Handeloh

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Handeloh
Handeloh
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Handeloh hervorgehoben

Koordinaten: 53° 15′ N, 9° 50′ O

Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Harburg
Samtgemeinde: Tostedt
Höhe: 46 m ü. NHN
Fläche: 26,91 km2
Einwohner: 2539 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 94 Einwohner je km2
Postleitzahl: 21256
Vorwahl: 04188
Kfz-Kennzeichen: WL
Gemeindeschlüssel: 03 3 53 015
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Markt 1
21256 Handeloh
Website: www.handeloh.de
Bürgermeister: Heinrich Richter (FWH)
Lage der Gemeinde Handeloh im Landkreis Harburg
KönigsmoorOtterWelleTostedtWistedtTostedtHandelohUndelohDohrenHeidenauDohrenKakenstorfDrestedtWenzendorfHalvesbostelRegesbostelMoisburgHollenstedtAppelNeu WulmstorfRosengartenBuchholz in der NordheideEgestorfHanstedtJesteburgAsendorfMarxenHarmstorfBendestorfBrackelSeevetalLandkreis HarburgNiedersachsenLandkreis Rotenburg (Wümme)Landkreis HeidekreisLandkreis LüneburgLandkreis StadeFreie und Hansestadt HamburgSchleswig-HolsteinGödenstorfEyendorfVierhöfenGarlstorfSalzhausenToppenstedtWulfsenGarstedtStelleTespeMarschachtDrageWinsenKarte
Über dieses Bild

Handeloh, bis 16. März 1936 Handorf bei Tostedt[2], ist eine Gemeinde im Landkreis Harburg in Niedersachsen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cafe im Schafstall in Wörme
Planetenlehrpfad Handeloh
Büsenbach am Pferdekopf

Handeloh liegt zwischen den Flüssen Seeve und Este, südlich von Buchholz in der Nordheide. Die Harburger Berge liegen im Nordwesten und der Naturschutzpark Lüneburger Heide im Südosten. Die Gemeinde gehört der Samtgemeinde Tostedt an, die ihren Verwaltungssitz in der Gemeinde Tostedt hat.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Handeloh gehören die Orte Handeloh, Höckel, Inzmühlen und Wörme.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedenkstätte NS-Opfer in Handeloh

Handeloh hieß bis 1936 Handorf, wurde aber wegen der Namensgleichheit zu Handorf im Landkreis Lüneburg umbenannt, wobei für die Wahl des neuen Namens das benachbarte Undeloh Pate stand.

Am 8./9. April 1945 hielt ein KZ-Zug mit 5000 Insassen eines Konzentrationslagers, nach einer 4-tägigen Irrfahrt, auf dem Handeloher Bahnhof. Die KZ-Insassen wurden aufgrund der heranrückenden britischen Armee vom Konzentrationslager Nordhausen im Harz nach Bergen-Belsen gebracht. Nach einem Aufruf des Handeloher Bürgermeisters Peters spendeten die Handeloher Einwohner mehr als 40 Zentner gekochte Kartoffeln, Wasser und Milch, berichteten aber auch von zahlreichen Gräueltaten. Infolge von Hunger, Durst, Krankheit und Erschöpfung sowie einer Schießerei am Bahnhof waren mindestens 75 Menschen verstorben und in einem Massengrab, in der Nähe des Bahnhofes beerdigt worden. In den 50er Jahren wurden 64 Tote exhumiert und auf dem Handeloher Gemeindefriedhof beigesetzt.[3][4][5]


Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1972 wurde die Nachbargemeinde Inzmühlen eingegliedert.[6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einwohnerzahl der Gemeinde Handeloh ist seit dem Jahr 2000 sehr konstant und erreichte 2017 zum Höchststand 2.523 Personen. Eine statistische Auswertung einzelner Ortsteile der Gemeinde Handeloh ist nicht möglich, da diese Gebiete im Melderegister nicht entsprechend separiert sind.[7]

Entwicklung der Einwohnerzahl der Gemeinde Handeloh

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat, der am 11. September 2016 gewählt wurde, setzt sich wie folgt zusammen:

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist seit November 2011 Heinrich Richter (Freie Wählergemeinschaft Handeloh).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: Im gespaltenen und rechts geteilten Schild, oben in Grün ein goldenes Wagenrad mit acht Speichen, unten in Silber zwei blaue Wellenbalken, links in Gold eine schwarze Kiefer mit vier Wurzeln.

Bedeutung: Das Wagenrad symbolisiert den früher bedeutenden Holzumschlag in der Gemeinde. Die beiden Wellenbalken weisen auf die Flüsse Este und Seeve hin, die durch die Gemarkung fließen. Holz- und Waldreichtum wird durch die Kiefer dargestellt, deren vier Wurzeln die vier Ortschaften im Gemeindeverband symbolisieren.

Büsenbachtal bei Wörme

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Naturkundliches Museum Handeloh
  • Naturkundliches Museum und Schulungsstätte „Alte Schmiede“
Die Schausammlung beinhaltet die heimische Singvogelwelt, Säugetiere und Vögel Norddeutschlands einschließlich der Küsten, heimische Lurche und Kriechtiere.
Die Schulungsstätte veranstaltet Seminare für Mitarbeiter in Naturschutzverbänden und Verwaltungen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Handeloh
Rathaus Handeloh

Es werden zwei Stationen an der Heidebahn, „Handeloh“ und „Büsenbachtal“, bedient. Letzterer erschließt den Ortsteil Wörme und das Wandergebiet „Büsenbachtal“. Der Haltepunkt Büsenbachtal befindet sich tariflich im Ring D, der Bahnhof Handeloh im Ring E des HVV-Tarifs. Die Heidebahn ist bis einschließlich des zentralen Kreuzungsbahnhofs Soltau Teil des HVV-Tarifgebiets für Einzel- wie auch Zeitkarten.[8]

Von 1999 bis 2002 wurde im Büsenbachtal die touristische Feldbahnanlage „Wilde Erika“ betrieben.

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Baalshof Reiterhof in Handeloh war mit vielen weiteren Außenszenen Hauptdrehort der 52-teiligen Fernsehserie Neues vom Süderhof.


Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dierk Lawrenz, Lothar Eichmann: Die Heidebahn – Von Buchholz über Schneverdingen nach Soltau. 85 Jahre durch die Lüneburger Heide. EK-Verlag, Freiburg 1986, ISBN 3-88255-209-3 [2., überarbeitete und neu bebilderte Ausgabe, EK-Verlag, Freiburg 1997, ISBN 3-88255-419-3].

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Handeloh – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2019 (Hilfe dazu).
  2. Statistik des Deutschen Reichs, Band 450: Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I, Berlin 1939; Seite 265
  3. https://www.kz-zuege.de/kapitel_06.htm
  4. https://kriegsgraeberstaetten.volksbund.de/friedhof/handeloh-gemeindefriedhof
  5. Tafel auf dem Friedhof Handeloh
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 229.
  7. Einwohnerzahlen der Samtgemeinde Torstedt
  8. Hamburger Verkehrsverbund: Tarifplan Gesamt. Hamburger Verkehrsverbund, 7. November 2020, abgerufen am 7. November 2020 (deutsch, englisch).