Hammer (Nürnberg)

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Gemeinde Nürnberg
Koordinaten: 49° 28′ 12″ N, 11° 10′ 8″ O
Karte
Lage des Statistischen Bezirks 94 Laufamholz in Nürnberg
Industriegut Hammer, Mai 2012
Industriegut Hammer, Mai 2012

Hammer ist ein Teil des Stadtgebiets von Nürnberg und des statistischen Bezirks 94 (Laufamholz).

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ehemalige Industriesiedlung Hammer liegt im Stadtteil Laufamholz am südlichen Ufer der Pegnitz etwa 4 km östlich von Nürnbergs Stadtkern.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits 1372 stand in Hammer eine Mühle. Aus ihr entwickelte sich ein Industriegut. Neben der Mühle befand sich auch ein Messinghammer. Die Ansiedlung wurde im Zweiten Markgrafenkrieg 1552 zerstört. Familie Kanler baute das Hammerwerk als Drahtziehermühle wieder auf und umgab das Gebiet mit einer Mauer. 1681 standen in Hammer ein Herrenhaus, Arbeiterwohnungen, eine Schule, ein Wirtshaus, Stallungen und wirtschaftliche Gebäude, eine Mahlmühle, eine Glühhütte und ein Brennofen. Die Firma Johann Volkamer & Co. übernahm 1718 das Messingwerk. 1814 ging das kleine Dorf an die mit Volkamers verwandte Familie von Forster über. Der Sandstein-Obelisk, der heute noch auf dem Christoph-Carl-Platz steht, wurde von der Familie von Forster aus dem ehemaligen Volkamerschern Garten in Gostenhof in das Fabrikgut Hammer verlagert. Nach der Eingliederung Frankens in das Königreich Bayern (1806) war das "Messing- und Lahngoldwerk Hammer" die größte Fabrik im Nürnberger Land. Im Jahr 1824 bestand das Dorf aus zwölf Hauptgebäuden, in denen 144 Menschen lebten. Ein 1815 errichtetes Walzwerk wurde ab 1871 durch Turbinen betrieben. 1894 wurden die Hämmer durch Walzwerke ersetzt. Es wurde ein eigenes Stromnetz aufgebaut, mit dem die Ortschaften östlich von Hammer mit Strom versorgt wurden. Die Stromversorgung ging 1930 an das Fränkische Überlandwerk. Die Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg verschonten auch das kleine Fabrikgut nicht. Die von Herrn von Forster eingereichten Pläne für einen Wiederaufbau wurden abgelehnt. 1958 wurde das Werk endgültig stillgelegt und an die Energie- und Wasserversorgung AG (heute N-Ergie AG) verkauft. 1977 wurde Hammer als industriegeschichtliches Ensemble unter Denkmalschutz gestellt.

270-Grad-Panoramablick Industriegut Hammer, März 2013

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Industriegut Hammer (Nürnberg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien