Hanns-Gerd Rabe

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Hanns-Gerd Rabe (* 24. April 1895 in Osnabrück; † 3. März 1986 ebenda) war ein deutscher Kunstkritiker, Offizier der Luftstreitkräfte, Autor und Lehrer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hanns-Gerd Rabe wurde am 24. April 1895 in Osnabrück in der Provinz Hannover geboren. In seiner Jugend befreundete sich Rabe mit Erich Maria Remarque, was der Beginn einer lebenslangen Freundschaft werden sollte.

Während des Ersten Weltkrieges erhielt Rabe eine Ausbildung zum Beobachter in der Fliegerersatz-Abteilung 3 der Luftstreitkräfte zuerst auf dem Flugplatz in Gotha. Die weitere Ausbildung erfolgte auf dem Flugplatz Schwerin-Görries, wo Anton Fokker seit Sommer 1913 das Fliegen lehrte und seit 1916 das Deutsche Heer Piloten und Beobachter ausbildete. An der Westfront flog Rabe im Jahre 1918 als Beobachter mit dem Piloten Peter Johannes u. a. in einer Rumpler C.VII und einer Hannover CL-Maschine.

Als nach Ende des Krieges sein Jugendfreund Erich Maria Remarque im Januar 1919 seine Ausbildung zum katholischen Volksschullehrer fortsetzte und Sprecher der Schülerschaft wurde, vertrat Hanns-Gerd Rabe zusammen mit ihm die Interessen in Hannover und Berlin[1].

Hanns-Gerd Rabe wurde Lehrer an der Möser-Mittelschule an der Hakenstrasse, heute Möser-Realschule am Westerberg, und er behielt diese Anstellung noch mehrere Jahre nach Kriegsende 1945.

Nach dem Zweiten Weltkrieg betätigte sich Rabe als Kunstkritiker. Er kommentierte den Kunstmarkt über viele Jahre und machte sich verdient um eine Rezeption der Kunst und Künstler im Raum Osnabrück. Zu den in seinem Buch Osnabrücker Kunst und Künstler vorgestellten Künstlern gehören Otto Knille, Hugo Ungewitter, Josef Meyenberg, August Wilhelm Remme, Wilhelm Tegtmeier, Bernhard Huys, Karl Allöder, Theo M. Landmann, Walter Mellmann und Ruth Landmann.

Auch auf Rabes Anregung hin wurde Erich Maria Remarque im Jahre 1964 von der Stadt Osnabrück die Justus-Möser-Medaille verliehen[2].

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Junglehrer Erich Paul Remark, in: Merian-Heft „Emsland“, Nr. 7, Hamburg 1971, S. 47.
  • Night Reconnaissance. A Personal memoir of Hanns-Gerd Rabe, Flieger-Abteilung (A) 253. Übers. v. Peter Kilduff. Cross & Cockade Journal 14, Nr. 1, 1973.
  • Erich Maria Remarque 1898-1970, in: Niedersächsische Lebensbilder, Bd. 8. Hrsg. v. Edgar Kalthoff im Auftrag der historischen Kommission, August Lax Verlagsbuchhandlung, Hildesheim, 1973.
  • Osnabrücker Kunst und Künstler. 1900-1970, H. Th. Wenner, Osnabrück, 1974.
  • Der goldene Sankt Michael, Eicholt, Osnabrück, 1974.
  • My Last Combat Flight. A Personal Memoir of Hanns-Gerd Rabe, Flieger Abteilung (A) 253. Übers. v. Peter Kilduff. Cross & Cockade Journal 18, Nr. 3, 1977.
  • Erich Maria Remarque und Osnabrück. Ein Beitrag zu seiner Biographie. Zu seinem Geburtstag am 22. Juni 1978, Osnabrück, 1978.
  • Romanze in Flandern, Verlag Das Viergespann, Frankfurt am Main, 1979.
  • Otto Neumann. Leben und Soldatentod eines Osnabrücker Wandervogels. Aus seinen Briefen und Tagebüchern, Druck Wegmann, Osnabrück 1980.
  • Comments and Reminiscences, Flying as an Observer in Flieger-Abteilung (A) 253. Übers. v. Peter Kilduff. Over the Front 17. Nr. 4. 2002.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die deutschen Luftstreitkräfte im Ersten Weltkrieg. Von Niklas Napp, Verlag Ferdinand Schöningh, 2017, ISBN 978-3506-78666-1.
  • Als wäre alles das letzte Mal: Erich Remarque. Eine Biographie. Von Wilhelm von Sternburg, KiWi-Taschenbuch, 2000, ISBN 978-3462-02917-8.
  • Eyes All Over the Sky: Aerial Reconnaissance in the First World War. Von James Streckfuss, Casemate, 2016, ISBN 978-1612-00367-2.
  • Billy Bishop VC Lone Wolf Hunter. Von Peter Kilduff, Grub Street Publishing, 2014, ISBN 978-1909-80813-3.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Erich Maria Remarque - Kurzbiographie in Daten, Erich Maria Remarque-Friedenszentrum, Universität Osnabrück.
  2. Erich Maria Remarque und seine Geburtsstadt, Anne Reinert, in: Osnabrücker Zeitung, 11. August 2014.