Hans Ailbout

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Hans Ailbout (1907)

Hans Ailbout (* 2. Juli 1879 in Krefeld; † 1. September 1957 in Berlin) war ein deutscher Musiker, Musikdirektor und Komponist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seinem Musikstudium lehrte Ailbout zunächst am Krefelder Konservatorium und ab 1901 am Stern’schen Konservatorium in Berlin.[1] Um 1907 gründete er das Mozart-Konservatorium in Berlin-Wilmersdorf und war fortan dessen Direktor. Dort lehrte auch seine Frau, die Konzertsängerin Hilda Ailbout (1884–?).

Ailbout veröffentlichte seine Werke unter eigenem Namen und unter zahlreichen Pseudonymen, u. a. E. Beker, Bell, E. Born, Jean Boutail, E. Brandt, F. Eilenburg, Hans Ernesti, H. Faneau, Jose Ferrin, F. K. Huber, Konrad Kösen, H. Lange und Torelli.[2]

Hans Ailbout starb am 1. September 1957 im Alter von 78 Jahren in Berlin. Die Beisetzung erfolgte auf dem landeseigenen Friedhof Wilmersdorf. Das Grab ist nicht erhalten.[3]

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ailbouts bekannteste Melodienfolge für Blasorchester ist die Fantasie Im Rosengarten von Sanssouci, deren Noten u. a. im Bestand der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig zu finden sind. Außerdem komponierte Ailbout Filmmusiken für solche Stummfilme wie Das Kussverbot, Miss Venus, Die blonde Geisha, Das Mädchen von Pontecuculi, lm Teufelsmoor, Heidehochzeit, Beim Offenburg in der Heide, Ernte im Wald, Das Land der 1000 Wunder und andere. Auch Filmmusiken für spätere Tonfilme wie Betragen ungenügend (1933) oder Die Bande vom Hoheneck (1934) gehörten zu seinem kompositorischen Œuvre.

Mit seinem Militärmarsch Wir präsentieren gewann er im Jahr 1912 den 1. Preis im vom Verlag Scherl, Berlin, veranstalteten Kompositionswettbewerb. In der Bearbeitung von Musikinspizient Oskar Hackenberger wurde der Marsch im selben Jahr unter der Nummer I, 93 in die preußische Armeemarschsammlung aufgenommen. Bei der größten Reiterprozession Europas, dem jährlich stattfindenden Blutritt im oberschwäbischen Weingarten, wird der Marsch von zahlreichen Musikkapellen gespielt. Er gilt als „Hymne des Blutritts“ und wird dort auch liebevoll Rossbollen-Marsch genannt.[4]

Anfang der 1920er Jahre nahm er als Dirigent des Potsdamer Tonkünstler-Orchesters einige Schallplatten mit Marschmusik auf.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Liste der Lehrenden des Stern’schen Konservatoriums (1850–1936)
  2. hebu-music.com
  3. Hans-Jürgen Mende: Lexikon Berliner Begräbnisstätten. Pharus-Plan, Berlin 2018, ISBN 978-3-86514-206-1. S. 505.
  4. Die Geschichte des Rossbollenmarschs, Schwäbische Zeitung, 28. Mai 2014