Hamburg-Tonndorf

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Wappen von Hamburg
Tonndorf
Stadtteil von Hamburg
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Koordinaten 53° 35′ 10″ N, 10° 7′ 29″ OKoordinaten: 53° 35′ 10″ N, 10° 7′ 29″ O
Fläche 3,9 km²
Einwohner 14.762 (31. Dez. 2016)
Bevölkerungsdichte 3785 Einwohner/km²
Postleitzahl 2….
Vorwahl 040
Bezirk Wandsbek
Verkehrsanbindung
Regionalverkehr RB81Hamburg RB81.svg
Quelle: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein

Tonndorf (niederdeutsch: Tonndörp) ist heute ein Hamburger Stadtteil im Bezirk Wandsbek. Er dient überwiegend als Wohngebiet, an den Rändern gibt es einige gewerblich genutzte Flächen. Es gab bis in das vergangene Jahrhundert hinein eine Vielzahl von Tongruben und Ziegeleien, dennoch leitet sich der Ortsname nicht davon ab.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Rahlau beim Doraustieg
Einkaufszentrum „Tondo“ in Tonndorf

Tonndorf grenzt im Norden an Farmsen-Berne, im Osten an Rahlstedt, im Süden an Jenfeld und im Westen an Wandsbek.

In seinem nördlichen Teil wird es von der Wandse durchflossen, die teilweise eine sumpfige Niederung, die Tonndorfer Wandsewiesen, bildet. Die Rahlau entspringt im Osten des Orts und fließt im Westen in die Wandse. Das Gebiet umfasst nur noch Teile der ursprünglichen Gemeinde Tondorf-Lohe. Gemeindeteile wurden Rahlstedt zugeschlagen. Einen eigentlichen Ortskern gibt es nicht, im Bereich rund um den Bahnhof haben sich einige Einzelhandelsgeschäfte angesiedelt. Seit einigen Jahren befindet sich dort an der Tonndorfer Hauptstraße das Einkaufszentrum „Tondo“.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus Grabungsfunden, die in den letzten zwei Jahrhunderten gemacht wurden, ergeben sich Zeugen einer Besiedelung schon in der Frühgeschichte. Im Bereich der heutigen Straßen Tongrubenweg – Sonnenredder und Jenfelder Straße – Thingsberg haben sich früher Grabhügel befunden, zuletzt wurden in den 1930er Jahren bei Aushubarbeiten Gräber- und Besiedelungsfunde, wohl aus der Eisen- und Bronzezeit, gemacht. Im Bereich der Rahlau wurden 1935 Reste eines sächsischen Dorfes aus dem achten Jahrhundert gefunden.

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes Tonndorf stammt aus dem Jahre 1314, zu diesem Zeitpunkt war Todendorpe, der ursprüngliche Name des Dorfes, ein für die damalige Zeit großes Dorf mit acht Hufen. Der Name Todendorpe stammt wahrscheinlich aus der Zeit der Schauenburger Grafen und lässt auf den Ortsgründer, wahrscheinlich einen „Todo“, schließen. Erst im Laufe der Zeit wandelte sich der Name zu Tonndorf.

1342 wurde das Dorf für 110 Mark Silber (also etwa 25,5 kg Silber) an das Kloster Reinbek verkauft. In der Folge kam das Dorf an das Amt Reinbek und 1646 an den Wandsbeker Gutsherrn Balthasar Behrens, der besonders an den vier an der Wandse gelegenen Mühlen interessiert war.[2] Die Verlegung der Landstraße nach Lübeck führte zu einer Verlegung einzelner Höfe und damit zur Auflösung der alten Dorfanlage.

Der zum Kreis Stormarn in Schleswig-Holstein gehörende Ort wurde 1927 in die Stadt Wandsbek eingemeindet, der Ortsteil Lohe fiel an Rahlstedt.[3] Durch das Groß-Hamburg-Gesetz von 1937 wurde Tonndorf zusammen mit Wandsbek ein Teil von Hamburg. Bei der Neuordnung der Hamburger Stadtteile 1949 erhielt Tonndorf einige Gebietsteile des früheren Wandsbeker Ortsteiles Hinschenfelde. Damit standen die heutigen Grenzen von Tonndorf fest.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tonndorfer Bevölkerung setzt sich folgendermaßen zusammen (Daten des Statistikamt Nord, Stand Dezember 2016):

  • Gesamtbevölkerung: 14.762
  • Minderjährigenquote: 17,0 %, entspricht in etwa dem Hamburger Durchschnitt von 16,2 %.
  • Anteil der Haushalte mit Kindern: 19,2 %, liegt leicht über dem Hamburger Durchschnitt von 17,8 %.
  • Altenquote (65-Jährige und Ältere): 18,4 %, entspricht dem Hamburger Durchschnitt von 18,3 %.
  • Ausländeranteil: 15,3 %, liegt leicht unter dem Hamburger Durchschnitt von 16,7 %.
  • Anteil von Leistungsempfängern nach SGBII (Hartz IV): 11,4 %, liegt leicht über dem Hamburger Durchschnitt von 10,3 %
  • Arbeitslosenquote: 6,1 %, liegt über dem Hamburger Durchschnitt von 5,3 %.

Tonndorf zählt zu den weniger wohlhabenden Hamburger Stadtteilen. Die durchschnittlichen jährlichen Einkünfte pro Steuerpflichtigen betrugen hier im Jahre 2013 etwa 32.210 Euro und sind niedriger als der Hamburger Durchschnitt (39.054 Euro) [4].

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Wahl zur Hamburgischen Bürgerschaft gehört Tonndorf zum Wahlkreis Wandsbek. Die Bürgerschaftswahl 2015 führte zu folgendem Ergebnis[5]:

  • SPD
  • 51,6 %
  • CDU
  • 15,6 %
  • AfD
  • 8,9 %
  • Grüne
  • 7,6 %
  • Linke
  • 6,4 %
  • FDP
  • 6,4 %
    Sonstige Parteien 3,5 %
    Opernfactory Theatersaal, Ahrensburger Straße 138

    Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Seit November 2012 gibt es in Tonndorf an der Ahrensburger Straße auch ein Musiktheater, die "Opernfactory". Hier werden neben Opern, Operetten, Musicals und Chansons auch niederdeutsche Lesungen und Sprechtheaterproduktionen angeboten.

    Sport und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Das Strandbad Ostende entstand aus einer vollgelaufenen Tongrube, deren Uferbereiche von dem Besitzer Mejer parzelliert und an Interessierte verpachtet worden sind. Das Ganze firmierte unter dem Namen Strandpark Ostende. Im Jahre 1935 beabsichtigte die Wehrmacht, im Zusammenhang mit dem Bau der Kasernen in der heutigen Wilsonstraße, an diesem See eine Militär-Badeanstalt einzurichten. Für diesen Zweck wurde die damalige Stadt Wandsbek vorgeschickt. Diese kaufte das Areal im November 1935 von dem Besitzer Mejer bzw. dessen Erben, kündigte sämtliche Pachtverträge und reichte das Areal 1936 an die Wehrmacht weiter. Diese errichtete dort die geplante Militär-Badeanstalt. Nach 1945 wurde dann die Militär-Badeanstalt als Freibad Ostende, später Strandbad Ostende, der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht. Im Volksmund wird die Namensgebung „Ostende“ häufig Soldaten zugeschrieben, die damit an ihre Stationierung im belgischen Nordseebad Ostende erinnern wollten. Dieser Zuschreibung des Namen widerspricht allerdings die Tatsache, dass bereits in der Flurkarte, die dem Verkauf des Geländes durch Mejer zugrunde lag, der See als „Der große Sonnensee“ mit dem Zusatz „Ostende“ bezeichnet ist, also die Bezeichnung „Ostende“ älter als die Nutzung durch Soldaten der Wehrmacht ist.

    Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Tonndorf wird durch die Ahrensburger Straße/Stein-Hardenberg-Straße (ehemals B 75) und die Tonndorfer Hauptstraße (vormals B 435) durchschnitten. Parallel dazu verläuft die 1865 errichtete Bahnstrecke Lübeck–Hamburg, die durch den erst 1934 eröffneten und seit 2003 im Zuge der Aufhebung der Bahnübergänge völlig neu gestalteten Regionalbahnhof Hamburg-Tonndorf, (bis 2003 Hamburg-Wandsbek Ost) für eine Nahverkehrsanbindung über die Regionalbahnlinie RB 81 sorgt. Die Straßen Eisenbahn Gesellschaft hatte Tonndorf bereits 1913 an das Hamburger Straßenbahnnetz angeschlossen. Diese Verbindung bestand bis 1960.[6] Am 12. April 2006 wurde die Bahnunterführung Sonnenweg und dann 2007 die Unterführung der Tonndorfer Hauptstraße mit einer neuen Trassenführung eröffnet. Somit konnten die Pläne für die Aufhebung der Bahnübergänge, die erstmals 1913 verfasst wurden, umgesetzt werden. Richtung Süden als Hauptverkehrsachse verläuft zur Anbindung an die A 24 die Jenfelder Allee.

    Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Einfahrt zum Studio Hamburg an der Jenfelder Allee

    Recht zentral liegt das Studio Hamburg, in dem zahlreiche Fernsehsendungen und Filme produziert werden.

    Feuerwehr und THW[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Im Jahr 1890 wurde die Freiwillige Feuerwehr Tonndorf gegründet. Die Freiwillige Feuerwehr Hamburg-Tonndorf[7] ist für die Stadtteile Jenfeld und Tonndorf zuständig und ist ein fester Bestandteil des Stadtteils. Das Feuerwehrhaus an der Jenfelder Allee 75 beherbergt zwei Fahrzeuge zur Technischen Hilfeleistung und zum Brandschutz. Neben der FF-Tonndorf ist auch die Berufsfeuerwehr Wandsbek an der Stein-Hardenberg-Straße im Stadtteil Tonndorf beheimatet, die den Rettungsdienst und Brandschutz für den Bereich Wandsbek gewährleistet. Ebenfalls in Tonndorf ist die Betriebsfeuerwehr von Studio Hamburg auf dem Studiogelände untergebracht.

    Darüber hinaus ist der THW Ortsverband Hamburg-Wandsbek mit zwei Technischen Zügen in Tonndorf stationiert. Obwohl primär für den Bezirk zuständig, kann der Ortsverband durch seine modulare Struktur in ganz Hamburg und darüber hinaus eingesetzt werden.

    Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Teilgebäude der Grundschule Tonndorf, Eingang Tonndorfer Schulstraße 9

    Es befinden sich in Tonndorf die „Schule Tonndorf“ (Grundschule), das „Gymnasium Tonndorf“ und die HR Schule Sonnenweg, wobei letztere beiden ab dem Schuljahr 2006/2007 zusammen mit der Grundschule „Eckerkoppel“ zu der „Kooperativen Schule Tonndorf“ umgestaltet wurden. Die „Kooperative-Schule-Tonndorf“ wurde am 1. August 2011 nach dem Gründer des Studio Hamburgs umbenannt und trägt seit dem den Namen Gyula-Trebitsch-Schule-Tonndorf.

    Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    1. 675 Jahre Tonndorf, Eine Festschrift des Vereins für Tonndorf zum Jubiläum im Jahre 1989
    2. 675 Jahre Tonndorf. S.14
    3. 675 Jahre Tonndorf, S.39
    4. Statistikamt Nord, Hamburger Stadtteilprofile Berichtsjahr 2016 Seite 142-143; Datenstand 31. Dezember 2016 (abgerufen am 8. Februar 2018)
    5. http://www.wahlen-hamburg.de/wahlen.php?site=left/gebiete&wahltyp=3#index.php?site=right/ergebnis&wahl=973&gebiet=92&typ=4&stimme=1&gID=7&gTyp=2
    6. Horst Buchholz: Die Hamburger Straßenbahn: Entwicklung des Liniennetzes 1866–1978, Hamburg 2008
    7. Freiwillige Feuerwehr Hamburg-Tonndorf

    Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

     Commons: Hamburg-Tonndorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien