Hangul (Hirsch)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Hangul
Kopf eines Hanguls

Kopf eines Hanguls

Systematik
Unterordnung: Wiederkäuer (Ruminantia)
Familie: Hirsche (Cervidae)
Unterfamilie: Cervinae
Tribus: Echte Hirsche (Cervini)
Gattung: Edelhirsche (Cervus)
Art: Hangul
Wissenschaftlicher Name
Cervus hanglu
Wagner 1844

Der Hangul oder Kaschmirhirsch (Cervus hanglu) ist eine Art aus der Gattung der Edelhirsche (Cervus).

Beschreibung[Bearbeiten]

Der Hangul erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 210 bis 230 cm und eine Schulterhöhe von 120 bis 130 cm. Das Fell ist braun bis aschbraun, an den Flanken und Gliedmaßen heller. Im Sommer ist das Fell heller und rötlicher. Der Kopf ist lang mit schmaler Schnauze, Lippen, Ohren und Kinn sind weißlich. Das Geweih hat Aug-, Eis-, Mittelsprosse und Krone, beim ausgewachsenen Tier je Stange fünf oder mehr Enden. Der Nacken ist bei den Männchen lang und buschig behaart. Der Schwanz ist relativ kurz und auf der Unterseite heller. Der Spiegel ist weiß und dunkel eingefasst.

Verbreitung[Bearbeiten]

Das Verbreitungsgebiet des Hangul liegt im Kaschmir sowie im nördlichen Chamba, die größte Population lebt im Dachigam-Nationalpark.

Systematik[Bearbeiten]

Ursprünglich wurde der Hangul aufgrund seines Äußeren als mit den asiatischen Wapitis näher verwandt angesehen. Bisweilen wird er daher zusammen mit dem Tibetischen Rothirsch (Cervus wallichii) und dem Szetschuan-Hirsch (Cervus macneilli) in einer eigenen Art, dem China-Rothirsch zusammengefasst, die aufgrund der Namenspriorität die Bezeichnung Cervus wallichii trägt.[1] In einer Revision der Hirsche aus dem Jahr 2011 wird er aber als eigenständig anerkannt und als möglicherweise näher mit den westlichen Rothirschen angesehen (Cervus elaphus-Gruppe).[2] Eine genetische Studie aus dem Jahr 2015 stellt den hangul in die unmittelbare Verwandtschaft mit dem Bucharahirsch (Cervus bactrianus) und dem Jarkenthirsch (Cervus yarkandensis) und somit in die basale Gruppe der westlichen Rothirsche. Möglicherweise könnten die drei Arten auch zu einer vereint werden, wobei dann Cervus hangul Namensvorrang hätte.[3]

Bedrohung[Bearbeiten]

Der Hangul gilt als stark gefährdet[4]. Während die Population in den frühen 90 Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts noch bei 3.000-5.000 Tieren lag, wurde der Bestand Ende 2007 auf nur noch 190 Tiere geschätzt [5]. Hauptgründe des Rückgangs sind die vernichtung des Lebensraumes und Bejagung. Der Hangul wurde am 11. Mai 1987 zum Staatstier des indischen Bundesstaates Jammu und Kashmir erklärt [6].

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mattioli (2011). Family Cervidae (Deer). (350-443). In: Wilson, D. E., Mittermeier, R. A., (Hrsg.). Handbook of the Mammals of the World. Volume 2: Hooved Mammals. Lynx Edicions, 2009. ISBN 978-84-96553-77-4
  2. Colin Groves und Peter Grubb: Ungulate Taxonomy. Johns Hopkins University Press, 2011, S. 1–317 (S. S. 71–107)
  3. Rita Lorenzini und Luisa Garofalo: Insights into the evolutionary history of Cervus (Cervidae, tribe Cervini) based on Bayesian analysis of mitochondrial marker sequences, withfirst indications for a new species. Journal of Zoological Systematics and Evolutionary Research 2015 doi:10.1111/jzs.12104
  4. Cervus elaphus in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2006. Eingestellt von: Deer Specialist Group, 1996. Abgerufen am 28.08.2007
  5. Kashmiri Hangul faces extinction threat
  6. Offizielle Seite des Bundesstaates Jammu und Kashmir

Weblinks[Bearbeiten]