Handaufzucht

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Fütterung eines Dunenjungen des Kalifornischen Kondors mit einer Handschuhattrappe im Rahmen der Erhaltungszuchtmaßnahmen im San Diego Zoo Safari Park. Mit dieser Maßnahme soll die Prägung auf den Menschen vermieden werden.

Von Handaufzucht wird gesprochen, wenn Tierjunge von Menschen großgezogen werden. In Zoos kommt es zu Handaufzuchten, wenn Tiermütter sterben bevor die Jungen sich selbst versorgen können oder wenn sie ihre Jungen nicht annehmen.

Für die handaufgezogenen Tiere kann die Gewöhnung an bzw. Prägung auf den Menschen zu einem Problem werden, da die Gefahr besteht, später schlecht oder gar nicht in Gruppen von Artgenossen integriert zu werden. Das gilt besonders für Tiere, die ausgewildert werden sollen. Ein Problem ist oft das Nichterlernen arttypischer Verhaltensweisen wie Nahrungssuche und Jagd sowie die Aufzucht der eigenen Jungen. Daher wird darauf geachtet, die Tiere nur so lange wie nötig in unmittelbarer Nähe der Menschen zu halten und so schnell wie möglich eine „Abnabelung“ von den betreuenden Personen zu bewirken.

Aufgrund dieser Problematik wird die Handaufzucht von Zootieren häufig kritisiert, etwa bei dem Eisbären Knut. Umgekehrt kann der Verzicht auf eine Handaufzucht und der daher mögliche Tod eines Jungtiers in den Medien große Empörung auslösen, beispielsweise bei der Artgenossin des Eisbären Knut, Flocke, wo sich die Betreuer schließlich nach Kritik doch zur Handaufzucht entschlossen.

In der Landwirtschaft ist eine Gewöhnung der Tiere an Menschen von großem Nutzen. Das gilt auch für die Haustierzucht. In beiden Bereichen ist dieser Effekt erwünscht.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]