Hans Ernst von Carmer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Hans Ernst Gotthilf Friedrich Carl Graf von Carmer-Zieserwitz (* 20. September 1861 auf Gut Panzkau (Pęczków), Landkreis Neumarkt, Niederschlesien; † 11. Oktober 1922 auf Gut Zieserwitz (Cesarzowice), Landkreis Neumarkt) war ein deutscher Politiker und Generallandschaftsdirektor der Provinz Schlesien.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gut Zieserwitz um 1860, Sammlung Alexander Duncker
Rittergut Panzkau um 1860, Sammlung Alexander Duncker

Carmer war ein Sohn des schlesischen Gutsbesitzers Hans Friedrich Graf von Carmer-Zieserwitz und seiner Gattin Marie von Elsner. Nach dem Besuch der Ritterakademie in Liegnitz studierte er an den Universitäten Breslau, Straßburg, Bonn und Leipzig Rechts- und Staatswissenschaften. 1882 wurde er Mitglied des Corps Borussia Bonn.[1] Als Gerichtsassessor a.D. folgte er seinem Vater in der Verwaltung des Familienguts Zieserwitz nach. Beim preußischen Militär erreichte er den Rang eines Majors.

Als Politiker war Carmer Generallandschaftsdirektor der Provinz Schlesien sowie als Nachfolger seines Freundes Friedrich zu Limburg-Stirum von 1905 bis 1913 Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses[2] und von 1907 bis 1918 des Reichstags. Um 1910 war er Kurator der Liegnitzer Ritterakademie und des St. Johannis-Stifts zu Liegnitz. Außerdem war er Rechtsritter des Johanniterordens.

Ehe und Nachkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Carmer heiratete am 29. Februar 1904 in Jagsthausen im Landkreis Heilbronn Charlotte Elise Anna Julie Freiin von Berlichingen, die Tochter des königlich württembergischen Kammerherrn und Gutsbesitzers Ernst Freiherr von Berlichingen und der Elisabeth Freiin Truchseß von Wetzhausen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kösener Korpslisten 1910, 19, 567
  2. Mann, Bernhard (Bearb.): Biographisches Handbuch für das Preußische Abgeordnetenhaus. 1867-1918. Mitarbeit von Martin Doerry, Cornelia Rauh und Thomas Kühne. Düsseldorf : Droste Verlag, 1988, S. 94 (Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien : Bd. 3); zu den Wahlergebnissen siehe Kühne, Thomas : Handbuch der Wahlen zum Preußischen Abgeordnetenhaus 1867 – 1918. Wahlergebnisse, Wahlbündnisse und Wahlkandidaten. Düsseldorf : Droste Verlag, 1994, S. 324-327 (Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien : Bd. 6)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sigismund von Dobschütz: Die Ersten 50 Jahre in Schlesien (1898–1948). Das Leben des Oberstleutnants a.D. Günther von Dobschütz. In: Arbeitsgemeinschaft Ostdeutscher Familienforscher (Hrsg.): Ostdeutsche Familienkunde. Zeitschrift für Familiengeschichtsforschung. Heft 2/2007.
  • Friedrich Karl Devens: Biographisches Corpsalbum der Borussia zu Bonn 1827-1902. Düsseldorf, 1902, S. 205.
  • Gustav Gotthilf Winkel: Biographisches Corpsalbum der Borussia zu Bonn 1821-1928. Aschaffenburg 1928, S. 201.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]