Hamburg-Wellingsbüttel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen von Wellingsbüttel
Wappen von Hamburg
Wellingsbüttel
Stadtteil von Hamburg
Neuwerk → zu Bezirk Hamburg-Mitte Duvenstedt Wohldorf-Ohlstedt Mellingstedt Bergstedt Volksdorf Rahlstedt Hummelsbüttel Poppenbüttel Sasel Wellingsbüttel Steilshoop Bramfeld Farmsen-Berne Eilbek Marienthal Wandsbek Tonndorf Jenfeld Moorfleet Allermöhe Neuallermöhe Spadenland Tatenberg Billwerder Lohbrügge Ochsenwerder Reitbrook Kirchwerder Neuengamme Altengamme Curslack Bergedorf Neuland Gut Moor Rönneburg Langenbek Wilstorf Harburg Sinstorf Marmstorf Eißendorf Heimfeld Hausbruch Neugraben-Fischbek Moorburg Francop Altenwerder Neuenfelde Cranz Rissen Sülldorf Blankenese Iserbrook Osdorf Lurup Nienstedten Othmarschen Groß Flottbek Ottensen Altona-Altstadt Altona-Nord Sternschanze Bahrenfeld Schnelsen Niendorf Eidelstedt Stellingen Lokstedt Hoheluft-West Eimsbüttel Rotherbaum Harvestehude Langenhorn Fuhlsbüttel Ohlsdorf Alsterdorf Groß Borstel Hohenfelde Dulsberg Barmbek-Nord Barmbek-Süd Uhlenhorst Hoheluft-Ost Eppendorf Winterhude Veddel Kleiner Grasbrook Steinwerder Wilhelmsburg Waltershof Finkenwerder St. Pauli Neustadt Hamburg-Altstadt HafenCity St. Georg Hammerbrook Borgfelde Hamm Hamm Hamm Rothenburgsort Billbrook Horn Billstedt Land Niedersachsen Land Schleswig-HolsteinLage im Bezirk
Über dieses Bild
Koordinaten 53° 38′ 28″ N, 10° 4′ 47″ OKoordinaten: 53° 38′ 28″ N, 10° 4′ 47″ O
Fläche 4,1 km²
Einwohner 10.506 (31. Dez. 2016)
Bevölkerungsdichte 2562 Einwohner/km²
Postleitzahl 22391
Vorwahl 040
Bezirk Wandsbek
Verkehrsanbindung
S-Bahn S1Hamburg S1.svg S11Hamburg S11.svg
Quelle: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein
Das Herrenhaus an der Alster im Jahre 2006

Wellingsbüttel ist ein Hamburger Stadtteil im Bezirk Wandsbek. Wellingsbüttel gehört zusammen mit Poppenbüttel, Sasel und Hummelsbüttel zum Regionalbereich Alstertal.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der überwiegend von Wohngebieten geprägte Stadtteil grenzt im Norden an Poppenbüttel, zum Teil durch den Alsterlauf begrenzt. Im Osten liegt Sasel, im Süden Bramfeld, im Südwesten Ohlsdorf und im Nordwesten, ebenfalls jenseits der Alster, Hummelsbüttel.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wellingsbüttel, erstmals 1296 urkundlich erwähnt und wurde Waldingsbutle oder auch Waldegesbutle genannt. Der Name geht auf eine sächsische Gründung durch einen Mann namens Walding zurück.[1] Es befand sich seit 1412 im Besitz der Bremer Erzbischöfe, die es vornehmlich an Hamburger Domherren verpfändeten. Mit dem Westfälischen Frieden 1648 gelangte das Gut an Schweden. Unter Königin Christine wurde Wellingsbüttel 1649 vererblicher Besitz des Juristen Reinkingk, letzter Kanzler der Bremer Erzbischöfe.

1673 erwarb die Familie von Kurtzrock das Gut. Die v. Kurtzrocks lenkten die Geschicke des Gutes bis 1806. Um 1750 ließ Theobald Joseph v. Kurtzrock, kaiserlicher Minister des Niedersächsischen Kreises und Oberpostmeister zu Hamburg, das Herrenhaus in Wellingsbüttel errichten. 1757 schuf Georg Greggenhofer für ihn das Torhaus.

Im Konflikt zwischen Frankreich/Dänemark und Schweden/England ließ der dänische Regent Friedrich VI. 1806 das Gut besetzen und zwang den Gutsherrn Clemens August v. Kurtzrock zum Verkauf. 1810 belehnte Friedrich VI. seinen Verwandten Herzog Friedrich Carl Ludwig von Holstein-Beck mit dem Gut und erhob es zum Kanzleigut, wodurch es der landesherrlichen Kanzlei direkt unterstellt war.

Nachdem zunächst der Hamburger Kaufmann Hercules Roß das Gut von Dänemark erworben hatte, ging es 1846 in den Besitz von Johann Christian Jauch jun. (1802–1880) Carl Jauch (1828–1880) über. Die Jauchs waren Großbürger zu Hamburg. Unter den Jauchs erlebte das Gut seine Blütezeit. Die Landwirtschaft trat in den Hintergrund, das Gut wurde Schauplatz ausgedehnter Jagden und gesellschaftlicher Ereignisse. Durch Zukauf zahlreicher Landstellen der verarmenden Landbevölkerung brachten die Jauchs das Gut zu seiner größten Ausdehnung.

1888 erwarb die Bankierswitwe Behrens das Gut von den Erben des Carl Jauch (1828–1888), baute das Herrenhaus um, starb aber bereits 1891. Neuer Besitzer wurde der Hamburger Kaufmann Otto Jonathan Hübbe, der es 1910 in die Alsterthal-Terrain-Gesellschaft m.b.H. einbrachte, die 1912 in der Alsterthal-Terrain-Actien-Gesellschaft (ATAG) aufging. Die ATAG parzellierte das Gut für den Eigenheimbau.

1937 wurde Wellingsbüttel ebenso wie einige andere Gemeinden im preußischen Landkreis Stormarn durch das Groß-Hamburg-Gesetz Teil Hamburgs. Im gleichen Jahr wurde mit der Lutherkirche der erste eigenständige Kirchenbau in Wellingsbüttel errichtet.

1973 verschwanden die letzten landwirtschaftlichen Flächen und Wellingsbüttel verstädterte endgültig.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wellingsbüttler Bevölkerung setzt sich folgendermaßen zusammen (Daten des Statistikamt Nord, Stand Dezember 2015):

  • Gesamtbevölkerung: 10.524
  • Minderjährigenquote: 17,9 %, liegt etwas über dem Hamburger Durchschnitt von 15,9 %.
  • Anteil der Haushalte mit Kindern: 21,7 %, liegt über dem Hamburger Durchschnitt von 17,6 %.
  • Altenquote (65-Jährige und Ältere): 28,6 %, liegt deutlich über dem Hamburger Durchschnitt von 18,5 %.
  • Ausländeranteil: 6,4 %, liegt deutlich unter dem Hamburger Durchschnitt von 15,7 %.
  • Anteil von Leistungsempfängern nach SGBII (Hartz IV): 1,4 %, liegt deutlich unter dem Hamburger Durchschnitt von 9,9 %
  • Arbeitslosenquote: 2,2 %, liegt deutlich unter dem Hamburger Durchschnitt von 5,6 %.

Wellingsbüttel zählt zu den reichsten Hamburger Stadtteilen. Das durchschnittliche Jahreseinkommen pro Steuerpflichtigen betrug hier im Jahre 2010 etwa 82.817 Euro und ist deutlich höher als der Hamburger Durchschnitt (35.567 Euro) [2].

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Peter-Petersen-Gesamtschule 2006 (heute Irena-Sendler-Schule)
S-Bahnhof Wellingsbüttel

Für die Wahl zur Hamburgischen Bürgerschaft gehört Wellingsbüttel zum Wahlkreis Alstertal-Walddörfer. Die Bürgerschaftswahl 2015 führte zu folgendem Ergebnis[3]:

  • SPD 41,9 % (+2,1)
  • CDU 22,9 % (–9,4)
  • FDP 15,3 % (+0,7)
  • Grüne 9,0 % (+1,2)
  • AfD 6,3 % (+6,3)
  • Linke 3,0 % (+0,7)
  • Übrige 1,6 % (–1,6)

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bushaltestelle Pfeilshofer-Weg
Bushaltestelle Pfeilshofer-Weg

Durch Wellingsbüttel führt die Alstertalbahn, die im Stadtteil mit den Stationen Wellingsbüttel und Hoheneichen der heutigen Linien S1 und S11 der S-Bahn Hamburg zwei Bahnhöfe hat. Im Jahr 2010 erhielt der Bahnhof Hoheneichen einen Aufzug. Der Bahnhof Wellingsbüttel, der über eine Bushaltestelle verfügt, ist noch nicht barrierefrei. Diese Bushaltestelle bedienen drei Linien: 27, 168 und 368.[5] Im ganzen Stadtteil sind insgesamt 10 Bushaltestellen[6].

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alsterverein[7]
  • DHB - Netzwerk Haushalt[7]
  • GHV Lohe.[7]
  • Haus Georgshang.[7]
  • Haus- und Grundeigentümerverein Wellingsbüttel[7]
  • International Fourteen Foot Dinghy Klassenvereinigung Björn Frasch[7]
  • Kinnings Kinder verändern das Leben[7]
  • Lohnsteuerhilfeverein[7]
  • MAS Musik-Akademie für Senioren[7]
  • Niederdeutsche Buchgilde[7]
  • Rettet den Regenwald[7]
  • Verein für Heimatkunde Rellingen u. Umg. v. 1976[7]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hamburg-Wellingsbüttel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Horst Beckershaus: Die Namen der Hamburger Stadtteile. Woher sie kommen und was sie bedeuten, Hamburg 2002, ISBN 3-434-52545-9, S. 131
  2. Statistikamt Nord, Hamburger Stadtteilprofile 2016 Seite 166-167; Datenstand 31. Dezember 2015 (abgerufen am 6. Dezember 2016)
  3. http://www.wahlen-hamburg.de/wahlen.php?site=left/gebiete&wahltyp=3#index.php?site=right/ergebnis&wahl=973&gebiet=98&typ=4&stimme=1&gID=7&gTyp=2
  4. Irena-Sendler-Schule
  5. HVV - Detailinformation zu Wellingsbüttel. Abgerufen am 18. Juni 2017 (deutsch).
  6. HVV - Verkehrsnetzplan. Abgerufen am 18. Juni 2017 (deutsch).
  7. a b c d e f g h i j k l Vereine Hamburg Wellingsbüttel - 12 Einträge im Branchenbuch - hamburg.de. Abgerufen am 18. Juni 2017 (deutsch).