Handlová

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Handlová
Wappen Karte
Wappen von Handlová
Handlová (Slowakei)
Handlová
Handlová
Basisdaten
Staat: Slowakei
Kraj: Trenčiansky kraj
Okres: Prievidza
Region: Horná Nitra
Fläche: 85,553 km²
Einwohner: 17.518 (31. Dez. 2014)
Bevölkerungsdichte: 205 Einwohner je km²
Höhe: 416 m n.m.
Postleitzahl: 972 51
Telefonvorwahl: 0 46
Geographische Lage: 48° 44′ N, 18° 46′ OKoordinaten: 48° 43′ 41″ N, 18° 45′ 36″ O
Kfz-Kennzeichen: PD
Kód obce: 513997
Struktur
Gemeindeart: Stadt
Gliederung Stadtgebiet: 3 Stadtteile
Verwaltung (Stand: November 2014)
Bürgermeister: Rudolf Podoba
Adresse: Mestský úrad Handlová
Námestie baníkov 7
97251 Handlová
Webpräsenz: www.handlova.sk
Statistikinformation auf statistics.sk

Handlová (deutsch Krickerhau, ungarisch Nyitrabánya – bis 1907 Handlova) ist eine Stadt in der Slowakei. Sie liegt am Fluss Handlovka im Oberneutraer Kessel (Hornonitrianska kotlina), vom Žiar-Gebirge und vom Vogelgebirge umgeben, 15 km von Prievidza und 20 km von Žiar nad Hronom entfernt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche in Handlová

Die Stadt wurde 1367 zum ersten Mal erwähnt und war zu diesem Zeitpunkt von deutschen Siedlern, den Karpatendeutschen, bewohnt. Der Kohleabbau begann in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Bis zum Zweiten Weltkrieg hatte die Stadt einen hohen deutschen Bevölkerungsanteil.

1960 erwarb Handlová das Stadtrecht und besteht heute aus den drei Gemeindeteilen Handlová, Nová Lehota und Morovno (beide 1976 eingemeindet).

Das Grubenunglück im August 2009[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Nacht vom 10. zum 11. August 2009 ereignete sich in Handlová das bis dahin schwerste Grubenunglück in der Geschichte der Slowakei, bei dem 20 Menschen getötet und 9 verletzt wurden. Ursache des Unglücks war ein Feuer, das in der Kohlengrube ausgebrochen war.

Zur Brandbekämpfung stiegen Bergleute und Angehörige einer Rettungsmannschaft in über 300 Meter Tiefe ab. Etwa zwei Stunden später kam es in einem offengelassenen Nebenschacht der Grube zu einer Explosion. Die 20 Personen der Rettungsmannschaft hielten sich zu diesem Zeitpunkt in unmittelbarer Nähe des Explosionsortes auf. Verursacht wurde die Explosion vermutlich durch Kohlenmonoxid, das sich während des vorausgegangenen Brandes ausbreitete.[1]

Premierminister Robert Fico ordnete Staatstrauer an.

Hochwasser 2010[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einem Bruch des Dammes des Flusses Handlovka wurde Handlova ebenso wie Prievidza überflutet, wobei auch ein Mann ums Leben kam.[2]

Nová Lehota[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf Nová Lehota (deutsch Neuhau, neuhauerisch Neihaa/Najhaa, ungarisch Újgyarmat) wurde zum ersten Mal in den Büchern des 48. Erzbischof von Esztergom Ippolito I. d’Este erwähnt.

Im Jahre 1487 als Noua Leotta,

  • 1773 Nowa Lehota,
  • 1784 Neuhay,
  • 1804 Uj Lehota, Neuhey,
  • 1930 Neuhay

und seit 1940 Nová Lehota - Neuhau.[3]

Bis zum Zweiten Weltkrieg war Neuhau fast ausschließlich von Deutschen bewohnt; das Dorf bestand damals aus 242 Häusern und hatte etwa 1400 Einwohner. Nach der Vertreibung der deutschen Bevölkerung im Jahr 1946 wurde der Ort hauptsächlich mit Slowaken aus Ungarn neu besiedelt. Heute hat er weniger als 300 Einwohner. 1976 wurde Nová Lehota nach Handlová eingemeindet.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei einer Volkszählung im Jahre 2001 hatte Handlová 18.018 Einwohner. 96,14 % von ihnen waren Slowaken, 0.86 % Roma, 0,85 % Ungarn, 0,67 % Tschechen und 0,24 % Deutsche.

46,10 % gehörten keiner Religionsgemeinschaft an, 44,74 % waren römisch-katholisch und 2,42 % Lutheraner.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Handlová unterhält Partnerschaften mit der nordrhein-westfälischen Stadt Voerde (Niederrhein) (Deutschland) und der tschechischen Stadt Zábřeh (Hohenstadt an der March).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Lasslob: Neuhau: Eine ehemals deutsche Gemeinde in der Mittelslowakei. Ortsgemeinschaft Neuhau der dt. Landsmannschaft Slowakei, Sindelfingen 1980, OCLC 918068336.
  • Josef Laslop: Kumpel Jupp. Ein Heimatbuch aus dem Hauerland (Krickerhau). Eigenverlag Karpatendeutsche Landsmannschaft Slowakei e.V. Kreisverband Oberhausen/Rhld., 1984, ISBN 3-890-077-802.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bergwerkunglück in der Slowakei. In: NZZ Online. 12. August 2009.
  2. Hochwasser nehmen kein Ende. (Memento vom 17. August 2010 im Internet Archive) In: Kurier. 17. August 2010.
  3. http://www.handlova.sk/ Online abgerufen 24. Februar 2016.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Handlová – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien