Hannibal (Dorstfeld)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Die Terrassenstruktur an der Westfassade des Dorstfelder Hannibals

Hannibal ist der Name eines Wohnkomplexes am Vogelpothsweg in Dortmund-Dorstfeld. Der Komplex besteht aus acht nebeneinander stehenden Terrassenhochhäusern mit bis zu 16 Etagen, die 412 Wohnungen mit Flächen von 20 m² bis 100 m² enthalten, davon 304 Maisonetten und 108 kleinere Studentenwohnungen mit einer Etage. Im Gegensatz zum Hannibal Nordstadt gibt es keine Gewerberäume.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hannibal wurde 1972 bis 1975 durch die Dogewo errichtet, die ihn 2004 an das börsennotierte Wohnungsunternehmen Janssen & Helbing verkauft. Dieses begann umfassende Renovierungsarbeiten, da der Komplex bauliche Mängel aufwies, meldete jedoch 2005 Insolvenz an. Der Komplex wurde unter Zwangsverwaltung gestellt und die Arbeiten abgebrochen, sodass es derzeit in einem Gebäudeteil modernere Fassaden und Fenster gibt, während der Rest im Zustand der 70er Jahre ist. Die Probleme häuften sich, so wurden die Sicherheitsleute gekündigt, die Überwachungskameras wurden ausgeschaltet und die Reparaturmaßnahmen auf das absolute Minimum beschränkt. Seitdem wechselt der Besitzer des Komplexes öfters, meist sind es Zwangsverwaltungen, doch die vorherrschenden Mängel werden nicht beseitigt.[1] Am 21. September 2017 wurde bekannt, das der Gebäudekomplex aus Brandschutzgründen evakuiert werden muss.[2]

Derzeitige Situation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Dorstfelder Hannibal gilt als Problemimmobilie und wechselte bereits mehrfach den Eigentümer, zuletzt bei einer Zwangsversteigerung im Jahr 2011. Der derzeitige Eigentümer ist ein börsennotierter Finanzinvestor aus Berlin, namens Lütticher 49 Properties. Er hat unter anderem finanzielle Probleme.[3][4] Darüber hinaus wurden Renovierungsarbeiten begonnen, die jedoch durch die finanzielle Situation des Eigentümers gestoppt wurden.

Das Hauptproblem heute sind die öfters ausfallenden Aufzüge sowie in einigen Teilen gravierende Baumängel, wie undichte Fenster und abblätternder Putz.[5][6]

Räumung

Wegen Brandgefahr wurde der Komplex kurzfristig am 21. September 2017 geräumt. Wann und ob überhaupt die Bewohner wieder in Ihre Wohnungen können, war zu diesem Zeitpunkt noch unklar. Alle Wohnungen sind versiegelt und die Gebäude werden von einem Wachschutzunternehmen bewacht.

Hannibal im Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jede Menge Kohle: In diesem Film wurden einige Szenen im Wohnkomplex gedreht.
  • Hannibal – Geschichten aus dem Block: Im Kontext des Grid Projects der FH Dortmund wurde ein Film von einem Studenten gedreht, der zeigt, welche Lebensumstände im Wohnkomplex herrschen.[7]
  • Dorstfelder Hannibal liegt Brach: eine ZDF-Dokumentation zeigt die derzeitige Situation des Wohnkomplexes als „Negativbeispiel für sozialen Wohnungsbau“.[8]

Hannibal-Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Frostige Stimmung im „Hannibal“ in Dortmund nach Zwangsversteigerung. In: WAZ. Abgerufen am 31. März 2016.
  2. Dortmund räumt aus Brandschutzgründen riesigen Hochhauskomplex Welt online, 21. September 2017
  3. http://www.derwesten.de/id6162386.html
  4. http://www.ruhrnachrichten.de/lokales/dortmund/westen/Mieterangst-Missstaende-im-Hannibal-Hochhaus-haeufen-sich;art2577,1959897
  5. http://www.lokalkompass.de/dortmund-west/politik/hannibal-in-dorstfeld-schluss-mit-der-flickschusterei-d199846.html
  6. Der lange Weg des Hannibal | Ruhrbarone. In: Ruhrbarone. Abgerufen am 31. März 2016 (de-de).
  7. http://vimeo.com/9746671
  8. http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1529670/Dortmunder-Hannibal-liegt-brach#/beitrag/video/1529670/Dortmunder-Hannibal-liegt-brach

Koordinaten: 51° 30′ 2,2″ N, 7° 25′ 9,9″ O