Hamburg-Wandsbek

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Wappen von Wandsbek
Wappen von Hamburg
Wandsbek
Stadtteil von Hamburg
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Koordinaten 53° 34′ 55″ N, 10° 5′ 3″ OKoordinaten: 53° 34′ 55″ N, 10° 5′ 3″ O
Fläche 6,0 km²
Einwohner 35.768 (31. Dez. 2017)
Bevölkerungsdichte 5961 Einwohner/km²
Postleitzahl 22041, 22047, 22049, 22089
Vorwahl 040
Bezirk Wandsbek
Verkehrsanbindung
Regionalverkehr RB81Hamburg RB81.svg
S-Bahn S1Hamburg S1.svg S11Hamburg S11.svg
U-Bahn U1Hamburg U1.svg U3Hamburg U3.svg
Quelle: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein

Hamburg-Wandsbek ist ein Stadtteil im Osten von Hamburg und umfasst den Kern der ehemals selbstständigen Stadt Wandsbek und den Westteil von Hinschenfelde mit der Gartenstadt.

Die ehemaligen Wandsbeker Ortsteile Marienthal, Tonndorf und Jenfeld sind heute eigene Stadtteile Hamburgs, liegen aber ebenfalls im Bezirk Wandsbek.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rantzau-Stein, Grenzstein von 1573

Der Stadtteil grenzt im Nordwesten an Dulsberg, im Norden an Barmbek-Nord und Bramfeld, im Osten an Farmsen-Berne und Tonndorf, im Süden an Marienthal sowie im Westen an Eilbek.

Der Stadtteil wird von der Wandse durchflossen. An der Grenze zum ehemaligen Hinschenfelde befand sich die Holzmühle, flussabwärts an der Grenze zum hamburgischen Eilbek seit etwa 1568 die Rantzau-Mühle, benannt nach Heinrich Rantzau, Besitzer von Gut und Dorf Wandsbek von 1564 bis 1598. Am heutigen Mühlenteich kam es zu Streitigkeiten mit dem Nachbarn Hamburg. 1572 einigte man sich und stellte Grenzsteine auf. Einer davon ist noch heute vorhanden, es ist der älteste erhaltene Grenzstein in Hamburg.

Wandsbek besteht aus verschiedenen Quartieren:

Westlich des Ring 2 und südlich der Wandse befindet sich das Zentrum des Bezirks Wandsbek. Hier sind eine Vielzahl an Geschäften und öffentlichen Einrichtungen sowie der zentrale Verkehrsknoten am Wandsbeker Marktplatz mit einem U-Bahnhof und einer großen Bus-Umsteigeanlage. Westlich der Wandsbeker Marktstraße dominierte bis vor einigen Jahren eine Nachkriegsbebauung mit vielen eingeschossigen Gewerbebauten. Weite Teile des Areals werden derzeit als Mühlenquartier mit überwiegend fünfgeschossigen Wohn- und Geschäftshäusern verdichtet neu bebaut.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Namensherkunft und Schreibweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die älteste überlieferte Namensform Wandsbeks ist aus dem 13. Jahrhundert und lautet Wantesbeke. Der Ortsname ist eine Übertragung vom ursprünglichen Gewässernamen des heute Wandse genannten Fließgewässers auf den Ort. Zum Ursprung des Gewässernamens wiederum bestehen zwei Theorien: Die ältere Theorie führte das Bestimmungswort auf as. wanda für „Wende“, „Grenze“ zurück. Dagegen spricht jedoch der Umstand, dass dann bei dem Kompositum ein Genitiv-S zu erwarten gewesen wäre. Die neuere Theorie geht daher davon aus, dass das Bestimmungswort auf dem Personennamen „Wand“ beruht.[1] Dafür spricht, das der Name Wandse erst ab 1820 Verwendung findet, vorher hieß sie Mühlenstrom oder Mühlenbek. Möglicherweise bezeichnet der Name des ehemaligen Dorfes auch den Grenzbach nach Osten, der heute als Gehölzgraben nur noch im Nachbarstadtteil Marienthal oberflächlich zu erkennen ist.

Verstärkt im 16. und 17. Jahrhundert wurde Wandsbek mit „-beck“ geschrieben. Dies zeigte damals an, dass das „e“ lang gesprochen werden soll (Dehnungs-c, wie bei der nach wie vor bestehenden Schreibweise Mecklenburg, wo das „e“ ebenfalls lang gesprochen wird). Die Provinzialregierung in Schleswig erließ am 1.  September 1877 eine Anordnung über die einheitliche Regelung der Schreibweise für Ortsnamen. Diese enthielt unter anderem die Anordnung, dass aus „beck“ „bek“ werde und begründete dies mit der Veröffentlichung „Geschichte der geographischen Vermessungen und der Landkarten Nordalbingiens vom Ende des 15. Jahrhunderts bis zum Jahre 1859“ von Franz Geerz, dem Leiter der topographischen Abteilung des preußischen Generalstabes, wo dieser entsprechende Vorschläge machte. Die Stadt weigerte sich zunächst, diese Anordnung umzusetzen, und wies die Mitarbeiter der Stadtverwaltung an, die alte Schreibweise beizubehalten. Auf eine ausdrückliche Weisung des Stormarnschen Landrats vom 12. September 1879 hin akzeptierte die Stadt den Verlust des C im Namen schließlich. 1946 wurden auch sämtliche auf …beck endenden Ortsbezeichnungen in Hamburg abgeändert, beispielsweise Barmbeck, jetzt Barmbek.

Über Wandsbek im Mittelalter ist recht wenig bekannt: Schriftlich wurde Wandsbek erstmals in einer Urkunde der Schauenburger Grafen vom 10. Oktober 1296 zusammen mit zwölf weiteren stormarnschen Dörfern erwähnt. Die kleine Bauernsiedlung lag in der Nähe der heutigen Schloßstraße und bestand aus einem Gut und einigen Gehöften. 1460 wurde der dänische König Landesherr über Schleswig-Holstein und somit auch über Wandsbek. Von nun an war der kleine Ort Lehnsgut unter wechselnden Besitzern.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karte von Wandsbeck und Umgebung um 1790

1524 wurde Wandsbek adliges Gut, über das der Besitzer frei verfügen konnte. Der Hamburger Senatssyndicus Adam Tratziger (* 1523; † 1584) hatte bis 1564 als letzter einer Reihe Hamburger Bürger den Gutshof als Pfandbesitz des dänischen Königs inne. Er verkaufte das Gebiet an Heinrich Rantzau, der von 1556 bis 1598 Statthalter des dänischen Königs für den königlichen Anteil von Schleswig-Holstein war. Unter Rantzau wuchs Wandsbek nach 1550 von einem reinen Bauerndorf zu einer größeren Ortschaft an. So ließ er die Wandse stauen (heutiger Mühlenteich) und die Wasserkraft nutzen. Das alte Gutshaus ließ er 1564 abreißen und auf dem Grund ein von Wassergräben umgebenes Wasserschloss errichten, das er Wandesburg nannte. Auf der Wandesburg hatte Rantzau 1597/98 den berühmten dänischen Astronomen Tycho Brahe zu Gast, der von dort aus den Nachthimmel erforschte.

Der dänische König Christian IV. übernahm von 1614 bis 1641 den Ort als Gutsherr. Er gewährte den in Wandsbek lebenden Juden die Gemeindebildung, der jüdische Friedhof an der heutigen Königsreihe entstand 1637. (Nach der Schließung dieses Friedhofs 1886 entstand in der Jenfelder Straße ein zweiter jüdischer Friedhof, der heute ebenfalls nicht mehr fortgeführt wird.) 1645 erwarb der Hamburger Bürger Albert Balthasar Behrens das Gut und erweiterte es 1646 großflächig durch den Kauf der Dörfer Hinschenfelde und Tonndorf.

Der deutsch-dänische Kaufmann, Sklavenhändler und -halter Heinrich Carl von Schimmelmann erwarb das bäuerliche Gutsdorf 1762. Schimmelmann wies kaufmännisches Geschick auf, das er bei Handels- und Finanzgeschäften nutzte, um ein beachtliches Vermögen aufzubauen. Nach dem Erwerb durch Schimmelmann erlebte Wandsbek einen heftigen wirtschaftlichen Aufschwung: Es entwickelte sich in wirtschaftlich günstiger Lage vor den Toren Hamburgs rasch von einer Ortschaft zum Fabrikort. Mühlen, Brauereien, Handwerks- und Gewerbebetriebe bildeten dabei das Rückgrat. Bis zu 1500 Arbeiter waren in fünf Kattunbleichen beschäftigt, denn bedruckte Baumwollstoffe waren begehrte Ware und wichtiges Handelsgut.

Schimmelmann begann 1762 an der heutigen Schloßstraße als Ersatz für die Wandesburg ein repräsentatives dreiflügeliges Herrenhaus mit großem Park nach Süden errichten zu lassen. Wegen der aufwändigen Gestaltung wurde es später als Wandsbeker Schloss bezeichnet. Zwei heute noch erhaltene Löwen-Plastiken säumten den Zugang zum Wandsbeker Schloss. Diese Plastiken stehen unter Denkmalschutz und sind an der Spitze des Wandsbeker Marktes aufgestellt. Im Bezirksamt blieben die Attika, die das Sims über der Nordfront zierte, im Bereich des Standesamtes außerdem zwei Steinvasen auf dem Wandsbeker Marktplatz erhalten. Ab 1773 gehörte Wandsbek zum dänischen Gesamtstaat. Nach Schimmelmanns Tod verkaufte sein Sohn, der Gutsherr Christian Schimmelmann, den nördlichen Teil 1807 an den dänischen König und behielt den südlichen Teil (etwa entsprechend dem Gebiet Marienthal) in seinem privaten Besitz. Das sogenannte Königsland auf dem westlichen Gebiet des alten Dorfes Hinschenfelde wurde zeitweise auch von den Gutsbesitzern gepachtet.

19. und 20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wandsbeck 1861
Das bunte Wandsbeker Marktleben um 1890

Ab 1804 erhielt Wandsbek als Fabrikort erweiterte Rechte. Mit der verliehenen Fleckengerechtigkeit 1833 endete der Dorfstatus. 1856 hatte Wandsbek bereits 5010 Einwohner. Der Grundstücksspekulant Johann Anton Wilhelm von Carstenn erwarb 1857 den südlichen Teil Wandsbeks günstig für 230000 Reichstaler von Schimmelmanns Nachfahren. Carstenn ließ 1861 das intakte Schloss abreißen und parzellierte den westlichen Teil des Gutsgebietes, um die großen Grundstücke gewinnbringend zu verkaufen. Auf diese Weise wurde der Bereich erschlossen, es entstand eine großzügige Villenbebauung, ein Villenvorort Wandsbeks. Ebenfalls 1861 beantragte Carstenn, das gesamte Gebiet Marienthal zu benennen. Er erhielt die Genehmigung und der Ort den gewünschten, neuen amtlichen Namen. Marienthal gehörte somit nicht mehr zu Wandsbek und hatte einen unklaren rechtlichen Status inne.

Mit dem Ende des Deutsch-Dänischen Krieges 1864 ging Wandsbek an Preußen. Ein Jahr später wurde die Eisenbahnlinie Hamburg-Lübeck gebaut, die unmittelbar an Wandsbek vorbeiführte. Es entstand Wandsbeks erster Bahnhof, mit dem sich die Verkehrsinfrastruktur verbesserte, obwohl die Gewerbetreibenden in Wandsbek einen Verlauf der Eisenbahn im Bereich der Wandse bevorzugt hätten, sich aber gegen den Einfluss Carstenns nicht durchsetzen konnten. Mit über 10.000 Einwohnern erhielt Wandsbek erst 1870 Stadtrechte. Drei Jahre später wurde Wandsbek Verwaltungssitz des Landkreises Stormarn. Die (Wieder-)Eingemeindung Marienthals erfolgte 1878. Marienthal – dessen Geschichte eng mit der Wandsbeks verflochten ist – wurde somit Stadtteil der Stadt Wandsbek. Am 14. September 1886 heiratete in der Wandsbeker Synagoge Dr. Sigmund Freud, der Begründer der Psychoanalyse, Martha Bernays. Die Eingemeindung des Gebietes Hinschenfelde fand 1900 statt, Hinschenfelde war jedoch bereits seit Mitte des 17. Jahrhunderts eng mit Wandsbek verbunden. Durch diese Eingemeindung stieg die Einwohnerzahl Wandsbeks auf über 27.000. Dadurch konnte Wandsbek zur kreisfreien Stadt erklärt werden, blieb jedoch zunächst Sitz der Kreisverwaltung des Kreises Stormarn.

1908 hatte Wandsbek 33.706 Einwohner. Die Stadt gewann den Charakter eines Vorortes von Hamburg: allmählich abfallende Bebauung, umfangreiche Grünanlagen und an Hamburg anschließende Ausfall- und Durchgangsstraßen. Dieses Grundmuster entsprach dem 1921 von Fritz Schumacher publizierten „Schema der natürlichen Entwicklung des Organismus Hamburg“. Daher hatten der Wandsbeker Oberbürgermeister Erich Wasa Rodig und der Altonaer Oberbürgermeister Bernhard Schnackenburg 1916 die Eingemeindung der beiden Vorstädte in die große Nachbarstadt Hamburg gefordert, seinerzeit noch vergeblich. Die Nationalsozialisten vollzogen diesen Wunsch im Rahmen ihrer Zentralisierungen rund 20 Jahre später durch das Groß-Hamburg-Gesetz von 1937. 1927 wurde Tonndorf mit Ausnahme des Ortsteils Lohe nach Wandsbek eingemeindet. Wandsbek wurde in das Staatsgebiet Hamburgs 1938 eingegliedert. In diesem Jahr endet die 68 Jahre umfassende Selbstständigkeit Wandsbeks als Stadt. Das Wandsbeker Rathaus in der Wandsbeker Königsstraße wurde für Verwaltungszwecke weiter genutzt und auch die Kreisverwaltung für Stormarn blieb zunächst auf Hamburger Gebiet.

Wandsbek wurde im Juli 1943 im Rahmen der Operation Gomorrha großflächig beschädigt und zerstört. Die typischen wiederaufgebauten Häuser der 1950er-Jahre sind daher zahlreich vertreten und bestimmen mitunter das Gesicht ganzer Straßenzüge.

Durch das Bezirksverwaltungsgesetz von 1949 wurde Wandsbek 1951 ein Hamburger Stadtteil. Das historische Hinschenfelde wurde zwischen Wandsbek und Tonndorf aufgeteilt und verschwand verwaltungsmäßig vollständig. Marienthal wurde neben Wandsbek eigenständiger Hamburger Stadtteil.

Das beeindruckende, 1922/23 von Fritz Höger entworfene Stormarnhaus, das bis 1943 als Sitz der Kreisverwaltung diente, fungiert nunmehr als Bezirksamt für den nordöstlichen Verwaltungsbezirk, dem Wandsbek seinen Namen gab. Es liegt zwar im historischen Wandsbeker Ortskern, jedoch seit 1951 im Stadtteil Marienthal. Wann und warum an der Fassade der nicht zutreffende Schriftzug „Rathaus Wandsbek“ angebracht wurde, ist heute im Bezirksamt nicht mehr bekannt.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Bürgermeister, ab 1888 Oberbürgermeister

Zweiter Bürgermeister, ab 1909 Bürgermeister

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung im Stadtteil Wandsbek setzt sich folgendermaßen zusammen (Daten des Statistikamt Nord, Stand Dezember 2016):

  • Gesamtbevölkerung: 34.469 Personen
  • Minderjährigenquote: 12,1 %, liegt unter dem Hamburger Durchschnitt von 16,2 %.
  • Anteil der Haushalte mit Kindern: 12,7 %, liegt deutlich unter dem Hamburger Durchschnitt von 17,8 %.
  • Altenquote (65-Jährige und Ältere): 19,1 %, liegt leicht über dem Hamburger Durchschnitt von 18,3 %.
  • Ausländeranteil: 15,9 %, liegt leicht unter dem Hamburger Durchschnitt von 16,7 %.
  • Anteil von Leistungsempfängern nach SGBII (Hartz IV): 9,4 %, liegt unter dem Hamburger Durchschnitt von 10,3 %
  • Arbeitslosenquote: 5,0 %, entspricht in etwa dem Hamburger Durchschnitt von 5,3 %.

Wandsbek zählt zu den weniger wohlhabenden Hamburger Stadtteilen. Die durchschnittlichen jährlichen Einkünfte pro Steuerpflichtigen betrugen hier im Jahre 2013 etwa 28.567 Euro und sind deutlich niedriger als der Hamburger Durchschnitt (39.054 Euro)[2]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Wahl zur Hamburgischen Bürgerschaft gehört Wandsbek zum Wahlkreis Wandsbek. Die Wahl zur Bürgerschaft 2015 führte zu folgendem Ergebnis:[3]

Wandsbeker Wappen
  • SPD 51,8 % (–1,8)
  • CDU 13,7 % (−6,0)
  • Grüne 9,5 % (+0,9)
  • Linke 7,7 % (+1,1)
  • AfD 6,9 % (+6,9)
  • FDP 5,4 % (+0,2)
  • Übrige 5,0 % (–1,3)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen von Wandsbek zeigt auf blauem Grund den Hut, Tasche und Stock des Wandsbecker Bothen in Silber, in der linken (heraldisch: vorderen) Wappenecke ist der Schild von Stormarn, ein weißer Schwan auf rotem Grund, enthalten. Mit der Eingemeindung Wandsbeks nach Hamburg im Jahr 1937 endete die kommunale Selbständigkeit und das Wappen verlor seine amtliche Bedeutung.[4]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Schimmelmann-Mausoleum (1787 bis 1791 von Gottlieb Horn errichtet) gilt als das bedeutendste klassizistische Bauwerk Nordeuropas.
  • Der Claudius-Gedenkstein (1840 zum 100. Geburtstag des Dichters aufgestellt), der sich jetzt im 1. Gehölz im Hamburger Nachbarstadtteil Marienthal befindet, ist das erste Natursteindenkmal auf Hamburger Stadtgebiet.
  • Der Rantzaustein (1573) ist Hamburgs ältester erhalten gebliebener Grenzstein.
  • Der Historische Rundgang (1998) führt auf 37 Stationen zu vielen Sehenswürdigkeiten und historischen Orten im Zentrum Wandsbeks und im Nachbarstadtteil Marienthal.

Parks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Puvogelbrunnen

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zentrum des Stadtteils liegt der Wandsbeker Marktplatz, in dessen Bereich sich der zentrale Omnibus-Bahnhof, die U-Bahn-Station Wandsbek Markt, die Christuskirche, der historische Friedhof mit dem Grab von Matthias Claudius, das als bedeutendes klassizistisches Bauwerk geltende Schimmelmann-Mausoleum und das Einkaufszentrum Quarree befinden. Die Wandsbeker Marktstraße durchzieht das Zentrum Wandsbeks in ost-westlicher Richtung, an ihr liegt das zweitälteste Kaufhaus Deutschlands, der Karstadt Wandsbek. Am Südrand des Marktplatzes an der Schloßstraße liegen das Bezirksamt Wandsbek, das ehemalige Postamt und das Haspahaus in Hamburg-Marienthal. Durch das Zentrum Wandsbeks und das angrenzende Marienthal führt der im Jahre 1998 eröffnete „Historische Rundgang“ mit 36 Stationen.

Institutionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Staatsarchiv der Freien und Hansestadt Hamburg, in dem die Original-Urkunden zur Stadtgeschichte und zahlreiche Akten aufbewahrt werden, hat seit 1998 seinen Standort in Wandsbek.

An der Wandbeker Allee befindet sich die Stadtteilbibliothek der Hamburger Bücherhallen mit rund 45 000 Medien.

Im Morewood-Stift in der Böhmestraße ist das Heimatmuseum Wandsbek ansässig. Dieses bewahrt Informationen zur Geschichte Wandsbeks auf.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • In der Wandsbeker Königstraße ist die Zentrale der Drogeriekette Budnikowsky.
  • Am Neumarkt 20 befindet sich ein Werk des Lebensmittelherstellers Nestlé auf dem Gelände der ehemaligen Schokoladenfabrik, vormals Actien-Brauerei-Marienthal.
  • Die Zentrale der Andersen Konditoreien befand sich in der Wandsbeker Marktstraße 153.
  • In der Wandsbeker Zollstraße 59 produziert die 1836 als Helbings Kornbrennerei gegründete Ohly GmbH (vormals Deutsche Hefewerke), einer der größten Hefeproduzenten Europas.
  • Der Kunstharzhersteller Allnex betreibt in der Helbingstraße ein Werk.

In dem Gebiet nördlich und südlich des Friedrich-Ebert-Dammes und westlich der Straße Am Stadtrand sind zahlreiche Gewerbe- und Industriebetriebe in Wandsbek ansässig.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Jahr der Ernennung:

(1) im Oktober 1945 auf Senatsbeschluss der Freien und Hansestadt Hamburg aberkannt
Matthias Claudius

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Rantzau (1526–1598), Gutsherr, Statthalter Holsteins und Humanist
  • Tycho Brahe (1546–1601), Astronom, lebte 1597/98 auf der Wandesburg
  • Sigmund Freud (1856–1939), Begründer der Psychoanalyse, heiratete 1886 in Wandsbek Martha Bernays

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Georg-Wilhelm Röpke: Wandsbek – das Buch. Buchverlag Otto Heinevetter, Hamburg 1994.
  • Wilhelm Jensen: Wandsbek – Seine Geschichte und seine Kirche. Zum 325jährigen Jubiläum der Kirchengemeinde Wandsbek. Hamburg-Wandsbek 1959.
  • Joachim Pohlmann: Wandsbek – Bilder von Gestern und heute. Hamburg (ohne Jahr).
  • Alfred Pohlmann: Unser Wandsbek – Geschichte und Geschichten aus 700 Jahren. Hamburg 1975.
  • Helmuth Fricke, Michael Pommerening, Georg-Wilhelm Röpke: Wandsbek in Wort und Bild. 2000 (vergriffen).
  • Helmuth Fricke, Michael Pommerening, Richard Hölck: Die Kirchen am Wandsbeker Markt. Mühlenbek, Hamburg 2002, ISBN 3-9807460-2-X.
  • Michael Pommerening, Joachim Frank: Das Wandsbeker Schloss – Rantzau, Brahe und die Familie Schimmelmann. 2004.
  • Gerhard Fuchs, Michael Pommerening (Hrsg.): Bernd Stöcker – Wandsbeker Skulpturen. 2001.
  • Michael Pommerening (Hrsg.): Mit Claudius durch Wandsbek – Eine Zeitreise mit Volker Lechtenbrink. Audio-CD, 2008.
  • Michael Pommerening, Karl-Heinz Meier: Eilbek in Wort und Bild. Mühlenbek, Hamburg 2008, ISBN 978-3-9807460-4-5.
  • Michael Pommerening: Wandsbek – Ein Historischer Rundgang, Mühlenbek, Hamburg 2010, ISBN 978-3-9807460-6-9.
  • Michael Pommerening: Matthias Claudius – Asmus, Andres, Görgel und Wandsbecker Bote; Mühlenbek, Hamburg 2014, ISBN 978-3-9807460-9-0.
  • Daniel Kasai: Wandsbek – ein visueller Streifzug durch die Geschichte. Hamburg 2015, ISBN 978-3-00-051808-9.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hamburg-Lexikon. Zeiseverlag Hamburg, 2. Auflage, Zeise, Hamburg 2000, ISBN 3-9805687-9-2.
  • Hamburg von Altona bis Zollenspieker. Hoffmann und Campe Verlag, 1. Auflage, Hamburg 2002, ISBN 3-455-11333-8.
  • Die Liste der Ehrenbürger aus: Ernst Christian Schütt et al.: Die Chronik Hamburgs. Chronik-Verlag/Harenberg, Dortmund 1991, ISBN 3-611-00194-5.
  • Die Liste der Bürgermeister aus: Georg Wilhelm Röpke: Zwischen Alster und Wandse. Stadtteil-Lexikon des Bezirks Wandsbek. Verlag Otto Heinevetter, Hamburg 1985, ISBN 3-87474-961-4.
  • Michael Pommerening: Wandsbek – Ein historischer Rundgang. Mühlenbek-Verlag, Hamburg 2010, ISBN 978-3-9807460-6-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hamburg-Wandsbek – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zu alledem Wolfgang Laur: Die Orts- und Gewässernamen der Freien und Hansestadt Hamburg, Neumünster 2012, S. 242 f.
  2. Statistikamt Nord, Hamburger Stadtteilprofile Berichtsjahr 2016 Seite 138–139; Datenstand 31. Dezember 2016 (abgerufen am 8. Februar 2018)
  3. Bürgerschaftswahl in Hamburg am 15. Februar 2015. Wandsbek. In: wahlen-hamburg.de. Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein, abgerufen am 14. April 2015.
  4. Das Wandsbeker Wappen (Memento vom 18. März 2016 im Internet Archive)