Hamburger Öffentliche Bücherhallen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.
Hamburger Öffentliche Bücherhallen
Hamburger Öffentliche Bücherhallen-Logo
Gründung 1. Oktober 1899
Bestand 1.734.862
Bibliothekstyp Stadtbibliothek
Ort Hamburg
Bibliothekssigel 10 Hamburger Öffentliche Bücherhallen, Zentralbibliothek
107 Hamburger Öffentliche Bücherhallen, Zentralbibliothek, Abteilung MusikVorlage:Infobox Bibliothek/Wartung/Sigel
ISIL DE-H10
Website http://www.buecherhallen.de/
Heutiger Sitz der Zentralbibliothek, ehemaliges Bahnpostamt am Hühnerposten

Die Hamburger Öffentlichen Bücherhallen (HÖB) sind eine Stiftung privaten Rechts, die im Stadtstaat Hamburg öffentliche Bibliotheken betreibt.

Statistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2013 wurden in 36 Bücherhallen sowie 66 nebenamtlich geleiteten Ausgabestellen 1.734.862 Medien bereitgestellt, womit die Bücherhallen zu den größeren Bibliotheken in Hamburg zählen. In den Jahren 2011 bis 2013 wurden jeweils 4,6 bis 4,8 Mio. Besucher gezählt.

Der Gesamtaufwand betrug 2013 32,5 Millionen Euro (davon 20,6 Mio. € für Personal sowie 11,9 Mio. € Sachaufwand inkl. 3,4 Mio. € Medienmittel).[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kohlhöfen 26, 1910–1914 ehemaliges Stammhaus der Zentralbibliothek und erster Neubau von 1910
Mönckebergstraße, 1914–1971 Standort der Zentralbibliothek, extra zu diesem Zweck errichtete sog. Volkslesehalle, seit 1971 gastronomisch genutzt

1899–1914: Kohlhöfen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gründung erfolgte am 1. Oktober 1899 mit 6000 Bänden durch die Patriotische Gesellschaft in der Neustadt an den Kohlhöfen unter der Leitung von Gottlieb Fritz. Nach 1902 entstanden die ersten Stadtteil-Bücherhallen. Am 17. Januar 1910 eröffnete der von Hugo Groothoff entworfene Neubau der Zentralbibliothek an den Kohlhöfen. Die erste Freihand-Ausleihmöglichkeit war dort für belehrende Literatur eingerichtet.

1914–1971: Mönckebergstraße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1914 entstand am Mönckebergbrunnen in der Mönckebergstraße die Bibliothek in dem von Fritz Schumacher unter dem Namen Volkslesehalle angeregten Bau. Die Trennung von der Patriotischen Gesellschaft als eigenständige Stiftung erfolgte 1919.

Bereits März 1933 fand die Aussonderung von „zurückzustellenden“ Büchern durch Bücherhallen-Direktor Dr. Wilhelm Schuster statt, noch bevor es die „schwarzen Listen“ gab. Am 15. Mai 1933 kam es zur ersten Bücherverbrennung am Kaiser-Friedrich-Ufer durch den SA-Studentensturm 6/76. 1937 wurden die acht 1919 entstandenen Wandbilder von Maximilian Jahns in der Bücherhalle Kohlhöfen auf Anweisung der Nationalsozialisten übergemalt. Ende Oktober 1938 wurden Schilder Juden unerwünscht an den Bibliotheken angebracht.

Durch die Bomberangriffe der Operation Gomorrha im Juli 1943 verlor die städtische Bibliothek rund 700.000 Bände, darunter die allermeisten ihrer Hamburgensien.[2] 1945, nach dem Zweiten Weltkrieg, war der Buchbestand durch Bombenschäden mit der Zerstörung von sechs Bibliotheken und Aussonderung von Büchern nationalsozialistischen Inhalts auf 160.000 Titel reduziert.

1955 bestanden 23 Stadtteilbibliotheken sowie die Musikbücherei. Die Zahl erhöhte sich bis 1988 auf eine Zentralbibliothek, die Musikbücherei, 56 Stadtteilbüchereien, 82 neben- oder ehrenamtlich geleitete und durch die Fachstelle betreute Büchereien bzw. Buchausgabestellen (davon 19 in den Justizvollzugsanstalten), sowie drei Autobüchereien, die die Außenbezirke bedienten.

1971–2004: Gertrudenkirchhof und Große Bleichen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zentralbibliothek zog 1971 in ihr neues Domizil am Gertrudenkirchhof, 1986 erfolgte der Umzug in die 1907–1909 von Emil Grossner erbaute Kaisergalerie in Große Bleichen 36 (die heutige Ladenpassage Kaisergalerie); dort teilte sich die Zentralbibliothek das Gebäude mit dem benachbarten Ohnsorg-Theater.

Ehemaliges Erdgeschoss der Zentralbibliothek mit Ausleihgeräten am Standort Große Bleichen 36 nach der um 2000 erfolgten Zusammenlegung mit dem Eingangsbereich des Ohnsorg-Theaters. Die Ausleihgeräte befanden sich zu diesem Zeitpunkt bereits in den verbliebenen Stockwerken. Hinten rechts sieht man Leute am Fahrstuhl zu den oberen Stockwerken warten, über den bis 2004 die verkleinerte Bibliothek noch erreichbar war (Photo von 2009, nach dem Auszug der Bibliothek). Heute ist selbst dieser Eingangsbereich samt Fahrstühlen durch den erweiterten Mittelgang der Ladenpassage Kaisergalerie ersetzt

1990 bis 1996 wechselte der Hamburger Kulturpolitiker und Senatsbeauftragte für Film Hanno Jochimsen als Direktor in die Hamburger Öffentlichen Bücherhallen. Er trieb Strukturreformen und die Computerisierung des Gesamtsystems voran. 1996 übernahm Birgit Dankert die Leitung der Bücherhallen Hamburg und kündigte vier Monate später aufgrund von Meinungsverschiedenheiten zwischen Senat und Stiftung zum Thema Einsparungen und Bücherhallen-Schließungen. Ihre Nachfolgerin ist bis heute Hella Schwemer-Martienßen. Seit 1995 wurden zwar 23 meist kleinere Standorte geschlossen, allerdings parallel 20 Standorte neu bezogen und ausgestattet.

Bereits Ende der neunziger Jahre setzten erhebliche Verkleinerungsmaßnahmen am Standort Große Bleichen ein. Mehrere Stockwerke wurden anderen Mietparteien überlassen und der ehemalige Eingangsbereich mit den Ausleihgeräten im Erdgeschoss wurde mit dem Eingangsbereich des Ohnsorg-Theaters zusammengelegt; die Geräte wurden direkt auf die verbliebenen Stockwerke verlegt.

Seit 2004: Hühnerposten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mann und Frau von Stephan Balkenhol vor der Zentralbibliothek

Im Januar 2004 zog die Zentralbibliothek zum Hühnerposten, direkt am Hamburger Hauptbahnhof. Vor dem Haupteingang stehen seit Oktober 2004 die beiden fünf Meter hohen Bronzeskulpturen Mann und Frau des Bildhauers Stephan Balkenhol.

Im Dezember 2005 öffnete die Jugendbibliothek Hoeb4U in den Zeisehallen in Ottensen. Nachdem das Neubauprojekt für eine Zentralbibliothek am Domplatz im Winter 2006/2007 platzte, wurde der Standort am Hühnerposten von 2008 bis 2011 zu einem Haus für Kinder, Jugendliche und Erwachsene ausgebaut. Am 26. Oktober 2009 wurde die neue Bücherhalle „Elbvororte“ in einem Neubau am Bahnhof Blankenese eröffnet, in die die kurz zuvor geschlossenen Standorte in Iserbrook und Rissen aufgingen. Die Bücherhallen Wandsbek und Dehnhaide zogen 2009 in neu gebaute Räume in unmittelbarer Nachbarschaft der alten Standorte und verbesserten so ebenfalls signifikant Umfeld und Angebot.

Aktuell betreiben die Bücherhallen Hamburg außer der Zentralbibliothek mit Kinderbibliothek, der Jugendbibliothek sowie den zwei Bücherbussen auch 32 Stadtteilbibliotheken. Am 26. Februar 2014 veröffentlichten die Bücherhallen Hamburg eine App, mit der das Medienangebot und entsprechende Leistungen über Smartphones mit den Betriebssystemen Apple iOS oder Android genutzt werden kann.[3] Seit dem 5. April 2014 steht ein 3D-Drucker in der Zentralbibliothek für Benutzer zur Verfügung.[4]

Standorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einer der zwei Bücherbusse der Bücherhallen Hamburg

Neben der Zentralbücherei am Hühnerposten existieren noch folgende Zweigstellen:

Alstertal (Poppenbüttel), Altona (Ottensen), Barmbek (Barmbek-Nord), Bergedorf, Billstedt, Bramfeld, Dehnhaide (Barmbek-Süd), Eidelstedt, Elbvororte (Blankenese), Eimsbüttel, Farmsen, Finkenwerder, Fuhlsbüttel, Harburg, Holstenstraße, Horn, Jenfeld, Kirchdorf, Langenhorn, Lokstedt, Mümmelmannsberg, Neuallermöhe, Neugraben, Niendorf, Osdorfer Born, Rahlstedt, Schnelsen, Steilshoop, Volksdorf, Wandsbek, Wilhelmsburg, Winterhude.

Jugendbibliothek Hoeb4U[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Jugendbibliothek Hoeb4U ist eine Spezialbibliothek der Bücherhallen Hamburg, deren Schwerpunkt auf Freizeitmedien für Jugendliche liegt, wobei die Zielgruppe sich dabei vor allem an 14- bis 24-Jährige richtet.[5] Die Jugendbibliothek wurde am 9. Dezember 2005 als erste Jugendbibliothek in Hamburg eröffnet. Es werden Medien passend zu den Freizeitinteressen der Jugendlichen angeboten, sodass schulrelevante Medien nicht in Bestand anzutreffen sind. So soll erreicht werden, dass Jugendliche die Bibliothek als Freizeitort ansehen und freiwillig besuchen. Ebenfalls gilt die Jugendbibliothek Hoeb4U als Trendbibliothek, da neue Medien oder Veranstaltungen in der Praxis getestet werden. Die Jugendbibliothek ist eine Juniorfima. Das heißt, dass vor Ort ein junges Team ist, das eine Ausbildung zum Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste bei den Bücherhallen Hamburg macht. Im Jahr 2014 besaß die Jugendbibliothek 16.000 Medien, die 163.925 mal ausgeliehen wurden. Zusätzlich zu der Jugendbibliothek Hoeb4U haben alle 32 Bücherhallen eine eigene Jugendecke.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Postamt Hühnerposten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bücherhallen Hamburg: Jahresbericht 2013
  2. Klaus Garber: Das Gomorrha der deutschen Bibliotheken. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 13. Mai 2015, S. N3.
  3. Bücherhallen Hamburg: Medien mobil entdecken mit der App der Bücherhallen Hamburg
  4. Bücherhallen Hamburg: 3D-Druck für alle
  5. Webseite der Jugendbibliothek Hoeb4U

Koordinaten: 53° 32′ 59″ N, 10° 0′ 30″ O