Hamburger Dom (Volksfest)

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Gesamtansicht Hamburger Dom, April 2017

Der Hamburger Dom ist ein regelmäßig auf dem Heiligengeistfeld in Hamburg stattfindendes Volksfest. Jährlich besuchen mehrere Millionen Menschen die Veranstaltung, die dreimal im Jahr stattfindet als:

  • Winterdom (Dom-Markt, Anfang November bis Anfang Dezember)
  • Frühlingsdom (Frühlingsfest, Mitte März bis Mitte April)
  • Sommerdom (Hummelfest, Ende Juli bis Ende August)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eingang zum Dom
Erster internationaler Markt auf dem Sommerdom 2014

Der Hamburger Dom hat seinen Ursprung im 11. Jahrhundert: Händler und Handwerker, aber auch Gaukler und Quacksalber suchten im damaligen Hamburger Mariendom am Speersort Schutz vor Wind und Wetter. Burchard Grelle, als Erzbischof des Erzbistums Bremen auch Hamburger Domherr, störte das und so erteilte er den Schaustellern 1334 Hausverbot. Das allerdings nahmen ihm sogar die Kirchgänger übel. Daraufhin gestattete Erzbischof Burchard 1337 ausdrücklich die Anwesenheit der Händler im Dom, jedoch nur bei „Hamburger Schietwetter“. Und so blieb der Markt im Dom, bis der Bau 1804 abgerissen wurde.

Danach zogen die Händler und Schausteller ohne festen Standort durch die Hamburger Stadtteile und verteilten sich auf die Marktplätze der Stadt: den Gänsemarkt, den Pferdemarkt, den Zeughausmarkt und schließlich den Großneumarkt. Den Marktleuten wurde erst 1893 ein neuer Platz zugeteilt: das Heiligengeistfeld, wo der Hamburger Dom auch heute noch zu finden ist.

Zu dem ursprünglichen Winterdom (Dom-Markt) gesellten sich nach dem Zweiten Weltkrieg 1947 der Sommerdom (Hummelfest) und 1948 der Frühjahrsdom (Frühlingsfest). Der Hamburger Dom ist mit seinen drei jeweils 4 Wochen dauernden Veranstaltungen (Frühling, Sommer und Winter) das größte Volksfest Norddeutschlands und das längste Volksfest Deutschlands.

Auf dem Sommerdom 2014 gab es erstmals einen internationalen Markt nach dem Motto „In einem Tag um die Welt und der Sommerdom machts möglich“. Neben landestypischen Spezialitäten und Köstlichkeiten wird ein Unterhaltungsprogramm geboten.[1]

Heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über 260 Schausteller und 110 Gastronomiebetriebe befinden sich bei jedem Dom auf dem etwa 160.000 m² großen Festgelände. Zeitweise gab es zunehmende Besucherzahlen. Waren es 2007 rund 7,5 Millionen Besucher, steigerte sich die Zahl 2008 auf 9 Millionen und 2009 auf 10,8 Millionen.[2] Dieser Trend im Wachstum der Besucherzahl hat sich in den Letzten Jahren aber nicht mehr fortgesetzt, so gab es 2014 etwa 10,1 Millionen Besucher und damit eine Million weniger als 2013.[3] Die Besucher des Volksfestes erwartet eine bunte Mischung aus Kinderkarussells, Losbuden, Imbiss- und Schankbetrieben, Süßwarenanbietern und modernen, schnellen Fahrgeschäften. Besondere Attraktionen sind die regelmäßigen Feuerwerke jeweils Freitags um 22:30 Uhr und die speziellen Themen-Events auf der ca. 2.500 m² großen Sonderveranstaltungsfläche.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veranstalter des Volksfestes ist die Stadt Hamburg mit ihrer Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation. Der hier ansässige Fachbereich des Dom-Referats bewirtschaftet das Heiligengeistfeld und ist für die Organisation der Dom-Veranstaltung zuständig. Für jedes Geschäft und für jede Veranstaltung muss sich jeweils bis Mitte August des Vorjahres neu beworben werden. Die Vergabe wird nach Konzept und Attraktivität entschieden und ist gegliedert in die Geschäftsbereiche: Bäckereigeschäfte, Bauchläden, Fahrgeschäfte, Imbissgeschäfte, Kinderfahrgeschäfte, Schankgeschäfte, Schau- und Belustigungsgeschäfte, Schießgeschäfte, Spielgeschäfte, Süßwarengeschäfte, Verkaufsgeschäfte und Nostalgiegeschäfte. [4]

Die Interessen der Domkaufleute werden durch den „Landesverband des Ambulanten Gewerbes und der Schausteller Hamburg“ und den „Schaustellerverband Hamburg“ vertreten.[5] [6]

Öffnungszeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Montag bis Donnerstag 15:00 Uhr bis 23:00 Uhr, Freitag und Sonnabend 15:00 Uhr bis 24:00 Uhr, Sonntag 14:00 Uhr bis 23:00 Uhr. Am Karfreitag und am Totensonntag ist der Dom geschlossen.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hamburger Dom ist verkehrstechnisch günstig angebunden, beispielsweise über die Hamburger U-Bahn-Linie 3 an der Haltestelle St. Pauli und die Haltestelle Feldstraße, die sich beide direkt an einem der Eingänge zu dem Volksfest befinden. Ebenso mit der U-Bahn-Linie 2, Haltestelle Messehallen. Als Busse können die Linien Metrobus 3, Nachtbus 602 (bis Haltestelle Feldstraße) und Buslinie 112, Schnellbus 36 und 37, Nachtbusse 601, 607, 608, 609, 688 (bis Haltestelle St.Pauli) genutzt werden [7]

Unfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Nacht vom 13. auf den 14. August 1981 ereignete sich mit einem Sky Lab ein schwerer Unfall. Bei Arbeiten an seinem Fahrgeschäft Katapult geriet der Teleskopkran des Schaustellers Norbert Witte in den Fahrbereich der Gondeln des Karussells. Es wurden sieben Menschen getötet, 15 Personen erlitten zum Teil schwere Verletzungen. Der Unfall gilt bis heute als schwerster Kirmesunfall der Nachkriegszeit. Norbert Witte wurde wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung verurteilt.

Am 15. April 1984 ereignete sich bei der Achterbahn „Der Blaue Enzian“ ein weiterer Unfall. Hier brach während der Fahrt beim ersten Wagen, welcher eine Lokomotive darstellte, ein Bolzen. Dies hatte zur Folge, dass der Zug während der rasanten Fahrt entgleiste. Ein Mann kam bei dem Unfall ums Leben, 18 Personen wurden verletzt.[8]

Am 17. August 2015 wurde das 40 Meter hohe und bis zu 100 km/h schnelle Fahrgeschäft „Turbo Force“ zeitweise stillgelegt, nachdem ein Ausleger abgebrochen war und vier Menschen verletzt wurden.[9]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der Internationale Markt - Sommerdom 2014. Hamburger Dom, abgerufen am 19. August 2014.
  2. „Erfolgreiches Jahr für den Dom“ Die Welt vom 7. Dezember 2009, abgerufen am 16. Dezember 2009
  3. Hamburger Dom-Bilanz erfreut Veranstalter - Erfolg sei nicht selbstverständlich. In: www.hamburg-zwei.de. (hamburg-zwei.de [abgerufen am 12. Oktober 2016]).
  4. Dom - Der Veranstalter stellt sich vor hamburg.de, abgerufen am 27. Mai 2017
  5. Landesverband des Ambulanten Gewerbes und der Schausteller Hamburg (LAGS) e.V., abgerufen am 27. Mai 2017
  6. Schaustellerverband Hamburg von 1884 e.V (SVH), abgerufen am 27. Mai 2017
  7. Anfahrt zum DOM - hamburg.de. In: hamburg.de. Abgerufen am 27. Mai 2017.
  8. Hamburger Abendblatt Jahrbuch 1984
  9. Unfall auf dem Hamburger DOM hamburg.de vom 18. August 2015, abgerufen am 27. Mai 2017

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hamburger Dom – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 53° 33′ 14″ N, 9° 58′ 15″ O