Hamburg-Uhlenhorst

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Wappen von Hamburg
Uhlenhorst
Stadtteil von Hamburg
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Koordinaten 53° 34′ 21″ N, 10° 1′ 7″ OKoordinaten: 53° 34′ 21″ N, 10° 1′ 7″ O
Fläche 2,2 km²
Einwohner 17.104 (31. Dez. 2015)
Bevölkerungsdichte 7775 Einwohner/km²
Postleitzahl 22081, 22085, 22087
Vorwahl 040
Bezirk Hamburg-Nord
Verkehrsanbindung
U-Bahn U3Hamburg U3.svg
Quelle: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein
U-Bahnhof Mundsburg

Uhlenhorst (niederdeutsch für „Eulennest“) ist ein Stadtteil im Bezirk Hamburg-Nord der Freien und Hansestadt Hamburg.

Da sich der Name des Stadtteils ursprünglich auf die geografische Bezeichnung des Ortes, hier: Horst, bezieht, wohnt man nicht in Uhlenhorst, sondern auf der Uhlenhorst.

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Uhlenhorst liegt östlich der Außenalster zwischen den Mündungen von Osterbek (Langer Zug) und Eilbek (Kuhmühlenteich, Mundsburger Kanal). Sie grenzt an die Stadtteile Winterhude (nördlich), Barmbek-Süd (nordöstlich), Eilbek (südöstlich) und Hohenfelde (südlich). Die südliche Stadtteilgrenze bildet der Eilbekkanal, der in den Kuhmühlenteich und schließlich über den Mundsburger Kanal in die Außenalster mündet. Im Norden reicht die Uhlenhorst bis zum Osterbekkanal, der als Langer Zug in die Außenalster mündet. Ostgrenze des Stadtteils sind die Straßenzüge Herderstraße/Winterhuder Weg, Oberaltenallee und Richardstraße.[1] Im Süden des Stadtteils, zwischen der St.-Gertrud-Kirche und dem Kuhmühlenteich, soll der geographische Mittelpunkt der Stadt Hamburg liegen.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick von der Alster auf das Uhlenhorster Ufer 1861
Uhlenhorster Fährhaus, ca. 1890
Feenteich,
durch Torfabbau entstanden

Erste urkundliche Erwähnung fand der Ort als Papenhude im Jahr 1256, es handelte sich um einen Landungsplatz für Lastkähne an der Alster. Das Gelände der Uhlenhorst – früher sumpfige Wiesenlandschaft – musste zunächst aufgeschüttet werden, bevor es bebaut werden konnte. Der Name Uhlenhorst kam erst um 1608 auf, er bezeichnete ein verlassenes Gehöft an der Alster bei der heutigen Marienstraße, in dem Eulen hausten.[3] Der Hofwegkanal, der Winterhuder Kanal und der erste Abschnitt des Osterbekkanals wurden zur Entwässerung angelegt.

Im Jahre 1892 wurden die Ersten Internationalen Tennis-Meisterschaften von Deutschland auf die Initiative des Carl August von der Meden auf der Anlage des Eisbahnvereins auf der Uhlenhorst ausgetragen. Inzwischen finden diese Meisterschaften am Hamburger Rothenbaum statt.

Erst im Jahre 1894 wurde das Gebiet offiziell zu einem Stadtteil von Hamburg.[4] Durch das Groß-Hamburg-Gesetz vom 1. April 1937 und die damit verbundene neuen Zuordnung der Stadtteile musste Uhlenhorst einen Teil seines Stadtteilgebiets an Barmbek-Süd abtreten.[5]

Vor dem Zweiten Weltkrieg war das Uhlenhorster Fährhaus ein beliebtes Ausflugsziel. Es wurde nach der Zerstörung nicht wieder aufgebaut.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Wahl zur Hamburgischen Bürgerschaft gehört Uhlenhorst zum Wahlkreis Barmbek-Uhlenhorst-Dulsberg.

Wahlergebnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgerschaftswahl SPD CDU Grüne1) FDP Linke2) AfD Übrige
2015 39,9 % 19,1 % 14,7 % 12,4 % 05,8 % 04,6 % 03,5 %
2011 45,5 % 22,7 % 13,5 % 10,2 % 04,0 % 04,1 %
2008 28,4 % 48,5 % 11,7 % 06,6 % 03,9 % 00,9 %
2004 27,2 % 50,5 % 14,2 % 04,3 % 03,8 %
2001 35,6 % 29,3 % 10,8 % 08,4 % 00,3 % 15,6 %3)
1997 32,4 % 32,9 % 16,6 % 05,6 % 00,3 % 12,2 %4)
1993 36,5 % 27,5 % 16,5 % 06,0 % 13,5 %5)
1991 43,1 % 38,3 % 07,7 % 08,0 % 00,4 % 02,5 %
1987 38,9 % 44,1 % 07,0 % 09,2 % 00,8 %
1986 34,3 % 47,4 % 10,4 % 06,9 % 01,0 %
Dez. 1982 41,3 % 46,2 % 07,9 % 04,0 % 00,6 %
Juni 1982 35,2 % 49,0 % 08,5 % 05,9 % 01,4 %
1978 41,6 % 45,2 % 04,8 % 05,8 % 02,6 %
1974 33,2 % 51,0 % 12,4 % 03,4 %
1970 43,9 % 42,0 % 09,7 % 04,4 %
1966 43,8 % 40,8 % 10,2 % 05,2 %

1) 1978 als Bunte Liste – Wehrt Euch, 1982 bis 2011 als Grüne/GAL. 2) 1991 und 1997 als PDS/Linke Liste, 2001 als PDS.
3) Darunter 13,0 % für die Schill-Partei.
4) Darunter 5,1 % für die Statt Partei.
5) Darunter 6,0 % für die Statt Partei.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Mundsburg, mit dem stilvollen gleichnamigen U-Bahnhof (früher U2, seit 2009 wieder Ringlinie U3) aus dem Jahr 1912, befindet sich das Ernst Deutsch Theater am Friedrich-Schütter-Platz. In unmittelbarer Nachbarschaft liegt die Tanzschule Walter Bartel, die älteste Hamburgs (gegründet 1923) und vielen Generationen ein Begriff. Auf der anderen Seite des Bahnhofes ist das englischsprachige Theater The English Theatre of Hamburg im alten Hammonia Bad beheimatet.

Am Kuhmühlenteich steht die 1882–85 erbaute evangelische Sankt-Gertrud-Kirche, ein neogotischer Backsteinbau nach einem Entwurf von Johannes Otzen. Mit der reichen Verwendung von Form- und Glasursteinen ist es ein Beispiel des Kirchenbaustils der Hannoverschen Schule. Zwischen Kirche und Kuhmühlenteich soll der geographische Mittelpunkt der Stadt Hamburg liegen.[6]

Längs des Außenalsterufers verläuft ein breiter Wanderweg mit vielen Bänken. Hier liegen auch der Feenteich und die 1961 erbaute Imam-Ali-Moschee sowie das Gästehaus des Senats der Hansestadt.

Die Kaufmannsvilla am Schwanenwik 38 wurde um 1865 errichtet und 1890 rückwärtig mit einem Festsaal erweitert. 1985 wurde das Gebäude von der ZEIT-Stiftung Ebelin sowie Gerd Bucerius erworben und dem neu gegründeten Literaturhaus e. V. zur Verfügung gestellt. Seit 1989 wird die Villa als Literaturhaus genutzt. Monatlich finden im prächtigen Festsaal 12 bis 15 Lesungen der internationalen Gegenwartsliteratur statt. Außerdem beherbergt das Gebäude das „Literaturhauscafé“, die Buchhandlung Samtleben, den Börsenverein des Deutschen Buchhandels sowie das Literaturzentrum e. V.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Segelregatta auf der Außenalster
Rudern
  • Ruder-Gesellschaft „Hansa“ e. V.
Segeln
Fußball

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. *Stadtteilgrenzen von Hamburg-Uhlenhorst bei Google Maps http://maps.google.de/maps/ms?hl=de&ie=UTF8&msa=0&msid=103475096124565310979.0004401184cdcf2143750&z=14&om=1
  2. Hamburger Abendblatt vom 9. August 2013.
  3. Horst Beckershaus: Die Namen der Hamburger Stadtteile. Woher sie kommen und was sie bedeuten, Hamburg 2002, ISBN 3-434-52545-9, S. 124
  4. Hamburger Abendblatt vom 9. Juni 2012
  5. hamburg.de: Uhlenhorst
  6. Hamburger Abendblatt vom 9. August 2013.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hamburg-Uhlenhorst – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien