Hannover

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Hannover (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Hannover
Hannover
Deutschlandkarte, Position der Stadt Hannover hervorgehoben
52.3744444444449.738611111111155Koordinaten: 52° 22′ N, 9° 44′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Region Hannover
Höhe: 55 m ü. NHN
Fläche: 204,14 km²
Einwohner: 514.137 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 2519 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 30159–30659
Vorwahl: 0511
Kfz-Kennzeichen: H
Gemeindeschlüssel: 03 2 41 001
Stadtgliederung: 13 Stadtbezirke, 51 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Trammplatz 2
30159 Hannover
Webpräsenz: www.hannover.de
Oberbürgermeister: Stefan Schostok (SPD)
Lage der Stadt Hannover in der Region Hannover
Region Hannover Niedersachsen Wedemark Burgwedel Neustadt am Rübenberge Burgdorf Uetze Lehrte Isernhagen Langenhagen Garbsen Wunstorf Seelze Barsinghausen Sehnde Hannover Gehrden Laatzen Wennigsen Ronnenberg Hemmingen Pattensen Springe Landkreis Hameln-Pyrmont Landkreis Schaumburg Landkreis Nienburg/Weser Landkreis Heidekreis Landkreis Celle Landkreis Peine Landkreis Gifhorn Landkreis HildesheimKarte
Über dieses Bild

Hannover [haˈnoːfɐ] ist die Hauptstadt des Landes Niedersachsen. Unter dem Namen Hanovere 1150 erstmals urkundlich erwähnt, war die Stadt Hauptstadt Kurhannovers, ab 1814 Hauptstadt des Königreichs Hannover und zwischen 1866 und 1946 nach dessen Annexion durch Preußen als Folge des Deutschen Krieges Hauptstadt der Provinz Hannover. 1875 wurde sie mit über 100.000 Einwohnern zur Großstadt. Heute gehört Hannover mit 514.137 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2012) zu den 15 größten Städten Deutschlands.

Die kreisfreie Stadt gehört zur Region Hannover, einem Kommunalverband besonderer Art, und ist Teil der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg.

Die an der Leine gelegene Stadt ist durch die seit 1947 stattfindende Hannover Messe sowie die CeBIT-Messe international bekannt. Hier kreuzen sich wichtige Schienen- und Straßenverkehrsverbindungen der Nord-Süd-Richtung mit solchen der Ost-West-Richtung. Über den Mittellandkanal ist Hannover zudem an das Binnenschifffahrtsnetz angebunden.

Hannover ist Standort von sechs Hochschulen: Gottfried Wilhelm Leibniz Universität, Medizinische und Tierärztliche Hochschule, Hochschule für Musik, Theater und Medien, Hochschule Hannover und die Fachhochschule für die Wirtschaft.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Lage

Hannover und Umgebung

Hannover liegt im Tal der Leine am Übergang des Niedersächsischen Berglands zum Norddeutschen Tiefland. Im Südwesten der Stadt grenzen die Ausläufer des Weserberglandes mit fruchtbaren Lössböden, im Norden die sandigen und moorigen Geestlandschaften der Burgdorf-Peiner und der Hannoverschen Moor-Geest an das Stadtgebiet.

Hannover und Umgebung im März 2013, fotografiert von der ISS

Die naturräumliche und verkehrsgeographische Lage bot Hannover günstige Voraussetzungen für die Entwicklung vom mittelalterlichen Dorf zur Großstadt. Im Mittelalter passierte ein bedeutender Nord-Süd-Handelsweg durch das Leinetal die Ortsstelle an einer Flussfurt. Im 19. Jahrhundert folgte die Eisenbahn diesem Verlauf und durch den Bau des Mittellandkanals als Ost-West-Verbindung im 20. Jahrhundert lag Hannover am Kreuzungspunkt dieser wichtigen Verkehrswege. Gleiches gilt für den Straßenverkehr durch den Schnittpunkt der Bundesautobahnen A 2 und A 7 nahe Hannover.

Siehe auch: Verkehr

Benachbarte Großstädte sind Hildesheim, Braunschweig, Wolfsburg, Bielefeld, Göttingen, Kassel und Bremen. Nord- und Ostseeküste liegen in etwa gleich weit von Hannover entfernt.

Bremerhaven (150 km) Hamburg (135 km) Lübeck (190 km)
Bremen (100 km) Celle (37 km)
Bielefeld (90 km) Compass card (de).svg Braunschweig (55 km) Wolfsburg (75 km)
Hameln (50 km) Göttingen (105 km) Hildesheim (30 km) Goslar (70 km)

* Entfernungsangaben beziehen sich auf die Entfernung (Luftlinie) bis zum Ortszentrum.

Nachbargemeinden

Folgende Städte und Gemeinden der Region Hannover grenzen an die Stadt Hannover: Langenhagen, Isernhagen, Lehrte, Sehnde, Laatzen, Hemmingen, Ronnenberg, Gehrden, Seelze und Garbsen. Dabei ist die Umgebung geprägt durch städtisch geprägte Bebauung entlang der Verkehrsachsen sowie durch ländlich geprägte Bauweise in anderen Teilen.

Stadtgliederung

Stadtteile und Stadtbezirke von Hannover
Grenzpfahl an der Stadtgrenze mit Wappendarstellung

Hannover besteht aus 51 Stadtteilen. Jeweils zwei bis sieben dieser Stadtteile sind zu einem Stadtbezirk zusammengefasst, so dass folgende 13 Stadtbezirke bestehen: Mitte, Vahrenwald-List, Bothfeld-Vahrenheide, Buchholz-Kleefeld, Misburg-Anderten, Kirchrode-Bemerode-Wülferode, Südstadt-Bult, Döhren-Wülfel, Ricklingen, Linden-Limmer, Ahlem-Badenstedt-Davenstedt, Herrenhausen-Stöcken und Nord.

Über elf Prozent des etwa 200 Quadratkilometer großen Stadtgebietes sind öffentliche Grünflächen, weshalb Hannover auch als Großstadt im Grünen bezeichnet wird. Der zentrumsnahe Stadtwald Eilenriede hat allein eine Größe von 650 Hektar.

Südlich des Stadtzentrums befindet sich der Maschsee, ein circa 78 Hektar großer künstlich angelegter See ohne natürlichen Zu- und Ablauf.

Von Süden her kommend fließt die Leine durch Hannover nordwestlich in Richtung Aller. In Höhe des Maschsees wird über den Schnellen Graben Leinewasser zur Ihme geleitet. Das dortige Wehr dient neben der Regulierung des Wasserstandes der Stromerzeugung. Die Ihme ist ein kleiner Bach, der aus dem Calenberger Land kommt. Durch die Zuleitung von Leinewasser wird sie zum Fluss, der sich nach wenigen Kilometern wieder mit der Leine vereinigt. Ab hier ist die Leine schiffbar. In Limmer mündet die Fösse in die Leine.

Hannover liegt durchschnittlich 55 m ü. NN. Die höchsten natürlichen Erhebungen im Stadtgebiet sind der am Südostrand gelegene Kronsberg, dessen höchster Punkt mit 118,2 Metern ein Aussichtshügel ist, und der 89,0 Meter hohe Lindener Berg. Die höchste künstliche Erhebung ist der Nordberg mit 122 Metern[2] am Nordostrand auf dem Gelände der Mülldeponie Lahe. Der tiefste Punkt befindet sich im Landschaftsschutzgebiet Klosterforst Marienwerder und liegt 44 m ü. NN.

Klima

Im langjährigen Mittel erreichte die Lufttemperatur in Hannover 8,7 °C und es fielen 661 Millimeter Niederschlag. Zwischen Mai und August kann mit durchschnittlich 22 Sommertagen (klimatologische Bezeichnung für Tage, an denen die Maximaltemperatur 25 °C übersteigt) gerechnet werden.

Hannover
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
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6
 
 
50
 
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2
 
 
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5
0
Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: DWD; wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Hannover
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 3,8 4,7 8,7 13,0 18,2 20,6 22,8 22,9 18,6 13,4 7,7 4,9 Ø 13,3
Min. Temperatur (°C) −1,3 −1,4 1,1 3,2 7,3 10,5 12,6 12,2 9,5 5,9 2,4 0,2 Ø 5,2
Niederschlag (mm) 52,5 36,1 51,8 43,6 52,7 71,2 58,7 60,0 54,0 48,8 49,6 62,2 Σ 641,2
Sonnenstunden (h/d) 1,3 2,2 3,4 4,8 6,7 6,7 6,4 6,4 4,5 3,4 1,7 1,1 Ø 4,1
Regentage (d) 10,5 8,6 10,9 9,2 8,8 11,0 9,9 9,5 9,5 9,3 10,5 11,8 Σ 119,5
Luftfeuchtigkeit (%) 87 84 80 75 72 73 75 75 81 84 86 88 Ø 80
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
3,8
−1,3
4,7
−1,4
8,7
1,1
13,0
3,2
18,2
7,3
20,6
10,5
22,8
12,6
22,9
12,2
18,6
9,5
13,4
5,9
7,7
2,4
4,9
0,2
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
52,5
36,1
51,8
43,6
52,7
71,2
58,7
60,0
54,0
48,8
49,6
62,2
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Natur- und Landschaftsschutzgebiete

Teilweise im Stadtgebiet liegen die Flora-Fauna-Habitat (FFH)-Gebiete Altwarmbüchener Moor, Mergelgrube bei Hannover, Leineaue zwischen Ruthe und Hannover, Bockmerholz-Gaim sowie Aller (mit Barnbruch), untere Leine, untere Oker. Teilweise darin enthalten sind, ganz oder teilweise im Stadtgebiet liegend, die Naturschutzgebiete Bockmerholz, Mergelhalde und Gaim sowie die Landschaftsschutzgebiete Wietzeaue, Obere Wietze, Laher Wiesen, Kugelfangtrift-Segelfluggelände, Altwarmbüchener See, Altwarmbüchener Moor-Ahltener Wald, Mardalwiese, Breite Wiese-Nasse Wiese, Alte Bult, Kronsberg, Obere Leine, Hirtenbach/Wettberger Holz, Benther Berg Vorland/Fössetal, Mittlere Leine und Mecklenheide/Vinnhorst.[3]

Geschichte

Gründung und erste Blüte

Ältestes Fachwerkhaus Hannovers von 1566 in der Burgstraße 12

Hannover entstand aus einer mittelalterlichen Siedlung an einer hochwassergeschützten Stelle am Leineufer. Dieser Standort gab der späteren Stadt Hannover vermutlich ihren Namen (Honovere = „Hohes Ufer“), was aber umstritten ist. Nach Auswertungen des Originals einer um 150 n. Chr. vom Geografen Claudius Ptolemäus gezeichneten Karte von „Germania Magna“ durch das Institut für Geodäsie der Technischen Universität Berlin gab es an der Stelle des heutigen Hannover bereits eine Siedlung namens Tulifurdum. Sprachgeschichtlich kann dies als Zusammensetzung der lateinischen Wörtern tuli („ich habe getragen“) und furdum („Furt“), welches auf den Leineübergang hinweist, gedeutet werden.[4] Helmut Plath, langjähriger Chef des Historischen Museums, schrieb über den namenlosen Ort in seiner Stadtgeschichte: „Während des 1. bis 3. Jahrhunderts nach Christus, in der römischen Kaiserzeit, bestand auf dem Boden der späteren Alt- und Neustadt eine Besiedlung von nicht geringer Ausdehnung.“ Reste von Tongefäßen aus dieser Zeit wurden unter anderem im Untergrund der Aegidienkirche gefunden. Die Bewohner hatten dem Stamm der Cherusker angehört.[4] In einem alten Leinearm wurde ein Denar des römischen Kaisers Severus Alexander (222–232) geborgen, für Plath, der nach dem Krieg nach Spuren der Vergangenheit gegraben hatte, der Beweis, dass die Siedlung „von dem mit den Römern in Zusammenhang stehenden Handel erreicht wurde“.[4]

Siehe auch: Namensgebung

In der Nähe gab es durch die nur 500 m breite Leineniederung und einen Werder eine Möglichkeit, die Leine an einer seichten Furt zu überqueren. Dort kreuzten sich zwei Fernstraßen. Auch heute heißt die Straße, die an dieser Stelle parallel zur Leine verläuft, Am Hohen Ufer. Hinweise auf eine Marktsiedlung an dieser Stelle gibt es bereits aus der Zeit um das Jahr 950. Der Vicus Hanovere (vicus = „Marktflecken“) wurde erstmals um 1150 im Hildesheimer Miracula Sancti Bernwardi erwähnt. Im 12. Jahrhundert ließ Heinrich der Löwe Hannover ausbauen und belehnte die Grafen von Roden damit, welche von der Burg Lauenrode, einer Wasserburg in der Leineniederung bei Limmer, aus herrschten. 1241 erhielt Hannover das Stadtprivileg; seit dieser Zeit ist auch ein Rat nachweisbar. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts standen zwei Bürgermeister an der Spitze der Stadt. Daneben gab es einen aus zwölf Mitgliedern bestehenden, sogenannten sitzenden Rat mit dem regierenden Bürgermeister. Im Lüneburger Erbfolgekrieg bekam die Stadt 1371 das Große Privileg[5] verliehen, was ihr weitgehende Rechte einräumte, wie Zoll- und Mühlenrechte und die Befestigung der Stadt.

Zum Schutz der Stadt löste ab 1350 eine 8 m hohe Stadtmauer mit 34 Mauertürmen die zuvor bestehende Befestigung aus palisadenbestandenen Wällen und Gräben ab. Zur Stadtbefestigung Hannover gehörte ab 1392 auch eine Landwehr, die das städtische Vorfeld sicherte. Von der früheren Hannoverschen Landwehr mit Wällen, Hecken, Warthäusern und -türmen gibt es noch Einrichtungen wie den Turm auf dem Lindener Berg, den Döhrener Turm, den Pferdeturm, den Lister Turm und weitere. Die Stadt erlebte zu dieser Zeit eine erste wirtschaftliche Blüte und trat der Hanse bei, die Einwohnerzahl stieg auf 4000.

In der Zeit der Reformation wuchs in der Bevölkerung die Neigung, die evangelische Lehre anzunehmen. Am 26. Juni 1533 schwor eine Versammlung auf dem Marktplatz, zu Luthers Wort zusammenzustehen. Obwohl sich die führenden Kreise der Stadt der Reformation nicht anschlossen, wurde sie durch die Opposition der Bürger, die keine politischen Ämter innehatten, durchgesetzt. Der Rat der Stadt musste schließlich ins katholische Hildesheim flüchten. 1580 unterzeichneten „Bürgermeister und Ratname der Stadt Hannover“ die lutherische Konkordienformel von 1577.[6]

In Hannover wurden von 1514 bis 1657 mindestens 30 Personen in Hexenprozessen angeklagt, davon wurden 27 auf dem Scheiterhaufen hingerichtet oder starben im Gefängnis. Letztes Opfer der Hexenverfolgung war Alheit Snur 1648.

Festungs- und Residenzstadt

Hannover von Osten gesehen als Merian-Stich um 1654, schwer befestigt mit Wassergraben, Wall und Stadtmauer mit Mauertürmen

Während des Dreißigjährigen Krieges machte Herzog Georg von Calenberg 1636 die festungsartig ausgebaute Stadt zu seiner Residenz. Als Residenzstadt erlebte Hannover in den folgenden 80 Jahren eine erneute Blütezeit. Die Bauten dieser Epoche der Geschichte Hannovers setzten nachhaltige Akzente im Stadtbild.

1676 wurde Gottfried Wilhelm Leibniz (1646–1716) von Herzog Johann Friedrich zum Hofrat und Leiter seiner Bibliothek berufen. Der in Leipzig geborene Philosoph und Mathematiker, der unter anderem das Dualsystem erfand, lebte bis zu seinem Tod in Hannover. 2005 wurde die Landesbibliothek und 2006 die Universität nach ihm benannt.

Ab 1699 gehörten dem Rat zwei Bürgermeister, ein Syndikus, ein Sekretär, zwei Kämmerer und sechs Senatoren an. Von 1725 bis 1761 war Christian Ulrich Grupen stets einer der Bürgermeister der Stadt.

Hannover war ab 1692 das 9. Kurfürstentum des Heiligen Römischen Reiches (offizieller Name: Chur-Braunschweig-Lüneburg, inoffiziell auch Chur-Hannover, Kurhannover oder Hannover), nachdem Herzog Ernst August als Voraussetzung 1682 die Primogenitur eingeführt hatte.

Von 1710 bis 1712 war der Komponist Georg Friedrich Händel Kapellmeister am Hof des Kurfürsten Georg Ludwig von Hannover. Während dieser Zeit schrieb Händel unter anderem eine Reihe von Vokalduetten und dirigierte Schlosskonzerte im Leineschloss.

Hannover 1745 als sternförmige Festungsstadt mit Schanzen, Bastionen und Wassergräben. Westlich der Leine liegt die einbezogene Calenberger Neustadt.

Nachdem Kurfürst Georg Ludwig als Georg I. 1714 den britischen Thron bestiegen hatte, verlegte er seine Residenz von Hannover nach London. In Hannover festigte sich dadurch in der inneren Verwaltung ein Kreis von Adeligen- und Beamtenfamilien. Die Residenzstadt, die in den Jahren zuvor stark vom Hof abhängig war, verödete dabei immer mehr. Auch Schloss und Garten Herrenhausen wurden bald nicht mehr genutzt. Diesem Umstand ist es letztlich zu verdanken, dass der Garten nicht mehr zeitgenössisch umgebaut wurde und der ursprüngliche Barockzustand erhalten blieb.

Dies änderte sich 1837, als mit dem Tod Wilhelms IV. die 123 Jahre währende Personalunion der Königreiche Großbritannien und Hannover zu Ende ging und in Hannover König Ernst August I. den Thron bestieg. Am 22. Oktober 1843 wurde die Eisenbahnstrecke von Hannover bis Lehrte eröffnet, am 19. Mai 1844 war die Bahnstrecke Hannover–Braunschweig durchgängig befahrbar. Gegen den Anschluss seiner Residenzstadt an das entstehende Eisenbahnnetz hatte sich der konservative König zunächst gewehrt. Wegen seiner Skepsis planten die Königlich Hannöverschen Staatseisenbahnen die ersten abzweigenden Strecken nicht in Hannover, sondern in Lehrte.

Im Jahr 1747 wurde die Aegidienneustadt eingemeindet, es folgten 1824 die Calenberger Neustadt und 1847 die Ernst-August-Stadt. Mit der Eingemeindung der Vorstadt Hannovers im Jahr 1859 mit den Ortschaften Königsworth, Schloßwende, Nordfeld, Vorort, Fernrode, Bütersworth, Kirchwende, Bult, Heidorn, Tiefenriede, Emmerberg und Kleefeld wuchs die Stadtfläche von 157 auf 2354 Hektar und die Einwohnerzahl stieg von 38.000 auf 68.000.

Hannover war innerhalb des Königreichs Hannover eine autonome Stadt. 1823 wurde sie Sitz der Landdrostei Hannover, aus der später der Regierungsbezirk Hannover hervorging. 1824 wurde sie Sitz des Amtes Hannover, das durch Vereinigung des Gerichtsschulzenamtes Hannover und des Amtes Coldingen gegründet wurde. Ab 1825 gab es in Hannover ein Magistratskollegium, das bis 1935 Bestand hatte. Während dieser Zeit trug das Stadtoberhaupt Hannovers den Titel Stadtdirektor. Ebenfalls 1825 war Hannover die erste Stadt Europas, in der die Straßen mit Gaslaternen beleuchtet wurden. Dafür wurde, auch dies erstmalig in Europa, ein Gasliefervertrag abgeschlossen. Zur Lieferung des Leuchtgases verpflichtete sich die Imperial-Continental-Gas-Association.

Preußische Provinzhauptstadt

Hannover und Linden 1873
Georgstraße mit Straßenbahn um 1895

Als Folge des Deutschen Krieges von 1866 wurde das Königreich Hannover von Preußen annektiert und wurde preußische Provinz: Aus der Residenzstadt Hannover wurde eine preußische Provinzhauptstadt.

Für die hannoversche Industrie bedeutete der Anschluss an Preußen eine Verbesserung der Rahmenbedingungen. Die Aufhebung des Zunftzwanges und die Einführung der Gewerbefreiheit förderten das Wirtschaftswachstum und führten zum Aufschwung der Gründerzeit. In der Zeit zwischen 1871 und 1912 wuchs die Bevölkerung von 87.600 auf 313.400. Die Grenze zur Großstadt mit 100.000 Einwohnern wurde 1873 überschritten.

1872 wurde die erste Pferdebahn eingeweiht, die ab 1893 zur elektrischen Straßenbahn weiterentwickelt wurde. 1881 erfand Ferdinand Sichel den ersten gebrauchsfertigen Tapetenkleister und 1887 Emil Berliner die Schallplatte und das Grammophon.

Der Aufschwung in Hannover fiel in die Ära des Stadtdirektors Heinrich Tramm. Er wurde 1891 in dieses Amt gewählt und versah es 27 Jahre. In dieser Zeit war er die dominierende Person in Politik und Verwaltung der Stadt.

1883 wurde Hannover eine kreisfreie Stadt und Sitz des aus dem Amt Hannover entstandenen Landkreises Hannover sowie des aus der Landdrostei Hannover hervorgegangenen Regierungsbezirks Hannover.

Die Stadt wurde 1869 mit der Vorstadt Ohe-Glocksee vergrößert, es folgten 1882 der Königsworther Platz und der Welfengarten, 1891 die Gemeinden Herrenhausen, Hainholz, Vahrenwald und List und 1907 die Gemeinden Stöcken, der Gutsbezirk Mecklenheide, Bothfeld, Klein-Buchholz, Groß-Buchholz, Kirchrode, Döhren und Wülfel.

1902 wurde in Hannover der erste mobile Feuerlöschzug der Welt übergeben. Im selben Jahr installierte Hermann Bahlsen die erste Leuchtreklame Deutschlands. Der Flugpionier Karl Jatho baute das erste Motorflugzeug Deutschlands, mit dem er am 18. August 1903 auf der Vahrenwalder Heide einen Flug durchgeführt haben soll.

Weimarer Republik und Nationalsozialismus

1920 wurde die Stadt Linden mit den Stadtteilen Alt- und Neu-Linden, Limmer, Davenstedt, Badenstedt, Bornum und Ricklingen nach Hannover eingemeindet. Die Einwohnerzahl wuchs dadurch um etwa 80.000 auf 400.000. 1928 folgten der Schloss- und Gartenbezirk Herrenhausen, die Gutsbezirke Leinhausen und Marienwerder, 1937 Teile von Bemerode und Laatzen.

Seit 1918 heißt das Oberhaupt der Stadt Oberbürgermeister und nicht mehr Stadtdirektor. Erster Oberbürgermeister war der Sozialdemokrat Robert Leinert. 1925 folgte Arthur Menge von der konservativen DHP, der bis 1937 im Amt blieb. In Menges Amtszeit fiel 1936 der mit Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen ermöglichte Bau des Maschsees und die Anlage des Hermann-Löns-Parks.

In kultureller Hinsicht war Hannover in den 1920er Jahren insbesondere wegen Kurt Schwitters ein „Vorort der Moderne“. Sein Dadaismus, seine Zeitschrift MERZ und die von ihm gegründete Gruppe die abstrakten hannover hatten Weltruf.

1921 wurde von der Hannoverschen Waggonfabrik (HAWA) der HAWA Vampyr gebaut. Das erste voll-thermische Segelflugzeug der Welt wurde vom Flugtechnischen Institut der Technischen Hochschule entwickelt. Der spöttisch „Kommissbrot“ genannte Kleinwagen 2/10 PS wurde ab 1924 von der Hanomag produziert und war das erste am Fließband hergestellte Auto in Europa. 1930 wurde im Ausbesserungswerk Hannover-Leinhausen der Schienenzeppelin gebaut.

1938 zerstört: Die 1870 eröffnete Neue Synagoge in der Calenberger Neustadt

Ab 1937 gehörte der Oberbürgermeister (1942–1945 „Staatskommissar“) der NSDAP an. Wie überall in Deutschland sahen sich auch in Hannover viele Menschen aufgrund ihres jüdischen Glaubens und weiterer ethnischer und anderer Gründe Verfolgungen ausgesetzt. 484 hannoversche Juden polnischer Herkunft wurden im Rahmen der „Polenaktion“ Ende Oktober 1938 nach Polen ausgewiesen, darunter die Familie Grünspan. Deren zweitältester Sohn Herschel Grünspan befand sich in Paris. Als er von der Vertreibung seiner Familie erfuhr, fuhr er zur deutschen Botschaft und tötete dort den Legationsrat Ernst Eduard vom Rath. Die Nationalsozialisten nahmen diese Tat als Vorwand für die von ihnen inszenierten deutschlandweiten Novemberpogrome. Dabei wurde in Hannover am 9. November 1938 die Neue Synagoge in der Calenberger Neustadt niedergebrannt. Im September 1941 kam es durch die vom NSDAP-Gauleiter Süd-Hannover-Braunschweig initiierte „Aktion Lauterbacher“ zu einer Ghettoisierung der verbliebenen jüdischen Familien.

Noch vor der Wannseekonferenz wurden am 15. Dezember 1941 die ersten Juden aus Hannover nach Riga deportiert. In der Folgezeit wurden mindestens 2400 Menschen deportiert, von denen die wenigsten überlebten. Organisiert hatte die Deportationen und die Arisierung von Kunst- und Kulturgütern der Stadtbaurat Karl Elkart.[7] Von den etwa 4800 Juden, die 1938 in Hannover lebten, gab es keine hundert mehr, als am 10. April 1945 amerikanische Truppen in Hannover einrückten. Heute erinnern an die Judenverfolgung in Hannover ein Mahnmal am Opernplatz und mittlerweile 270 Stolpersteine[8] (Stand September 2013), die im Gehweg vor den letzten frei gewählten Wohnhäusern von NS-Opfern verlegt sind. In Ahlem wurde 1987 auf dem Gelände der ehemaligen Israelitischen Gartenbauschule Mahn- und Gedenkstätte eingerichtet.

Neben einem Zwangslager für Sinti und Roma und sogenannten Erziehungslagern gab es in Hannover mehrere Außenlager des Konzentrationslagers Neuengamme mit mehreren Tausend Insassen, die unter menschenunwürdigen Verhältnissen lebten.[9] Während des Krieges arbeiteten etwa 60.000 Zwangsarbeiter in Hannover, die überwiegend aus der UdSSR, Polen, Frankreich, den Niederlanden und Belgien verschleppt und in rund 500 Lagern interniert waren. Sie wurden vorwiegend in der Rüstungsindustrie eingesetzt. Vier Tage vor der Befreiung Hannovers wurden rund 150 von ihnen auf dem Stadtfriedhof Seelhorst erschossen. Sie wurden kurz nach Kriegsende zusammen mit weiteren 230 Leichen in einem Trauerzug zum Nordufer des Maschsees überführt und dort in einer Gedenkstätte beigesetzt.

Im Zweiten Weltkrieg hatten zahlreiche Divisionen und Wehrverwaltungen ihren Sitz in Hannover. Dazu zählten neun Militärgerichte, von denen auch Soldaten zum Tode verurteilt wurden, die den Gehorsam verweigert hatten. Nach umfangreichen Recherchen konnten die Daten von 51 Soldaten ermittelt werden, die wegen „Fahnenflucht“ (Desertion), „Wehrkraftzersetzung“ und „Kriegsverrat“ in Hannover hingerichtet wurden oder aus Hannover stammten und an anderen Orten aus diesen Gründen hingerichtet wurden.[10] Die Soldaten wurden im Wehrmachtsuntersuchungsgefängnis am Waterlooplatz inhaftiert, vom benachbarten Militärgericht verurteilt, nach Todesurteilen auf dem Kasernengelände, der heutigen Emmich-Cambrai-Kaserne, hingerichtet und auf dem Stadtfriedhof Fössefeld begraben. Ein Deserteursdenkmal auf dem Trammplatz gegenüber dem Rathaus erinnert daran.[11]

Im Zweiten Weltkrieg war Hannover als bedeutender Verkehrsknotenpunkt und Standort kriegswichtiger Betriebe ab 1940 immer wieder Ziel alliierter Bombenangriffe. Bei den insgesamt 88 Luftangriffen wurden neben den Industriebetrieben auch große Teile des Wohnungsbestandes vernichtet und fast 6800 Menschen getötet. Der Zerstörungsgrad der Innenstadt lag bei 90 Prozent.[12] 47,5 % der Wohnungen waren unbewohnbar.[13] Nach dem Krieg wurden die Aegidienkirche und die Nikolaikapelle nicht wieder aufgebaut; die Ruinen blieben als Mahnmal für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft stehen.

Wiederaufbau und Entwicklung bis zur Gegenwart

1946 führte die Militärregierung der Britischen Besatzungszone die Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein. Der vom Volk gewählte Rat wählte aus seiner Mitte den ehrenamtlich tätigen Oberbürgermeister als Vorsitzenden und Repräsentanten der Stadt. Langjähriger Oberbürgermeister war von 1972 bis 2006 Herbert Schmalstieg. Als hauptamtlichen Leiter der Stadtverwaltung gab es von 1946 bis 1996 einen ebenfalls vom Rat gewählten Oberstadtdirektor.

Den Zweiten Weltkrieg überstanden, den Wiederaufbau danach nicht: Die 1898 fertiggestellte Flusswasserkunst von Hubert Stier wurde 1963 abgerissen.

Unter der Leitung des Stadtbaurats Rudolf Hillebrecht erfolgte nach dem Krieg der Wiederaufbau der Stadt. Dabei wurde das Straßennetz völlig neu geordnet und den damals postulierten Anforderungen einer autogerechten Stadt angepasst. Die Innenstadt wurde mit mehrspurigen Straßen (Lavesallee, Leibnizufer, Hamburger Allee, Berliner Allee) umfahren und deren Verknüpfung durch Kreisverkehre hergestellt. Der früher durch das Zentrum fließende Fernverkehr der ehemaligen Reichsstraßen Nr. 3 und Nr. 6 wurde über Schnellstraßen an der Peripherie um die Stadt herumgeführt. Für den Messeschnellweg wurde eine Schneise mitten durch den Stadtwald Eilenriede geschlagen. Der historische Stadtgrundriss blieb nur oberflächig bestehen, da das verbleibende, grobmaschige Netz der Straßen nur in etwa die Hauptlinien der historischen Straßen nachzeichnet.[14] Kennzeichnend für den Wiederaufbau Hannovers ist die Entstehung von Stadträumen, die von der historischen Struktur abweichen. Durch diese damals als fortschrittlich geltende Stadtplanung erlangte die Stadt überregionale Bekanntheit.[15] In späterer Zeit waren die städtebaulichen Werte der Wiederaufbauzeit überholt: In der Strömung des Postmodernismus besaßen jene Straßen und Plätze Modellcharakter für Stadtquartiere, wie sie das 19. Jahrhundert geprägt hatte, und nicht jener moderne Städtebau, dessen autogerechte Planung eine Übernahme nordamerikanischer Erfahrungen war.[16] Der kriegs- und wiederaufbaubedingte Verlust an historischen Gebäuden lässt zuweilen den Wunsch nach einer Rekonstruktion prägender Gebäude aufkommen: 1983 wurde das Leibnizhaus an einem anderen Ort neu errichtet; die Rekonstruktion des Schlosses Herrenhausen im Großen Garten begann 2011.

In Hannover gründete Rudolf Augstein 1947 das Magazin Der Spiegel und im Jahr darauf Henri Nannen die Zeitschrift Stern. 1951 fand im Stadtpark Hannover die erste Bundesgartenschau statt. Das im August 1967 bundesweit eingeführte PAL-Farbfernsehsystem wurde unter der Federführung von Walter Bruch bei der Telefunken GmbH in Hannover entwickelt und dort Anfang 1963 vorgestellt.

Am 23. Juni 1965 beschloss der Rat der Stadt, eine U-Bahn zu bauen. Nach dem Baubeginn am 16. November 1965 am Waterlooplatz folgten jahrzehntelange Bauarbeiten am Tunnelnetz, die im Wesentlichen 1993 mit der Eröffnung der C-Nord-Strecke in der Nordstadt beendet waren. Dabei wurden im Innenstadtbereich Tunnel gebaut und diese an die bestehenden Straßenbahnstrecken angeschlossen, wodurch die Stadtbahn Hannover entstand. Nach dem Ende der Bauarbeiten wurden in der City um den Kröpcke und in der Lister Meile Fußgängerzonen eingerichtet, wodurch diese Gebiete eine erhebliche Aufwertung erfuhren.

Nachdem bereits 1967 und 1968 Teile von Wettbergen eingemeindet worden waren, folgte am 1. März 1974 die große niedersächsische Kommunalreform: Die Stadt Misburg sowie die Gemeinden Ahlem, Anderten, Bemerode, Vinnhorst, Wettbergen, Wülferode wurden ebenso eingemeindet wie Teile von Isernhagen Niedernhägener Bauerschaft (heute Isernhagen-Süd), Laatzen und Langenhagen. Am 1. Januar 1981 wurden Gebietsteile mit damals mehr als 100 Einwohnern an die Nachbarstadt Laatzen abgetreten.[17]

Im Jahr 2000 fand in Hannover mit der Expo 2000 das erste Mal eine Weltausstellung in Deutschland statt. 155 Nationen beteiligten sich an der Ausstellung mit dem Motto „Mensch, Natur, Technik“. Mit 18 Millionen Besuchern wurden die anfänglichen Erwartungen an die Besucherzahlen nicht erfüllt.

Bis zur Abschaffung der vier Bezirksregierungen Niedersachsens am 31. Dezember 2004 war die Stadt Sitz der Bezirksregierung Hannover.

Bevölkerungsentwicklung

Bis zum Ende der frühen Neuzeit wuchs die Bevölkerungszahl Hannovers nur langsam. Während des Spätmittelalters lebten 1435 in der Stadt etwa 5.000 Menschen, bis 1766 hatte sich die Zahl auf 11.874 mehr als verdoppelt. Mit dem Beginn der Industriellen Revolution Ende des 18. Jahrhunderts beschleunigte sich das Bevölkerungswachstum. 1811 lebten 16.816 Menschen in der Stadt. Die Eingemeindung umliegender Orte (Vorstadt Hannover) mit rund 20.000 Menschen im Jahr 1859 führte zu einem Anwachsen auf 60.120 Menschen im Jahr 1861.

Im Jahre 1875 überschritt die Einwohnerzahl die Grenze von 100.000, wodurch Hannover zur Großstadt wurde. 1901 waren es 250.000 Einwohner. Durch Eingemeindungen in den Jahren 1907 und 1909 stieg die Bevölkerung 1910 auf über 300.000. Am 1. Januar 1920 wurde die Stadt Linden mit 73.379 Einwohnern (1919) eingemeindet. Die Einwohnerzahl stieg bis Ende 1920 auf über 400.000.

Im Zweiten Weltkrieg verlor die Stadt mehr als die Hälfte ihrer Bewohner. Durch Evakuierung, Flucht, Deportationen und Luftangriffe sank die Bevölkerung von 471.000 im Mai 1939 auf 217.000 im April 1945. 1952 lebten wieder so viele Menschen in der Stadt wie vor dem Krieg, 1954 waren es eine halbe Million. 1962 erreichte die Einwohnerzahl mit 574.754 ihren historischen Höchststand. Am 1. März 1974 brachte die Eingliederung der Stadt Misburg mit 21.721 Einwohnern (1972) und weiterer umliegender Orte einen Bevölkerungszuwachs von 64.711 Personen. Spätestens seit 1960 ist Hannover in jedem Jahr eine der 15 größten deutschen Städte. Im Jahre 2010 stand Hannover mit 522.686 Einwohnern auf der Liste der Großstädte in Deutschland an 13. Stelle.

Politik

Kommunalverfassung

Kommunalwahl 2011[18]
Wahlbeteiligung: 44,6 %
 %
40
30
20
10
0
37,0
25,2
21,4
4,3
3,5
3,3
2,8
1,7
0,8
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-4,1
-5,6
+7,8
-0,3
+3,5
+3,3
-3,8
+0,1
-0,9
Sitzverteilung im Rat
        
Von 64 Sitzen entfallen auf:
Gemeinsames Logo von Stadt und Region Hannover

Der Rat ist die kommunale Vertretung der Stadt Hannover. Über die Vergabe der 64 Sitze entscheiden die Bürger alle fünf Jahre in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl. Seit der Kommunalwahl 2011 besteht eine Ratskoalition aus SPD und Bündnis 90/Die Grünen.

Am 1. November 2001 wurde aus den Städten und Gemeinden des Landkreises Hannover und der Stadt Hannover die Region Hannover gebildet. Hannover ist seither eine regionsangehörige Gemeinde mit der Rechtsstellung einer kreisfreien Stadt.

1996 wurde in Niedersachsen die bisherige Doppelspitze in der Stadtverwaltung aufgegeben. Seither gibt es in Hannover einen direkt gewählten hauptamtlichen Oberbürgermeister. Am 6. Oktober 2013 setzte sich Stefan Schostok (SPD) in einer Stichwahl gegen Matthias Waldraff (CDU) mit 66,3 Prozent der Stimmen durch. Am 11. Oktober 2013 übernahm Schostok die Geschäfte als OB von Hannover.[19] Die offizielle Vereidigung als Oberbürgermeister im Rat der Stadt fand am 24. Oktober statt.[20] Eine Amtszeit beträgt acht Jahre.[21] Er ist Leiter der Stadtverwaltung und Repräsentant der Stadt, jedoch nicht Ratsvorsitzender. Dieser wird vom Rat aus seiner Mitte gewählt. Neben dem Oberbürgermeister gibt es drei ehrenamtliche Vertreter für repräsentative Aufgaben. Sie werden vom Rat gewählt und tragen den Titel Bürgermeisterin oder Bürgermeister. Stellvertreter des Oberbürgermeisters ist der 1. Bürgermeister, seit 1996 hat Bernd Strauch (SPD) das Amt inne. Bernd Strauch ist zugleich Vorsitzender des Rates. Die weiteren Bürgermeister sind Regine Kramarek (Bündnis 90/Die Grünen) und Klaus Dieter Scholz (CDU).[22]

In der Liste der Hauptverwaltungsbeamten von Hannover sind die Stadtdirektoren, Bürgermeister und Oberbürgermeister Hannovers aufgeführt.

Verwaltung

Die Stadtverwaltung gliedert sich in den Geschäftsbereich des Oberbürgermeisters als Leiter der Verwaltung mit seinem Büro, dem Rechnungsprüfungsamt sowie dem Fachbereich Bäder und Sport und sechs Dezernate, die sich in 15 Fachbereiche gliedern. Die Fachbereiche sind in Bereiche und Sachgebiete unterteilt. Dem Dezernat II ist die Zusatzversorgungskasse der Stadt, dem Dezernat V die Städtischen Eigenbetriebe zugeordnet. Vertreter des Oberbürgermeisters in der Verwaltung ist der erste Stadtrat, seit August 2013 hat die Dezernentin für Wirtschaft und Umwelt Sabine Tegtmeyer-Dette das Amt inne. Die Dezernenten werden vom Rat der Stadt für acht Jahre gewählt. In der Verwaltung arbeiten etwa 10.000 Beschäftigte.[23][24][25]Der Oberbürgermeister wird nach der Besoldungsordnung B 9 (plus Zulage nach B10) [26], der erste Stadtrat nach B 7 und die weiteren Stadträte/Dezernenten nach B 6 besoldet.

Gliederung:

  • Leiter der Verwaltung: Oberbürgermeister
  • Dezernat I: Personal- und Organisationsdezernat
  • Dezernat II: Finanz, Rechts-und Ordnungsdezernat
  • Dezernat III: Jugend- und Sozialdezernat
  • Dezernat IV: Kultur- und Schuldezernat
  • Dezernat V: Wirtschafts-und Umweltdezernat
  • Dezernat VI: Baudezernat

Wappen

Das Wappen der Stadt Hannover zeigt eine silberne Mauer mit zwei Zinnentürmen auf rotem Grund; in dem offenen Tor befindet sich unter schwarzem Fallgatter ein goldenes Schildchen mit einer grünen Marienblume oder Kleeblatt (ungeklärt); zwischen den Türmen steht ein goldener Löwe.

Das Wappen ist bereits ab 1266 als Siegel nachweisbar, mit Marienblume/Kleeblatt (vorher Münzzeichen) ab 1534, wobei der Löwe das Symbol der Welfen beziehungsweise der Herrschaft des Herzogtums Braunschweigs ist, zu dessen Herrschaftsgebiet die Stadt gehörte. Seit 1929 hat das Stadtwappen seine heutige Form. Die alten Stadtfarben Rot, Gelb und Grün wurden 1897 durch Rot-Weiß ersetzt.

Städtepartnerschaften

Hannover unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:[27]

Eine weitere Städtepartnerschaft bestand zwischen 1971 und 1976 mit Utrecht (Niederlande). Mit Iwanowo (Russland) besteht ein Freundschaftsvertrag. Die vor ihrer Eingemeindung begonnenen Städtepartnerschaften von Ahlem, Anderten und Misburg werden auf Stadtbezirksebene fortgeführt. Im Maschpark sind Wege nach den Partnerstädten benannt, was ihm die Bezeichnung „Park der Partnerstädte“ eingebracht hat.

Wirtschaft und Infrastruktur

Industrie

Ehemalige Keksfabrik Bahlsen (heute deren Verwaltung)
Konzernzentrale der TUI AG

In Hannover haben verschiedene Industriebetriebe ihren Sitz, unter anderem der Automobilzulieferer Continental AG, die Volkswagen Nutzfahrzeuge, der Fahrzeugsystemhersteller WABCO, der Baumaschinenhersteller Komatsu Hanomag, das Varta-Batteriewerk (heute Johnson Controls) und der Schleifmittelhersteller VSM Vereinigte Schmirgel- und Maschinen-Fabriken. Die Lebensmittelindustrie ist mit Bahlsen, Harry-Brot und den Brauereien Gilde Brauerei und Herrenhäuser Brauerei vertreten. Die Ende des 19. Jahrhunderts entstandene Zementindustrie bei Hannover ist Schwerpunkt der niedersächsischen Zementproduktion. Ihr Zentrum liegt im Stadtteil Misburg-Süd und benachbarten Orten.

Früher waren in Hannover weitere bekannte Unternehmen ansässig wie der Montankonzern Preussag (2002 in TUI umbenannt), der Fahrzeughersteller Hanomag, der Schokoladenhersteller Sprengel (1979 von Stollwerck übernommen, 2001 geschlossen), die Schreibwarenhersteller Pelikan AG und Geha-Werke, die Erdölraffinerie Deurag-Nerag (1986 geschlossen) und die Schallplattenfabrik Deutsche Grammophon Gesellschaft (später Polygram), seit 1990 geschlossen. Die letzte Zentrale des Mineralölunternehmens und Tankstellenbetreibers Gasolin befand sich bis 1971 in Hannover.

Dienstleistungen

Zu den hannoverschen Dienstleistungsunternehmen gehören eine Reihe von Banken, Finanzdienstleistern und Versicherungen wie Norddeutsche Landesbank (NORD/LB), Sparkasse Hannover, Hannoversche Volksbank, ING-DiBa, Bankhaus Hallbaum, Swiss Life Select, VHV, Kaufmännische Krankenkasse – KKH, LBS, Hannover Rück, Hannoversche, HDI Versicherungen und Talanx. Hinzu kommt der Touristikkonzern TUI mit seinen Töchtern TUI Deutschland, 1-2-Fly und Robinson. Die Fluggesellschaft TUIfly ist am Flughafen Hannover-Langenhagen ansässig. Die Stadtwerke Hannover versorgen Hannover und Umgebung mit Strom, Gas, Wasser und Fernwärme. Weitere Energiedienstleistungsunternehmen sind BEB, Gasunie Deutschland, E.ON Energie AG und ExxonMobil. Die New Economy ist beispielsweise durch den Internetreifenhändler Delticom vertreten. Die Börse Hannover entstand 1785.

hannoverimpuls ist die gemeinsame Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft der Stadt und der Region Hannover. 2003 gegründet unterstützt sie die Gründung, Ansiedlung und das Wachstum von Unternehmen am Wirtschaftsstandort Hannover.

Hannover ist ein Zentrum des Einzelhandels, dessen Einzugsbereich bis in die Region Ostwestfalen-Lippe reicht. Die innerstädtische Fußgängerzone umfasst mehrere Straßenzüge rund um die Georgstraße. Zu den Einkaufspassagen der Innenstadt gehören u. a. die 2008 neben dem Hauptbahnhof eröffnete Ernst-August-Galerie der Hamburger ECE Projektmanagement, die Niki-de-Saint-Phalle-Promenade, die Kröpcke-Passage und die Galerie Luise.

Tourismus

In Hannover gibt es neben über 100 Hotels aller Kategorien, u. a. eine Jugendherberge und mehrere Hostels. Im Jahr 2013 verzeichnete die Stadt rund 2,1 Millionen Übernachtungen, die Region insgesamt kam auf rund 3,7 Millionen Übernachtungen. Damit haben sich die Übernachtungszahlen innerhalb von rund zehn Jahren nahezu verdoppelt.

Öffentliche Einrichtungen

Hannover ist Sitz der Niedersächsischen Landesregierung und des Niedersächsischen Landtages. Außerdem befinden sich hier der Sitz des THW Länderverbandes Bremen und Niedersachsen der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk sowie das Landeskriminalamt Niedersachsen. In Hannover haben zwei Bundesbehörden ihren Hauptsitz, die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe und das Bundessortenamt. Die Polizeidirektion Hannover ist für die Stadt und die Region Hannover zuständig. Die Deutsche Bundesbank ist in Hannover mit ihrer „Hauptverwaltung in Bremen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt“ vertreten. Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) hat eine Geschäftsstelle in Hannover.

Messen und Kongresse

Die Spitze des Hermesturms auf dem Messegelände

Hannover ist eine bedeutende Messestadt mit dem größten Messegelände der Welt. Regelmäßig werden hier über dreißig nationale und internationale Messen veranstaltet, darunter im Frühjahr die Computermesse CeBIT und die Hannover Messe. Betreiber des Messegeländes ist die Deutsche Messe AG. Die Messen werden insgesamt von rund zwei Millionen Menschen besucht. Weitere Messen sind unter anderem die Domotex, ABF (Messe), EuroBLECH, Pferd & Jagd, Agritechnica, Ligna +, CeMAT, Infa, EMO, EuroTier, Biotechnica, IdeenExpo und die IAA Nutzfahrzeuge.

Im Hannover Congress Centrum (HCC) werden jährlich über 500 Kongresse und kleinere Messen veranstaltet.

Medien

NDR-Landesfunkhaus Hannover, links der große Sendesaal

Der Sitz des Landesfunkhauses Niedersachsen des Norddeutschen Rundfunks befindet sich in Hannover am Maschsee. Der NDR produziert hier unter anderem das Regionalmagazin Hallo Niedersachsen, die Reisemagazine Nordtour und Nordsee-Report und seit 2011 auch die 21:45 Uhr-Ausgabe von NDR aktuell. Die Talk-Show Tietjen und Hirschhausen wird in einem Studio auf dem Messegelände aufgezeichnet. Die Phoenix-Talk-Show Tacheles wird in der Marktkirche aufgezeichnet. Die Tatort-Kommissarin des NDR Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) ist laut Drehbuch beim Landeskriminalamt Niedersachsen tätig. Gleichfalls am Maschsee liegt das Landesfunkhaus des ZDF. Die TVN GROUP betreibt vier Fernsehstudios, in denen unter anderem für den NDR die Spielshow BINGO! und für Sat.1 das Regionalmagazin 17:30 live produziert werden. RTL Nord und Sat.1 Norddeutschland betreiben im Anzeiger-Hochhaus Regionalstudios. Die TV+ Fernsehproduktion produziert Fernsehsendungen für den NDR, die AZ Media für RTL und n-tv. Filmförderung wird von der Nordmedia Niedersachsen/Bremen betrieben. Die ARD.ZDF medienakademie betreibt in Hannover eines der beiden deutschen Trainingszentren. Hier ansässig ist auch der Fernseh-Shoppingsender Channel 21 (ehemals RTL Shop). Außerdem gibt es das nichtkommerzielle Bürgerfernsehen h-eins. Die X-City-Medien produzieren das Fahrgastfernsehen in mehreren deutschen Städten.

Große hannoversche Radiosender sind NDR 1 Niedersachsen, Hit-Radio Antenne und Radio ffn. Bei letzterem starteten unter anderem Oliver Kalkofe, Oliver Welke und Dietmar Wischmeyer mit dem Frühstyxradio ihre Karrieren. Daneben gibt es die nichtkommerziellen Lokalradios Radio Leinehertz 106.5 und Radio Flora, wobei das Letztere seit April 2009 nur noch als Internetradio sendet. Mit Radio Hannover gibt es zudem einen privaten Lokalsender.

Die in Hannover erscheinenden Tageszeitungen Hannoversche Allgemeine Zeitung und Neue Presse werden von der Verlagsgesellschaft Madsack herausgegeben. Daneben gibt es die Lokal-Ausgabe der Bild-Zeitung. Die Deutsche Presse Agentur (dpa) sowie die Nachrichtenagentur ddp (Deutscher Depeschendienst, am 11. April 2013 eingestellt) betreiben ein Landesdienstbüro in Hannover. Der Heise-Verlag, der Vincentz-Verlag und die Schlütersche Verlagsgesellschaft vertreiben Fachzeitschriften und Telefonbücher. Ebenso ist das T3N Magazin des Yeebase-Verlags in Hannover beheimatet.

Hochschulen

Hauptgebäude der Universität Hannover im Welfenschloss
Haupteinfahrt zur MHH

Die Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover in der Nordstadt (Hannover) geht zurück auf die 1831 eröffnete Höhere Gewerbeschule, aus der sich die Königlich-Technische Hochschule entwickelte, die 1899 zur Technischen Hochschule erhoben wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Hochschule für Gartenbau und Landeskultur und 1968 die Pädagogische Hochschule Hannover eingegliedert.

Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) wurde 1965 gegründet. Die Organisationsstruktur der MHH weicht von der einer klassischen Universität ab und orientiert sich an der Department-Struktur amerikanischer Universitäten. Die einzelnen Abteilungen der MHH wurden Zentren zugeordnet, die wiederum in vier Sektionen (Vorklinische Fächer, Große Klinische Fächer, Kleine Klinische Fächer, Klinisch-Theoretische Fächer) zusammengefasst sind. Die MHH arbeitet mit dem von Professor Madjid Samii gegründeten neurowissenschaftlichen Forschungsinstitut International Neuroscience Institute zusammen.

Die Tierärztliche Hochschule Hannover wurde 1778 als Königliche Roß-Arzney-Schule eröffnet und 1887 zur Hochschule erhoben. Sie ist die älteste Hochschule in Hannover.

Die Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover geht zurück auf die Landesmusikschule und die private Hannoversche Schauspielschule, welche beide 1978 zusammen den Status einer Künstlerisch-Wissenschaftlichen Hochschule erhielten. Zur Hochschule gehört auch das Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung sowie das Europäische Zentrum für Jüdische Musik in der Villa Seligmann. Berühmte Absolventinnen sind Ulrike Folkerts und Katja Riemann.

Die Hochschule Hannover (bis 2010 Fachhochschule Hannover) entstand aus verschiedenen Institutionen, unter anderem der Werkkunstschule, der Ingenieurakademie und der Staatlichen Baugewerkschule Nienburg. 1978 kam der Fachbereich Informations- und Kommunikationswesen hinzu. Die Hochschule gliedert sich in fünf Fakultäten: Fakultät I (Elektro- und Informationstechnik), Fakultät II (Maschinenbau und Bioverfahrenstechnik), Fakultät III (Medien, Information und Design), Fakultät IV (Wirtschaft und Informatik) und Fakultät V (Diakonie, Gesundheit und Soziales). Letztere ist aus der Evangelischen Fachhochschule hervorgegangen, welche 2007 in die damalige Fachhochschule eingegliedert wurde.

Wirtschaftsnahe Bildungseinrichtungen sind die Fachhochschule für die Wirtschaft, die GISMA Business School sowie die Leibniz-Akademie an der Expo Plaza.

Bibliotheken und Archive

Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek – Niedersächsische Landesbibliothek

Die Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek ist die niedersächsische Landesbibliothek und zugleich eine wissenschaftliche Bibliothek mit großem Ausstellungs- und Kulturprogramm.[29] Sie ist die ehemalige Königliche Bibliothek mit einem bedeutenden Altbestand mit alten Drucken und Handschriften, die bis in das Jahr 800 n. Chr. reichen.[30] Hier befindet sich der Nachlass von Leibniz. Seine Briefe, die seit 2007 zum Weltdokumentenerbe der UNESCO (Unesco-Programm Memory of the World) gehören, werden hier ebenso wie der Goldene Brief[31] und Teile der Monseer Fragmente[32] aufbewahrt.

Die Stadtbibliothek Hannover wurde 1440 erstmals urkundlich erwähnt. Neben der Zentralbibliothek an der Hildesheimer Straße gehören zu ihr 18 Stadtteilbüchereien – u.a. die im Freizeitheim Linden an der Limmerstraße – sowie die Fahrbücherei.

Die Technische Informationsbibliothek/Universitätsbibliothek Hannover ist eine große technisch-naturwissenschaftliche Bibliothek. Fachbibliotheken befinden sich an der Medizinischen Hochschule, der Tierärztlichen Hochschule sowie beim Landeskirchenamt Hannover.

Hannover ist Sitz mehrerer Archive, darunter das Niedersächsische Landesarchiv, das Stadtarchiv Hannover, das Landeskirchliche Archiv der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover, das Universitätsarchiv Hannover, das Leibniz-Archiv in der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Bibliothek, die Bibliothek und das Archiv der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe und das Pressearchiv der Verlagsgruppe Madsack.

Weitere Forschungs- und Bildungseinrichtungen

Das Geozentrum Hannover besteht aus der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, dem Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie und dem Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik. Das Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut), Teilinstitut Hannover, befindet sich auf dem Campus der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Universität Hannover. Die Stadt Hannover ist außerdem "Korporativ Förderndes Mitglied" der Max-Planck-Gesellschaft.[33]

Das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen wird geleitet vom früheren niedersächsischen Justizminister Christian Pfeiffer. Das Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin befindet sich in der Nähe der Medizinischen Hochschule. Forschung, Entwicklung und Beratung im Bereich der Lasertechnik führt das Laser Zentrum Hannover durch.

Das Landesbildungszentrum für Blinde Hannover ist eine soziale Einrichtung des Landes für Sehbehinderte und Blinde. Institutionen für die Allgemeinbildung sind die Volkshochschule Hannover und der Bildungsverein Soziales Lernen und Kommunikation.

Im September 2012 eröffnete das Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim das Europäische Forschungszentrum für Tierimpfstoffe, Boehringer Ingelheim Veterinary Research Center.[34]

Gesundheitswesen

Außer der Medizinischen Hochschule (MHH) gibt es in Hannover weitere Krankenhäuser in unterschiedlicher Trägerschaft. Zum Verbund Klinikum Region Hannover gehören das Klinikum Nordstadt, das Klinikum Oststadt-Heidehaus und das Klinikum Siloah. Die Hautklinik Linden wurde zum 1. April 2011 in die MHH integriert. Zu kirchlichen Trägern gehören das Friederikenstift mit der Unfallklinik, das Henriettenstift sowie das Vinzenzkrankenhaus. Des Weiteren gibt es noch einige Privatkliniken, beispielsweise das International Neuroscience Institute, das zu Asklepios gehört.

Verkehr

Hannover liegt am Übergang von der norddeutschen Tiefebene zum niedersächsischen Bergland, unweit der Stadt tritt das Leinetal aus der Mittelgebirgsschwelle heraus. Daher kreuzen sich hier bedeutende Verkehrsachsen der Nord-Süd-Richtung mit denen der Ost-West-Richtung. Der alte Handelsweg Hellweg vor dem Santforde verlief südlich der Stadt. Statistische Studien zeigen, dass Hannover eine außergewöhnlich gute Erreichbarkeit aufweist.[35] Des Weiteren war Hannover die erste Stadt in Niedersachsen, die zum 1. Januar 2008 Umweltzonen einführte, um den Feinstaub- und Stickstoffdioxid-Gehalt in der Luft zu vermindern. Seit diesem Zeitpunkt konnte der seit 2005 bestehende Grenzwert für die Jahresmittelwerte, der bei 40 µg/m³ liegt, immer eingehalten werden.

Verkehrsmittelverteilung

Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) hatte 2011 bei den Einwohnern der Stadt Hannover einen Anteil von 19 % an der Verkehrsmittelwahl (Daten von 2011; motorisierter Individualverkehr (MIV) 38 %, Fußgänger 25 %, Radfahrer 19 %).[36] Im Vergleich mit anderen deutschen Großstädten, für die aktuelle Daten vorlagen, hatte Hannover damit zusammen mit Bremen den höchsten Radverkehrsanteil, den niedrigsten MIV-Wert nach München und den höchsten Anteil des ÖPNV an der Verkehrsmittelwahl nach Berlin und München mit jeweils 21 %. Gegenüber 2001 waren eine deutliche Steigerung bei Rad- und öffentlichem Verkehr zu verzeichnen, eine starke Verringerung beim MIV (2001: 44 %) und eine geringere beim Fußverkehr (2001: 28%).

Straße

Am Autobahnkreuz Hannover-Ost treffen sich die Bundesautobahn A 2 (Europastraße E 30) und die A 7 (E 45). Darüber hinaus verlaufen über hannoversches Stadtgebiet die A 37 und die A 352 sowie die Bundesstraßen B 3, B 6, B 65, B 217, B 441, B 443 und B 522. Um das Zentrum führt ein U-förmiges Netz von als Kraftfahrstraßen angelegten Schnellwegen: Westschnellweg, Südschnellweg und der östlich gelegene Messeschnellweg. Die in den 1950er Jahren geplante Nordtangente („Niedersachsenring“) wurde nicht verwirklicht.

Eisenbahn

Der Hauptbahnhof ist ein Fernverkehrsknoten der ersten Kategorie. Er zählt mit 250.000 Reisenden und Besuchern pro Tag zu den fünf am meisten frequentierten Bahnhöfen in Deutschland. Der Hauptbahnhof verknüpft u. a. die Bahnstrecken Hamburg–Kassel, Dortmund–Berlin, und Bremen-Magdeburg. Daneben gibt es noch zehn S-Bahn-Stationen. Zum Eisenbahnknotenpunkt Hannover gehören ferner vier Güterbahnhöfe und zwei Betriebsbahnhöfe sowie der im benachbarten Seelze gelegene Rangierbahnhof Seelze.

Öffentlicher Personennahverkehr

Hauptartikel: Nahverkehr in Hannover

Hannover verfügt über ein gut ausgebautes Nahverkehrsnetz. Acht Regionalbahnlinien von DB Regio, Metronom Eisenbahngesellschaft und Erixx sowie sieben S-Bahn-Linien erschließen die Region. Zusammen mit 12 Stadtbahnlinien und über 150 Buslinien der üstra und der RegioBus gewährleisten sie den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) der Stadt und des Umlands. Für alle Busse und Bahnen des Nahverkehrs gilt der Gemeinschaftstarif des Verkehrsverbunds Großraum-Verkehr Hannover (GVH). Vom nördlich des Hauptbahnhofs gelegenen Zentralen Omnibusbusbahnhof (ZOB) steuern Linienbusse Ziele sowohl in der Region Hannover als auch in ganz Deutschland und Europa an.

Binnenschifffahrt

Der Mittellandkanal verbindet Hannover für die Binnenschifffahrt über weitere Kanäle mit dem Ruhrgebiet, Hamburg und Berlin. Die Schleuse Anderten, bei ihrer Eröffnung 1928 die größte Binnenschleuse Europas, überwindet in ihren zwei Schleusenkammern eine Fallhöhe von 14,70 Metern. Nordhafen und Brinker Hafen liegen direkt am Mittellandkanal. Der in Seelze abzweigende Stichkanal Hannover-Linden endet nach elf Kilometern im Lindener Hafen. Der Misburger Hafen liegt am Stichkanal Misburg, welcher vom Mittellandkanal abzweigt. Zusammen haben die städtischen Häfen über vier Millionen Tonnen Frachtumschlag im Jahr. In Hannover gibt es drei Jachthäfen, den Yachthafen Hannover am Mittellandkanal, den Jachthafen Hannover-Limmer am Leine-Verbindungskanal und den Jachthafen Hannover-Misburg am Stichkanal Misburg. Ferner gibt es entlang des Mittellandkanals und der Ihme drei Anlegestellen für die touristische Fahrgastschifffahrt. Fahrgastschifffahrt wird auch auf dem Maschsee betrieben, wo es entlang des Ufers sechs Anlegestellen gibt.

Luftverkehr

Fahrradtaxis am Hauptbahnhof

Über den Flughafen Hannover-Langenhagen bestehen Flugverbindungen zu Deutschlands internationalem Drehkreuz Frankfurt am Main sowie zu über 70 weiteren nationalen und internationalen Zielen im Linien- und Tourismusverkehr, darunter einige Langstreckenziele. Rund 40 Fluggesellschaften fliegen den Flughafen an, der über 5 Millionen Fluggäste im Jahr abfertigt.

Fahrrad

Der Anteil des Fahrradverkehrs am Modal Split beträgt im innerstädtischen Bereich 19 %.[37] Die Stadt möchte diesen Anteil künftig erhöhen. Wohnviertel sind häufig mit Tempo-30-Zonen ausgestattet. An einigen Stellen wurden Fahrradstraßen eingerichtet. Im Innenstadtbereich verkehren Fahrradtaxis.

Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Im Zentrum der Altstadt befindet sich die im 14. Jahrhundert erbaute Marktkirche mit dem Marktplatz nebst Marktbrunnen. Zusammen mit dem Alten Rathaus ist sie Zeugnis der norddeutschen Backsteingotik. Die Kreuzkirche im Kreuzkirchenviertel besitzt ein wertvolles Altargemälde von Lucas Cranach d. Ä. In der Nähe steht in der Burgstraße 12 das älteste erhaltene Fachwerkhaus Hannovers von 1564/1566. Der in den Jahren 1649–1664 errichtete Ballhof war lange Zeit der größte Veranstaltungssaal der Stadt und ist heute eine der Spielstätten des Niedersächsischen Staatstheaters. Am Holzmarkt mit dem Oskar-Winter-Brunnen steht neben dem kurz vor 1900 errichteten Nolte-Haus das im Jahre 1499 an anderer Stelle im Stil der Renaissance erbaute, im Krieg zerstörte und 1983 rekonstruierte Leibnizhaus. Nicht weit entfernt befindet sich das Marstalltor von Louis Remy de la Fosse.

Von den mittelalterlichen Stadtverteidigungstürmen ist lediglich der Beginenturm am Historischen Museum vollständig erhalten, außerdem in Rudimenten der Borgentrickturm im Foyer der Volkshochschule Hannover. Von den Türmen der Hannoverschen Landwehr stehen noch der Döhrener Turm, der Pferdeturm und der Turm auf dem Lindener Berg. Der Mitte des 19. Jahrhunderts abgerissene Lister Turm war 1895 durch eine romantisierende Nachbildung ersetzt worden.

In der Calenberger Neustadt befinden sich die barocke Neustädter Kirche und die Basilika St. Clemens, der erste Neubau einer katholischen Kirche in Hannover nach der Reformation. Die Glocken der benachbarten Evangelisch-Reformierten Kirche wurden von Königin Victoria von Großbritannien gestiftet. In der Nähe liegen das Niedersächsische Hauptstaatsarchiv und das Niedersächsische Umweltministerium. Davor auf dem Mittelstreifen des Leibnizufers befindet sich der Duve-Brunnen.

Anfang bis Mitte des 19. Jahrhunderts prägte der Architekt und Stadtplaner Georg Ludwig Friedrich Laves Hannover im Stil des Klassizismus. Bedeutende Bauwerke von ihm sind das Opernhaus, die Waterloosäule, das Fürstenhaus in Herrenhausen, das Wangenheimpalais und das Laveshaus gegenüber dem Neuen Rathaus. Das Leineschloss (heute Sitz des Niedersächsischen Landtages) baute er um und erweiterte es unter anderem mit dem Portikus in der Leinstraße.

Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts wurde der hannoversche Rundbogenstil geschaffen, u. a. durch den Gründer und wichtigsten Vertreter der Hannoverschen Architekturschule Conrad Wilhelm Hase. Beispiel für diese Richtung ist das 1855 fertiggestellte Künstlerhaus in der Sophienstraße.

Neogotische Kirchen sind die Gartenkirche St. Marien mit dem Gartenfriedhof in der Marienstraße, die Christuskirche am Klagesmarkt, die Lutherkirche in der Nordstadt und die Erlöserkirche in Linden-Süd. Die älteste Kirche Hannovers im Kloster Marienwerder entstand dreischiffig um 1200 im Stil der Romanik.

Das im Stil des Eklektizismus erbaute und 1913 eröffnete Neue Rathaus liegt zwischen Altstadt und Maschpark. Die in der Kuppel in einer Höhe von fast 100 Metern befindliche Aussichtsplattform kann (außer im Winter) in dem einzigartigen Kuppelaufzug mit einem bogenförmigen Fahrverlauf von Besuchern erreicht werden. In der Empfangshalle des Rathauses befinden sich vier Stadtmodelle, die die Stadt in den Jahren 1689, 1939, 1945 und der Gegenwart zeigen.

Zur gleichen Zeit (1911 bis 1914) wurde die von den Architekten Paul Bonatz und Friedrich Eugen Scholer in neoklassizistischem Baustil entworfene Stadthalle mit dem Kuppelsaal errichtet.

Im Gebäude des 1905 erbauten und 1982 stillgelegten Goseriede-Bades befinden sich heute die Kestnergesellschaft und der Hauptsitz des Hörfunksenders Radio ffn. Der im Zweiten Weltkrieg zerstörte Mitteltrakt wurde durch einen Neubau ersetzt. Gegenüber an der Goseriede liegt der Tiedthof, ein Beispiel für die Revitalisierung alter Bausubstanz.

Der Backsteinexpressionismus im Hannover der 1920er und 1930er Jahre wird vor allem repräsentiert durch das Anzeiger-Hochhaus von Fritz Höger am Steintor, das Gebäude der Stadtbibliothek Hannover in der Hildesheimer Straße und das Capitol-Hochhaus am Schwarzen Bären in Linden. Zahlreiche im gleichen Baustil erbaute Wohnhäuser befinden sich auch in der Südstadt, der List, Kleefeld und Ricklingen.

Großen Einfluss auf die Architektur der Nachkriegszeit hatte Dieter Oesterlen mit Bauten wie dem Historischen Museum und dem Funkhaus des NDR am Maschsee. Er entwarf den Neubau der Kirche St. Martin in Linden-Mitte, von der nur der Kirchturm den Zweiten Weltkrieg überstanden hatte.

In den 1970er Jahren prägte der Brutalismus mit Bauwerken wie dem Kröpcke-Center, dem Bredero-Hochhaus und dem Ihme-Zentrum die Stadt.

Beispiele für die Architektur der Gegenwart sind das 83,52 Meter hohe gläserne Verwaltungsgebäude der Nord/LB am Aegidientorplatz und das gläserne Torhaus am Aegi, der dekonstruktivistische Gehry-Tower des Architekten Frank Gehry und das Medienzentrum von Alessandro Mendini.

36 Sehenswürdigkeiten der Innenstadt sind durch den Roten Faden miteinander verbunden. Diese 4,2 Kilometer lange, auf das Pflaster gemalte rote Linie führt an der Tourist-Information am Ernst-August-Platz beginnend in einem Rundgang durch die Innenstadt.

Am Stadtrand am Kronsberg liegt das Gewerbegebiet Expo Park Hannover. In ihm sind von der Expo 2000 einige Ausstellungspavillons sowie die weitläufige Expo-Plaza erhalten geblieben.

In Groß-Buchholz steht mit dem Telemax der höchste Funkturm und zugleich das höchste Bauwerk Niedersachsens. Der alte Fernsehturm am Hauptbahnhof wird heute als VW-Tower bezeichnet und dient Werbezwecken.

In Hannover befinden sich drei historische Windmühlen. Im Hermann-Löns-Park steht eine Bockwindmühle von 1701, die Buchholzer Windmühle wurde 1868 errichtet und die Anderter Windmühle stammt von 1854.


Denkmäler, Mahnmäler und Straßenkunst

Nanas am Leineufer
Farbig beleuchtete Sitzbänke an der Georgstraße

Der Leibniztempel im Georgengarten ist ein Pavillonbau, der von 1787 bis 1790 zu Ehren des in Hannover tätigen Universalgelehrten Gottfried Wilhelm Leibniz – ursprünglich am Waterlooplatz – errichtet wurde. Es gilt als das erste öffentliche Denkmal in Deutschland für einen Nichtadeligen.

Die ebenfalls klassizistische Waterloosäule ist eine 46,31 Meter hohe Siegessäule auf dem Waterlooplatz im Stadtteil Calenberger Neustadt. Sie wurde nach einem Entwurf von Georg Ludwig Laves in den Jahren 1825 bis 1832 errichtet.

Der schlichte Reese-Brunnen besteht aus eine Majolika-Pflanzenskulptur – von Martha und Hans Poelzig im Jahre 1925 geschaffen – und befindet sich an der Fritz-Behrens-Allee nahe der Hochschule für Musik, Theater und Medien am Rand der Eilenriede. Es handelt sich um ein seltenes Beispiel eines Brunnens im Stil des Art Déco. Ein weiterer Brunnen von Hans Poelzig befindet sich im Großen Garten in Dresden.

In den 1970er-Jahren startete die Stadt auf Initiative des damaligen Oberstadtdirektors Martin Neuffer ein ambitioniertes Straßenkunstprogramm als Kunst im öffentlichen Raum. Bekanntestes und damals äußerst umstrittenes Objekt sind die 1974 aufgestellten Nanas von Niki de Saint Phalle am Leibnizufer. Im Lauf der Zeit wurde zwischen dem Leineufer und dem Königsworther Platz mit sieben weiteren Objekten auf 1,2 Kilometer Länge die Skulpturenmeile geschaffen.

In den 1990er Jahren entstanden mit dem Projekt BUSSTOPS neun von internationalen Designern entworfene Bus- und Stadtbahnhaltestellen. Diese befinden sich beispielsweise am Steintor (Designer Alessandro Mendini), am Königsworther Platz (Ettore Sottsass), am Maschsee/Sprengel-Museum (Heike Mühlhaus) und am Braunschweiger Platz (Frank O. Gehry).

Nahe dem Niedersächsischen Landtag befindet sich die Skulpturengruppe der Göttinger Sieben, die an den Protest von sieben Göttinger Professoren gegen die Aufhebung der hannoverschen Landesverfassung durch König Ernst August I. im Jahre 1837 erinnert, zu dessen Ehren im Jahr 1861 das Ernst-August-Denkmal vor dem Hauptbahnhof errichtet wurde. Ein beliebter Treffpunkt ist die Kröpcke-Uhr im Stadtzentrum.

Das Jüdische Mahnmal in der Calenberger Neustadt erinnert an die 350 Juden, die in den Jahren 1941/42 nach Riga und Theresienburg deportiert wurden. In der Roten Reihe befindet sich die Gedenkstätte zur Erinnerung an die in der Reichspogromnacht zerstörten Synagoge. In der Georgstraße befindet sich das Mahnmal für die ermordeten Juden Hannovers.

Das größte Mahnmal der Stadt ist die Ruine der Aegidienkirche. Sie dient als Mahnmal für die Opfer aus Kriegen und Gewalt. Im Inneren befindet sich die Friedensglocke, eine Schenkung der Partnerstadt Hiroshima, und auf dem Kirchturm befindet sich ein Glockenspiel.

Grünflächen und Naherholung

Zoo, Tiergarten

Hauptartikel: Zoo Hannover

Der Zoo Hannover hat sich seit seiner Mitte der 1990er Jahre begonnenen grundlegenden Umgestaltung zu einem modernen Erlebnis-Zoo gewandelt. Mehrere landschaftlich unterschiedlich gestaltete Themenbereiche mit den Namen Sambesi, Dschungelpalast, Kibongo, Meyers Hof, Outback, Mullewapp und Yukon Bay sollen den Besuchern die Tiere der Welt in möglichst authentischer und zugleich artgerechter Umgebung näherbringen. Des Weiteren gibt es den kleinen Themenbereich Strandbad, das Tropenhaus, eine Greifvogelvoliere, drei Sommerrodelbahnen, den Abenteuerspielplatz Brodelburg und täglich rund 30 Shows und Showfütterungen. Über 3400 Tieren aus 237 Tierarten leben auf einer Fläche von etwa 22 Hektar und werden von jährlich 1,6 Millionen Besuchern betrachtet.

Der Tiergarten im Stadtteil Kirchrode, ehemals ein fürstliches Jagdrevier, beherbergt 150–200 heimische Tiere und zahlreiche Pflanzenarten.

Herrenhäuser Gärten

Hauptartikel: Herrenhäuser Gärten
Großes Parterre mit Brunnen im Großen Garten

Eine der bekanntesten hannoverschen Sehenswürdigkeiten sind die Herrenhäuser Gärten. Der Große Garten ist ein bedeutender europäischer Barockgarten. Neben zahlreichen Sondergärten sind das Große Parterre, das Orangenparterre, der Irrgarten und der Nouveau Jardin die bekanntesten Teile des Großen Gartens. Die dortige große Fontäne erreicht eine Scheitelhöhe von bis zu 80 Metern. Im Großen Garten befinden sich ferner die Grotte, deren Innenräume von Niki de Saint-Phalle gestaltet wurden, die zwei Eckpavillons von Louis Remy de la Fosse, das historische Gartentheater sowie das Galeriegebäude mit dem Goldenen Tor, die Orangerie und das Arne Jacobsen-Foyer. Das im Zweiten Weltkrieg zerstörte Schloss Herrenhausen wurde ab 2011 rekonstruiert und am 18. Januar 2013 wiedereröffnet. Der Berggarten ist einer der ältesten botanischen Gärten in Deutschland mit rund 12.000 Pflanzenarten. Es gibt das Tropenschauhaus, die Kakteen-Schauhäuser, das Orchideen-Schauhaus mit einer der größten Orchideensammlungen Europas und das Kanarenhaus. Neben zahlreichen Themangärten gibt es noch Deutschlands ältesten Präriegarten, den Schmuckhof und den Staudengrund, eine der ältesten Anlagen ihrer Art in Europa. Im Jahre 2007 eröffnete das Sea Life Centre mit über 3.500 tropischen Süß- und Salzwasserfischen. Dort befindet sich unter anderem ein ca. 8 Meter langer Glastunnel durch das Tiefseebecken und eine Nachbildung des tropischen Regenwaldes. Ferner befinden sich im Berggarten das Welfenmausoleum und der Bibliothekspavillon. Der Georgengarten ist in der Art eines englischen Landschaftsparks angelegt. In ihm liegen die knapp zwei Kilometer lange Herrenhäuser Allee, der Leibniztempel und das Georgenpalais. Im Welfengarten befindet sich das Welfenschloss – heute das Hauptgebäude der Universität – und davor als Skulptur das Niedersachsenross, das niedersächsische Wappentier.

Stadtwälder und Stadtparks

Die Eilenriede ist ein 650 Hektar großer Stadtwald und wird als die „Grüne Lunge“ der Stadt bezeichnet. In ihr befindet sich die Umweltbildungseinrichtung Waldstation Eilenriede (mit Aussichtsturm), zwei Trimmpfade, ein Baumlehrpfad, acht Liegewiesen, 14 Denkmäler, zehn Spielplätze und der Spielpark WAKITU mit einem Hochseilgarten. Das Wegenetz der Eilenriede besteht aus 80 km Wanderwegen, 38 km Radwegen und 11 km Reitwegen.

Weitere Stadtwälder sind die Seelhorst im Süden der Eilenriede, die Große Heide in Bothfeld, der Misburger Wald, die Gaim und das Bockmerholz in Wülferode, das Wettberger Holz, das Bornumer Holz in Badenstedt, der Klosterforst in Marienwerder, die Mecklenheide im Stadtteil Nordhafen, das Gemeindeholz in Stöcken und die Spannriede in Ledeburg.

Zu den historischen städtischen Parks zählen der neben der Stadthalle gelegene Stadtpark mit dem Rosarium und dem Japanischen Teegarten, der Hermann-Löns-Park in Kleefeld, der Maschpark am Neuen Rathaus und der Hinübersche Garten beim Kloster Marienwerder. Zu den Stadtteilparks zählen die Alte Bult mit dem Hiroshima-Hain, der Vahrenwalder Park mit Staudenanlagen, Wiesenfläche und Brunnen, welcher 1986 als Stadtteilpark auf dem Gelände der früheren Königlichen Reithalle entstand, der Botanische Schulgarten im Stadtteil Burg und der Von-Alten-Garten in Linden-Mitte mit Relikten (Torhäuser, Gartenterrasse) des 1945 zerstörten Schlosses der Familie von Alten. Zu den neuen Gärten zählen der Willy-Spahn-Park in Ahlem und die Expo-Gärten, die im Rahmen der Weltausstellung Expo 2000 angelegt wurden. Sie bestehen aus den Gärten im Wandel, die von dem Landschaftsarchitekten Kamel Louafi entworfen wurden, dem Expo-Park-Süd und dem Parc Agricole. Die Gärten verbinden sich mit dem Landschaftsraum des zur Weltausstellung neu geschaffenen Stadtviertels Kronsberg. Kamel Louafi gestaltete von 2008 bis 2010 einen Teil des Opernplatzes um.

Weitere stadtnahe Erholungsgebiete sind die Uferpromenaden und -grünanlagen entlang der Leine, Ihme und des Mittellandkanals. Durch den Neubau der Benno-Ohnesorg-Brücke und durch Hochwasserschutzmaßnahmen an der Ihme wird das Ihmeufer der Calenberger Neustadt neu gestaltet.

Seen und Schwimmbäder

Der künstlich angelegte 78 Hektar große Maschsee liegt südlich des Stadtzentrums in Sichtweite des Neuen Rathauses. Der See wurde nach zweijähriger Bauzeit im Mai 1936 eröffnet und ist das größte Gewässer der Stadt. Er hat keinen natürlichen Zu- und Ablauf und wird aus den nahe gelegenen Ricklinger Kiesteichen über ein Pumpwerk mit Wasser versorgt. Zwei Segelschulen und mehrere Vereine ermöglichen das Rudern und Segeln auf dem See. Die üstra betreibt in den Sommermonaten mit vier Schiffen Fahrgastschifffahrt auf einem Rundkurs. Baden im See ist am Südufer im Strandbad möglich. Weitere Seen mit Freibademöglichkeiten sind der Altwarmbüchener See und der Sonnensee in Misburg sowie die Ricklinger Kiesteiche.

Im Stadtgebiet gibt es fünf Hallenbäder: Stadionbad, Vahrenwalder Bad, Nord-Ost-Bad, Stöckener Bad und Anderter Bad. Hinzu kommen das Fössebad in Limmer und das Misburger Bad als Hallen-Freibäder.

Von Mai bis September sind sechs Freibäder geöffnet: Lister Bad, Hainhölzer Naturbad, Ricklinger Bad, RSV-Bad Leinhausen, Volksbad Limmer und Kleefelder Bad (Annabad) im Hermann-Löns-Park.

Friedhöfe

Scilla-Blüten auf dem Lindener Berg-Friedhof

Zu Hannovers großen Friedhöfen zählen der Stadtfriedhof Engesohde als ältester Friedhof mit vielen Mausoleen und plastisch gestalteten Grabdenkmälern, der Stadtfriedhof Ricklingen, der Stadtfriedhof Seelhorst (mit 63 Hektar als größter), der Stadtfriedhof Stöcken und der 1968 angelegte und damit jüngste Stadtfriedhof Lahe. Der Gartenfriedhof, der St.-Nikolai-Friedhof (hier befindet sich mit der Ruine der Nikolaikapelle eines der ältesten Gebäude der Stadt), der Neustädter Friedhof, der Alte Jüdische Friedhof an der Oberstraße und der Jüdische Friedhof an der Strangriede sind stillgelegt und dienen als Park. Dies gilt ebenfalls für den Lindener Bergfriedhof, der im Frühjahr eine botanische Besonderheit bietet. Hier blüht flächendeckend die leuchtend-blaue Scilla-Blüte als das blaue Wunder von Linden.

Grüner Ring

Auf dem Grünen Ring, einem seit 1995 eingerichteten Rundwander- und Fahrradweg, kann man entlang der Stadtgrenze die Stadt Hannover umrunden. Der Grüne Ring besteht aus einem Basisring von 80 Kilometer Länge sowie drei Umlandschleifen und zwei Innenschleifen. Die Basisschleife führt, im Norden Hannovers angefangen, durch die Stadtteile (sowie eigenständigen Gemeinden oder Städte) Langenhagen, Isernhagen-Süd, Lahe, Misburg, Anderten, Bemerode, Laatzen, Hemmingen, Arnum, Devese, Wettbergen, Empelde, Velber, Ahlem, Letter, Marienwerder, Garbsen, Vinnhorst und Godshorn.

Panoramablick von der Aussichtsplattform im Neuen Rathaus

Kultur

Museen und Galerien

Historisches Museum mit beleuchtetem Leibniz-Zitat

In Hannover befinden sich über zwanzig Museen.

Das Niedersächsische Landesmuseum hat fünf Abteilungen. Die Landesgalerie präsentiert die europäische Kunst vom 11. bis zum 20. Jahrhundert einschließlich einer Sammlung des deutschen und französischen Impressionismus. Die Naturkunde-Abteilung zeigt Zoologie, Botanik, Geologie und ein Vivarium mit 2000 Fischen, Insekten, Amphibien, Spinnen und Echsen. Die Archäologie-Abteilung stellt die Ur- und Frühgeschichte Niedersachsens dar. Die Völkerkunde-Abteilung zeigt Kulturen aus aller Welt. Hier ist u. a. ein japanisches Teehaus aufgebaut. Das Niedersächsische Münzkabinett zeigt das ehemalige Münzkabinett der Könige von Großbritannien und Kurfürsten von Hannover.

Das Historische Museum erzählt die Geschichte Hannovers von der mittelalterlichen Siedlung honovere über die Residenzstadt bis zum heutigen Messestandort. Einen Schwerpunkt bildet die Zeit zwischen 1714 und 1837, als das Kurfürstentum Hannover in Personalunion mit dem britischen Königshaus verbunden war. Eine Museumsdependance befindet sich im rekonstruierten Schloss Herrenhausen. Das Museum zeigt Personen des Welfenhauses sowie der Gartenarchitektur. Außerdem der Zusammenhang zwischen dem sozialen Leben und der geistigen Einstellungen des Barock und der herrenhäuser Gartengestaltung dargestellt. Der dritte Museumsteil zeigt die Entwicklung der Herrenhäuser Gärten von der Aufklärung bis zur Gegenwart.

Das Museum August Kestner neben dem Neuen Rathaus ist seit 1889 eines der städtischen Museen. Es zeigt 6000 Jahre angewandte Kunst in vier Sammlungsbereichen: Antike Kulturen, Ägyptische Kulturen, die größte Münzsammlung Norddeutschlands mit rund 1000 Stücken und angewandte Kunst.

Das Sprengel Museum präsentiert die Kunst des 20. Jahrhunderts. Schwerpunkt sind die klassische Moderne mit der Sammlung von Kurt Schwitters, Werken des Deutschen Expressionismus und des Französischen Kubismus, dem Kabinett der Abstrakten, der Grafik und der Abteilung Fotografie und Medien. Das Museum zeigt ferner besondere Beispiele der Abstrakten, der Konzept-Kunst und der Minimal Art, des Informel und des Nouveau Réalisme mit der Schenkung von Niki de Saint-Phalle.

Das Wilhelm Busch – Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst in Herrenhausen zeigt als Dauerausstellungen die Sammlung zu Wilhelm Busch und die Sammlung zur Karikatur und kritischen Grafik. Darüber hinaus gibt es ständig wechselnde Ausstellungen (Cartoons, Comics und Karikaturen) zeitgenössischer Künstler aus dem In- und Ausland.

Das Theatermuseum Hannover zeigt eine ständige Ausstellung zur Geschichte des hannoverschen Theaters vom 17. Jahrhundert bis heute. Mehrere Wechselausstellungen im Jahr runden das Angebot ab. Der Besucher bekommt einen Einblick in die Arbeit der Theaterwerkstätten sowie in Oper, Schauspiel, Ballett und Konzert. Das Exposeeum ist das Museum der Weltausstellung Expo 2000 und befindet sich auf dem früheren Ausstellungsgelände. Das Blindenmuseum Hannover ist eine Rarität in Deutschland, ein zweites gibt es nur noch in Berlin. Das Feuerwehr-Museum zeigt die Geschichte der hannoverschen Feuerwehr und des Brandschutzwesens. Das Veterinärmedizinhistorische Museum befindet sich in der Tierärztlichen Hochschule Hannover. Textiles aus aller Welt gibt es im Museum für textile Kunst zu sehen. Im Museum für Energiegeschichte(n) in der Humboldtstraße wird die 150-jährige Energieanwendungsgeschichte thematisiert. Das Buchdruck-Museum ist eingerichtet wie eine Lindener Hinterhofdruckerei der 1950er Jahre und das Heimatmuseum Ahlem befasst sich mit der Stadtteilgeschichte von Ahlem. Die Gedenkstätte Ahlem in der ehemaligen Israelitischen Gartenbauschule Ahlem dokumentiert seit 1987 im Wesentlichen die Geschichte der Juden in Hannover und im ehemaligen Landkreis. Weitere Museen sind das Münzkabinett der TUI AG, das Hammermuseum, das Friedhofsmuseum und das Küchenmuseum WOK – World of Kitchen. Die Eilerswerke – Mobile Welten zeigen Industriegeschichte rund um das Thema Mobilität. Gezeigt werden unter anderem Autos, Flugzeuge, Lokomotiven und Zweiräder.

In Hannover befinden sich ferner über 20 Kunstgalerien. Darunter sind unter anderem die Hannover Gallery mit einer Dauerausstellung des Künstlers Bruno Bruni, die Kunsthalle Faust, die BBK-Galerie, das Foro Artistico in der Eisfabrik und die NORD/LB Art Gallery.

Die Kestnergesellschaft zeigt Ausstellungen der klassischen Moderne und der zeitgenössischen Kunst. Schwerpunkte sind Film, Video, zeitgenössische Musik und Architektur, zudem werden raumgreifende Installationen und umfassende Präsentationen zeitgenössischer Malerei, Skulpturen und Videokunst ausgestellt.

Die Städtische Galerie KUBUS ist ein Forum zeitgenössischer Kunst. Es werden Einzel- oder Gruppenausstellungen insbesondere hannoverscher Künstler präsentiert.

Der Kunstverein Hannover wurde 1832 als einer der ersten Kunstvereine in Deutschland gegründet und hat sein Domizil im Künstlerhaus Hannover. Pro Jahr werden sechs bis acht international orientierte monografische und thematische Ausstellungen gezeigt.

Die Stiftung Ahlers Pro Arte / Kestner Pro Arte in dem früheren Gebäude der Kestnergesellschaft widmet sich der modernen Kunst.

Jedes Jahr finden im Juni die Lange Nacht der Museen und im September der Zinnober Kunstvolkslauf statt.

Theater, Tanz und Kleinkunst

In Hannover befinden sich über dreißig Theater, sowie eine große Anzahl freier Theatergruppen ohne festem Spielort.

Die Schauspielsparte des Niedersächsischen Staatstheaters (genannt schauspielhannover) bespielt das Schauspielhaus Hannover, den Ballhof eins, den Ballhof zwei, die „Cumberlandsche Galerie“ und die „Cumberlandsche Bühne“.

Das Gartentheater im Großen Garten ist unter anderem Spielort des Sommermusicals von Heinz-Rudolf Kunze und Heiner Lürig: Ein Sommernachtstraum.

Das Neue Theater gegenüber vom Opernhaus ist Hannovers Boulevardtheater. Das Theater am Aegi hat kein eigenes Ensemble. Es ist die hannoversche Spielstätte des Theaters für Niedersachsen sowie Aufführungsort von Tourneekünstlern.

Neben den klassischen Theatern gibt es eine vielfältige freie Theaterszene. Hierzu gehören unter anderem die Theaterwerkstatt im Pavillon, das Theater an der Glocksee, Commedia Futura in der Eisfabrik, die Hinterbühne, das Theater Fenster zur Stadt in der Nordstadt und das Mittwochtheater auf dem Lindener Berg. Ein Freilichttheater ist das moa theater (mobiles Open-Air-Theater). Angebote für Kinder und Jugendliche bieten unter anderem das Figurentheaterhaus und das Kindertheaterhaus.

Tanz- und Ballettaufführungen werden durch die Ballettsparte des niedersächsischen Staatstheaters im Opernhaus gezeigt. Im freien Bereich gibt es die Compagnie Fredeweß im Ahrbergviertel. Mit dem Tanzfestival Tanztheater International und dem internationalen Wettbewerb für Choreografen gibt es jährlich zwei Veranstaltungen im Bereich Tanz. Ein Tanzfestival für Jedermann ist die Tangonacht auf dem Ballhofplatz.

Kleinkunst wird im GOP Varieté Theater Hannover gezeigt. In der Orangerie Herrenhausen findet jedes Jahr das Wintervariete statt. Desimo’s Spezial Club im Lindener Apollokino bietet Comedians eine Bühne. Das Kleine Fest im Großen Garten ist ein internationales Kleinkunstfestival mit über 100 Künstlern auf rund 30 Bühnen und findet jährlich im Juli statt.

Politisches Kabarett wird auf Hannovers Kabarettbühne im Theater am Küchengarten gezeigt.

Mit der Langen Nacht der Theater und dem Festival Theaterformen gibt es zwei Veranstaltungen, die mehrere Aufführungsorte und Ensembles verbinden.

Kino und andere Freizeitangebote

Cinemaxx (Nikolaistraße)

In Hannover gibt es sieben Kinos, darunter ein Cinemaxx-Multiplex-Kino mit zehn Sälen am Raschplatz. Die Hochhaus-Lichtspiele befinden sich im zehnten Stock des Anzeiger-Hochhauses und sind mit 33,88 Meter über Straßenniveau das höchste Kino Deutschlands. Das Kino am Raschplatz, das 1908 eröffnete Apollo-Kino in Linden und das PuKi - Puschenkino in Waldheim sind Programmkinos, das Kommunale Kino im Künstlerhaus und das Kino im Sprengel sind nichtkommerzielle Kinos. In der Nikolaistraße hatte Hans-Joachim Flebbe 1991 das erste Cinemaxx-Kino in Deutschland eröffnet, welches im Juli 2013 geschlossen wurde.

Seit 1991 findet das internationale Nachwuchs-Filmfestival up-and-coming in Hannover statt, auf dem seit 2005 alle zwei Jahre der „Deutsche Nachwuchsfilmpreis“ vergeben wird. Weitere Filmfestivals in Hannover sind das internationale Kinderfilmfestival Seepferdchen (seit 2000) und das schwul-lesbische Filmfestival Perlen (seit 1997). Beim Seh-Fest auf der Parkbühne Hannover werden im Sommer Filme als Open-Air-Kino gezeigt.

Die Stadt unterhält in mehreren Stadtteilen Freizeitheime. Vereine und andere Gruppen können hier für Veranstaltungen Räume anmieten. Es gibt sie in Döhren, Ricklingen, Stöcken, Vahrenwald, am Lister Turm und in Linden-Limmer. Das Freizeitheim Linden ist das erste Freizeitheim Deutschlands. Des Weiteren gibt es das 1951 gegründete Haus der Jugend in der Südstadt.

Für Weltrauminteressierte gibt es die Volkssternwarte Hannover auf dem Lindener Berg und das Planetarium in der Bismarckschule in der Nähe des Maschsees.

Musik

Klassik

Das niedersächsische Staatstheater nutzt das Opernhaus für seine Sparten Oper und Ballett. Im Opernhaus spielt das Niedersächsische Staatsorchester. Das 1950 gegründete Rundfunkorchester des NDR spielt im Großen Sendesaal des NDR als NDR Radiophilharmonie Hannover klassische Musik und als NDR Pops Orchestra moderne Arrangements. Weitere Vertreter der klassischen Musik sind das Junge Sinfonieorchester Hannover, die Hannoversche Hofkapelle und das Kammerorchester Musica Alta Ripa. Des Weiteren hat Hannover eine vielfältige Chorszene, unter anderem mit den international renommierten Chören Knabenchor Hannover, Mädchenchor Hannover und Norddeutscher Figuralchor. Der Kuppelsaal im HCC ist mit über 3600 Sitzplätzen der größte Konzertsaal Deutschlands. Für Gastorchester stehen mit dem Beethovensaal und dem Galeriegebäude in den Herrenhäuser Gärten zwei weitere Konzertsäle zur Verfügung. Regelmäßige Veranstaltungen sind unter anderem der Internationale Joseph Joachim Violinwettbewerb und die Internationale A-Cappella-Woche. Weitere Veranstaltungen sind Klassik in der Altstadt mit über 25 Konzerten, die Chortage Hannover mit rund 30 Chören und der Hannoversche Opernball.

1688 wurde Agostino Steffani Opernkapellmeister. Seine Oper Enrico Leone wurde 1689 in Hannover uraufgeführt. Von 1710 bis 1712 war der Komponist Georg Friedrich Händel Kapellmeister am Hofe von Kurfürst Georg Ludwig von Hannover. Während dieser Zeit schrieb Händel unter anderem eine Reihe von Vokalduetten und dirigierte Schlosskonzerte im Leineschloss. 1789 fand die deutsche Erstaufführung von Mozarts Oper Le Nozze de Figaro in Hannover statt. Ab 1831 war Heinrich August Marschner Hofkapellmeister am Leineschloss. Von 1852 bis 1866 war Joseph Joachim Königlicher Konzertmeister in Hannover. Zu der Zeit wirkte auch Johannes Brahms in Hannover. Gemeinsam entwickelten sie die Orchestrierung zu Brahms’ Klavierkonzert op. 15 in d-Moll, welches 1859 in Hannover uraufgeführt wurde.

Jazz

Der Jazz Club Hannover befindet sich im Keller.

Durch den 1966 gegründeten Jazz Club Hannover auf dem Lindener Berg und das Engagement seines langjährigen Vorsitzenden Michael Gehrke ist Hannover eine deutsche Jazz-Hochburg geworden. 1978 erhielten der Jazz Club und Michael Gehrke die Ehrenbürgerschaft von New Orleans. Das Jazzfestival Swinging Hannover findet jährlich an Himmelfahrt statt. Rund 30.000 Besucher kommen dafür in den Kuppelsaal des HCC und auf den Trammplatz. Eine weitere Jazzveranstaltung ist die Jazzwoche Hannover. Sie findet in verschiedenen Clubs statt.

Die seit 1987 bestehende Hannover Big Band um den Bandleader Lothar Krist und Walt Kracht and his Orchestra sind in Hannover zu Hause. Die Band After Hours wurde durch die Zusammenarbeit mit Roger Cicero bekannt. Von 1975 bis zu seinem Tod 1992 lebte der Musiker Champion Jack Dupree in Hannover. Der Bluesmusiker Louisiana Red lebte hier von 1981 bis zu seinem Tod 2012 und gab hier 2011 sein letztes Konzert. Der Vibrafonist Lionel Hampton komponierte in Hannover den Eisbein-Boogie, dessen ersten Takt er im Goldenen Buch der Stadt verewigte. Der Trompeter Billy Mo wirkte seit den 1970er Jahren in Hannover und gab in hier 2001 sein letztes Konzert. Chet Baker gab in Hannover 1988 sein letztes Konzert. Einige Jazzbands haben Hannover Stücke gewidmet, zum Beispiel der Hannover Boogie von den Trevor Richards British New Orleans Allstars und das Stück Swinging Hannover von den Bohemian Killer Dillers.

Rock, Pop

Scorpions
Capitol-Hochhaus

Die 1965 gegründete Hard-Rock-/Heavy-Metal-Band Scorpions erlangte mit Songs wie „Wind of Change“ weltweite Bekanntheit. In den 1980er Jahren entwickelte sich eine Szene, die international bekannte Gruppen wie Fury in the Slaughterhouse und Terry Hoax sowie Bands der Neuen Deutschen Welle wie die Combo Colossale, Hans-A-Plast und Steinwolke sowie Solisten wie Heinz Rudolf Kunze hervorbrachte. Mitte der 1990er Jahre entstand die Technoband Scooter. Der Sänger Wyn Hoop vertrat Deutschland beim Eurovision Song Contest 1960 und erreichte den vierten Platz. Die Sängerin Lena Meyer-Landrut vertrat Deutschland beim Eurovision Song Contest 2010 und beim Eurovision Song Contest 2011. 2010 gewann sie ihn mit 246 Punkten, 2011 erreichte sie den zehnten Platz. 2001 und 2013 fand in Hannover der Deutsche Vorentscheid zum Eurovision Song Contest statt.

Mousse T. hat sich als Vertreter House- und Discjockey-Szene einen Namen gemacht. Im Bereich der Lounge-Musik haben die Mo’ Horizons ihre Stadt mit dem Titel Bosshannover gewürdigt. Weitere Musikgruppen waren oder sind Abstürzende Brieftauben, Spice, The Jinxs, Sargant Fury, Marquess sowie die Krautrock-Gruppen Jane und Eloy. Der Countrymusiker Gunter Gabriel arbeitete und studierte in Hannover. Während dieser Zeit schrieb er seinen ersten Hit. Maybebop wurde 1992 in Hannover gegründet.

Das größte Pop-Festival in Hannover ist das NDR 2 Plazafestival, welches zusammen mit der N-Joy Starshow zum Jahrestag der Expo 2000 stattfindet. Das Fährmannsfest ist ein jährlich Anfang August stattfindendes Open-Air-Festival in Linden mit fast 20 Bands. Seit 2008 findet auch in Hannover die Fête de la Musique statt.

Eine engagierte Indie-Szene befindet sich im Kulturzentrum FAUST, der Glocksee, im Bei-Chéz-Heinz, dem UJZ Kornstraße, dem Musikzentrum und der Sturmglocke in der Nordstadt. Das BootBooHook Festival war bis 2012 mit bis zu 50 Bands eines der größten Indiepop-, Songwriter-, Punk- und Skafestivals.

Aus einer Wochenendveranstaltung im Pavillon im Jahr 1995 ist das Masala Welt-Beat-Festival mittlerweile zu einer zweiwöchigen Weltmusik-Veranstaltungsreihe mit Aufführungsorten in der ganzen Region Hannover geworden. Mit jährlich über 10.000 Besuchern ist es eines der größten Weltmusikfestivals in Europa.

Konzerte finden auf Hannovers großen und kleinen Bühnen statt: Parkbühne Hannover, Swiss Life Hall, Capitol, Pavillon, FAUST, Musikbühne Bad und Musikzentrum Hannover. Die TUI Arena und die HDI-Arena werden für Großkonzerte genutzt.

Volks- und Marschmusik

Zum Bereich der Volksmusik zählen Volkslieder wie Die Lustigen Hannoveraner, In Hannover an der Leine oder Wir sind noch echte Niedersachsen und Instrumentalstücke wie Hannoversche Gardejäger, Hannover-Messe, Im Leinetal oder der Hannoversche Königsgruß. Märsche mit Hannover-Bezug sind der Niedersachsen-Marsch, der Marsch des Hannoverschen Cambridge Dragoner Regiments oder der Marsch der Hannoverschen Garde du Corps. 34 Jahre lang gab es das internationale Marschmusik-Festival Musikparade der Nationen. Im Jahre 2009 fand die Musikparade zum letzten Mal als eigenständige Veranstaltung statt.

Sprache und Literatur

Einer verbreiteten Auffassung zufolge wird eine der schriftdeutschen Standardsprache nahe kommende Umgangssprache („das beste Hochdeutsch”) in Hannover und Umgebung gesprochen. Niederdeutsche Mundarten werden hier kaum noch gesprochen, seine Varianten prägen aber die Dialekte Hannovers und Niedersachsens. Die Sprachsituation änderte sich seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, nachdem die Oberschicht der Großstädte Ostfalens wie Hannover und Braunschweig die Schriftsprache zu einer Umgangssprache ausbaute und das Niedersächsische aufgab. Die Grammatik wurde dabei ostfälisch beeinflusst, während die Aussprache auf einer Mischung des Obersächsischen und dem Ostfälischen der Region entsprach.[38]

Als sogenannter hannöverscher Dialekt wird ein Unterschichten-Jargon und typischer Arbeiter-Soziolekt des Stadtteils Linden vom Comedy-Duo Siggi und Raner parodiert.

Zur Erinnerung an hannoversche Literaten verlieh die Stadt bis 2005 den Gerrit-Engelke-Preis, welcher 2008 durch den Hölty-Preis ersetzt wurde.

Der Literarische Salon der Leibniz Universität bietet wöchentliche Lesungen unterschiedlicher Autoren im Conti-Hochhaus der Uni und an anderen Orten.

Im Künstlerhaus findet jährlich die BuchLust statt, eine Messe von unabhängigen Verlagen aus Niedersachsen und einem wechselnden Gastbundesland.

Kulinarisches

Leibniz-Keks von Bahlsen

Hannover hat eine lange Brauereitradition. 1526 erfand hier Cord Broyhan ein helles obergäriges Bier, das zu einem Exportschlager der Stadt wurde. Zusammen mit anderen Brauern gründete er 1546 die Brauergilde, aus der sich die heutige Gilde Brauerei (ein Unternehmen der AB-InBev NV) in der Südstadt entwickelte. Daneben gibt es nur noch die 1868 gegründete Herrenhäuser Brauerei, die nach einem langwierigen Insolvenzverfahren von der Wittinger Privatbrauerei gekauft wurde. Andere Brauereien wie die Kaiser-Brauerei, die Lindener Aktien-Brauerei oder die Wülfeler Brauerei wurden inzwischen geschlossen. Dafür gibt es mittlerweile zwei Gasthaus-Brauereien: Das Brauhaus Ernst August in der Altstadt und Meiers Lebenslust am Aegidientorplatz.

Aus der Sitte, das Broyhan-Bier zusammen mit Branntwein zu trinken, entstand die Lüttje Lage. Diese typisch hannoversche Spezialität aus Bier und Korn wird in einer speziellen Trinkweise aus zwei Gläsern getrunken. Eine weitere alkoholische Spezialität ist der Rübenbrand Hannöversches Leinewasser. Im Stadtteil List befindet sich die Obstbrennerei Lister Destille.

Mit Tee-Seeger (gegründet 1743) ist in Hannover das älteste Teegeschäft Deutschlands ansässig. Seit 1919 gibt es eine Filiale des 1883 in Danzig gegründeten Machwitz Kaffees, deren Kaffeerösterei seit 1950 seinen Sitz am Marstall hat. 1956 wurde die Privatrösterei von Erhard Ulbrich und 2012 die Hannoversche Kaffee-Manufaktur gegründet.

Zu den deftigen Gerichten der hannoverschen Küche gehören der Calenberger Pfannenschlag und das Hannoversche Zungenragout. Die Cumberlandsauce ist eine pikante Tafelsoße. Eine Spezialität zu den Weihnachtsfesttagen ist der Maschsee-Karpfen. Zu einer traditionellen hannoverschen Schlachteplatte gehören Wurstspezialitäten aus der Region. Eine Hannoversche Brotspezialität ist das Gersterbrot.

Zu den süßen Spezialitäten gehören der Leibniz-Keks und die Hannover Waffeln von Bahlsen, die Hitjepuppen und die Welfenspeise.

Regelmäßige Veranstaltungen

Internationaler Feuerwerkswettbewerb in den Herrenhäuser Gärten

In Hannover finden über das Jahr verteilt unzählige Großveranstaltungen statt. Die zehn größten Feste sind im Folgenden kurz beschrieben:

Am Maschsee findet zum Sommerende das Maschseefest statt. Das Fest bietet rund 100 Live-Konzerte auf vier Bühnen, über 120 Kleinkünstler und Walkacts, zahlreiche Comedians und DJs, Fun-Boot-Rennen, Entenrennen, Red-Bull-Boat-Battle, Fackelschwimmen und rund 50 gastronomische Geschäfte. Mit über zwei Millionen Besuchern ist es Hannovers größtes jährliches Fest.

In der gesamten Vorweihnachtszeit finden dauerhaft drei größere Weihnachtsmärkte statt. Der traditionsreiche Weihnachtsmarkt Hannover mit rund 190 Ständen, dem ein mittelalterlicher Weihnachtsmarkt, ein Wunschbrunnenwald und das Finnische Weihnachtsdorf angeschlossen sind, befindet sich in der Altstadt. Er wird jährlich von über 1,5 Millionen Menschen besucht und ist damit die zweitgrößte Veranstaltung in Hannover. Weitere Weihnachtsmärkte gibt es auf dem Ernst-August-Platz vor dem Hauptbahnhof und auf der Lister Meile. Der Vegane Weihnachtsmarkt auf dem Steintorplatz ist der älteste seiner Art in Deutschland.

Das Schützenfest Hannover im Juli rangiert mit etwa 1,5 Millionen Besuchern auf Platz drei. Es findet auf dem zehn Hektar großen Schützenplatz am südlichen Rand der Innenstadt statt. Es ist mit rund 250 Schaustellern, fünf großen Festzelten und einem großen Rahmenprogramm das größte Schützenfest der Welt. Seine Ursprünge gehen bis auf das Jahr 1529 zurück. Der große Schützenausmarsch ist mit einer Länge von zwölf Kilometern sowie mit rund 10.000 Teilnehmern (darunter Schützen, Karnevalisten, über 100 Musikkapellen aus dem In- und Ausland und über 60 Festwagen und Kutschen) der größte Schützenausmarsch der Welt, rund 150.000 Zuschauer stehen am Straßenrand.

Ebenfalls auf dem Schützenplatz finden das Frühlingsfest Hannover (April) mit 160 Schaustellern und zwei Festzelten und das Oktoberfest Hannover (September/Oktober) mit 140 Schaustellern und drei Festzelten statt. Das Frühlingsfest ist mit rund 1 Million Besuchern das größte Frühlingsfest Niedersachsens und das Oktoberfest ist mit rund 900.000 Besuchern das zweitgrößte Oktoberfest in Deutschland.

Mit rund 300.000 Besuchern rangiert das Lister Meile Fest auf Platz sechs in Hannover. Das Fest bietet rund 100 Schau- und Aussteller und 4 Bühnen. Das Entdeckertagsfest mit acht Bühnen und zahlreichen Ausstellern wird jedes Jahr von bis zu 200.000 Menschen besucht. Auf Platz acht folgt das Klimafest Hannover. Auf dem Fest locken 150 Akteuren aus Organisationen, Verbänden und Unternehmen, Künstler, Musiker, Sportler und Artisten jährlich rund 120.000 Menschen an. 25 Brauereien aus ganz Europa, die längste Theke Norddeutschlands (50 Meter) und Live-Musik locken auf dem Hannoverschen Bierfest jährlich über 100.000 Menschen in die Altstadt. Der Karneval Hannover gehört mit zu den Faschingshochburgen in Norddeutschland. Am Samstag vor Rosenmontag zieht ein Karnevalsumzug durch die Innenstadt. An dem über zwei Kilometer langen Zug sind rund 2.000 Karnevalisten mit Festwagen und Musikkapellen beteiligt, wozu sich am Straßenrand zwischen 10.000 und 80.000 Zuschauer einfinden.

Neben den Top 10 gibt es noch weitere bedeutende Veranstaltungen in Hannover. Dazu gehören im Großen Garten der Internationale Feuerwerkswettbewerb und die Kunstfestspiele Herrenhausen mit viel Musik und Kunst. Auf den Messeparkplätzen Ost findet jedes Jahr am 1. Mai das Mai-Käfer-Treffen statt, es ist das größte VW-Käfer-Treffen in Europa mit rund 3000 Käfern und anderen VW-Modellen.

Der Flohmarkt Hannover am Hohen Ufer der Leine ist der älteste Flohmarkt in Deutschland und der im Juli stattfindende Markt für Kunst und Handwerk ist überregional bekannt.

Sport

Mit dem Sportpark Hannover im Stadtteil Calenberger Neustadt besitzt Hannover die größte zusammen liegende Sportfläche einer Großstadt in Deutschland. In dem ca. 45 Hektar großen Gebiet befinden sich das Erika Fisch-Stadion, das Sportleistungszentrum (SLZ), das Stadionbad und die Parkbühne.

Vereine

Der erfolgreichste Fußball-Verein Hannovers ist der in der Bundesliga spielende Hannoversche Sportverein von 1896 e. V., kurz „Hannover 96“ oder die Roten, der sein Domizil in der HDI-Arena hat. Die in der Regionalliga Nord spielenden Amateure sind im Eilenriedestadion zu Hause. Weitere Vereine sind die ehemaligen Zweitligisten SV Arminia Hannover und OSV Hannover. Der Verein SV Arminia Hannover, genannt die Blauen, spielt in der Landesliga Niedersachsen und ist im Rudolf-Kalweit-Stadion beheimatet. Von 1990 bis 1997 war der TSV Fortuna Sachsenross Hannover Mitglied der Fußball-Bundesliga der Damen.

Die Hannover Scorpions spielten von 1996 bis 2013 in der Deutschen Eishockey-Liga. 2013 verkauften sie ihre DEL-Lizenz an die Schwenninger Wild Wings.[39] Spielort des Eishockey-Vereins war ab 2001 die TUI Arena. Der Eishockey-Zweitligist Hannover Indians hat im Eisstadion am Pferdeturm in Kleefeld sein Domizil.

Der Deutsche Sportverein Hannover gegr. 1878, kurz Hannover 78, wurde 1878 als erster deutscher Rasensportverein gegründet; Rugby war Gründungssportart. Der DRC Hannover spielt in der Rugby-Bundesliga. In der 2. Bundesliga spielen Hannover 78 und SV Odin Hannover. Der erfolgreichste Rugby-Verein Deutschlands ist der TSV Victoria Linden mit 20 gewonnenen deutschen Meistertiteln. Insgesamt wurden seit 1909 von hannoverschen Vereinen 62 der bislang 83 ausgetragenen deutschen Meisterschaften nach Hannover geholt. In der Zeit von 1909 bis 2005 trat außer 1913 bei jedem ausgetragenen Endspiel um die Meisterschaft ein hannoverscher Verein an.

Im Handball war der TSV Hannover-Anderten 2007 bis 2010 in der 2. Handball-Bundesliga und seit Sommer 2011 in der 3. Handball-Bundesliga Nord. Seit 2009 spielt der TSV Hannover-Burgdorf in der Handball-Bundesliga. Weitere ehemalige Bundesliga-Vereine sind bei den Herren HSG Hannover und Polizei-Sportverein Hannover; bei den Damen SC Germania List und die SG Misburg.

Hannover 78 spielt in der Hallenhockey-Bundesliga (Herren) und in der 2. Feldhockey-Bundesliga (Herren). Der DHC Hannover spielt ebenfalls in der Hallenhockey-Bundesliga (Herren) sowie in der 2. Feldhockey-Bundesliga (Herren) und der 2. Hallenhockey-Bundesliga (Damen).

Am 25. Januar 1862 wurde in Hannover der erste deutsche Fechtverein gegründet, der noch heute existiert. Neben dem Fechtklub Hannover von 1862 gibt es noch drei weitere Vereine, die den Fechtsport anbieten.

WASPO 98 Hannover spielt in der ersten Wasserball-Bundesliga. An der Leine liegt der 1. Wasserski-Club Hannover. Weitere Wassersportvereine sind der Paddel-Klub Hannover in Döhren, der Hannoverscher Kanu Club am Maschsee, der Kanu-Sport-Club Hannover, der Paddelclub Stöcken und der Paddelclub Niedersachsen.

Der Turn-Klubb zu Hannover ist in mehreren Disziplinen vertreten: Die Faustballmannschaft spielt in der ersten Bundesliga. Der Bereich Fechten hat diverse nationale und internationale Titel errungen. Der Verein ist dreifacher Deutscher Meister im Kunstturnen. Die Tischtennis-Damenmannschaft wurde 1960 deutscher Mannschaftsmeister und 1961 deutscher Pokalsieger.

Die UBC Tigers spielen seit der Saison 2009/2010 in der zweithöchsten Basketball-Liga, der Pro A.

Der 1947 gegründete Tischtennisverein TTC Helga Hannover schaffte nach vier Vizemeisterschaften in der Saison 1991/92 den Aufstieg in die 1. Bundesliga, wo er die nächsten drei Jahre und nochmals 1997/98 spielte. 2008 gelang der Damen-Tischtennissparte von Hannover 96 der Aufstieg in der 1. Bundesliga.

Die Damen- und Herrenmannschaften im Lacrosse des DHC Hannover spielen in der Bundesliga Nord. Die Damen nahmen 2008 das erste Mal an den Deutschen Lacrosse Meisterschaften teil und belegten den dritten Platz.

Der Verein für Leibesübungen von 1848 e. V. (VfL) Hannover ist der älteste Sportverein von Hannover und hat eine Abteilung Rollstuhltanz, dessen Tanzpaare auf nationalem und internationalem Parkett erfolgreich sind.[40]

Im Schach spielen zwei hannoversche Vereine in der Oberliga Nord Staffel West: Hannover 96 und HSK Lister Turm.

Hannover beheimatet mit dem All Sports Team Hannover eine Topmannschaft im Drachenbootsport. Das Team konnte seit seiner Gründung im Jahre 2000 bisher über 100 Medaillen auf nationalen und internationalen Meisterschaften erringen, darunter allein im Jahre 2012 zehn deutsche Meistertitel, und stellte über mehrere Jahre den Kern der deutschen Premier-Mixed Nationalmannschaft. Das Team ist dem Hannoverschen Kanuclub HKC von 1921 e. V. angeschlossen und trainiert auf dem Maschsee. Das All Sports Team wurde zur „Mannschaft des Jahres 2013“ in Niedersachsen gewählt, vor den Bundesliga-Handballern aus Burgdorf und dem Frauenfußball-Championleaguesieger VfL Wolfsburg.[41]

Der 1. DSC Hannover war Deutschlands erster Snookerverein. Seit dem Abstieg aus der 1. Bundesliga Snooker im Jahr 2012 spielt der Verein in der 2. Bundesliga Snooker.

Veranstaltungen

Startsituation 2008 bei der Nacht von Hannover

Der Hannover-Marathon findet seit 1991 am ersten Sonntag im Mai statt. Er ist mit über 15.000 internationalen Teilnehmern in verschiedenen Disziplinen eine der größten Straßenlaufveranstaltungen in Deutschland.

Auf dem Maschsee finden jährlich mehrere Sportereignisse statt, unter anderem das internationalen Drachenboot-Festival. Von 1952 bis 1989 fanden auf dem See auch Motorbootrennen statt, darunter Welt- und Europameisterschaften.

Weitere Sportveranstaltungen sind das Niedersächsische Beach-Volleyball-Turnier auf dem Steintorplatz und das Wrestling Festival. Die Wahl zum Behindertensportler des Jahres findet jedes Jahr im Februar im GOP Variete Theater statt.

Hannover hat eine lange Pferdesporttradition, bekannt ist die Pferderasse Hannoveraner. Im Reitsport gibt es unter anderem das internationale Hallen-Reitturnier German Classics.

Hannover war Mit-Austragungsort der Fußball-Weltmeisterschaft 1974, der Fußball-Weltmeisterschaft 2006, der Fußball-Europameisterschaft 1988 und der Eishockey-Weltmeisterschaft 2001. Von 2000 bis 2007 fand hier das internationale Eishockeyturnier Deutschland-Cup statt. Im Radsport gab es den Grand Prix von Hannover auf der Radrennbahn sowie von 1975 bis 2011 in der Altstadt die Nacht von Hannover. Im November 2010 war Hannover Gastgeber für die siebten Weltmeisterschaften im Rollstuhltanz mit 150 Teilnehmern.[42]

Religion

Die Stadt Hannover gehörte nach der Christianisierung zum Gebiet des Bistums Minden und zum Archidiakonat Pattensen.

In der Altstadt Hannovers wurde 1533/34 und in der Neustadt 1544 die Reformation nach lutherischem Bekenntnis eingeführt. Danach war Hannover über viele Jahrhunderte eine überwiegend lutherische Stadt. Katholiken und reformierte Gemeindeglieder konnten bis 1800 in der Altstadt Hannovers kein Bürgerrecht erwerben, weswegen sie ihre Kirchen in der Neustadt errichteten.

Im Stadtteil Mühlenberg existiert ein ökumenisches Kirchenzentrum, das die Stadtteilgemeinden der evangelisch-lutherischen und der römisch-katholischen Stadtteilgemeinden unter einem Dach vereint.

Die Kirchen der Stadt organisieren regelmäßig die Nacht der Kirchen mit Kirchenkonzerten und Lesungen.

Evangelisch-lutherische Kirche

Die Bevölkerung Hannovers ist zu 36,6 % evangelisch-lutherisch und gehört der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers an. Hannover ist Sitz des Landeskirchenamtes der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Hannover Sitz des Kirchenamtes der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) sowie des Kirchenamtes der Vereinigten Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD). Hannover ist Sitz zahlreicher Organisationen in der hannoverschen Landeskirche und der EKD. Alle landeskirchlichen evangelischen Kirchengemeinden Hannovers gehören zum Stadtkirchenverband Hannover innerhalb des gleichnamigen Sprengels der Evangelisch-lutherischen Landeskirche. In den Jahren 1949, 1967, 1983 und 2005 fand in Hannover der Evangelische Kirchentag statt.

Im Stadtteil Marienwerder befindet sich das Kloster Marienwerder.

Evangelisch-reformierte Kirche

1697 entstand eine französisch-reformierte und 1702 eine deutsch-reformierte Gemeinde, die sich 1819 vereinigten. Diese Gemeinde gehört heute zur Evangelisch-reformierten Kirche – Synode evangelisch-reformierter Kirchen in Bayern und Nordwestdeutschland. Der Reformierte Bund ist eine Föderation (Vereinigung) reformierter Kirchen, Gemeinden, Verbände und Einzelpersonen. Er gilt als Dachverband für etwa zwei Millionen reformierte Gemeindeglieder in der Bundesrepublik Deutschland und hat seinen Sitz in Hannover. Seit dem 1. Januar 2014 hat die Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen (WGRK) ihren Hauptsitz in Hannover.[43][44][45]

Römisch-Katholische Kirche

Römisch-Katholische Basilika St. Clemens

Die 1665 entstandene römisch-katholische Gemeinde gehörte anfangs zum Apostolischen Vikariat des Nordens, ab 1824 zum Bistum Hildesheim und mit diesem seit 1995 zur neu gegründeten Kirchenprovinz Hamburg.

Von der Urgemeinde, die die gesamte Region Hannover umfasste, wurden im Zuge von Bevölkerungswachstum, Industrialisierung und Vertriebenenstrom immer neue Gemeinden gelöst. Zuletzt gab es in der Region 43 katholische Pfarreien. Deren Zahl wird durch Zusammenlegungen in nächster Zeit um mehr als die Hälfte zurückgehen.

Die kirchliche Region Hannover wurde am 1. Mai 2007 zum Regionaldekanat Hannover zusammengefasst. Sie deckt sich etwa mit dem Gebiet der politischen Region Hannover und zählt etwa 157.000 Katholiken. Katholische Hauptkirche Hannovers und Sitz des Regionaldechanten ist die Propsteikirche Basilika St. Clemens. 14,3 % der Einwohner werden zur römisch-katholischen Konfession gerechnet.

Andere Kirchen und christliche Gemeinschaften

Die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche hat ihren Bischofssitz und die Kirchenleitung in Hannover und ist in der Südstadt mit zwei Kirchengemeinden vertreten. Weitere Freikirchen sind die Apostolische Gemeinschaft, die Koinonia Calvary Chapel Hannover, das Christliche Zentrum Hannover, Evangelisch-Freikirchliche Gemeinden (Baptisten- und Brüdergemeinden), die Freie evangelische Gemeinde, die Evangelisch-methodistische Kirche, die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen), Mennoniten (Täufer), die Neuapostolische Kirche, die Christengemeinschaft, die Zeugen Jehovas und die Christliche Wissenschaft.

Im September 2011 wurde die altkatholische Angélique-Arnauld-Kirche in Kirchrode geweiht. Neben der russisch-orthodoxen Kirche und einer serbisch-orthodoxen Kirchengemeinde ist eine griechisch-orthodoxe Kirchengemeinde vertreten.

Andere Religionen

Für die in Hannover lebenden circa 23.600 Muslime gibt es mehrere Moscheen und weitere Gebetshäuser. Der Stadtfriedhof Stöcken hat ein für Muslime eingerichtetes Gräberfeld. Als erster Moscheeneubau in Hannover besteht im Siedlungsgebiet Schwarze Heide des Stadtteils Stöcken seit 2008 die Sami-Moschee der Ahmadiyya Muslim Jamaat.

Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Shoah entstand durch Zuzug langsam neues jüdisches Leben in der Stadt. Heute gibt es vier jüdische Gemeinden mit rund 6000 Mitgliedern sowie drei jüdische Friedhöfe. 1963 entstand die neue Synagoge in der Haeckelstraße. Die Liberale Jüdische Gemeinde besitzt seit 2009 eine Synagoge in der ehemaligen Gustav-Adolf-Kirche in Leinhausen.

Die vietnamesischen Buddhisten in Deutschland haben 1993 mit der Viên Giác Pagode in der Karlsruher Straße in Mittelfeld das größte Bauwerk dieser Art in Europa geschaffen. Außerdem gibt es Zentren der tibetischen Richtungen, des Theravada und des Zen-Buddhismus. Hinduistische Gläubige weihten 2009 einen Tempel in einem Industriegebiet im Stadtteil Badenstedt ein. Die Gläubigen sind überwiegend Tamilen aus Sri Lanka.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Personen, die sich um Hannover verdient machen, werden mit der Ehrenbürgerwürde ausgezeichnet. Ursprünglich gewährte man ihnen unentgeltliche Bürgerrechte. Ehrenbürger sind unter anderem Georg Friedrich Grotefend (Entzifferer der Keilschrift), der nationalliberale Politiker Rudolf von Bennigsen und Reichspräsident Paul von Hindenburg, der von 1911 bis 1914 und von 1919 bis 1925 seinen Wohnsitz in Hannover hatte.

Herbert Schmalstieg: Langjähriger Oberbürgermeister, Ehrenbürger und gebürtiger Hannoveraner

Seit dem Zweiten Weltkrieg erhielten insgesamt zehn Persönlichkeiten die Ehrenbürgerwürde, darunter der ehemalige Bundeskanzler und Ministerpräsident Gerhard Schröder und die Künstlerin Niki de Saint Phalle. Als bislang letzter Ehrenbürger ist seit dem 2. Februar 2007 der langjährige Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg ausgezeichnet.

Gebürtige Hannoveraner

Der Brauereimeister Cord Broyhan war der Erfinder eines neuen hellen Bieres. Die Geschwister Friedrich Wilhelm Herschel und Caroline Herschel waren Forscher und Astronomen. Dem Mathematiker Ferdinand von Lindemann gelang 1882 der Beweis, dass die Quadratur des Kreises unmöglich ist. Der Bruder des Erfinders der Schallplatte und des Grammophons Emil Berliner, Joseph Berliner, gründete in Hannover die erste Grammophon-Fabrik der Welt. Theodor Lessing und seine hier geborene Frau Ada Lessing gründeten in Linden die Volkshochschule. Der Künstler Kurt Schwitters entwickelte in Hannover seine Form des Dadaismus. Der Serienmörder Fritz Haarmann beging in Hannover 27 Morde. An den Dichter Gerrit Engelke erinnerte der bis 2007 von der Stadt Hannover vergebene Gerrit-Engelke-Preis. Rudolf Augstein gründete 1947 in Hannover die Zeitschrift Der Spiegel.

Weitere gebürtige Hannoveraner sind der Dramatiker Frank Wedekind, die Luftfahrtpioniere Elly Beinhorn und Karl Jatho, die erste deutsche Diplom-Ingenieurin Ilse ter Meer, die Tanz-Avantgardistin Mary Wigman, sowie die Schauspieler August Wilhelm Iffland (nach ihm ist der Iffland-Ring benannt) und Theo Lingen.

Zu den bekannten gebürtigen Hannoveranern der Gegenwart zählen Ernst August Prinz von Hannover, der Cartoonist Uli Stein, die Regisseurin Doris Dörrie, die Autoren Friedhelm Kändler und Alexa Hennig von Lange, die Schauspieler Otto Sander, Kai Wiesinger und Maria Schrader, der Maler Heimar Fischer-Gaaden, die Fußballspieler Fabian Ernst und Per Mertesacker, der Radrennfahrer Grischa Niermann, die Sänger Klaus Meine und Mark Morrison, der Comedian Oliver Pocher, der Konzeptkünstler Manfred Kohrs und die Sängerin Lena Meyer-Landrut.

Weitere Hannoveraner

Mit Gottfried Wilhelm Leibniz lebte einer der bekanntesten Philosophen und Universalgelehrten seiner Zeit in Hannover. Der Architekt Georg Ludwig Friedrich Laves prägte Hannover im Stil des Klassizismus. Der Gründer der Hannoverschen Architekturschule Conrad Wilhelm Hase zog im 19. Jahrhundert Architekten wie Paul Rowald und Edwin Oppler nach Hannover. Die Nachkriegsarchitektur der Stadt prägte Dieter Oesterlen. Weitere zugezogene Hannoveraner waren unter anderem der Zentrumspolitiker und Minister Ludwig Windthorst, der Zeichner, Maler und Dichter Wilhelm Busch, der Maler und Graphiker Ernst Marow, der Maler, Zeichner, Graphiker und Bildhauer Kurt Sohns, der Kulturpolitiker Adolf Grimme (Grimme-Preis) und der Erfinder des PAL-Systems Walter Bruch.

Zurzeit in Hannover wohnhaft sind der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder, der frühere Bundespräsident Christian Wulff, die ehemalige Bundesministerin Edelgard Bulmahn, der Soziologe und Politikwissenschaftler Oskar Negt, der ungarische Musiker und Leiter des Europäischen Zentrums für jüdische Musik Andor Izsák, der Kabarettist Matthias Brodowy sowie der Musikproduzent Mousse T.

Siehe auch

Literatur

  • Helmut Plath, Klaus Mlynek (Hrsg.): Geschichte der Stadt Hannover. Band 1, Schlüter, Hannover 1992, ISBN 3-87706-351-9.
  • Dieter Brosius, Klaus Mlynek (Hrsg.): Geschichte der Stadt Hannover. Band 2, Schlüter, Hannover 1994, ISBN 3-87706-364-0.
  • Michael Schwibbe, Hans Starosta, Andreas Stephainski: Zeitreise – 850 Jahre Leben in Hannover. Verlagsgruppe Madsack, Hannover 2005, ISBN 3-7860-0522-2.
  • Henning Sietz: Hannover. Die Stadt an der Leine. Ein illustriertes Reisehandbuch. 3. vollständig überarbeitete und aktualisierte Auflage. Edition Temmen, Bremen 2004, ISBN 3-86108-440-6.
  • Imre Grimm, Dirk Meußling: Das neue Hannover. Schlüter, Hannover 2002, ISBN 3-87706-671-2.
  • Karl Johaentges, Udo Iwannek: Hannover ist die schönste Stadt der Welt. KaJo-Verlag, Hannover 2005, ISBN 3-925544-29-1.
  • Oliver Falkenberg, Linda Sundmaeker: Hannover – Ein Porträt. Edition Temmen, Bremen 2008, ISBN 978-3-86108-469-3.

Weblinks

 Portal: Hannover – Überblick über vorhandene Artikel, Möglichkeiten zur Mitarbeit
 Commons: Hanover – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Hannover – Reiseführer
 Wikinews: Hannover – in den Nachrichten
 Wikisource: Hannover – Quellen und Volltexte
 Wikiquote: Hannover – Zitate

Einzelnachweise

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Fortgeschriebene Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2012 (Hilfe dazu)
  2. Conrad von Meding: Hannovers Müllberg wird abgeschält. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 4. Juni 2010.
  3. Karte Naturschutzgebiete des Bundesamtes für Naturschutz (BfN)
  4. a b c Michael Krische: Hannover viel älter als gedacht. In: Neue Presse. 30. September 2010, abgerufen am 8. Oktober 2010.
  5.  Klaus Mlynek und Waldemar R. Röhrbein mit Dirk Böttcher und Hugo Thielen; redaktionelle Mitarbeit: Peter Schulze (Hrsg.): Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Erstausgabe Auflage. schlütersche, Hannover 2009, ISBN 978-3-89993-662-9, S. 235.
  6. Vgl. BSLK, S. 766; vgl. S. 17.
  7. Joachim Perels: Ein Machtträger der NS-Diktatur als Namensgeber in der Nachkriegsdemokratie – Probleme einer Umbenennung der Elkartallee in Hannover. In: Kritische Justiz. Jahrgang 41, 2008, S. 95, S. 97.
  8. Liste der verlegten Stolpersteine (Abgerufen am 18. November 2013)
  9. Rainer Fröbe u. a.: Konzentrationslager in Hannover – KZ-Arbeit und Rüstungsindustrie in der Spätphase des Zweiten Weltkriegs (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen. Band 35) (= Quellen und Untersuchungen zur allgemeinen Geschichte Niedersachsens in der Neuzeit. Band 8). 2 Bände, Verlag August Lax, Hildesheim 1985, ISBN 3-7848-2422-6.
  10. Ralf Buchterkirchen: „… und wenn sie mich an die Wand stellen“ – Desertion, Wehrkraftzersetzung und „Kriegsverrat“ von Soldaten in und aus Hannover 1933–1945 (= Edition Region + Geschichte). Arbeitskreis Regionalgeschichte, Neustadt 2011, ISBN 978-3-930726-16-5.
  11. DFG-VK: Deserteure der Wehrmacht 1939 - 1945 in und aus Hannover.
  12. Ausstellung des Volksbund Niedersachsen: „Niedersachsen im Krieg“ – Der Bombenkrieg (PDF; 533 kB)
  13. landtag-niedersachsen.de: Geschichte Niedersachsens. S. 29. (PDF; 557 kB)
  14. Hartwig Beseler, Niels Gutschow: Kriegsschicksale deutscher Architektur – Verluste, Schäden, Wiederaufbau. Band 1, Panorama, Wiesbaden 2000, ISBN 3-926642-22-X.
  15. Das Wunder von Hannover, Der Spiegel 23/1959 vom 3. Juni 1959, S. 56 f.
  16. Paulhans Peters: Lernen von Hannover. In: Friedrich Lindau: Hannover Wiederaufbau und Zerstörung – die Stadt im Umgang mit ihrer bauhistorischen Identität. 2. überarbeitete Auflage. Schlüter, Hannover 2001, ISBN 3-87706-659-3, S. 9–12.
  17.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 189 und 218.
  18. Rot-Grün weiter am Ruder, aber Piraten entern Rathaus. In: bild.de. BILD, 12. September 2011, abgerufen am 29. März 2013.
  19. OB und Blitzer: Das ist heute wichtig, Artikel auf haz.de vom 11. Oktober 2013
  20. Schostok wird neuer Oberbürgermeister, auf hannover.de vom 19. Oktober 2013
  21. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) (PDF; 480 kB)
  22. Geteiltes Rathaus – Hans Mönninghoff und Bernd Strauch im Interview, Artikel auf haz.de vom 4. Januar 2013
  23. Aufbau der Stadtverwaltung auf hannover.de
  24. Hannover will Lebensarbeitszeitkonten für Mitarbeiter einrichten, Artikel auf haz.de vom 12. November 2012
  25. Organigramm der Verwaltung von Hannover
  26. http://www.ndr.de/regional/niedersachsen/buergermeister175.html
  27. Städtepartnerschaften der Landeshauptstadt Hannover. In: Hannover.de.
  28. Zur Städtepartnerschaft zwischen Hannover und Hiroshima siehe hier.
  29. s. Georg Ruppelt und Thomas Fuchs: Kostbarkeiten, Informationen, Begegnungen. Die Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek - Niedersächsische Landesbibliothek stellt sich vor. Hannover 2007.
  30. s. Werner Ohnsorge: Zweihundert Jahre Geschichte der Königlichen Bibliothek zu Hannover (1665-1866). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1962.
  31. s. Georg Ruppelt (Hrsg.): Der Goldene Brief des birmanischen Königs Alaungphaya an König Georg II. Hannover 2011.
  32. s. Fuchs, Thomas: Ex Bibliotheca Hannoverana - Kostbarkeiten aus zwölf Jahrhunderten, Teil 1: Handschriften, S. 8–9.
  33. siehe Liste der Korporativ Fördernden Mitglieder der Max-Planck-Gesellschaft
  34. Pressemitteilung zur Eröffnung des BIVRC
  35. Zwei Studien kommen aufeinander aufbauend zu diesem Ergebnis. Die Erreichbarkeit wird mit der aufsummierten Reisedauer mit Bahn und Pkw aus allen anderen betrachteten 44 Großstädten operationalisiert. Dabei ist die Erreichbarkeit Hannovers mit dem Pkw deutlich überdurchschnittlich, bei der Anreise mit dem Zug weist Hannover sogar den besten Wert auf: Erreichbarkeit von Großstädten als Maß der Zentralität In: Statistische Monatshefte Niedersachsen. Dezember 1998 und Erreichbarkeit von Großstädten. In: Verband deutscher Städtestatistiker (Hrsg.): Stadtforschung und Statistik. Nr. 1, 2009, ISSN 0934-5868.
  36. Robert Follmer, infas: Mobilität in der Region Hannover 2011. Zentrale Ergebnisse, Folie 8 (PDF; 614 kB)
  37. Ein Licht am Ende des Tunnels in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung abgerufen am 25. Januar 2013.
  38.  Werner König: dtv-Atlas Deutsche Sprache. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH, München 2005, S. 76–77.
  39. Hannover Scorpions verkaufen ihre DEL-Lizenz, Artikel auf haz.de vom 23. Mai 2013
  40. VfL Hannover Abteilung Rollstuhltanz, abgerufen am 5. Dezember 2011
  41. Abstimmung Sportlerwahl 2013 in Niedersachsen
  42. 150 Teilnehmer bei Rollstuhltanz-WM in Hannover in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung abgerufen am 25. November 2011.
  43. World Communion of Reformed Churches to leave Geneva for Hanover. Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen. Abgerufen am 7. November 2012.
  44. Genf verliert Hauptsitz der reformierten Kirchen. Schweizer Fernsehen. Artikel vom 5. November 2012. Abgerufen am 5. November 2012.
  45. http://www.ekd.de/aktuell_presse/news_2014_01_06_3_reformierter_bund.html