Hamburger Pokal

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Hamburger Pokal
Voller Name LOTTO-Pokal
Verband HFV
Gründung 1951
Erstaustragung 1951/52
Mannschaften unterschiedlich
Spielmodus K.-o.-System
Titelträger TuS Dassendorf (3. Titel)
Rekordsieger FC St. Pauli
Qualifikation für DFB-Pokal

Der Hamburger Pokal wird seit 1951/52 vom Hamburger Fußball-Verband veranstaltet.
Derzeit wird der Pokal unter dem Namen LOTTO-Pokal ausgetragen, nachdem der langjährige Sponsor, LOTTO Hamburg, den Pokal zuvor, angelehnt an die jeweiligen hauseigenen Wettangebote, unter den Bezeichnungen Oddset-Pokal und Toto-Pokal unterstützt hatte. Die letzte Namensänderung erfolgte dabei im Jahre 2019 als LOTTO Hamburg aus wirtschaftlichen Gründen aufhörte die Oddset-Wette als Sportwette weiter anzubieten.[1][2] Geläufig sind darüber hinaus auch heute noch die Namen HFV-Pokal oder schlicht Pokal.

Der Sieger des Lotto-Pokals qualifiziert sich seit 1974 automatisch für den DFB-Pokal. Titelträger der Saison 2018/19 ist die TuS Dassendorf, welche sich am 25. Mai 2019 im Finale gegen Eintracht Norderstedt durchsetzen konnte.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Modus des Wettbewerbs wechselte stetig. In den ersten Jahren wurde der Pokal ohne Endspiel durchgeführt, da mehrere Vereine den Norddeutschen Pokal (welcher als „Vorrunde“ zum DFB-Pokal fungierte) erreichen konnten und damit ein Finale nicht notwendig war, um diese Vereine zu ermitteln – aus diesem Grund gibt es auch zu vielen Spielzeiten keinen offiziellen Sieger des Wettbewerbs. Ausnahmen von dieser Regel waren die Saisons 1954/55, in welcher der ASV Bergedorf 85 den Pokal gewann, und 1955/56, als Borussia Harburg vor 600 Zuschauern das Finale für sich entscheiden konnte. In den darauffolgenden Jahren sah die Ausführung des Turniers wieder kein Endspiel vor. Erst fast 20 Jahre später wurde 1973 wieder ein Finale ausgetragen, das der SC Poppenbüttel gewann.

Seit 1974 qualifizieren sich die Gewinner der jeweiligen Austragungen des HFV-Pokals nicht mehr für die 1. Runde des Norddeutschen Pokals, sondern direkt für den DFB-Pokal. Seit 1981/82 wird jede Pokalsaison mit einem Endspiel ausgetragen, da die Anzahl der Teilnehmer am DFB-Pokal stark verringert wurde und somit nur noch ein Hamburger Verein für den DFB-Pokal zugelassen wurde. An diesem Modus hat sich bis heute nichts verändert.

Modus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heute besteht der HFV-Pokal aus acht Runden (inklusive Finale), wobei es in den ersten Runden vereinzelt Freilose gibt, um spätestens ab dem Achtelfinale eine gerade Anzahl von Vereinen im Wettbewerb zu haben. Von Runde 1 bis 3 ist der Pokalwettbewerb in vier Gruppen (Süd/Ost, Bergedorf/Ost, Nord/Mitte und West/Pinneberg/Uetersen) aufgeteilt, um den Vereinen hohe Anfahrtskosten zu ersparen, wobei dies gleichzeitig auch bedeutet, dass bestimmte Vereine in den ersten Runden aufgrund der schwachen Gegner in ihrer Gruppe kaum gefordert werden, während in anderen Gruppen schon früh höherklassige Mannschaften ausscheiden können.

Der unterklassige Verein hat im Pokalwettbewerb immer Heimrecht. Eine Ausnahme stellt hierbei das Finale dar, das in der Regel auf neutralem Boden gespielt wird.

Teilnehmer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Startberechtigt am Hamburger Pokal sind alle Vereine, die im Hamburger Fußballverband Mitglied sind. Dafür ist keine Mindestliga notwendig (es dürfen also auch Klubs aus der untersten Liga für den Oddset-Pokal melden) und der Verein muss nicht mal aktiv im Ligabetrieb spielen (so nahm in den 1970er und 1980er Jahren regelmäßig der VfL Fosite aus Helgoland, welcher Mitglied im HFV ist, am Wettbewerb teil, obwohl Fosite nie im Ligabetrieb spielte). Allerdings ist kein Hamburger Verein für die Teilnahme am Wettbewerb verpflichtet, so dass manchmal auch Vereine nicht am Pokal teilnehmen, obwohl sie im Ligasystem aktiv sind.

Seit der Saison 2008/09 sind Zweitmannschaften für den Lotto-Pokal nicht mehr startberechtigt, da diese sich nicht mehr für den DFB-Pokal qualifizieren können.

Bisherige Sieger und Endspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison Sieger Gegner Ergebnis Spielstätte Zuschauer
1954/55 Bergedorf 85 SC Sperber 2:1 n. V.
1955/56 Borussia Harburg SuS Bergedorf 3:1 Billtal-Stadion 600
1957–72 nicht ausgetragen
1972/73 SC Poppenbüttel Germania Schnelsen 2:1 Landesgrenze
1974–81 nicht ausgetragen
1981/82 Bergedorf 85 FC St. Pauli 1:0 Stadion Hoheluft 1.136
1982/83 Hummelsbütteler SV HEBC 6:5 n. E. Adolf-Jäger-Kampfbahn 3.400
1983/84 Altona 93 FC St. Pauli 3:0 Stadion Hoheluft 4.745
1984/85 Altona 93 SV Lurup 2:0 2.500
1985/86 FC St. Pauli Holsatia Elmshorn 5:0 Wilhelm-Koch-Stadion 1.000
1986/87 SC Concordia Altona 93 4:1 Stadion Hoheluft 1.100
1987/88 Meiendorfer SV SC Concordia 1:0 1.500
1988/89 Altona 93 SC Concordia 3:1 n. V. 2.000
1989/90 SC Victoria Hamburg VfL 93 2:1 n. V. Rothenbaum 2.500
1990/91 Hamburger SV Amateure Altona 93 1:0 Stadion Hoheluft 1.435
1991/92 Bergedorf 85 FC St. Pauli Amateure 3:2 3.372
1992/93 Raspo Elmshorn KS Polonia 3:1 Stadion an der Flurstraße 1.026
1993/94 Altona 93 VfL 93 4:3 n. V. Stadion Hoheluft 1.500
1994/95 1. SC Norderstedt FC St. Pauli Amateure 5:4 n. E. 4.000
1995/96 Hamburger SV Amateure SC Concordia 3:1 n. V. 1.800
1996/97 Hamburger SV Amateure VfL 93 4:2 n. E. 2.100
1997/98 FC St. Pauli Amateure SC Vorwärts-Wacker 04 4:0 2.800
1998/99 1. SC Norderstedt Hamburger SV Amateure 2:1 n. V. 1.446
1999/2000 TuS Dassendorf SV Börnsen 5:1 Adolf-Jäger-Kampfbahn 1.200
2000/01 FC St. Pauli Amateure VfL Pinneberg 3:1 3.300
2001/02 USC Paloma SC Victoria Hamburg 4:3 n. E. Hammer Park 3.000
2002/03 Bergedorf 85 FC St. Pauli Amateure 2:1 Stadion Hoheluft 4.600
2003/04 FC St. Pauli Bergedorf 85 2:0 7.072
2004/05 FC St. Pauli SV Halstenbek-Rellingen 2:1 6.717
2005/06 FC St. Pauli Meiendorfer SV 7:0 5.531
2006/07 SC Victoria Hamburg VfL 93 1:0 1.982
2007/08 FC St. Pauli II[4] Bergedorf 85 1:0 1.819
2008/09 SC Concordia Altona 93 2:1 Millerntor-Stadion 2.934
2009/10 SC Victoria Hamburg SV Halstenbek-Rellingen 1:0 Stadion Hoheluft 1.683
2010/11 Eimsbütteler TV SC Vorwärts-Wacker 04 1:0 3.360
2011/12 SC Victoria Hamburg Germania Schnelsen 2:1 4.443
2012/13 SC Victoria Hamburg FC Elmshorn 2:1 n. V. 4.044
2013/14 USC Paloma SC Condor 3:2 n. E. 4.317
2014/15 HSV Barmbek-Uhlenhorst SC Condor 2:0 4.700
2015/16 Eintracht Norderstedt Altona 93 4:1 n. V. 4.705
2016/17 Eintracht Norderstedt SV Halstenbek-Rellingen 2:1 n. V. 3.193
2017/18 TuS Dassendorf Niendorfer TSV 2:0 4.183
2018/19 TuS Dassendorf Eintracht Norderstedt 2:1 2.936

Rangliste der Sieger und Finalisten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Stand: 25. Mai 2019)

Rekordgewinner des Hamburger Pokals ist der FC St. Pauli mit 7 Siegen bei 12 Finalteilnahmen, wovon die 2. Mannschaft des FC St. Pauli 3 Siege und 6 Finalteilnahmen errungen hat. Zudem gewann der FC St. Pauli den Pokal als einzige Mannschaft drei Mal hintereinander, in den Jahren 2004 bis 2006.

Der erfolgloseste Finalteilnehmer ist der VfL 93, der trotz vier Finalteilnahmen den Pokal noch nie gewinnen konnte.

Rang Klub Siege Jahr(e) FT
1 0Stpauli logo.png FC St. Pauli / FC St. Pauli II1 7 1986, 1998, 2001, 2004, 2005, 2006, 2008 12
2 0Scvictoria-logo.svg SC Victoria Hamburg 5 1990, 2007, 2010, 2012, 2013 06
3 0Altona 93.svg Altona 93 4 1984, 1985, 1989, 1994 08
4 0Asvbergedorf.svg Bergedorf 85 4 1955, 1982, 1992, 2003 06
5 0EintrachtNorderstedtWappen.gif Eintracht Norderstedt2 4 1995, 1999, 2016, 2017 05
6 0HSV-Logo.svg Hamburger SV II3 3 1991, 1996, 1997 04
7 0TuS Dassendorf.gif TuS Dassendorf 3 2000, 2018, 2019 03
8 0Cordi imp.svg SC Concordia 2 1987, 2009 05
9 0USC Paloma Logo.png USC Paloma 2 2002, 2014 02
10 0FC Elmshorn.gif FC Elmshorn4 1 1993 02
0Meiendorfer SV 1949.gif Meiendorfer SV 1 1988 02
11 0Logo HSV Barmbek-Uhlenhorst v. 1923 e.V.png HSV Barmbek-Uhlenhorst 1 2015 01
0EimsbüttelerTV.svg Eimsbütteler TV 1 2011 01
0Borussia Harburg.jpg Borussia Harburg 1 1956 01
0Hamburg Hummelsbütteler SV.gif Hummelsbütteler SV 1 1983 01
0SCPoppenbüttel.svg SC Poppenbüttel 1 1973 01
17 0Vfl93hamburg.gif VfL 93 - 04
18 0Logo sv halstenbek-rellingen.gif SV Halstenbek-Rellingen - 03
19 0SC Condor Hamburg.svg SC Condor - 02
0SC Vorwärts-Wacker 04 Billstedt.gif SC Vorwärts-Wacker 04 - 02
21 0TSG-Vereinslogo.gif TSG Bergedorf 5 - 01
0Börnsen SV.gif SV Börnsen - 01
0HEBC Hamburg.svg HEBC - 01
0Holsatia Elmshorn.gif Holsatia im Elmshorner MTV6 - 01
0SV Lurup.svg SV Lurup - 01
0Niendorfer TSV logo.svg Niendorfer TSV - 01
0Logo-vflpi.jpg VfL Pinneberg - 01
0Coats of arms of None.svg KS Polonia - 01
0Germania Schnelsen Logo.png Germania Schnelsen - 01
0Hamburg SC Sperber 1898.gif SC Sperber - 01
1 Die Titel in den Jahren 1998, 2001 und 2008 wurden von der 2. Mannschaft des FC St. Pauli,
0.den FC St. Pauli Amateuren bzw. FC St. Pauli II, gewonnen.
2 Die Titel in den Jahren 1995 und 1999 wurden noch unter dem Namen 1. SC Norderstedt gewonnen.
3 Die Titel in den Jahren 1991, 1996 und 1997 wurden noch unter dem Namen Hamburger SV Amateure gewonnen.
4 Der Titel im Jahre 1993 wurden noch unter dem Namen Raspo Elmshorn gewonnen.
5 Die Finalteilnahme im Jahre 1956 erfolgte noch unter dem Namen SuS Bergedorf.
6 Die Finalteilnahme im Jahre 1986 erfolgte noch unter dem Namen Holsatia Elmshorn.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. HFV gibt bekannt: Oddset-Pokal erhält neuen Namen. amateur-fussball-hamburg.de, abgerufen am 30. August 2019.
  2. Oddset hat in Hamburg ausgewettet! In: bild.de. Bild, 20. Mai 2019, abgerufen am 30. August 2019.
  3. Hamburger Fußball-Verband: Mission Titelverteidigung geglückt: Kurzynski machte Dassendorf zum ODDSET-Pokalsieger. 25. Mai 2019, abgerufen am 25. Mai 2019.
  4. Da ab der Saison 2008/09 Zweitvertretungen von Profimannschaften im DFB-Pokal nicht mehr startberechtigt waren, war der Finalgegner Bergedorf 85 hierfür qualifiziert.