Hamburger Edition

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Die Hamburger Edition HIS Verlagsges. mbH, kurz Hamburger Edition, ist der Verlag des Hamburger Instituts für Sozialforschung (HIS) mit Sitz in dessen Räumen. Gegründet wurde der Wissenschaftsverlag für Publikationen aus den Bereichen Soziologie, Geschichte und Politikwissenschaft 1994.[1] Neben Monografien, Sammelwerken, Essay- und Debattenbüchern erscheint die sozialwissenschaftliche und zeithistorische Fachzeitschrift des Instituts, Mittelweg 36, ebenfalls im Verlag.

Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verlag hat die Rechtsform einer GmbH, Alleingesellschafter ist das HIS, Geschäftsführer ist Jan Philipp Reemtsma.[2] Birgit Otte leitet die Hamburger Edition seit Gründung.[3]

Ein wissenschaftlicher Publikationsbeirat entscheidet, welche Bücher in das Verlagsprogramm aufgenommen werden. Neben Arbeitsergebnissen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Instituts und aus anderen deutschsprachigen Forschungskontexten sind dies auch viele Schriften, die übersetzt und als Originalausgabe beziehungsweise oder in Lizenz verlegt werden.[4]

Der Verlag nutzt die Vertriebskooperation Forum independent.[5]

Entstehung und Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ergebnisse der Forschungen am HIS wurden zunächst in unterschiedlichen Verlagen veröffentlicht.[3] Im Herbst 1994 erfolgte die Gründung des hauseigenen Verlags, der im Frühjahr 1995 erstmals Bücher präsentierte. Inhaltlich befassten sie sich mit Themen, die bis heute die Arbeit am HIS prägen: Antisemitismus, Nationalismus, Stalinismus, Fremdenfeindlichkeit sowie zur Theorie und Geschichte der Gewalt und zur Entstehung von Massenverbrechen wie Genozid und deren juristischen und gesellschaftlichen Folgen.[6]

Im Lauf der Jahre folgte das Programm den erweiterten und sich wandelnden Forschungsthemen des HIS. Es umfasst mittlerweile auch Beiträge zur Demokratietheorie, zur Theorie und Realität des Wohlfahrtsstaats, zur Analyse des politischen Protests (insbesondere in der Bundesrepublik Deutschland), zur Erforschung der Arbeitswelt im Wandel sowie zur Reflexion sozialer Ungleichheit und Exklusion.[7]

Seit 2005 erscheint in der Hamburger Edition zudem die kleine reihe, die aktuelle Themen aufgreift und sie im Pocket-Format präsentiert. 2012 richtete der Verlag eine Schriftenreihe ein, die Studien zur Gewaltgeschichte des 20. Jahrhunderts. Als ihre Herausgeber fungieren Jörg Baberowski, Bernd Greiner und Michael Wildt.

Die 1992 gegründete Institutszeitschrift Mittelweg 36 erscheint seit 1994 zweimonatlich im Verlag, die Redaktion befindet sich ebenfalls in den Räumen des HIS.

Die Hamburger Edition liefert die Mehrzahl ihrer Produkte auf Papier aus. Ein großer Teil liegt mittlerweile auch in elektronischer Form vor (EPUB und PDF).[8]

Autoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mehr als 500 Autorinnen und Autoren haben Bücher in der Hamburger Edition oder Beiträge in bei diesem Verlag publizierten Sammelwerken veröffentlicht;[9] hinzu kommen weitere Autoren, deren Texte in der Zeitschrift Mittelweg 36 erschienen sind. Dazu gehören unter anderem Zygmunt Bauman, Heinz Bude, Robert Castel, Bernd Greiner, Gerd Hankel, Elizabeth Harvey, Ulrike Jureit, Wolfgang Kraushaar, Regina Mühlhäuser, Susan Neiman, Jan Philipp Reemtsma, Pierre Rosanvallon und Michael Wildt.[10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Birgit Otte: 20 Jahre Hamburger Edition, in: Hamburger Institut für Sozialforschung: Projekte, Veranstaltungen, Veröffentlichungen 2012–2015, Hamburg, April 2014, S. 70–73; siehe ferner das Verlagsprogramm „Hamburger Edition. Herbst 2014“, S. 14–17.
  2. Bisnode-Firmenprofil vom 7. April 2014; Dun & Bradstreet-Firmenprofil vom 20. März 2014.
  3. a b Jan Philipp Reemtsma: Apropos: 20/30, in: Hamburger Institut für Sozialforschung: Projekte, Veranstaltungen, Veröffentlichungen 2012–2015, S. 10–16, hier S. 10.
  4. „Buchhändler brauchen eine ungeheure Menschenkenntnis“, Torsten Casimir und Stefan Hauck im Gespräch mit Jan Philipp Reemtsma, in: Börsenblatt.net, 13. September 2013, abgerufen am 20. Juli 2014.
  5. Siehe den Hinweis auf deren Website sowie buchreport.express, Nr. 16/2013, S. 14.
  6. Birgit Otte: 20 Jahre Hamburger Edition, in: Hamburger Institut für Sozialforschung: Projekte, Veranstaltungen, Veröffentlichungen 2012–2015, S. 70–73.
  7. Birgit Otte: 20 Jahre Hamburger Edition, in: Hamburger Institut für Sozialforschung: Projekte, Veranstaltungen, Veröffentlichungen 2012–2015, S. 70–73, hier S. 70.
  8. Birgit Otte: 20 Jahre Hamburger Edition, in: Hamburger Institut für Sozialforschung: Projekte, Veranstaltungen, Veröffentlichungen 2012–2015, S. 70–73, hier S. 72.
  9. Informationen über den Verlag, Abruf am 3. Februar 2015.
  10. Siehe das Autorenverzeichnis der Edition, dort auch weitere Namen.