Hans-Gerd Jaschke

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Hans-Gerd Jaschke (* 7. September 1952 in Lautzert (Westerwald)) ist ein deutscher Politikwissenschaftler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jaschke studierte Politikwissenschaft, Germanistik, Pädagogik und Philosophie an der Universität Frankfurt. Im Jahr 1981 wurde er bei Eike Hennig[1] mit der Dissertation Soziale Basis und soziale Funktion des Nationalsozialismus zum Dr. phil. promoviert. Bereits seit 1979 war er hier als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig. Hier begann 1985 seine Tätigkeit als Hochschulassistent, die er bis 1991 ausübte. Anschließend erhielt er mit dem erfolgreichen Abschluss seiner Habilitation – zum Thema: Streitbare Demokratie und innere Sicherheit: Grundlagen, Praxis und Kritik – die Venia Legendi und war fortan als Privatdozent an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften und bis 1996 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Sozialforschung (IfS) tätig.

Nach seinem Ruf 1996 auf die Professur für Politikwissenschaft im Fachbereich Polizeivollzugsdienst der Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege Berlin, arbeitete er hier vorerst bis 2001. Von 2002 bis 2007 leitete er den Fachbereich Rechts- und Sozialwissenschaften an der Polizei-Führungsakademie (ab 2006 Deutsche Hochschule der Polizei) in Münster. Nach seiner Tätigkeit hier kehrte er 2007 auf die Professur an die Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege Berlin zurück, die 2009 zur Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin fusionierte. Dort lehrt er am Fachbereich Polizei und Sicherheitsmanagement und ist Leiter des Master-Fernstudiengangs Sicherheitsmanagement am Institut für Weiterbildung.

Forschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einen Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Arbeit nahm die Forschung über den Rechtsextremismus ein. Seine Studie Die Republikaner erschien zwischen 1990 und 1994 in drei Auflagen. Die Beteiligung oder Leitung an Untersuchungen zur Entstehung und Entwicklung des Rechtsextremismus in der Bundesrepublik, Neofaschismus und Jugend in der BRD, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit, der Neuen Rechten oder der National-Zeitung begleiten sein Werk. Neuere Arbeitsschwerpunkte setzte er im Bereich von Arbeiten zur Inneren Sicherheit in Deutschland und Europa. Ab September 2016 wissenschaftliche Begleitforschung des Berliner Landesprogramms Radikalisierungsprävention.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bücher
  • zusammen mit del Barrio Romero, Björgo, Kwanten, Mawby, Pagon: Police Science Perspectives: Towards a European Approach. Verlag für Polizeiwissenschaft, Frankfurt am Main 2009, ISBN 978-92-9211-002-4.
  • zusammen mit Fabritius, Geierhos, Palmer, Müller-Franke, Schrenk: Politik in der modernen Gesellschaft. Studienbuch für Polizeihochschulen. Boorberg, Stuttgart, 2. Aufl. 2008, ISBN 978-3-41504031-1.
  • Politischer Extremismus. Ein Lehrbuch. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2006, ISBN 978-3-531-14747-5.
  • zusammen mit Birgit Rätsch und Yury Winterberg: Nach Hitler. Radikale Rechte rüsten auf. Verlag C. Bertelsmann, München 2001, ISBN 3-570-00566-6 (Begleitbuch zur gleichnamigen dreiteiligen Fernseh-Serie).
  • Fundamentalismus in Deutschland. Gottesstreiter und politische Extremisten bedrohen die Gesellschaft. Verlag Hoffmann & Campe, Hamburg 1998, ISBN 3-455-10369-3
  • Öffentliche Sicherheit im Kulturkonflikt. Zur Entwicklung der städtischen Schutzpolizei in der multikulturellen Gesellschaft. Campus Verlag, Frankfurt am Main 1997, ISBN 3-593-35726-7.
  • Rechtsextremismus. Ergebnisse und Perspektiven der Forschung. Herausgegeben zusammen mit Jürgen W. Falter und Jürgen R. Winkler. Westdeutscher Verlag, Opladen 1996 (PVS-Sonderheft 27), ISBN 3-531-12928-7.
  • Die Republikaner. Profile einer Rechtsaussen-Partei. Dietz, Bonn 1994, ISBN 3-8012-0156-2.
  • Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit. Begriffe, Positionen, Praxisfelder. Westdeutscher Verlag, Opladen 1994, ISBN 3-531-12679-2, 2. überarb. Aufl. 2001, ISBN 3-531-32679-1.
  • Streitbare Demokratie und Innere Sicherheit. Grundlagen, Praxis und Kritik. Westdeutscher Verlag, Opladen 1991, ISBN 3-531-12198-7.
  • zusammen mit Peter Dudek: Entstehung und Entwicklung des Rechtsextremismus in der Bundesrepublik, 2 Bände. Westdeutscher Verlag, Opladen 1984, ISBN 3-531-11668-1.
  • Soziale Basis und soziale Funktion des Nationalsozialismus. Westdeutscher Verlag, Opladen 1982, ISBN 3-531-11577-4.
  • zusammen mit Peter Dudek: Revolte von rechts. Anatomie einer neuen Jugendpresse. Campus Verlag, Frankfurt am Main 1981, ISBN 3-593-32841-0.
Aufsätze
  • Strategien der extremen Rechten in Deutschland nach 1945. In: Handbuch Rechtsextremismus, hrsg. von Fabian Virchow, Martin Langebach, Alexander Häusler- Springer VS, Wiesbaden 2016, S. 115–134.
  • Right-wing extremism and populism in contemporary Germany and Western Europe. In: Right-Wing Radicalism Today. Perspectives from Europe and the US. Herausgegeben von Sabine von Mering und Timothy Wyman McCarty. Routledge, London/New York 2013, ISBN 978-0-415-62728-3, S. 22–36.
  • Zur Rolle der Schule bei der Bekämpfung von Rechtsextremismus. In: Aus Politik und Zeitgeschichte B 18-19/2012, S. 33–39.
  • Knowledge-led Policing and Security: Developments in Police Universities and Colleges in the EU. In: Policin. A Journal of Policy and Practice, ISSN 1752-4512, Jg. 4, (2010), S. 302–309.
  • Geschichte der deutschen Polizei vor und nach 1945: Kontinuitäten und Brüche. In: Bundeskriminalamt (Hrsg.): Das Bundeskriminalamt stellt sich seiner Geschichte. Dokumentation einer Kolloquienreihe. Luchterhand, Köln 2008, ISBN 978-3-472-07465-6, S. 37–62.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Soziale Basis und soziale Funktion des Nationalsozialismus. Dissertation, Universität Frankfurt, 1981, S. 9.