Hamburger Fußball-Verband

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Hamburger Fußball-Verband
Hamburger Fußball Verband Logo.svg
Gegründet 1. Februar 1947
Präsident Dirk Fischer
Adresse Jenfelder Allee 70 a–c
22043 Hamburg
Meister Herren TuS Dassendorf
Pokalsieger Herren Eintracht Norderstedt
Meister Frauen Walddörfer SV
Pokalsieger Frauen Hamburger SV
Übergeordneter Verband Norddeutscher Fußballverband
Region Karte-DFB-Regionalverbände-HH.png
Vereine (ca.) 469 lt. DFB*
Mitglieder (ca.) 181.233*
Mannschaften (ca.) 3.371*
*Stand: 2017[1]
Homepage www.hfv.de

Der Hamburger Fußball-Verband (HFV) wurde am 1. Februar 1947 gegründet und ist die Dachorganisation von offiziell 469 Fußballvereinen in Hamburg und Umgebung mit 181.233 Mitgliedern und 3.371 Mannschaften[1]. Damit ist der HFV einer der kleinsten der 21 Landesverbände des DFB, obwohl sein Gebiet über die hamburgischen Stadtgrenzen hinaus auch den kompletten Kreis Pinneberg umfasst. Außerdem sind etliche Vereine der südlichen Teile von Stormarn und Lauenburg sowie einige aus dem Kreis Segeberg Mitglieder im Verband.[2] Bis vor einigen Jahrzehnten gehörten noch zahlreiche Vereine aus Niedersachsen dem HFV an, die meisten Klubs aber wechselten nach und nach in den Niedersächsischen Fußballverband[3], womit nur noch der Buxtehuder SV und Buchholz 08 als niedersächsische Mitgliedsvereine im HFV übrig geblieben sind.

Sitz des HFV ist Hamburg. An der Spitze des Verbandes steht seit November 2007 Dirk Fischer als Präsident. Sein Vorgänger Friedel Gütt wurde Ehrenpräsident. Die weiteren stimmberechtigten Präsidiumsmitglieder und ihre Aufgabenbereiche sind Carl-Edgar Jarchow (Vizepräsident), Christian Okun (Schatzmeister), Joachim Dipner (Spielausschuss), Andrea Nuszkowski (Ausschuss für Frauen und Mädchen), Jens Bendixen-Stach (Jugendausschuss), Frank Richter (Lehrausschuss), Christian Pothe (Ausschuss für Fußballentwicklung), Wilfried Diekert (Schiedsrichterausschuss), Uwe Herzberg (Sportanlagen), Christian Koops (Sportgericht), sowie Claudia Wagner-Nieberding (Beisitzerin).[4]

Hannelore Ratzeburg, Präsidiumsmitglied von 1974 bis 2017 (Ausschuss für Frauen und Mädchen) ist seit 2007 zugleich Vizepräsidentin für Frauen- und Mädchenfußball im Deutschen Fußball-Bund (DFB). Im Juni 2017 übergab sie den Ausschuss für Frauen und Mädchen an Andrea Nuszkowski.[5] Christian Pothe ist seit 2013 zugleich Vorsitzender des Jugendausschusses im Deutschen Fußball-Bund (DFB).[6] Geschäftsführer ist Karsten Marschner.

Das Verbandsgebiet ist – anders als in den benachbarten Landesverbänden SHFV und NFV – nicht in Bezirks- und/oder Kreisverbände untergliedert. Es gibt jedoch die Bezirks-Schiedsrichterausschüsse (Alster, Bergedorf, Harburg, Nord, Ost, Pinneberg, Unterelbe und Walddörfer).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der HFV steht in der Nachfolge des Hamburg-Altonaer Fußball-Bundes (1894 bis 1907) sowie des Bezirks/Kreises III Groß-Hamburg[7] des NFV, später NSV (1907 bis 1933). Nach dessen erzwungener Selbstauflösung 1933 gab es im Sportgau Nordmark den Bezirk, ab 1936: Kreis Groß-Hamburg, der von 1942 bis 1945 als eigener Gau Hamburg firmierte.

Der demokratische Wiederaufbau Hamburgs schloss bereits im August 1945 einen Hamburger Verband für Leibesübungen ein, aus dessen Fußballsparte 1947 der HFV hervorging. Martin Stock, später auch im DFB-Spielausschuss, wirkte daran mit und erster Vorsitzender war, wie bald darauf im NFV, Heino Gerstenberg (bis 1962). Ihm folgten Horst Barrelet (1963 bis 1991), Friedel Gütt (bis 2007) und Fischer.[8] Zu den früheren Vorsitzenden des HAFB und des Bezirks hat bis 1933 Paul Hauenschild gehört.

Schon dem HAFB hatten, wie es der Name andeutete, Vereine von jenseits der Stadtgrenzen angehört, nämlich solche aus Altona und dem Kreis Pinneberg. Das blieb auch später so, wobei die Vereine aus Harburg und Wilhelmsburg mehrfach zwischen Hamburg, „Nordhannover“ und Niedersachsen hin- und hergeschoben wurden.[9]

Finanzierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der HFV bekam 1948 mit dem Hamburger Sportbund die Konzession für den Fußball-Toto. Die staatlichen Wettspiele sind seither – neben den Beiträgen der Mitgliedsvereine – eine der Hauptfinanzierungsquellen des Fußballverbandes. Seit 1984 erhalten HSB und HFV gemeinsam 15 Prozent aller Einnahmen der staatlichen Wetten in Hamburg.

Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1957 bis 2001 betrieb der HFV gemeinsam mit dem Hamburger SV die Paul-Hauenschild Sportanlage in Ochsenzoll in Norderstedt. Hauenschild, ein früherer Vorsitzender des HSV (Oktober 1927 – April 1928 und April 1949 – Januar 1950), bestimmte in seinem Testament, dass die Erträge aus seinem Nachlass zweckgebunden für Ochsenzoll zu verwenden seien. Seit 2001 verfügt der HFV auf einem ehemaligen Kasernengelände in Hamburg-Jenfeld über eine eigene Sportschule. Gleichzeitig verlegte er auch seine Geschäftsstelle aus dem HSB-Gebäude Haus des Sports nach Jenfeld.

Ligasystem[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberste Liga im HFV ist die Oberliga Hamburg (ehemals Verbandsliga Hamburg), die gesamtdeutsch die 5. Spielklasse bildet. Unterhalb der Oberliga gibt es zwei Landesligen (Hammonia- und Hansa-Staffel). Die 7. Liga ist die vierstaffelige Bezirksliga (Nord, Ost, Süd, West). Ferner gibt es eine achtstaffelige Kreisliga, eine achtstaffelige Kreisklasse A und eine sechsstaffelige Kreisklasse B, die die untersten Ligen in Hamburg repräsentieren.

Höherklassige Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In höheren als in den verbandseigenen Ligen spielen in der Saison 2017/18 der Hamburger SV (Bundesliga) und der FC St. Pauli (2. Bundesliga), dazu die zweiten Mannschaften dieser beiden Vereine sowie die oben genannte Eintracht Norderstedt und Aufsteiger Altona 93 in der Fußball-Regionalliga Nord.

Ehrenamt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der HFV legt als Mitglied der "Aktion Ehrenamt" vom DFB viel Wert auf die ehrenamtliche Mitarbeit. Wichtig ist Ihm die Stärkung der Vereinsbasis, die Gewinnung ehrenamtlicher Vereinsmitarbeiter/-innen, die Würdigung ehrenamtlicher Tätigkeit, Qualifizierungsangebote und Verbesserung der Rahmenbedingungen für ehrenamtliche Arbeit sowie das menschliche Miteinander. Ohne die ehrenamtlichen Schiedsrichter, Zeugwarte, Platzwarte, Trainer und Helfer gäbe es keinen Hamburger Amateurfußball.

Der Verband hebt das Ehrenamt hervor durch die Vergabe des Preises "Ehrenamtler des Monats" und mit der von Medien-Studenten erstellten Kampagne "#ohnegehtsnicht". Die Aktion #ohnegehtsnicht wirbt viral in den sozialen Medien für Ehrenämter in den Fußball-Vereinen. Erstellt wurde sie gemeinsam mit der medienakademie in Hamburg.

e-Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem Jahr 2017 trägt der HFV zusätzlich zum Fußball auch die "HFV eSports Meisterschaft" aus. Dabei treten 32 Vereine in Teams mit jeweils 2 Spielern oder Spielerinnen auf der PlayStation im Spiel FIFA gegeneinander an. Die erste Meisterschaft fand am 23. September 2017 in der Sporthalle des HFV statt. Sieger der ersten "HFV eSports Meisterschaft" wurde der Niendorfer TSV mit den Spielern Nico Kukuk und Tarek Abdalla. Die zweite "HFV eSports Meisterschaft" findet am 11. Februar 2018 in der Sporthalle des HFV statt.[10][11]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b DFB-Mitgliederstatistik 2017, siehe [1], aufgerufen am 31. Januar 2018. Der Verband selbst listet auf seiner Website nur 268 Vereine auf, vgl. Vereinsanschriften, aufgerufen am 22. August 2014, was auch der Blick auf die aktuellen Tabellenstände bis hinunter zur untersten Liga als plausibel bestätigt. Der erhebliche Unterschied war laut Auskunft des HFV vom 1. September 2014 dadurch zustande gekommen, dass in der DFB-Statistik die Vereine des Betriebssports und der Hamburger Freizeit-Fußball-Gemeinschaft mitgezählt sind. Die Betriebssport-Vereinigung Hamburg bot 2015 Fußball in 133 Vereinen mit 151 Mannschaften für 5.296 Mitglieder an, vgl. Webseite der BSV, aufgerufen am 1. September 2014
  2. Aktuelle Beispiele 2016/17 aus höheren Ligen: TuS Dassendorf (Lauenburg), Eintracht Norderstedt (Segeberg)
  3. zum Beispiel Güldenstern Stade und Lüneburger SK
  4. HFV: HFV. Abgerufen am 30. Januar 2018.
  5. HFV: Hannelore Ratzeburg - Die Chefin geht von Bord. In: HFV. (hfv.de [abgerufen am 30. Januar 2018]).
  6. DFB.de Christian Pothe als neuer Vorsitzender des DFB-Jugendausschusses gewählt
  7. So lautete die Bezeichnung ab 1922 (bis dahin: „Hamburg-Altona“). Genaueres vgl. Jankowski/Pistorius/Prüß: Fußball im Norden, Bremen und Barsinghausen 2005, bes. Seiten 46 f.
  8. Jankowski/Pistorius/Prüß, a.a.O., Seiten 268 f.
  9. Hinsichtlich der jeweiligen Ligastruktur nachvollziehbar in: HFV (Hg.), 100 Jahre Fußball in Hamburg, daselbst o. J. (wohl 1994), bes. Seiten 163 ff.
  10. HFV: Erste HFV eSports Meister kommen vom Niendorfer TSV. In: HFV. (hfv.de [abgerufen am 30. Januar 2018]).
  11. HFV: 2. HFV eSports Meisterschaft FIFA 18. In: HFV. (hfv.de [abgerufen am 30. Januar 2018]).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]