Hans-Peter Müller (Soziologe)

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Hans-Peter Müller (* 10. Dezember 1951 in Erfurt) ist ein deutscher Soziologe und emeritierter Professor für Allgemeine Soziologie an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einem Studium der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften an der Universität Augsburg erwarb er 1977 das Diplom in Soziologie. An der Fakultät für Sozial- und Verhaltenswissenschaften der Universität Heidelberg wurde er 1981 promoviert und 1990 habilitiert.

Von 1977 bis 1990 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Hochschulassistent an den Universitäten Augsburg, Heidelberg und der Universität der Bundeswehr in München tätig. Seit 1992 ist er Lehrstuhlinhaber für Allgemeine Soziologie an der Humboldt-Universität.

Seine Forschungs- und Arbeitsschwerpunkte sind die klassische und moderne Sozialtheorie, die Sozialstruktur und soziale Ungleichheit sowie die politische Soziologie und Kultursoziologie. 2016 war er mit einem Text im Vorbereitungsband für das Kapitalismustribunal, veranstaltet vom Berliner Projekt Haus Bartleby in Wien, vertreten.[1]

Müller ist Geschäftsführender Herausgeber des Berliner Journals für Soziologie und Mitherausgeber des Max-Weber-Handbuchs. Er hat einschlägige Monographien und Einführungen zu Émile Durkheim, Pierre Bourdieu und Max Weber verfasst. Zahlreiche Gastprofessuren an den Universitäten von Rom (Universität La Sapienza), Berkeley, Harvard und Princeton zeugen von seinem internationalen Renommée als Soziologe. Zum Wintersemester 2019/2020 wurde Hans-Peter Müller an der Humboldt-Universität emeritiert.

Seiner ersten Ehe entstammen zwei Töchter.[2]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wertkrise und Gesellschaftsreform. Emile Durkheims Schriften zur Politik. Enke, Stuttgart 1983.
  • Sozialstruktur und Lebensstile. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1992 (2. Aufl. 1997).
  • Max Weber. Eine Einführung in sein Werk. Böhlau (UTB), Köln, Weimar, Wien 2007.
  • Pierre Bourdieu. Eine systematische Einführung. Suhrkamp, Berlin 2014.
  • Das soziologische Genie und sein solides Handwerk. Studien zu Émile Durkheims Forschungsprogramm. Springer VS, Wiesbaden 2019.
  • Max Weber: Eine Spurensuche. Suhrkamp, Berlin 2020.
  • Krise und Kritik . Klassiker der soziologischen Zeitdiagnose. Suhrkamp, Berlin 2021.
Herausgeber
  • Mit Michael Schmid (Hrsg.): Hauptwerke der Ungleichheitsforschung. Westdeutscher Verlag, Opladen 2003.
  • Mit Steffen Sigmund (Hrsg.): Max-Weber-Handbuch. Leben – Werk – Wirkung. Metzler, Stuttgart, Weimar 2014 (2. aktualisierte und erweiterte Auflage 2020).
  • Mit Tilman Reitz (Hg.): Simmel-Handbuch. Begriffe, Hauptwerke, Aktualität, Berlin 2019, ISBN 978-3-518-29851-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hans-Peter Müller: Das Elend der Meritokratie. In: Haus Bartleby (Hg.): Das Kapitalismustribunal, Zur Revolution der ökonomischen Rechte (Das rote Buch). Herausgegeben von Alix Faßmann, Anselm Lenz und Hendrik Sodenkamp. Übersetzt von Corinna Popp, Viktor Kucharski, Anselm Lenz. Haus Bartleby e.V., Wien: Passagen Verlag 2016, ISBN 978-3-70920-220-3, S. 113–116.
  2. Michael Rutschky: Gegen Ende. Tagebuchaufzeichnungen 1996–2009. Berlin 2019. S. 318.