Hans

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Hans oder Hanns ist ein männlicher Vorname und ein Familienname.

Herkunft und Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hans ist eine Kurzform des männlichen hebräischen Vornamens Johannes, ist aber als eigenständige Form standesamtlich anerkannt. Er kommt auch als Familienname vor. Er tritt auch in Kombination meist vor anderen Vornamen auf, getrennt geschrieben, zusammen geschrieben oder mit Bindestrich.

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hans war ein sehr populärer Jungenvorname in Deutschland: Vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis in die 1950er Jahre hinein gehörte er zu den zehn meistvergebenen Vornamen in Deutschland und war dabei nach 1910 oft der am meisten vergebene überhaupt. Hierin sind allerdings auch Doppelnamen wie Hans-Jürgen und Hans-Dieter eingerechnet, die insbesondere nach 1935 verstärkt vorkamen. Seit Ende der 1950er Jahre hat die Popularität des Namens stark abgenommen.[1]

Auf den Färöern ist Hans der häufigste färöische Name.

Varianten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einblattdruck Diss laß mir eins drey schöner Hansen sein. Allen so mit jhren Tauffnammen Johannes oder Hansen heissen Zu trewherziger Warnung vnd Glückwünschung zusammen getragen vnd verehrt; Auf Johannis deß H. Täuffers tag Im Jahr nach Christi Geburt gezahlt 1623

Vorname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Familienname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Namensträger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Familienname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pseudonym[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Knobloch Hans (Hilda Knobloch; 1880–1960), österreichische Schriftstellerin
  • Elenhans (Hans-Jerg Brendlin; 1609–1677), deutscher Aufständischer
  • Geigenhans (Johann Georg Strau; 1798–1854), deutscher Geigenbauer und Geiger
  • Konstanzer Hans (Johann Baptist Herrenberger; 1759–1793), deutscher Räuber
  • Hans der Bruder (auch Bruder Hans), Mariendichter und Mystiker
  • Schinderhannes

Fiktive Figuren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Orte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tiere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kluger Hans, individuelles Pferd
  • Lachender Hans, Jägerliest, Eisvogel
  • Hansi ist ein Name für Wellensittiche und Kanarienvögel

Hans in der Punjabisprache[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unabhängig von dieser hebräisch-europäischen Etymologie gibt es das Wort „hans“ in der Punjabi-Sprache, wo es „Schwan“ bedeutet.[2] Mit dieser Grundbedeutung kommt es auch als Name vor, z. B. für eine Bevölkerungsgruppe im pakistanischen Punja oder den indischen Sänger Hans Raj Hans.[3]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der blanke Hans ist ein Synonym für die Sturmflut an der Nordsee, insbesondere an der nordfriesischen Küste.
  • Arrivederci, Hans war 1968 ein populärer Schlager von Rita Pavone.
  • Hans heißt eine bekannte männliche Spielzeug-Puppe von Käthe Kruse.
  • Hänschen heißt eine von Chiem van Houweninge in den Schimanski-Tatorten verkörperte Figur.
  • Das Hänneschen Theater ist eine traditionelle Puppenbühne in der Kölner Altstadt.
  • Der Hans im Glück Verlag ist ein Spieleverlag.
  • Dummer Hans, Kinderspiel
  • Einmal Hans mit scharfer Soße ist der Titel eines autobiografischen Buches der deutsch-türkischen Journalistin Hatice Aküyn sowie der Titel des gleichnamigen Films von 2013.
  • Großer Hans, Mehlspeise
  • Hänschen klein, Kinderlied
  • Hänschen klein, ging allein ist ein autobiografisches Buch von Hans-Jürgen Massaquoi.
  • Hans Beimer († 2018), Spitzname Hansemann, war eine von Joachim Hermann Luger verkörperte Figur in der ARD-Fernsehserie Lindenstraße.
  • Als Prozesshansel bezeichnet man umgangssprachlich einen Menschen, der häufig als Kläger in Zivilprozesse verwickelt ist.
  • Hansel nennt man auch umgangssprachlich einen charakterlich unzulänglichen Menschen.
  • Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr, Sprichwort
  • Und der Hans schleicht umher …, Volkslied
  • Spannenlanger Hansel, nudeldicke Dirn …, Volkslied
  • Aber mei Hans – der kann’s …, Schlager von Josef Niessen und Fred Rauch
  • Hans bleib da, Volkslied
  • Hans. Illustriertes Spottgedicht. In: Fliegende Blätter. Band 1, Heft 4, S. 31 (1845)
  • Schnapphans, Skulptur in Jena
  • Karsthans, Reformationsdialog

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wiktionary: Hans – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hans. Statistik auf „Beliebte Vornamen“.
  2. sikhfoundation.org abgeleitet vom sanskrit „hansa“.
  3. Hans Raj Hans (Memento vom 18. Februar 2014 im Internet Archive). In: hansfolkpunjab.com.