Hans Reuther

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Hans Reuther (* 21. November 1920 in Berlin; † 11. März 1989) war ein deutscher Architekturhistoriker und Bauforscher.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hans Reuther studierte in den Jahren 1939 bis 1944 zunächst Architektur an der TH Berlin, 1946/47 dann Kunstgeschichte, Klassische Archäologie und Musikwissenschaft an der Universität Erlangen. 1947 wurde er in Erlangen mit einer Arbeit über die Weizbergkirche Joseph Huebers in der Steiermark zum Dr. phil. promoviert und 1948 an der TH Darmstadt mit einer Monografie über Balthasar Neumanns Wallfahrtskirche Maria Limbach zum Dr.-Ing. Anschließend arbeitete er als Konservator in der Niedersächsischen Denkmalpflege, habilitierte sich 1961 an der TU Berlin und übernahm dort 1966 den Lehrstuhl für Baugeschichte und Bauaufnahme, den er bis zu seiner Emeritierung 1986 innehatte.

Hans Reuther wohnte in Hannoversch Münden, von wo aus er jede Woche mit dem Zug über die damalige Interzonenstrecke Braunschweig – Helmstedt – Marienborn – Magdeburg nach Berlin (West) fuhr. Nach dem plötzlichen Tode von Konrad Hecht 1980 übernahm er für mehrere Semester dessen Hauptvorlesung an der TU Braunschweig, wofür er jeweils am Ende der Woche seine Heimfahrt nach Hannoversch Münden in Braunschweig unterbrach. Seit 1982 war er ordentliches Mitglied der Braunschweigischen Wissenschaftlichen Gesellschaft.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Des steirischen Baumeisters Joseph Huebers Weizbergkirche und die verwandten theatralisch-dekorativen Raumwirkungen im Sakralbau des süddeutschen Spätbarocks. (Diss. phil. Darmstadt 1947), Haßfurt 1947
  • Johann Balthasar Neumanns Kirchenbau zu Maria-Limbach. (Diss.-Ing. Darmstadt 1948), Darmstadt 1948
  • Die Landkirchen Balthasar Neumanns. In: Zeitschrift für Kunstgeschichte, Bd. 16, H. 2 (1953), S. 154–170
  • Die Wölbformen im Mainfränkischen Sakralbau von 1660 bis um 1720. In: Zeitschrift für Kunstgeschichte, Bd. 18, H. 1 (1955), S. 40–60
  • Eine Gruppe elliptischer Zentralraumkirchen des 18. Jahrhunderts in Steiermark: Eberhard Hempel zum 70. Geburtstag , in: Zeitschrift für Kunstgeschichte, Bd. 19, H. 3 (1956), S. 237–258
  • Vierzehnheiligen. München 1957 (5. überarbeitete Auflage 1976)
  • mit Karl Busch: Welcher Stil ist das? Die abendländischen Stile mit ihren Grundlagen in der Antike und im Alten Orient. Stuttgart 1958
  • Franz Ignaz Michael Neumanns Konstruktionsriss für Neresheim. In: Zeitschrift für Kunstgeschichte, Bd. 21, H. 1 (1958), S. 40–49
  • Dome, Kirchen und Klöster in Franken (= Dome, Kirchen, Klöster 5). Frankfurt 1963
  • mit Udo von Alvensleben: Herrenhausen. Die Sommerresidenz der Welfen. Hannover 1966
  • Barock in Berlin. Meister und Werke der Berliner Baukunst 1640-1786. Berlin 1969
  • mit Victor H. Elbern: St. Godehard zu Hildesheim. Bauwerk und Schatzkammer. Hildesheim 1969
  • Die St.-Blasius-Kirche in Hann. Münden. (= Große Baudenkmäler 246), München 1970
  • Die Museumsinsel in Berlin. Frankfurt 1978 (unveränderter Nachdruck 1993)
  • Die Zeichnungen aus dem Nachlass Balthasar Neumanns. (= Veröffentlichung der Kunstbibliothek Berlin 82). Berlin 1979
  • Das Modell des Salomonischen Tempels im Museum für Hamburgische Geschichte. In: Niederdeutsche Beiträge zur Kunstgeschichte 19, 1980, S. 161–198
  • Balthasar Neumann. Der mainfränkische Barockbaumeister. München 1983
  • Gotländische Sonderformen des Domikalgewölbes. In: Niederdeutsche Beiträge zur Kunstgeschichte 23 (1984), S. 43–62
  • Die große Zerstörung Berlins. 200 Jahre Stadtbaugeschichte. Frankfurt 1985
  • Wallfahrtskirche Maria Limbach. München 1986

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hellmut Lorenz: Nachruf Hans Reuther (1920-1989). In: Jahrbuch der Berliner Wissenschaftlichen Gesellschaft 1990, S. 50–51.
  • Harmen Thies: Nachruf Hans Reuther (21.11.1920-11.3.1989). In: Zeitschrift des Deutschen Vereins für Kunstwissenschaft 1989, Bd. 43, Heft 3

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]