Hanno Edelmann

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Adam und Eva (1990)

Hanno Edelmann (* 18. November 1923 in Hamburg;[1]13. Juli 2013)[2] war ein deutscher Maler, Grafiker und Bildhauer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als 10-Jähriger belegte Hanno Edelmann Abendkurse in Zeichnen an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg. 1936 begann er eine Architekturlehre, porträtierte aber hauptsächlich die Mitarbeiter an ihren Zeichenbrettern. 1937 brach er diese Lehre ab und begann in einer Kunstdruckerei als Lithographie-Lehrling. Dort lernte er etliche Maler kennen, die dort ihre Werke drucken ließen. Mit ihnen zusammen malte er hauptsächlich Akte und Porträts. 1941 wurde er als 17-Jähriger zum Heer (Wehrmacht) eingezogen und geriet 1943 in sowjetische Gefangenschaft. 1947 als Verwundeter nach Hamburg zurückgekehrt, stieß er als Patient im Universitätskrankenhaus Eppendorf auf Dora Klostermann, die Oberschwester der Chirurgischen Klinik. Beeindruckt war sie von Edelmanns Zeichnungen und der Intensität, mit der er auch im Krankenhaus an ihnen arbeitete. Als Kunstliebhaberin und Sammlerin öffnete sie ihm ihre große Sammlung deutscher Expressionisten. In der bitterarmen Nachkriegszeit unterstützte sie ihn mit kleinen Geldsummen. Sie ermöglichte ihm Studienaufenthalte auf dem Land und knüpfte Verbindungen zu Galeristen und Sammlern.[3] Theodor-Otto Lindenschmidt, damals junger Assistent am UKE, war von dem jungen Künstler ebenfalls fasziniert. Er unterstützte ihn über viele Jahre und beauftragte ihn 1966 mit dem Titelentwurf für das Programm zur Wintertagung der Vereinigung Nordwestdeutscher Chirurgen.[4]

1948 begann Hanno Edelmann mit dem Kunststudium an der Hamburger Hochschule für Bildende Künste. Er war zunächst einige Semester in der Grafikklasse von Professor Krubeck und wechselte dann in die Malklasse von Willem Grimm. Sein Studium finanzierte er durch die Illustration von Büchern.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Studium, 1953, unternahm er mit seiner Frau, der Künstlerin Erika Estag, Studienreisen nach Holland und Spanien. Insbesondere in Spanien entstanden viele großformatige Ölbilder. Hanno Edelmann bevorzugte gegen den Trend der Zeit die gegenständliche Malerei. Die Spanienreise hatte großen Einfluss auf sein Schaffen im Atelier – die Farben seiner Bilder wurden intensiver, sein Stil selbstsicherer. 1960 wurde die erste große Einzelausstellung im Hamburger Völkerkundemuseum eröffnet. 1962 erhielt Hanno Edelmann den Auftrag, die Fenster für die Martin-Luther-Kirche in Hamburg-Alsterdorf zu entwerfen. In den Jahren danach folgten 20 weitere Aufträge für die Projektierung von Kirchenfenstern. Mehrere Reisen nach Griechenland und Italien lieferten ihm für sein malerisches Werk neue Ideen. Insbesondere der Karneval in Venedig motivierte ihn zur Schaffung etlicher charakteristischer Werke. In den 1980er-Jahren begann Hanno Edelmann mit der Gestaltung von Skulpturen, insbesondere aus Bronzeguss. Plastiken, großformatige Ölbilder, Aquarelle und Graphiken zeigen die schöpferische Vielfalt des Künstlers. Für die deutsche Übersetzung des Buches Die Bibel im Licht der Altertumsforschung (1957) von William Foxwell Albright zeichnete er die Karten. Eines von Edelmanns Fleet-Bildern ziert den Umschlag von „Chirurgie im Norden“ (2017).[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hanno Edelmann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Holger Carstensen: Ausstellung in Hamburg: Der Künstler Hanno Edelmann bittet in der galerie carstensen 'zu Tisch'. In: freundederkuenste.de. 20. August 2012, abgerufen am 18. August 2017.
  2. Nachruf im Rundblick, Regionalzeitung für Rahlstedt und Umgebung Nr. 7 , 26./27. Juli 2013
  3. Martina Goy: Ein Leben in Liebe für die Kunst (2012)
  4. Hanno Edelmann und die Chirurgie, in: R. Döhler, H.-J. Schröder, E. S. Debus (Hg.): Chirurgie im Norden. Zur 200. Tagung der Vereinigung Norddeutscher Chirurgen in Hamburg 2017. Kaden Verlag, Heidelberg 2017, ISBN 978-3-942825-67-2, S. X.
  5. Neues Buch zur 200. Jahrestagung der Norddeutschen Chirurgen im Kaden Verlag