Hamburg-Stellingen

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Wappen von Hamburg
Stellingen
Stadtteil von Hamburg
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Koordinaten 53° 35′ 32″ N, 9° 55′ 43″ OKoordinaten: 53° 35′ 32″ N, 9° 55′ 43″ O
Fläche 5,8 km²
Einwohner 24.726 (31. Dez. 2015)
Bevölkerungsdichte 4263 Einwohner/km²
Postleitzahl 20255, 22525, 22527, 22529, 22769
Vorwahl 040
Bezirk Eimsbüttel
Quelle: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein

Stellingen ist ein Stadtteil im Bezirk Eimsbüttel der Freien und Hansestadt Hamburg. Langenfelde gehört ebenfalls zum Stadtteil Stellingen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Stellingen leitet sich wahrscheinlich von der Ortsgründung durch einen Mann namens Stallo ab, einem altgermanischen Mannesnamen. Nach einer anderen Deutung führt der Name auf die ostfriesische Bezeichnung für einen Gerichtsstuhl zurück.[1]

Steinzeitliche Funde von 1937 – eine Rengeweihhacke und mehrere Scherben von Gefäßen uralter Urnenfriedhöfe aus der Eisenzeit – weisen auf die frühe Besiedlung Stellingens hin.

Urkundlich erwähnt wurde Stellingen (Stelling) aber erst 1347 in den Eppendorfer Kirchenbüchern. 1460 verzichtete die Pinneberger Grafschaft auf holsteinische Erbansprüche. Stellingen wurde ab 1640 dänisch und hatte unter dem Dreißigjährigen Krieg und den späteren Kriegen Dänemarks zu leiden. Ab den 1730er-Jahren verwalteten Mitglieder der Familie Kölln als Vögte den Ort; ihr Sitz lag auf dem Hof „Vogthufe“ in der heutigen Vogt-Kölln-Straße. 1777 errichtete der dänische König Christian VII. eine Zollstation in Stellingen, und zwar an der heutigen Kieler Straße. Zu dieser Zeit erfolgte auch die erste Nennung Langenfeldes. Die Kieler Straße wurde 1830 bis 1832 zur Chaussee ausgebaut. Erster hauptamtlicher Gemeindevorsteher Stellingens war ab 1882 der Stellmachermeister Joachim Wördemann, zu dessen Ehren der Wördemanns Weg benannt ist. In der Folge des Deutsch-Dänischen Krieges 1864 fiel Stellingen drei Jahre später, nämlich 1867, an Preußen.

Wichtige Erwerbsquelle der Stellinger Bauern war zu dieser Zeit der Milch- und Butterhandel. Die „Bodderbuern“ zogen mit ihren Planwagen über das Land und tauschten ihre Milchprodukte gegen Geflügel, Schinken und Würste ein. Die weiblichen Familienmitglieder hingegen verkauften die Milchprodukte in den Städten Altona und Hamburg.

Stellinger Kirche in der Molkenbuhrstraße zu Anfang des 20. Jahrhunderts (1908 oder später), 1943 zerstört und nach dem Krieg durch ein neues Kirchengebäude ersetzt

1875 wurde von der erstmals auf Grundlage der schleswig-holsteinischen Gemeindeverfassung gewählten Gemeindevertretung die Zustimmung zum Bau der Straßenbahn gegeben, die Stellingen auf der Strecke Kieler Straße mit Altona auf der einen und Eidelstedt auf der anderen Seite verbinden sollte. 1907 öffnete der bekannte Hagenbecks Tierpark seine Tore. 1921 begann der Bau der Gartenstadt Langenfelde auf dem Gebiet einer ehemaligen Ziegelei durch die Siedlungsgemeinschaft für Kriegsversehrte. Stellingens Unabhängigkeit endete 1927 mit der zwangsweisen Eingemeindung der Gemeinde Stellingen-Langenfelde nach Altona, der 1937/1938 die Eingliederung in den Hamburger Stadtstaat folgte. Der Zweite Weltkrieg traf Stellingen hart: Allein in Langenfelde wurden 38 Prozent der Gebäude zerstört.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Wahl zur Hamburgischen Bürgerschaft gehört Stellingen zum Wahlkreis Stellingen-Eimsbüttel-West. Die Bürgerschaftswahl 2015 führte zu folgendem Ergebnis:[2][3]

Ergebnis der Bürgerschaftswahl 2015 in Hamburg-Stellingen (Landesstimmen)
Wahlbeteiligung 56,2 % (2011: 57,7 %)
 %
60
50
40
30
20
10
0
49,0 %
13,8 %
12,3 %
5,7 %
5,2 %
9,3 %
4,8 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2011
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-2,9 %p
+1,9 %p
-5,8 %p
+0,5 %p
+5,2 %p
+2,9 %p
-1,7 %p

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemaliges Eingangsportal von Hagenbecks Tierpark
Fazle-Omar Moschee (1989)

Tierpark und sonstige Parks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weit über die Stadtteilgrenzen hinaus ist Hagenbecks Tierpark mit seinem denkmalgeschützten Tor bekannt, das allerdings mittlerweile kein Eingang mehr ist. Der neue Eingang befindet sich in unmittelbarer Nähe der Haltestelle Hagenbecks Tierpark der Linie U2 der Hamburger U-Bahn, die aber nicht mehr in Stellingen liegt, sondern auf Lokstedter Gebiet.

Nördlich von Hagenbecks Tierpark gibt es in Stellingen die sogenannte „Stellinger Schweiz“, korrekt eigentlich „Stellinger Feldmark“ (), ein hügeliges Gebiet mit ländlichem Charakter. Dort gewinnen die Hamburger Wasserwerke Trinkwasser. Die Wiesen bei der Wolfgang-Meyer-Sportanlage und beim Tierpark heißen „Eimsbüttler Stadtpark“.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen der Hagenbeckstraße, der Koppelstraße und den Gleisen der U-Bahn befindet sich die Wolfgang-Meyer-Sportanlage. Dort befinden sich zwei Rasen-Fußballplätze, einer mit Tribünen. Zeitweise trug dort die zweite Mannschaft des HSV (Regionalliga) ihre Heimspiele aus. Auch das ehemalige Bundesliga-Frauenteam des HSV und der Verein Camlica Genclik waren im Sportpark zu Hause. Außerdem gibt es ein Eislauf- und Radstadion, das ein markantes Zeltdach hat, die Squashanlage Sportwerk Hamburg, Heimspielstätte der Bundesligamannschaft von Sportwerk Hamburg Walddörfer, sowie die Tennisanlage des Vereins Grün-Weiss Eimsbüttel.

Historisch war der HSV-Vorläufer Falke 06 ein Stellinger Verein, ebenso Britannia 01 (später St. Pauli Sport, noch später ESV) als Vorläufer von Grün-Weiß Eimsbüttel.

Am Sportplatzring liegt das Stellinger Stadion () mit zwei Hartplätzen und einem Rasenplatz. Hier tragen die Mannschaften des TSV Stellingen 88 und des SV West-Eimsbüttel ihre Punktspiele aus.

Außerdem gibt es zwei Regionalsporthallen in Stellingen, zu einem die Sporthalle Wegenkamp und die Sporthalle Hagenbeckstraße in der Gesamtschule Stellingen in denen diverse Vereine aus dem Stadtteil trainieren und ihre Punktspiele und Turniere austragen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

S-Bahn-Haltepunkt Stellingen

In Stellingen liegen die S-Bahn-Stationen Hamburg-Eidelstedt, Hamburg-Stellingen und Hamburg-Langenfelde an der Bahnstrecke Hamburg-Altona–Kiel. Die beiden erstgenannten wurden bis zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006, bei der einige Spiele im benachbarten Bahrenfeld gelegenen Volksparkstadion stattfanden, umgebaut. Ferner liegt der nur zu betrieblichen Zwecken genutzte Bahnhof Hamburg-Stellingen an der Bahnstrecke Hamburg-Altona–Neumünster.

An der Autobahn-Anschlussstelle Hamburg-Stellingen zweigen die Bundesstraßen 4 und 5 von der Bundesautobahn 7 ab.

Feuerwehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1885 hat Stellingen seine eigene Freiwillige Feuerwehr (FF) mit Sitz in der Melanchthonstraße, an dem sich zuvor das Stellinger Gefängnis befand. Infolge des Groß-Hamburg-Gesetzes von 1937 wurde die FF (F 1931) in die Feuerwehr Hamburg eingegliedert. Die Aufgaben der FF Stellingen bestehen darin, die Berufsfeuerwehr in Fragen der Abwehr von Gefahren für die Allgemeinheit zu unterstützen. Des Weiteren ist die Stellinger Feuerwehr im Katastrophenschutz (Deichverteidigung) tätig und hat die sogenannten Sonderkomponenten „Dekontamination und Reinigung“ sowie „Spüren und Messen“ übernommen. Seit 1976 engagiert sich die FF Stellingen mit ihrer Jugendfeuerwehr erfolgreich in der Jugendarbeit. Die JF Stellingen hat mit dem Mineola Junior Fire Department eine Partnerjugendfeuerwehr in den Vereinigten Staaten.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kleinkinderschule in Stellingen 1889

Stellingen verfügt über die Gesamtschule Stellingen, die Haupt- und Realschule Sportplatzring und das Albrecht-Thaer-Gymnasium, die Grundschule Wegenkamp, die Grundschule Molkenbuhrstraße.

Der Fachbereich Informatik der Universität Hamburg hat seinen Sitz in der Vogt-Kölln-Straße.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Stellingen geboren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Stellingen verbunden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Carl Hagenbeck (1844–1913), Tierhändler, Völkerschauausrichter und Zoodirektor, eröffnete 1907 Hagenbecks Tierpark in Stellingen
  • Hugo Haase (1857–1933), Karussellbauer, eröffnete 1914 einen Vergnügungspark in Stellingen

Quellen und Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hamburg von Altona bis Zollenspieker, Hoffmann und Campe Verlag Hamburg, 1. Auflage 2002, ISBN 3-455-11333-8.
  • Peter Rickers: Archivbilder Hamburg-Stellingen. Sutton Verlag, Erfurt 2006, ISBN 978-3-86680-019-9.
  • Karin Kuppig: Eimsbüttelbuch. Mit Eidelstedt, Hoheluft-West, Lokstedt, Niendorf, Schnelsen, Stellingen. Junius, Hamburg 2012, ISBN 978-3-88506-496-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hamburg-Stellingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Horst Beckershaus: Die Namen der Hamburger Stadtteile. Woher sie kommen und was sie bedeuten, Hamburg 2002, ISBN 3-434-52545-9, S. 119.
  2. Ergebnis der Bürgerschaftswahl 2015 in den Hamburger Stadtteilen Wahlbeteiligung und Stimmenanteile (Landesstimmen-Gesamtstimmen) der Parteien in Prozent. Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein, 27. Februar 2015, abgerufen am 10. März 2016 (PDF; 94,9 KB).
  3. Endgültiges Ergebnis der Bürgerschaftswahl 2011 (Landestimmen – Gesamtstimmen) in den Hamburger Stadtteilen: Wahlbeteiligung und Stimmenanteile der Parteien in Prozent. Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein, 18. Mai 2011, abgerufen am 10. März 2016 (PDF; 60,6 KB).