Hans-Joachim Kertscher

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Hans-Joachim Kertscher (* 2. Januar 1944 in Halle (Saale)) ist ein deutscher Literaturwissenschaftler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hans-Joachim Kertscher studierte nach einer abgeschlossenen Lehre als Schriftsetzer ab 1964 die Fächer Germanistik und Geschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.[1] 1966 wurde er aus politischen Gründen exmatrikuliert. Er wurde in die Produktion zur damals sogenannten „Bewährung“ geschickt. Erst nach dem anschließenden Wehrdienst in der NVA konnte er sein Studium von 1969 bis 1973 an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) fortsetzen und schloss es als Diplomlehrer für Deutsch und Geschichte ab.[1]

Von 1973 bis 1978 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Germanistischen Institut der Universität Halle und wurde hier mit einer Arbeit zur Lessing-Rezeption promoviert. Von 1978 bis 1980 arbeitete er als Lektor für Essayistik und Lyrik am Mitteldeutschen Verlag Halle-Leipzig. Es folgten Tätigkeiten als Oberassistent am Lehrstuhl für Kulturtheorie/Ästhetik der TH Ilmenau (1980–1985) und von 1985 bis 1990 am Germanistischen Institut (Lehrstuhl für Neuere deutsche Literatur) der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

1987 habilitierte er sich mit einer Arbeit zum Thema „Prometheus. Mythos und Stoff in der Kulturgeschichte“ und wurde 1988 zum Hochschuldozenten ernannt. Von 1990 bis 2009 war er als Hochschullehrer am Interdisziplinären Zentrum für die Erforschung der Europäischen Aufklärung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg verantwortlich für den Bereich deutsche Literatur- und Kulturgeschichte des 18. Jahrhunderts.[2] 2004 erfolgte die Ernennung zum apl. Professor für Neuere deutsche Literatur.

Hans-Joachim Kertschers wissenschaftliche Tätigkeit widmet sich vornehmlich Themen zur deutschen Literatur- und Kulturgeschichte des 18. Jahrhunderts. Seit Dezember 2003 ist Hans-Joachim Kertscher Vorsitzender der Ortsvereinigung Halle (Saale) der Goethe-Gesellschaft.[3]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monografien
Herausgeberschaft
Aufsätze (Auswahl)
  • Ein „speculativer Schriftsteller“ in Paris. In: Reinalter, Helmut (Hg.): AufklärungVormärzRevolution. Frankfurt a. M. u.a. 1997, S. 29–46.
  • Prolog im Himmel – Kaiserliche Pfalz. Goethe parodiert sich selbst. In: literatur für leser. 23. Jg. H. 4 (2000), S. 261–274. ISSN 0343-1657.
  • Von der Residenz zur Universitätsstadt: Zur Kulturgeschichte Halles an der Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert. In: Holger Zaunstöck (Hg.): Halle zwischen 806 und 2006. Neue Beiträge zur Geschichte der Stadt. Halle 2001, S. 80–106.
  • Die „Prüfende Gesellschaft“ in Halle. In: Detlev Döring/ Kurt Nowak (Hg.): Gelehrte Gesellschaften im mitteldeutschen Raum (1650–1820). Teil III. Stuttgart/Leipzig 2002, S. 71–99. Abhandlungen der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig
  • „Compendiöse Bibliothek“ – ein enzyklopädisches Unternehmen des Gebauer-Verlags Halle. In: Candaux, Jean-Daniel u.a. (Hg.): L’Encyclopédie d’Yverdon et sa résonance européenne: contextes – contenus – continuités. Genf 2005, S. 401–441.
  • Das Frontispiz am Hauptgebäude der Franckeschen Stiftungen – Versuch einer Annäherung an den Symbolwert seiner bildkünstlerischen Gestaltung. In: Udo Sträter u.a. (Hg.): Interdisziplinäre Pietismusforschungen. Beiträge zum Ersten Internationalen Kongress für Pietismusforschung 2001. Tübingen 2005, S. 403–417, ISBN 3-931479-70-6
  • Lessing on the East German Stage and Screen. In: Barbara Fischer/Thomas C. Fox: A Companion to the Works of Gotthold Ephraim Lessing. Camden House 2005, S. 301–325.
  • Christian Wolffs zweiter Aufenthalt in Halle. In: Akten des 1. Internationalen Christian-Wolff-Kongresses. Teil 5. Hildesheim u.a. 2010, S. 435–459.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b http://www.germanistik.uni-halle.de/mitarbeiterinnen/kertscher/ Vita, abgerufen am 9. Februar 2011
  2. http://webdoc2.urz.uni-halle.de/izea/cms/de/personen-profil/assoziierte-mitglieder/prof-dr-hans-joachim-kertscher.html abgerufen am 9. Februar 2011
  3. http://www.verwaltung.uni-halle.de/DEZERN1/PRESSE/jour-104.pdf S. 40, rechts unten: Aufklärungsforscher an der Spitze der halleschen Goethe-Gesellschaft. Abgerufen am 10. Februar 2011