Hans Rampf (Politiker)

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Hans Rampf (* 19. Oktober 1948 in Mallersdorf) war von 2005 bis 2016 der amtierende Oberbürgermeister der Stadt Landshut. Sein Vorgänger war der CSU-Politiker Josef Deimer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausbildung und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hans Rampf wuchs im niederbayerischen Laberweinting auf, wo er eine Ausbildung zum Bäcker absolvierte. Außerdem machte er Ausbildungen zum Koch, Verkäufer und Einzelhandelskaufmann. Mit 24 Jahren kam er, nachdem ihn die Spielvereinigung Landshut verpflichtet hatte, von Laberweinting nach Landshut.[1] Später war er Betriebsrat bei Hertie in Landshut.[2]

Ab 1981 war er als Franchise-Nehmer Geschäftsführer bei McDonald’s Landshut. Ab 1983 eröffnete er acht weitere McDonald’s-Filialen in und um Landshut.[3] Außerdem war er Sprecher der Bayerischen und Deutschen McDonald’s-Unternehmer und Prüfer für Systemgastronomie bei der IHK.[2] Nach eigener Aussage hat er die Entwicklung erst angestoßen, bei der IHK die Ausbildung zum Systemgastronomen einzuführen.[3] Zum Amtsantritt als Oberbürgermeister übergab er die McDonald’s Restaurant Rampf Gastro GmbH seiner Tochter Astrid Eisenschink-Rampf.[3]

Rampf ist verheiratet und hat drei Kinder.[2]

Öffentliche Ämter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hans Rampf (5. von rechts) mit 2. Bürgermeister Thomas Keyßner (3. von rechts) und Vertretern der Landtagsfraktion der Grünen

1996 wurde er auf den neunten Platz der Landshuter CSU-Stadtratsliste gewählt. Zwei Jahre später wurde er Fraktionsvorsitzender. Obwohl Rampf sich großer Beliebtheit in der Bevölkerung erfreute, nominierte die CSU ihn 2004 nicht zum Oberbürgermeister.[2] Daraufhin sammelte der eigens dazu gegründete Verein „Bürger für Landshut“ im Vorfeld der Oberbürgermeisterwahl Unterschriften für den Wahlaufruf „ProRampf“. Schließlich trat Rampf für die „Bürger für Landshut“ gegen den CSU-Kandidaten Ludwig Zellner an und legte deswegen alle Parteiämter nieder.[2] Er erreichte im ersten Wahlgang 50,89 % der Stimmen[4] und bekleidete seit 1. Januar 2005 das Amt des Oberbürgermeisters der Stadt Landshut.[5] Bei den Oberbürgermeisterwahlen am 10. Oktober 2010 wurde er als Kandidat der CSU mit 61,10 % der Stimmen wiedergewählt.[6][7] Bei den Oberbürgermeisterwahlen im Oktober 2016 konnte Rampf nicht noch einmal antreten, da er die Altersgrenze für Bürgermeister in Bayern erreicht hat. Er unterstützte die Kandidatur des CSU-Stadtratsmitglieds und Landtagsabgeordneten Helmut Radlmeier.[8]

Politische Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hans Rampf gehört der CSU an.

Weiteres Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Vertreter des Bayerischen Städtetags sitzt Hans Rampf im Aufsichtsrat der Bayerischen Eisenbahngesellschaft[9] und wurde 2014 zum Vorsitzenden dieses Gremiums gewählt. Derzeit ist er Vorsitzender des BRK-Kreisverbands Landshut.[10] Zusammen mit dem Landrat des Landkreises Landshut, Peter Dreier, leitet er das am 7. April 2015 eingerichtete „Dialogforum Ost-Süd-Umfahrung Landshut im Zuge der B15neu“.

Politische Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hans Rampf zeichnete sich während seiner Zeit als Oberbürgermeister durch eine große Bürgernähe aus, was ihm bei seiner Wiederwahl 2010 mit einem großen Stimmenvorsprung gedankt wurde.[11] Von seinen politischen Gegnern wurde er auch als „Bürgerkönig“ bezeichnet.[12] Als großen Erfolg während seiner zwölfjährigen Amtszeit konnte er einen Schuldenabbau um 34,6 Millionen Euro verbuchen trotz hoher Investitionen in die Sanierung der Berufsschulen oder den Ausbau der Kinderbetreuung. Auch wurde zum Ende seiner Amtszeit der Bernlochnerkomplex erworben.[11]

Burgaufzug[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rampf regte den Bau eines Aufzugs zur Burg Trausnitz an, der am 14. Oktober 2012 per Bürgerentscheid abgelehnt wurde.[13][14][15] Gegner des Baus waren der Meinung, dass Rampf sich mit dem Projekt Burgaufzug vor allem einen Platz in der Stadtgeschichte Landshuts sichern wollte (wie es sein Vorgänger Josef Deimer mit dem inzwischen nach ihm benannten Hofbergtunnel tat).[16]

Energiepolitik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2010 setzte sich Rampf für die Abschaltung des Atomkraftwerks Isar I ein, das 14 Kilometer von Landshut entfernt liegt.[17] Außerdem realisierte der den Umbau der ehemaligen Müllverbrennungsanlage in ein Biomasseheizkraftwerk.[11]

„Krankenhausfusion“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während seines Wahlkampfs, um Oberbürgermeister zu werden, hatte er als politisches Ziel eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Kreiskrankenhaus Achdorf und dem Klinikum Landshut formuliert. Nach zwölf Jahren Amtszeit musste er sich eingestehen, dass es hier kaum Fortschritte gegeben hat.[15]

Öffentliche Daseinsvorsorge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie sein Vorgänger Josef Deimer spricht sich Rampf gegen die Privatisierung der Wasserversorgung aus, um die Wasserpreise konstant zu halten.[18]

Westtangente Landshut[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während seiner Zeit als Oberbürgermeister von Landshut musste er mit dem Nein für eine Westtangente im Rahmen eines Bürgerentscheids 2012 eine große Niederlage hinnehmen.[19][15]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landshuter Zeitung: Der Unterschätzte, 30. Dezember 2016.
  2. a b c d e Landshuts neuer Oberbürgermeister zu Gast (Memento vom 17. Januar 2014 im Internet Archive). Website des CSU-Ortsverbands Laberweinting, 23. Dezember 2004.
  3. a b c Der Aufstieg der schnellen Küche (PDF; 3,2 MB). In: Landshuter Zeitung, 4. September 2010. Abgerufen am 13. September 2012.
  4. Innerparteilicher Streit – Wo sich die CSU selbst zum Gegner wird. Artikel zur Wahl 2004 in: Süddeutsche.de, 21. September 2011. Abgerufen am 13. September 2012.
  5. Hans Rampf@1@2Vorlage:Toter Link/www.csu.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.. Website des CSU-Bezirksverbands Niederbayern. Abgerufen am 13. September 2012.
  6. Rampf bleibt Oberbürgermeister. Artikel zur Wiederwahl 2010 in: Süddeutsche.de, 10. Oktober 2010. Abgerufen am 13. September 2012.
  7. Schnellmeldung Oberbürgermeisterwahl 2010. Website der Stadt Landshut. Abgerufen am 15. Dezember 2012.
  8. OB-Kandidat steht fest. Meldung zur Kandidatur Madlmeiers in: Süddeutsche.de, 10. November 2015. Abgerufen am 18. Januar 2016.
  9. Anfrage an den Bayerischen Landtag 16/14770
  10. Vorstand des BRK-Kreisverbands Landshut. Website des Bayerischen Roten Kreuzes. Abgerufen am 1. Januar 2014.
  11. a b c Landshuter Zeitung: Die größten Erfolge von OB Hans Rampf..., 31. Dezember 2016.
  12. Landshuter Zeitung: Hans Rampf geht in Pension, 31. Dezember 2016.
  13. „Oberbürgermeister Hans Rampf [ist] […] bekanntlich ein großer Verfechter eines Aufzugs zur Burg […].“ Zitiert nach Emanuel Socher-Jukic: Die Bürger sollen beim Burgaufzug entscheiden. In: idowa.de, 22. Juli 2012. Abgerufen am 16. Mai 2017.
  14. Bürger erteilen Burgaufzug und Westtangente eine Absage@1@2Vorlage:Toter Link/www.idowa.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.. In: idowa.de, 14. Oktober 2012. Abgerufen am 15. Dezember 2012.
  15. a b c Landshuter Zeitung: ...und seine bittersten Niederlagen, 31. Dezember 2016.
  16. Siegfried Rüdenauer: „Wir brauchen keine Rampf-Bahn“. In: idowa.de, 10. August 2012. Abgerufen am 17. Mai 2017.
  17. Thomas Vitzthum: CSU-Politiker stellen sich offen gegen Seehofer. In: Welt Online, 3. August 2010. Abgerufen am 21. September 2012.
  18. Siegfried Rüdenauer: „Wasser muss in kommunaler Hand bleiben“@1@2Vorlage:Toter Link/www.idowa.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.. In: idowa.de, 14. Dezember 2012. Abgerufen am 15. Dezember 2012.
  19. Landshuter Zeitung: CSU-Leitlinien für die Stadtpolitik, 12. Januar 2017.