstraßennetz.

Steilshoop ist nicht an den Schienenverkehr angebunden. Die nächstgelegenen Schnellbahn-Haltestellen sind Rübenkamp (S1) etwa 1,7 km westlich, Sengelmannstraße (U1) etwa 2,3 km westlich und Habichtstraße (U3) etwa 2 km südlich (jeweils Luftlinie). Eine weitere wichtige Station ist der Bahnhof Barmbek etwa 2,9 km südlich. Steilshoop ist mit Buslinien an die umliegenden Stationen angebunden.

Bereits in den Planungen der 1960er-Jahre war der U-Bahn-Anschluss ein zentrales Element: Die Station sollte südlich der Gründgensstraße gebaut werden und den Zugang zum Einkaufszentrum und zu den Wohnringen bilden. Mit Verweis auf die geplante U-Bahn wurde durch die Stadt Hamburg 1969 kurzfristig entschieden, die Großwohnsiedlung um ein Drittel zu vergrößern – auf eine Kapazität für 24.000 statt 18.000 Menschen. Trotz des damit einhergehenden deutlich erhöhten Verkehrsnachfrage wurde der Anschluss nicht realisiert. Seitdem hat es mehrere Versprechen seitens der Stadt gegeben, für einen Anschluss an das Schienennetz zu sorgen, die von den Bewohnenden zunehmend als absurd wahrgenommen wurden.[5]

Für 2026/2027 ist die neue U-Bahn-Linie 5 geplant, die von Bramfeld über Steilshoop bis zum New-York-Ring gehen soll. Letztendlich soll die Strecke über den Hauptbahnhof und die Innenstadt bis nach Lurup und Osdorfer Born verlaufen.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 1971 eröffnete Gesamtschule Steilshoop war eine der ersten Gesamtschulen in Hamburg. 2007 wurde dort wegen zu niedriger Anmeldezahlen die Einrichtung von neuen fünften Klassen beendet und stattdessen am Standort der Grundschule Seeredder mit der Schule am See eine neue Gesamtschule eröffnet. 2010 wurde die Gesamtschule Steilshoop geschlossen[6][7] und wird nun durch einen Neubau ersetzt, in dem ab 2015 eine Stadtteilschule und eine Grundschule untergebracht werden sollen. Die Schule am See soll dann geschlossen werden. Mit der Grundschule Appelhoff und der Grundschule Edwin-Scharff-Ring befinden sich noch zwei weitere Grundschulen in Steilshoop.

Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Steilshoop gibt es den DRK Aktivspielplatz Villa Kunterbunt[8] und ein Haus der Jugend. Im Südosten des Stadtteils können sich auf einem Rückhaltebecken jugendliche Segelanfängern mit Optimisten in einem ungefährlichen Übungsrevier tummeln. Ein für die Einwohner des Stadtteils leicht zu erreichendes Hallenschwimmbad liegt an der Fabriciusstraße in Hamburg-Bramfeld. Rundherum existieren mehrere Kleingartenvereine und großzügige Grünflächen.

In Steilshoop sind drei Sportvereine aktiv: Der 1. FC Hellbrook, der THC am Forsthof e. V. und die GFG Steilshoop e. V. Besonders deren Jazz und Modern Dance-Sparte ist bundesweit über die Grenzen Hamburgs hinaus bekannt und mehrfacher Hamburger und Norddeutscher Meister. Standard- und Latein-Fans sowie Freunde von Salsa u. a. Trend-Danceacts kommen eher im Tanzwerk Hamburg (bis 2009 Tanzschule Steffensen) auf ihre Kosten. Zwischen zwei Schnellrestaurants im Gewerbegebiet hat sich ein Fitnessstudio der McFit Fitness GmbH angesiedelt.

Religiöse und soziale Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Südlich der Gründgenstraße gelegen steht die evangelische Martin-Luther-King-Kirche mit einer sehr ungewöhnlichen Architektur, die ihr sowohl den Spitznamen „Blaue Kachel“ – wegen der mit blauen Kacheln bedeckten Fassade – als auch „Schwimmbad“ einbrachte. Des Weiteren gibt es weiter östlich eine römisch-katholische Pfarrgemeinde, St. Johannis. Ein ehemaliger Dōjō der Juka-Dojo-Kette gegenüber der evangelischen Kirche wurde als solcher inzwischen aufgegeben.

In der Nähe der Gesamtschule hat die Arbeitsgemeinschaft deutsch-ausländischer Zusammenarbeit (AGDAZ) ihre Begegnungsstätte.

Im Eichenlohweg hat der Malteser Hilfsdienst seinen Hamburger Sitz und betreibt an diesem Standort auch eine Rettungswache.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hamburg-Steilshoop – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kersting, Martin.: Steilshoop. ... aus dem Hause tretend möchte ich Bäume sehen ... ; die Geschichte des Stadtteils von den Anfängen bis zur Gegenwart. 2. Auflage. Goswin Luksch Distichon Verlag, Hamburg 2009, ISBN 3-9813105-0-0, S. 42–43.
  2. Statistikamt Nord, Hamburger Stadtteilprofile Berichtsjahr 2016 Seite 148–149; Datenstand 31. Dezember 2016 (abgerufen am 8. Februar 2018)
  3. http://www.wahlen-hamburg.de/wahlen.php?site=left/gebiete&wahltyp=3#index.php?site=right/ergebnis&wahl=973&gebiet=87&typ=4&stimme=1&gID=7&gTyp=2
  4. http://dibis.dufa.de/dibi011A.asp?searchkey=POLIZEI 30. Oktober 2008 18:09
  5. Kersting, Martin.: Steilshoop. ... aus dem Hause tretend möchte ich Bäume sehen ... ; die Geschichte des Stadtteils von den Anfängen bis zur Gegenwart. 2. Auflage. Goswin Luksch Distichon Verlag, Hamburg 2009, ISBN 3-9813105-0-0, S. 89.
  6. Auslaufmodell in Steilshoop: Vom langsamen Sterben einer Schule
  7. Diese Schule wird abgerissen
  8. DRK Aktivspielplatz Villa Kunterbunt
  9. http://www.bild.de/regional/hamburg/rapper/comeback-nana-53809478.bild.html