Hanna Nouri Josua

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Hanna Nouri Josua (* 1956 im Libanon) ist ein arabisch evangelischer Theologe, Pfarrer, Gründer und Geschäftsführer des „Evangelischen Salam-Center“ und Autor.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hanna Nouri Josua wuchs im Libanon auf, studierte an der Amerikanischen Universität Beirut Politikwissenschaft und Geschichte des Islam sowie an der Evangelisch Theologischen Faculteit Leuven Evangelische Theologie, wo er ab 1996 als Lizenziat arbeitete und 2005 mit seiner Dissertation zum Thema „Ibrahim, der Gottesfreund. Idee und Problem einer Abrahamischen Ökumene“ promoviert wurde.

Mittlerweile erblindet, absolvierte Josua eine Ausbildung zum Diakon und Prediger an der evangelischen Missionsschule in Unterweissach.[1] Er ist Pfarrer der Arabischen Evangelischen Gemeinde Stuttgart und zwei weiteren Tochtergemeinden in Süddeutschland und wohnt in Backnang.[2] Er ist Geschäftsführer des 1989 von ihm gegründeten Evangelischen Ausländerseelsorge e. V. in Weissach im Tal, der sich 2018 umbenannte in „Evangelisches Salam-Center. Verein zur Förderung deutsch-orientalischer Gemeinschaft e.V.“.[3]

Josua ist Mitglied im Arbeitskreis Islam der Deutschen Evangelischen Allianz, dessen Vertreter in der Konferenz für Islamfragen der EKD sowie Mitglied der International Association for Mission Studies. Er ist Gastdozent am „Jordan Evangelical Theological Seminary“ (JETS) in Amman/Jordanien, Leiter der arabischen Telefonseelsorge des Fernsehsenders SAT-7 für Deutschland[4] und Leiter der Evangelischen Ausländerseelsorge.[5]

Seit 1980 lebt Josua in Deutschland, wollte ursprünglich nur für wenige Jahre dem Bürgerkrieg in seiner libanesischen Heimat entfliehen und für die Dauer eines Bibelübersetzungsprojekts bleiben. Hier hat er seine Frau Heidi kennengelernt und ist geblieben. Sie ist eine württembergische Orientalistin, mit der er seit 1982 verheiratet ist und fünf Kinder hat.[6]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2017 wurde Josua für seine Promotionsschrift als Studie zur Abrahamischen Ökumene mit dem Johann-Tobias-Beck-Preis ausgezeichnet.[7]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Allein der Gekreuzigte. Das Kreuz im Spannungsfeld zwischen Christentum und Islam (als Hrsg.), Hänssler Verlag, Holzgerlingen 2002, ISBN 978-3-7751-3939-7.
  • Ibrahim, der Gottesfreund. Idee und Problem einer Abrahamischen Ökumene (zugl. Dissertation, Evangelische Theologische Faculteit in Leuven/Belgien, 2005), Mohr Siebeck, Tübingen 2016, ISBN 978-3-16-150145-6.
  • Die Muslime und der Islam. Wer oder was gehört zu Deutschland?, Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2019, ISBN 978-3-374-05871-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. David Werner: Arabische Christen in Stuttgart: Ein Pfarrer für die Verfolgten, stuttgarter-zeitung.de, Artikel vom 4. Juni 2016.
  2. Geschäftsführer des Evangelischen Ausländerseelsorge e. V., auslaenderseelsorge, abgerufen am 28. Oktober 2017.
  3. Aus „Evang. Ausländerseelsorge“ wird „Evang. Salam-Center“, salam-center.de, Meldung vom 15. Mai 2018.
  4. Über Dr. Hanna Josua
  5. Jonathan Steinert: „Abraham ist der erste Muslim“, pro-medienmagazin.de, Interview vom 13. Dezember 2017.
  6. Andreas Main: Arabisch-evangelischer Theologe: „Die Religion darf nicht die Oberhand haben“, deutschlandfunk.de, Interview vom 5. August 2019.
  7. JTB-Preis 2017, afet.de