Hans Dölle

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Hans Heinrich Leonhard Dölle (* 25. August 1893 in Berlin; † 15. Mai 1980 in München) war ein deutscher Jurist und Hochschullehrer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hans Dölle, Sohn des Kaufmanns Emil D. Dölle, absolvierte 1913 das Abitur am Prinz-Heinrich-Gymnasium in Schöneberg bei Berlin und studierte im Anschluss zunächst bis 1914 Rechtswissenschaften an der Universität Lausanne, im zweiten Semester an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und ab dem Sommersemester 1914 bis 1920 an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin (heutige Humboldt-Universität zu Berlin), unterbrochen von seinem Einsatz im Ersten Weltkrieg, wofür er sich im August als Kriegsfreiwilliger meldete. 1915 wurde Dölle zum Unteroffizier und später zum Leutnant der Reserve befördert. Für seine Leistungen erhielt er beide Klassen des Eisernen Kreuzes.

Nach Kriegsende setzte er sein Studium in Berlin fort und schloss es 1920 ab, ein Jahr später promovierte er bei Theodor Kipp, ebenfalls in Berlin. Seit dem Wintersemester 1920/21 bis 1923 war er Assistent an der juristischen Fakultät in Berlin und zugleich von 1922 bis 1923 als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Auswärtigen Amt.[1][2] 1923 habilitierte er sich bei Martin Wolff und Joseph Partsch in Berlin; seine Gattin Else, geborene Vorwald, gebar den gemeinsamen Sohn Wolfgang.[3]

1924 wurde er an die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn berufen, wo er bis 1941 einen Lehrstuhl für Bürgerliches-, Verfahrensrecht und Ausländisches Recht innehatte und später auch Dekan der juristischen Fakultät war. Anfang Mai 1937 trat er der NSDAP bei.[4] Von 1941 bis Ende des Zweiten Weltkriegs lehrte er als Ordinarius an der Reichsuniversität Straßburg und von 1946 bis 1956 war er Lehrstuhlinhaber für Bürgerliches- und Verfahrensrecht, Rechtsvergleichung, Ausländisches- und Internationales Recht an der Eberhard Karls Universität Tübingen. Von 1956 bis 1960 lehrte er Bürgerliches Recht und Zivilprozessrecht an der Universität Hamburg.

Ferner war er wissenschaftliches Mitglied der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften bzw. durch Übernahme durch die Max-Planck-Gesellschaft dann wissenschaftliches Mitglied des Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Privatrecht. Dort war er 1946 und von 1949 bis 1963 auch Direktor des Instituts.[5] Von 1950 bis 1961 war er erster Präsident der Gesellschaft für Rechtsvergleichung und ab 1951 als Honorarprofessor an der Technischen Hochschule Stuttgart tätig.[1]

Dölle wurde auf dem Münchener Nordfriedhof beigesetzt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Hans Dölle, Munzinger-Archiv, abgerufen am 11. April 2013.
  2. Universitätsarchiv der Humboldt-Universität zu Berlin, Jur. Fakultät 576.
  3. Wer ist wer?, 20, S. 224.
  4. Herwig Schäfer: Juristische Lehre und Forschung an der Reichsuniversität Straßburg 1941-1944. Mohr Siebeck, Tübingen 1999, S. 91.
  5. Geschichte, Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, abgerufen am 11. April 2013.