Hans-Joachim Maaz

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Hans-Joachim Maaz (* 17. Februar 1943 in Niedereinsiedel, Böhmen[1]) ist ein deutscher Psychiater, Psychoanalytiker und Autor.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hans-Joachim Maaz wuchs in Sebnitz in Sachsen auf. 1962 bis 1968 studierte er Medizin an der Universität Halle und wurde 1974 Facharzt für Neurologie und Psychiatrie. Danach leitete er eine neurologisch-psychiatrische Abteilung in Beeskow, wo er 1980 den Facharzttitel für Psychotherapie erwarb.

Von 1980 bis zu seinem Ruhestand 2008 war er Chefarzt der Psychotherapeutischen und Psychosomatischen Klinik im Evangelischen Diakoniewerk Halle. Dort entwickelte er psychoanalytische, tiefenpsychologische und körperpsychotherapeutische Therapieformen, vor allem im Bereich der stationären Gruppenpsychoanalyse. Unter dem Dach der Kirche konnte er relativ unabhängig vom DDR-Regime arbeiten. So organisierte er 1988 eine Weiterbildung zur Intendierten Dynamischen Gruppentherapie mit Heinz Benkenstein als Supervisor, an der u. a. Agathe Israel teilnahm.[2][3]

Bekannt geworden ist Maaz durch seine Tätigkeit als Autor. Von 1989 bis 1991 hatte er eine regelmäßige Kolumne im Jugendradio DT64. 1990 erschien sein Buch Der Gefühlsstau, in dem er den Einfluss von staatlicher und familiärer Repression im DDR-System auf die psychische Befindlichkeit der Bevölkerung untersuchte. Er publizierte hier das erste Mal seine Sicht der Gesellschaft als Psychotherapeut und blickte zurück: „Die Erfahrung, dass jeder Mensch, dem ich begegnet bin, randvoll mit seelischem Elend ist, […] hat mein Leben entscheidend beeinflusst.“[4] In seinen Folgewerken setzte er sich auch kritisch mit der Situation im wiedervereinigten Deutschland und deren Folgen auf die Psyche auseinander.

Schwerpunkt seiner späteren populären Bücher wie Die Liebesfalle sind Beziehungen und der Einfluss der prägenden Erfahrungen in der Familie. Des Weiteren arbeitete er auch als Autor und Herausgeber von Fachpublikationen. Daneben äußert er sich zu aktuellen Fragen. Er unterstützt den familienpolitisch christlich-konservativen Interessenverband Familiennetzwerk, der sich vornehmlich gegen außerfamiliäre Kinderbetreuung engagiert.[5]

Nach seiner Pensionierung im Jahre 2008[6] arbeitet er weiterhin als Autor; bis Anfang 2013 war er Gast in der monatlichen Sendung Alles Psycho? bei MDR Figaro.[7]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Uta Kolano: Kollektiv d'Amour – Liebe, Sex und Partnerschaft in der DDR. Jaron, Berlin 2012, ISBN 978-3-89773-669-6 (mit Interview mit Hans-Joachim Maaz).
  • Christoph Seidler (Hrsg.): Das Spiel der Geschlechter und der Kampf der Generationen, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2010, ISBN 9783525401699. Mit Beitrag von Hans-Joachim Maaz: Warum ich Publizist geworden bin und dennoch Gruppentherapeut geblieben bin. S. 71–84.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sachbegriff: Maaz, Hans-Joachim, Regionalbibliographie Sachsen-Anhalt, abgerufen am 14. Februar 2013.
  2. Hans-Joachim Maaz: Warum ich Publizist geworden bin und dennoch Gruppentherapeut geblieben bin. In: Christoph Seidler (Hrsg), mit weiteren Beiträgen von Stephan Heyne, Harald Küster, Irene Misselwitz u. a.: Das Spiel der Geschlechter und der Kampf der Generationen: Gruppenanalyse in Ost und West. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, 2010, ISBN 9783525401699, S. 62.
  3. Franz Jäkel: Therapie der Therapeuten – Rückblick und Erinnerung. In: Christoph Seidler (Hrsg.), mit weiteren Beiträgen von Stephan Heyne, Harald Küster, Irene Misselwitz u. a.: Das Spiel der Geschlechter und der Kampf der Generationen: Gruppenanalyse in Ost und West. Vandenhoeck & Ruprecht, 2010, ISBN 9783525401699, S. 52.
  4. Der Gefühlsstau. Ein Psychogramm der DDR. 1990, Neuauflage: C. H. Beck Verlag, München 2010, ISBN 978-3-406-60098-2, hier S. 271.
  5. Tagung des Familiennetzwerks, 2010
  6. http://www.mz-web.de/artikel?id=1201519917186
  7. Pressemitteilung: Alles Psycho? Neue Sendereihe mit Hans-Joachim Maaz startet am Mittwoch.
  8. Eckhard Giese: Rezensionen: Michael Geyer (Hrsg.): Psychotherapie in Ostdeutschland. In: socialnet, 21. Februar 2012, ISSN 2190-9245, abgerufen am 21. Juni 2016 (einschließlich verschiedener Äußerungen zu Maaz).
  9. Gespräch zum Buch bei Radio DRS 2, abgerufen am 7. August 2012.