Hans Ludendorff

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Friedrich Wilhelm Hans Ludendorff (* 26. Mai 1873 in Thunow (Toniewo) bei Köslin; † 26. Juni 1941 in Potsdam) war ein bedeutender deutscher Astronom und Astrophysiker. Er war der jüngere Bruder des Generals Erich Ludendorff.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hans Ludendorff war nach seinem Studium der Physik, Mathematik und Astronomie in Berlin ab 1897 als Assistent an der Sternwarte in Hamburg tätig. 1898 wechselte er an das Astrophysikalische Observatorium nach Potsdam, wo er ab 1905 als Observator und ab 1915 als Hauptobservator tätig war. Von 1921 bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1938 war Ludendorff Direktor des Observatoriums. Zwischen 1920 und 1930 gehörte er dem Vorstand der Astronomischen Gesellschaft an. Seit 1922 war er ordentliches Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ludendorffs Arbeitsschwerpunkt lag auf dem Gebiet der veränderlichen Sterne und spektroskopischer Doppelsterne. So bestimmte er zum Beispiel 1904 die Periziodität der Lichtkurve des Sterns Almaaz (ε Aurigae) zu 27,1 Jahren.

Eine erste große, 1905 veröffentlichte Arbeit betraf den großen Sternhaufen Messier 13 im Sternbild Herkules. Ludendorff vergleicht die ausgewerteten Aufnahmen von 1900 und 1902 mit der früheren Potsdamer photometrischen Arbeit von Julius Scheiner. Der erarbeitete Katalog hat 1136 Einträge.[1] Im Jahr 1921 wurde er zum Mitglied der Leopoldina gewählt.

Ludendorff nahm 1923 auf Anregung von Albert Einstein, der dazu eigentlich die Einladung erhalten hatte, an der deutschen Exkursion zur Sonnenfinsternis nach Mexiko teil. Seit 1930 beschäftigte er sich mit dem Kalender und den astronomischen Kenntnissen der Maya.

Ludendorff gehörte zum engeren Berliner Kollegenkreis um Albert Einstein. Er hat 1922 ausdrücklich vor Einstein-Gegnern aus dem Lager der sogenannten "Deutschen Physik" gewarnt [2]. Er förderte die Unternehmungen zur empirischen Überprüfung der Relativitätstheorie und veröffentlichte auch selbst wissenschaftliche Arbeiten dazu. Von dieser Position rückte er auch nach 1933 nicht ab. Bestellte er doch noch 1934 astronomische Geräte zur Überprüfung der Relativitätstheorie von Albert Einstein [3]. Diese Umstände sind bis heute wenig bekannt geworden, da es 1941, als Nachrufe auf ihn verfasst wurden, wenig opportun war, auf sie hinzuweisen.

Ludendorff war Kuratoriums-Mitglied der Einstein-Stiftung, Mitbegründer der Zeitschrift für Astrophysik und Herausgeber des zwischen 1928 und 1936 erschienenen Handbuch der Astrophysik.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hans Ludendorff: Der grosse Sternhaufen im Herkules Messier 13. Publikationen des Astrophysikalischen Observatoriums zu Potsdam. 1905, 15(6) (Nr. 50).
  2. Grundmann, Siegfried: Einsteins Akte. Einsteins Jahre in Deutschland aus der Sicht der deutschen Politik. Springer Verlag, Berlin u.a. 1998, S. 173
  3. Grundmann, Siegfried: Einsteins Akte. Einsteins Jahre in Deutschland aus der Sicht der deutschen Politik. Springer Verlag, Berlin u.a. 1998, S. 144

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]