Hans-Hermann Weyer

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Hans-Hermann Weyer (* 22. April 1938 in Berlin) ist ein deutscher Titelhändler. In den Medien wird er meist als Konsul Weyer bezeichnet, er selbst tritt als Consul Weyer Graf von Yorck auf.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weyer ist in Berlin geboren und aufgewachsen. Als sein Vater 1955 aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft heimkehrte, hatte seine Mutter diesen bereits für tot erklären lassen und den britischen Berliner Stadtkommandanten Clifford Davis geheiratet. Erst nach Jahren konnte Weyer seinen Vater in Uruguay aufspüren. Sein Bruder wurde Pilot bei einer deutschen Fluggesellschaft.

Sein Stiefvater Davis soll Weyer Zugang zu Diplomatenkreisen verschafft haben, über die dieser Geschäftsbeziehungen mit den Botschaftern armer Länder aufnahm, die sich keine Berufskonsulate leisten konnten. Damals vermittelte Weyer nach eigenen Angaben 465 Honorarkonsulate. Er gehört zum internationalen Jet-Set. Weyer behauptet, über ein Vermögen von „knapp unter 300 Millionen“ Euro zu verfügen.[2] Ein Schwerpunkt seiner Geschäftstätigkeit soll in Südamerika gelegen haben, wo er mit Paraguays damaligem Diktator Alfredo Stroessner persönliche Kontakte gepflegt haben soll.

Der zahlungskräftigen Kundschaft vermittelte Weyer Adoptionen durch meist verarmte Mitglieder von Adelshäusern. Er selbst ließ sich von einer Countess of Yorck adoptieren. Sein Hauptwohnsitz ist Rio de Janeiro, daneben hat er weitere Wohnsitze und besitzt unter anderem eine Privatinsel. In der Öffentlichkeit tritt Weyer gerne in selbst entworfenen Uniformen im Marine-Stil auf.

Kurze Zeit machte Weyer als Vorsitzender und Kanzlerkandidat der am 18. November 1979 in München gegründeten Deutschen Freiheitspartei (DFP) Schlagzeilen.[3] Nach eigenen Angaben hatte die Partei 26.000 Mitglieder.[4] Die DFP trat zur Bundestagswahl 1980 nur mit einem Direktkandidaten im Wahlkreis Freising an und erreichte 96 Stimmen.

1991 heiratete Weyer die Ärztin Christina Scholtyssek (* 1963), eine Tochter des Diplomaten Karl-Heinz Scholtyssek. Über viele Jahre war Weyer in Fernseh-Talkshows[5] zu Gast und erschien in der Berichterstattung zahlreicher Klatschblätter sowie in der Werbung für Onken.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zypern heute. Weyer/Austria 1967.
  • Schwarz-rot-goldene Titelträger. Ein indiskretes Handbuch für die große Karriere. München 1971 (gemeinsam mit Joachim Hemmann und Richard Kerler)
  • Ich, der schöne Consul. Karrieren für die Wunderkinder. Goldmann Verlag, München 1986, ISBN 3-7770-0426-X.

Schallplatten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • C’est La Vie, Ma Chérie · Du hast so lange nicht gelacht
  • Von Hamburg nach Hawaii (nur auf Cover abgebildet)

TV[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Titel, Orden, Consulate (RTL, 1991, 8 Ausgaben)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. So im Impressum seiner Website
  2. TV-Interview bei RTL-Exklusiv am 13. Dezember 2009.
  3. PERSONALIEN: Rudolf Hanauer, Hans Herrmann Weyer, Eduard Pestel, Heribert Burkert, Volker Hauff. In: Der Spiegel. Nr. 48, 1979 (online).
  4. PERSONALIEN: Hans Hermann Weyer. In: Der Spiegel. Nr. 36, 1980 (online).
  5. In den 1990er Jahren wurde er zum Beispiel in der spätabendlichen NDR-Talk-Show Visavis mit der Sozialwissenschaftlerin und Publizistin Jutta Ditfurth konfrontiert: Talk-Shows: Gehen ist Gold. In: Der Spiegel. Nr. 5, 1993 (online).