Hamburger Küchensessions

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Hamburger Küchensessions ist ein Video-Blog, eine Konzertreihe und CD-Projekt, das sowohl Newcomern der Singer-Songwriter-Szene, als auch namhaften Künstlern eine Plattform bietet. Die einzelnen Sessions sind als Video frei im Internet, u. a. in einem separaten Kanal auf YouTube, einsehbar. Das Projekt wurde 2010 von Jens Pfeifer initiiert und wird seit dem ständig weiter entwickelt. Auf dem Channel wurden rund 240 Künstler vorgestellt und bisher über 6,5 Millionen Videos abgerufen.[1]

Profil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zentrum des Geschehens ist die Küche in Pfeifers Hamburger Privatwohnung, in der sich die Künstler aus der nationalen und internationalen Singer-Songwriter-Szene treffen, um eine Video Session zu spielen. Die Künstler spielen ein meist extra für die Küchensession geprobtes Set, entweder ohne oder vor ausgewähltem Publikum. Die Performance wird von zwei Kameras aufgezeichnet, wobei die eine statisch filmt, die andere von Hand geführt wird. Zu den über 240 Gästen seit Beginn (Stand Juni 2017) zählen unter anderem Gisbert zu Knyphausen, ClickClickDecker, Bela B., Olli Schulz, Dota Kehr, Tom Liwa, Enno Bunger, Bonaparte (Band), Jan Plewka und Ingo Pohlmann.

Die entstehenden Aufnahmen werden zusätzlich zu den Videos auf bisher vier Kompilationen, erschienen auf dem etablierten Independent-Label Hanseklang veröffentlicht. 2014 erschien zudem eine 8-LP-Box mit einer Zusammenstellung aller bisher veröffentlichter Sampler.

Die Sessions werden außerdem auf dem Berliner Fernsehsender ALEX Berlin ausgestrahlt.[2]

Seit Juni 2016 existiert, in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut, dass Projekt Musikräume in der arabischen Welt.[3]
Die Goethe-Institute in der Region Nordafrika/Nahost präsentieren Live-Performances in Privaträumen. Die Live-Konzerte werden als kleine, lokale Veranstaltungen mit Publikum in privater Atmosphäre organisiert. Die Konzerte finden in Alexandria, Beirut, Bethlehem, Baghdad, Gaza, Kairo, Khartum, Ramallah oder Tunis statt.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kai Butterweck von ntv.de kommentierte in einer Rezension zum dritten Hamburger Küchensessions Sampler: „Der Hamburger Jens Pfeifer zaubert in seiner heimischen Küche nicht nur Kulinarisches, sondern rückt seit nunmehr drei Jahren auch immer wieder gerne die Stühle zwischen Backofen und Arbeitsplatte beiseite, um Künstlern der nationalen Singer-/Songwriter-Szene eine unkonventionelle Plattform für ihr Können anzubieten.“[4]

Am 14. August 2013 berichtete der NDRInfo Nachtclub in einer einstündigen Sendung über die Küchensessions. Gäste waren neben Organisator Jens Pfeifer unter anderem Olli Schulz und Plotzka.[5]

2015 war die Videoreihe für den Hamburger Musikpreis HANS 2015 im Bereich Hamburgs bestes Imaging des Jahres nominiert. Ausgezeichnet wurde allerdings das Buch Recorded. Live In Hamburgs Plattenläden von Nicolas Christitch und Katrin Vierkant.[6]

Deutschlandradio Kultur brachte am 28. Juni 2016 in der Sendung Tonart einen ausführlichen Bericht über das Projekt Musikräume in der arabischen Welt.[7]

Ebenso der WDR am 25. Mai 2016.[8]

Festival[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit den Künstlern der Hamburger Küchensessions veranstaltet Pfeifer in den Sommermonaten unter dem Namen „gehen raus!“ kleinere Open-Air Konzerte sowie seit 2012 einmal im Jahr ein größeres Festival in einem Musikclub. Veranstaltungsorte waren bisher das Uebel & Gefährlich und das Knust in Hamburg. Dabei legt er wert auf eine intimere Atmosphäre. Ziel ist es vor allem, dem Publikum eine große Masse an unbekannten und bekannteren Künstlern zu präsentieren. Dabei setzt Pfeifer auf musikalische Vielfalt.

Datum Veranstaltungsort Künstler Besucher
15./16. August 2012 Uebel & Gefährlich Moritz Krämer, Spaceman Spiff, Enno Bunger, Tom Liwa, Gregor McEwan, Lùisa, Hellkamp, Post, Jürgen Ufer, Fee Badenius, Julia A. Noack, Kaysa, Wolfgang Müller, Sea + Air, Daantje & the golden Handwerk, Sebastian Hackel, The Good Morning Diary, Kid Decker, Elyas Khan, Meike Schrader, Torben Stock, Puder, T.S. Brooks, Tim Schmidt ca. 500[9]
22. September 2013 Uebel & Gefährlich Enno Bunger (Moderation), Svavar Knútur, Dota Kehr, Tim Neuhaus & The Cabinet, Stefan Honig, Soki Green, Nicolas Sturm, Dino Joubert, Ron Diva, Game Ove & Die Spielfiguren, Peter Piek, Bernhard Eder, Katie Freudenschuss, Christian Freimuth, Tom Klose, Amy Schmidt, Joseph Myers, Sebastian Witte, Jan Röttger, Georg auf Lieder, Neerström ca. 500[10]
16. November 2014 Knust Benni Benson (Moderation), Olli Schulz (Überraschungsauftritt), SAFI, Simon & Jan, Tim McMillan, Joco, Liza & Kay, Wuttke, Der Herr Polaris, Kristoffer and the Harbour Heads ca. 450[11]
11. Oktober 2015 Knust Jon Flemming Olsen (Moderation & Musik), Bela B mit Peta Devlin & Smokestack Lightning, Svavar Knútur, Florian Ostertag, Jonas David, Helgen, Sarah Lesch, Tokunbo ca. 500[12]
2. Oktober 2016 Knust Linus Volkmann (Moderation), OVE (Einlassmusik), Bernadette La Hengst, Billie Van (Jonas Akaska & Mikhael Paskalev), Tipps für Wilhelm, T der Bär mit Manfred Groove, Siôn Russell Jones, Alex Mayr, Der Herr Polaris ca. 300[13]

Kristof Beuthner beschrieb im Kulturmagazin Nillson sein Festivalerlebnis von 2014 wie folgt: „Musiker ziehen sich an ruhige, intime Orte zurück, reduzieren ihre Kunst auf das Wesentliche, nehmen Pomp und Brimborium raus und lassen lediglich eine Handvoll Menschen zuschauen: Besser konnte und kann man die Symbiose aus Künstler und Kunstliebhaber nicht inszenieren.“[14]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2012: 40 Hamburger Küchensessions (Doppel-CD; Hanseklang, Vertrieb: Broken Silence)
  • 2013: 40 Hamburger Küchensessions #2 (Doppel-CD; Hanseklang, Vertrieb: Broken Silence)
  • 2014: Hamburger Küchensessions #3 (CD; Kombüse Schallerzeugnisse; Vertrieb: Broken Silence)
  • 2014: Hundert Hamburger Küchensessions (8 LP-Box, Kombüse Schallerzeugnisse, Vertrieb: Broken Silence)
  • 2015: Wuttke – Chronologisch war gestern (CD, Kombüse Schallerzeugnisse, Vertrieb: Broken Silence)
  • 2017: Hamburger Küchensessions #4 (Doppel-CD; Kombüse Schallerzeugnisse; Vertrieb: Broken Silence)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. YouTube Kanalinfo Hamburger Küchensessions. YouTube, abgerufen am 14. Juni 2017.
  2. Hamburger Küchensessions. Alex Berlin, abgerufen am 20. März 2016.
  3. Musikräume in der arabischen Welt. Goethe-Institut, abgerufen am 21. August 2016.
  4. Kai Butterweck: Feinstes aus Keller, Küche und Studio. In: Unterhaltung. n-tv, 1. Dezember 2014, abgerufen am 14. April 2016.
  5. Susanne Hasenjäger: Hamburger Küchensessions beim NDRInfo Nachtclub. In: Nachtclub. NDR Info, 14. August 2013, abgerufen am 14. April 2016 (YouTube Video).
  6. DIE TOP 4 DER JURY IN DER ÜBERSICHT. HANS – Der Hamburger Musikpreis, abgerufen am 5. April 2016.
  7. Küchenkonzerte in Kairo. Deutschlandradio Kultur, abgerufen am 21. August 2016.
  8. Küchensession goes Kairo. WDR, abgerufen am 21. August 2016.
  9. Küchensessions-Festival Töne zwischen Töpfen. Hinz&Kunzt, abgerufen am 29. November 2016.
  10. M&R präsentiert: 2. Hamburger Küchensessions Festival. Melodie und Rhythmus, abgerufen am 29. November 2016.
  11. 3. Hamburger Küchensessions Festival. nachtagenten.de, abgerufen am 29. November 2016.
  12. Sonntag, 11.10. 4. Hamburger Küchensessions Festival – Knust. hamburg.mitvergnuegen.com, abgerufen am 29. November 2016.
  13. Aus der kleinen Küche auf die große Bühne. Hamburg.de, abgerufen am 29. November 2016.
  14. Kristof Beuthner: In der Küche mit Grünkohl und Clickclickdecker: Hamburger Küchensessions #3. Nillson (Kulturmagazin), 6. Januar 2015, abgerufen am 14. April 2016.