Hans Robert Jauß

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Hans Robert Jauß, auch Hans Robert Jauss (* 12. Dezember 1921 in Göppingen; † 1. März 1997 in Konstanz) war ein deutscher Literaturwissenschaftler und Romanist mit den Schwerpunkten mittelalterliche und moderne französische Literatur. Er gilt als ein wesentlicher Vertreter der Rezeptionsästhetik, war Mitbegründer der Forschungsgruppe Poetik und Hermeneutik und einer der Gründungsprofessoren der Universität Konstanz. Seine NS-Belastung als Offizier der Waffen-SS sowie sein Verhalten nach deren Bekanntwerden waren Anlass für eine international geführte Diskussion, die noch andauert.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jugend und Karriere in der Zeit des Nationalsozialismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hans Robert Jauß war der älteste von dreI Söhnen von Robert Jauß und seiner Frau Marianne, geborene Bührlen. Der Vater, bäuerlicher Herkunft, war als Volksschullehrer in Wangen (bei Göppingen) tätig, die Mutter, Tochter eines Mittelschullehrers, war ausgebildete Kindergärtnerin. Die protestantischen Familien der Eltern waren seit langem in Württemberg ansässig. Der Vater trat bereits am 1. Januar 1933 dem Nationalsozialistischen Lehrerbund bei, 1940 der NSDAP. Die Mutter wurde 1934 Mitglied der NS-Frauenschaft und schloss sich den Deutschen Christen an. Später traten beide aus der Kirche aus und bezeichneten sich nun als „gottgläubig“, wie auch Hans Robert Jauß selbst 1941. Der Militärhistoriker Jens Westemeier urteilt: „Auch wenn die Eltern sich nicht in der Partei exponierten, so ist an der frühzeitigen und freiwilligen Zugehörigkeit zum NSLB und zur NS‐Frauenschaft nicht nur Opportunismus, sondern Sympathie für den Nationalsozialismus abzulesen.“[1] Jauß besuchte ab 1932 zunächst das Gymnasium in Esslingen und wechselte 1934 auf das neusprachlich ausgerichtete Reformrealgymnasium Geislingen. Die musische Begabung des Gymnasiasten wurde vom Elternhaus durch privaten Musikunterricht gefördert, das Interesse für klassische Musik im Schulorchester und im gemeinsamen häuslichen Musizieren am Klavier und an der Violine mit seinem Bruder gepflegt. Dazu kam eine frühe Neigung für Philosophie, Literatur und Sprachen, die sich in dem jugendlichen Berufswunsch äußerte, einmal Professor für Kulturgeschichte werden zu wollen.[2]

Im Jungvolk der Hitlerjugend, in die er mit 13 Jahren aufgenommen wurde, stieg er bis zum Oberjungzugführer auf. Nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs meldete sich Jauß freiwillig zur SS-Verfügungstruppe und wurde dort am 23. Oktober 1939 als SS-Anwärter aufgenommen (SS-Nr. 401.359); an diesem Tag trat er seinen Dienst im SS-Ersatzbataillon „Deutschland“ in München an. Ohne Abiturprüfung[3] erhielt er am 22. Oktober 1939 das Reifezeugnis (Gesamtnote: gut), da ihm „auf Grund der nachgewiesenen Einberufung zum Heeresdienst … die Reife zuerkannt“ wurde.[4]

In der SS-Verfügungsdivision, inzwischen Teil der Waffen-SS, zu der das Regiment gehörte, nahm Jauß in den Niederlanden, Belgien und Frankreich am Krieg im Westen teil, zunächst als einfacher SS-Schütze, später als SS-Sturmmann. Danach absolvierte er von 1. März bis 31. Mai 1941 erfolgreich einen Reserve-Führer-Anwärter-Lehrgang (RFA) an der Waffen-SS-Unterführerschule Radolfzell (USR) und wurde zunächst, nach bestandener Zwischenprüfung, zum SS-Unterscharführer, danach, zum Ende des Lehrgangs, zum SS-Oberscharführer und Führer-Anwärter befördert. Die Fragen der schriftlichen Abschlussprüfung im Fach „Weltanschauliche Erziehung“ sind erhalten; die Lehrgangsteilnehmer hatten unter anderem die Frage zu beantworten, ob sich „die Zugehörigkeit zur SS mit der Zugehörigkeit zu einer christlichen Gemeinschaft verbinden“ lasse.[5] Westemeier vermutet, dass Jauß’ Kirchenaustritt 1941 damit im Zusammenhang stand.[6] Der Lehrgang fand in einer Zeit statt, als auf dem SS-Kasernenareal das Dachauer KZ-Außenkommando Radolfzell zum Bau eines Schießstandes der USR organisatorisch vorbereitet und eingerichtet wurde. Am 19. Mai 1941 traf das erste Kontingent von etwa 120 KZ-Häftlingen aus Dachau ein und wurde in den zwei ehemaligen Pferdeställen der SS-Kaserne untergebracht, in unmittelbarer Nähe des Mannschaftsgebäudes, in dem die Lehrgangsteilnehmer einquartiert waren.[7]

Zum 1. Juni 1941 wurde Jauß zum SS-Totenkopf‐Infanterie‐Ersatz‐Bataillon II nach Prag versetzt und einige Wochen später zur Freiwilligen Legion „Nederland“ kommandiert, die auf dem SS-Truppenübungsplatz Heidelager bei Debica im Generalgouvernement aufgestellt wurde. Dort führte er einen Granatwerfer-Zug und erhielt, nachdem er sich nach Ansicht seiner Vorgesetzten bewährt hatte, den Rang eines Untersturmführers. Damit gehörte er dem „SS-Führerkorps“ an. Im Januar 1942 wurde die Legion zur „Wiederauffüllung“ der 2. Infanterie-Brigade (mot.) der Waffen-SS in den Einsatzraum zwischen Nowgorod und Leningrad in Marsch gesetzt. Jauß nahm als Zugführer an Kämpfen teil, die der Errichtung und Aufrechterhaltung der Belagerung von Leningrad dienten. Am 1. August 1942 wurde er Führer einer Maschinengewehr-Kompanie, also Vorgesetzter von mehr als hundert Mann. Die Waffen-SS-Brigade, zu der Jauß in dieser Zeit gehörte, unterstand dem Kommandostab Reichsführer SS, nicht der Wehrmacht. Sie war ausdrücklich nicht für den Fronteinsatz aufgestellt, sondern für „Aufgaben im Befehlsbereich der Höheren SS- und Polizeiführer“, nämlich zur Bekämpfung und Vernichtung des Widerstands gegen die deutsche Okkupation („Bandenbekämpfung“), wurde aber dennoch zeitweise direkt an der Front eingesetzt.[8] Sie war u. a. verantwortlich für die Erschießung von Kriegsgefangenen[9] und beteiligt an sogenannten Aktionen der Partisanen- und Bandenbekämpfung[10] sowie Verbrechen an Zivilpersonen.[11] Im November 1942 stellte Jauß einen Antrag auf „Studienurlaub“, um ein Philosophiestudium in Straßburg beginnen zu können, der jedoch wegen „dringender truppendienstlicher Bedenken“ abgelehnt wurde.[12]

Im März 1943 wurde die Legion aus der 2. SS-Brigade herausgezogen und aufgelöst; aus ihren Resten und anderen SS-Truppen entstand das SS-Freiwilligen-Panzergrenadier-Regiment Nr. 48 „General Seyffardt“. Als Kompanieführer in diesem Regiment nahm Jauß Ende Oktober und Anfang November 1943 an sogenannten „Befriedungsaktionen“ („Bandenkampf“) in Kroatien teil. Die SS‐Panzergrenadier-Brigade Nederland, der das Regiment und Jauß’ Kompanie unterstanden, beging dabei Kriegsverbrechen wie Vertreibung, Plünderungen, Brandschatzungen, Morden und Geiselnahme. Westemeier hält es für ausgeschlossen, dass Jauß als Kompanieführer von diesen Verbrechen keine Kenntnis hatte. Eine persönliche Beteiligung von Jauß an den Verbrechen konnte ihm zufolge nicht nachgewiesen werden, als Kompaniechef trug er aber Mitverantwortung für die Taten seiner Einheit. Jauß besaß das Vertrauen seiner SS-Vorgesetzten und hatte sich nach deren Auffassung in der vorausgegangenen „Bandenbekämpfung“ bewährt. Am 9. November 1943 – dem NS-Gedenktag für die „Blutzeugen der Bewegung“ – wurde er daher zum SS‐Obersturmführer befördert.[13] Im Dezember 1943/Januar 1944 wurde das Regiment General Seyffardt mit Jauß’ Kompanie wieder in den Raum Leningrad an die Narva verlegt.

Ende April 1944 versetzte das SS-Führungshauptamt Jauß als Chef der X. Inspektion an die SS-Panzer-Grenadier-Schule Kienschlag (Prosečnice) bei Prag.[14] 1944 wurde er zum SS-Hauptsturmführer der Reserve befördert. Anschließend gehörte Jauß der 33. Waffen-Grenadier-Division der SS Charlemagne an.[15] Dort schulte er nichtdeutsche SS-Angehörige aus französischsprachigen Gebieten.[16] Er erhielt verschiedene Kriegsauszeichnungen. 1944 begann er ein Studium an der Deutschen Reichsuniversität im okkupierten Prag.[17] Am 17. April 1945 wurde Jauß von Divisionskommandeur Gustav Krukenberg der Führung des 58. Bataillons der SS-Charlemagne enthoben. Er erhielt einen Marschbefehl von Berlin an die Junkerschule Tölz, wo er am 24. April 1945 eingetroffen sein soll. Der Schulbetrieb war eingestellt, die Reste der SS befanden sich in Abwehrkämpfen, die bis Ende des Monats andauerten. Jauß verließ die Schule in Richtung der „Alpenfestung“.[18]

Jauß’ Version der folgenden Ereignisse lautet so: Er sei in Oberammergau am 2. Mai 1945 in US-Kriegsgefangenschaft gekommen, habe sich als Dolmetscher angeboten, sei entlassen worden und habe Papiere für den Weg in die Heimat nach Geislingen erhalten. Jens Westemeier schließt jedoch aus, dass Jauß in US-Kriegsgefangeschaft war, denn in diesem Fall wäre seine SS-Zugehörigkeit allein schon an der Blutgruppentätowierung erkannt worden und er wäre umgehend in automatischen Arrest und anschließende Internierung gekommen. Er geht davon aus, dass Jauß untertauchte und sich, möglicherweise mit Wehrmachtsuniform und falschen Papieren, nach Geislingen begab. Spätestens für den 22. Mai 1945 jedenfalls ist seine Anwesenheit in Geislingen nachgewiesen, Jauß versteckte sich dann eine Zeitlang bei Verwandten.[19]

In den folgenden Monaten entfaltete Jauß, der nunmehr mit Sicherheit falsche Papiere besaß, „eine rege Reisetätigkeit durch die britische und amerikanische Besatzungszone.“[20]

Studium und akademische Karriere ab 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im November 1945 gelang es Jauß mit seinen falschen Papieren die Zulassung zur Universität Bonn zu erhalten, wurde aber als hoch NS-Belasteter zu diesem Zeitpunkt von den alliierten Militärbehörden „steckbrieflich gesucht“,[21] im Dezember von der britischen Militärregierung festgenommen und bis Januar 1948 im Lager Recklinghausen interniert. Vom Spruchgericht Recklinghausen wurde er wegen Mitgliedschaft in einer verbrecherischen Organisation (der SS) 1947 zu einer Geldstrafe verurteilt.[22]

Nach zweijähriger Internierung – die Entlassung aus dem Lager erfolgte am 2. Januar 1948 – immatrikulierte sich Jauß am 16. Oktober 1948 an der Universität Heidelberg. Er belegte die Fächer Romanische Philologie, Philosophie, Geschichte und Germanistik. Bei der Immatrikulation gab Jauß seine frühere Zugehörigkeit zur Waffen-SS an, allerdings mit dem falschen Zusatz, dass der Eintritt in die Wehrmacht nicht möglich gewesen sei.[23] Nach vier Jahren, wurde er 1952 bei dem Romanisten Gerhard Hess, dem späteren Gründungsrektor der Universität Konstanz promoviert. Nach seiner Habilitation in Heidelberg 1957 erhielt Jauß 1959 Berufungen als ordentlicher Professor an die Westfälische Wilhelms-Universität in Münster, 1961 an die Universität Gießen und 1966 an die neu gegründete Universität Konstanz.
Zusammen mit Clemens Heselhaus und Hans Blumenberg initiierte Jauß 1963 in Gießen die Forschungsgruppe Poetik und Hermeneutik[24], der später auch Wolfgang Iser, dessen akademische Laufbahn in Heidelberg parallel zu der von Jauß verlaufen war, angehörte.

Jauß' Antrittsvorlesung als Professor an der Universität Konstanz am 13. April 1967 unter dem in Anlehnung an Friedrich Schiller[25] gebildeten Titel Was heißt und zu welchem Ende studiert man Literaturgeschichte? wurde später mehrmals[26] unter dem Titel Literaturgeschichte als Provokation der Literaturwissenschaft veröffentlicht. Sie wurde in sechzehn Sprachen übersetzt und leitete einen Perspektivenwechsel in der Literaturwissenschaft ein, der heute unter dem Begriff der Rezeptionsästhetik (auch Konstanzer Schule) bekannt ist. Jauß wendet sich gegen die „überkommenen Methoden der Historiographie in der Literaturwissenschaft“.[27] Er betont die Mitwirkung jeder Lesergeneration an der Ästhetik des Textes und damit verbunden die Veränderung desselben, sodass man nicht von einem mit sich selbst identischen Werk durch alle Zeiten hindurch ausgehen könne.[28] 1970 veröffentlichte Jauß die bearbeitete Antrittsvorlesung zusammen mit drei weiteren früheren Aufsätzen in einem gemeinsamen Band unter dem Titel Literaturgeschichte als Provokation. Zwei literaturgeschichtliche Beiträge zu Friedrich Schlegel und Friedrich Schiller sowie zu Heinrich Heine, Victor Hugo und Stendhal werden dabei von zwei programmatischen Aufsätzen gerahmt. Bernd Jürgen Warneken kritisierte in einer Rezension 1974 vor allem dessen Programmhaftigkeit, sah aber einen wichtigen Beitrag zur „gegenwärtigen Reform der Germanistik“ und dessen „starke Hinwendung zur Kommunikations- und vor allem Wirkungsforschung“.[29]

1980 wurde Jauß Ordentliches Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Er war Mitglied der Academia Europaea und der Accademia dei Lincei in Rom. Er war Ehrenmitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften, Ehrendoktor der Universität Iași und Ehrenvorsitzender des Deutschen Romanistenverbands. Zahlreiche Gastprofessuren führten ihn nach Berlin, Berkeley, an die Columbia University New York, nach Leuven, Los Angeles, Madison, Paris, Princeton, Yale, wohin er einen Ruf ablehnte, und Zürich. In einer Ansprache am 11. Februar 1987, anlässlich der Emeritierung, lobte der damalige Rektor der Universität, Horst Sund, den Einsatz von Jauß beim Aufbau der jungen Forschungseinrichtung, vor allem seine Anstrengungen beim Aufbau verschiedener Forschergruppen in Konstanz und sein Verdienst daran das noch junge Projekt der Reformuniversität national und international bekannt zu machen.[30] In der vorangegangenen Abschiedsvorlesung stellte Jauß seine eigenen Bemühungen innerhalb der modernen Literaturwissenschaft in einen seit der Antike anhaltenden Diskurs über die Frage, wie Texte, deren ursprüngliche Leser und Hörer nicht mehr leben, aktualisiert und verstanden werden können.

1982 veröffentlichte er zum Abschluss seines akademischen Wirkens mit Ästhetische Erfahrung und literarische Hermeneutik eine weitere Sammlung einzelner Studien, in denen insbesondere die einleitende Untersuchung „Die Erneuerung der Frage nach der ästhetischen Erfahrung“ neue Aspekte in Jauß' Theorie betont.[31] Er sucht nach einem Weg den ästhetischen Genuss beim Lesen eines Kunstwerks wieder in die Theorie der Ästhetik aufzunehmen.

Die Aufdeckung der SS-Vergangenheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1979 kamen zunehmend Nachfragen zu Jauß’ Zugehörigkeit zur SS. Während seiner Gastprofessuren an US-Universitäten wurden sie „brennender“.[32] Bereits 1982 intervenierte das französische Außenministerium bei der Universität Toulouse, so dass eine lange vorbereitete Auszeichnung mit dem Ehrendoktorat unterblieb. In den 1980er Jahren wurde ihm das Einreisevisum in die USA verweigert.[33] Die Princeton University verwarf den Vorschlag für eine Ehrenmitgliedschaft in der Modern Language Association of America und das „Paul Getty Center“ in Santa Monica zog eine bereits zugesagte Gastprofessur für das Studienjahr 1987/1988 wieder zurück.[34]

1988 erklärte Jauß öffentlich, zwar habe er SS-Einheiten angehört, die Verbrechen begangen hätten, er selbst aber sei nie beteiligt gewesen.[35] Gegenüber dem Spruchgericht hatte er 1947 noch weitergehend erklärt, von „Misshandlungen und Ermordungen von Juden“ nichts gewusst zu haben. Die Existenz von KZ sei ihm zwar bekannt gewesen, jedoch habe er von „Grausamkeiten und Ermordungen“ dort nie etwas erfahren. „Mitunter“ habe er zwar „aus dem Mitteilungsblatt der SS- und Polizeigerichte“ von „irgendwelchen Übergriffen“ erfahren, „die jedoch entsprechend geahndet wurden“. Zwar sei ihm „nicht unbekannt“ gewesen, dass im Osten Kriegsgefangene erschossen worden seien, jedoch nur aus Vergeltung. Von Kriegsverbrechen der Waffen-SS habe er nie etwas auch nur gehört. Das gelte nicht nur für die SS-Divisionen, denen er angehört habe, sondern für die gesamte Waffen-SS.[36]

In Deutschland kam es erst ab Mitte der 1990er Jahre zu einer breiteren öffentlichen Diskussion.[37] Sie wurde von dem US-Wissenschaftler Earl Jeffrey Richards mit einem Aufsatz in einer französischen Publikation ausgelöst, der konstatierte, dass in akademischen Kreisen eigentlich „alle, die es haben wissen wollen“, auch Bescheid gewusst hätten.[38] Er konnte auf weitere Dokumente hinweisen, die Jauß’ Verschleierungsversuche seiner SS-Vergangenheit belegten.[39] Richards vertrat auch die biografisch-fachliche These, bestimmte Elemente in Jauß’ literaturwissenschaftlichen Theorien – vor allem seine Akzentuierung der „Alterität“ (Andersartigkeit) der Literatur der Vergangenheit – seien mit Jauß’ Verleugnung der Kontinuität seiner eigenen Biographie in Verbindung zu bringen. Sein Schüler Hans Ulrich Gumbrecht warf Jauß vor, dass er weder seine Tätigkeit bei der Waffen-SS, die Zeit bis Dezember 1945 noch die Zeit von Ende 1945 bis 1948, in der er angeblich Kriegsgefangener gewesen sei, aufgeklärt habe und dass er und seine Generation „die Last der schrecklichen Vergangenheit, für die sie nicht geradezustehen wagten“, an die Folgegeneration weitergegeben hätten.[40]

Eine 2014 von dem Konstanzer Juristen und Bühnenautor Gerhard Zahner verfasste künstlerische Verarbeitung der Jaußschen SS-Karriere, das Theaterstück Die Liste der Unerwünschten, das im November 2014 im Audimax der Universität Konstanz uraufgeführt wurde, löste eine neue Diskussion aus. Filmisch wurde der Stoff 2015 durch den Regisseur Didi Danquart mit Die Antrittsvorlesung. Ein szenisches Drama bearbeitet. Es folgte ein Auftrag der Universität Konstanz, Jauß’ Zugehörigkeit zur Waffen-SS von 1939 bis 1945 wissenschaftlich aufarbeiten zu lassen. Damit betraute sie den Potsdamer Historiker und Experten für die Waffen-SS Jens Westemeier, dem der Zeitgeschichtler Jan Erik Schulte, Spezialist für die Geschichte der SS zur Seite stand,[41] die die Biographie, ideologischen Wurzeln und die SS-Laufbahn von Jauß rekonstruieren sollten.[42]

Bestritten wurde die Diskussion zunächst von drei Angehörigen bzw. emeritierten Angehörigen der Professorenschaft, die dem Rektor den Vorwurf machten, mit der Theateraufführung, an der zwei von ihnen nicht teilnahmen, eine „nachträgliche Gesinnungsprüfung“, „eine Vorverurteilung des Kollegen Jauß“ zu praktizieren und die Universität Konstanz der „Gefahr“ eines „neuen, falschen Gesichts“ auszusetzen. In der Gegenrede wiesen andere Professoren Kritik an dem Gutachter als ungerechtfertigt zurück, sahen einen universitären „breiten Konsens“ für die Erhellung der Jauß-Biografie und Aufführung und Diskussion als guten Beitrag, das Gespräch aus „einer Grauzone des Halbwissens“ herauszuholen.[43]

Westemeier stellte seine Expertise im Mai 2015 in der Universität Konstanz vor, die sie zeitgleich auf ihrer Homepage veröffentlichte.[44] Westemeier resümiert, dass Jauß „ein nationalsozialistisch sozialisierter Jugendlicher und überzeugter SS-Mann [war]. Eine Bagatellisierung seiner Zugehörigkeit zur SS mit Argumenten, Jauß sei bei Eintritt in die SS noch keine 18 Jahre alt gewesen, verkennt die politisch motivierte Kriegsbegeisterung eines seit 1933 durch Schule und Hitlerjugend nationalsozialistisch erzogenen Abiturienten. Jauß war weder in der Hitlerjugend noch in der Waffen-SS ein einfacher Mitläufer. Er trat in beiden NS-Organisationen aktiv in Führungspositionen mit Führungsverantwortung hervor und wurde als SS-Führer in der Waffen-SS für seinen persönlichen Einsatz an der Front hoch ausgezeichnet. Mit 23 Jahren war er einer der jüngsten SS-Hauptsturmführer der Waffen-SS. Selbst auf einem SS-Führerlehrgang ausgebildet, vermittelte er als Kompaniechef seinen Männern und als Inspektionschef an einer Junkerschule auch die SS-Weltanschauung. Jauß war als SS-Führer bis Kriegsende im Einsatz. Frühe Nachkriegsaussagen von Jauß beinhalten Leitmotive dieser SS-Weltanschauung. Die vorgelegte Arbeit rekonstruiert eine in diesem Sinne stringente und stimmige SS-Karriere.“[45]

In der Literatur über Jauß[46] ist die Frage, ob er als Kriegsverbrecher bezeichnet werden kann, allgegenwärtig. Im Sinne der heutigen Rechtsprechung sei der Begriff der funktionellen Mittäterschaft von Wichtigkeit. In seiner Eigenschaft als Kompaniechef habe Jauß eine Mitverantwortung an den Kriegsverbrechen seiner Einheit gehabt, selbst wenn ihm eine aktive Täterschaft nicht nachgewiesen werden könne. Somit sei Jauß als Kriegsverbrecher zu bezeichnen. Nach seinem Tod sei eine eindeutige, juristische Klärung der Frage nicht mehr möglich, da kein Gericht mehr tätig werden könne.

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zeit und Erinnerung in Marcel Prousts „A la recherche du temps perdu“. Ein Beitrag zur Theorie des Romans. (= Heidelberger Forschungen. Hrsg. v. Paul Böckmann, Heinrich Bornkamm und Hans-Georg Gadamer, 3. Heft. Carl Winter Universitätsverlag, Heidelberg 1955; 2. Aufl., Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1986, ISBN 978-3-518-28187-1).
  • Untersuchungen zur mittelalterlichen Tierdichtung. (= Zeitschrift für Romanische Philologie, Beiheft 100). Niemeyer, Tübingen 1959. (Zugleich Habilitationsschrift)
  • Grundriss der Romanischen Literaturen des Mittelalters (Hrsg. Hans Robert Jauß u. Erich Köhler). Carl Winter Universitätsverlag, Heidelberg 1968 –.
  • Chanson de geste et roman courtois au XIIe siècle (analyse comparative du Fierabras et du Bel Inconnu). In: Chanson de geste und höfischer Roman: Heidelberger Kolloquium, 30. Januar 1961 (= Studia Romanica Nr. 4). Carl Winter Universitätsverlag, Heidelberg 1963. S. 61–77.
  • Literaturgeschichte als Provokation (= edition Suhrkamp Nr. 418). 1. Auflage. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1970.
  • Kleine Apologie der ästhetischen Erfahrung. Mit kunstgeschichtlichen Bemerkungen von Max Imdahl (= Konstanzer Universitätsreden Nr. 59). Universitätsverlag Konstanz, Konstanz 1972.
  • Alterität und Modernität der mittelalterlichen Literatur. Gesammelte Aufsätze 1956–1976. Fink, München 1977.
  • Ästhetische Erfahrung und literarische Hermeneutik. 1. Auflage. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1982, ISBN 978-3-518-57617-5.
  • Die verlorene Zeit. Johann Wolfgang von Goethe: Im Gegenwärtigen Vergangenes. In: Marcel Reich-Ranicki (Hrsg.): Frankfurter Anthologie. Gedichte und Interpretationen. 10. Band, S. 87–91. Insel Verlag, Frankfurt am Main 1986.
  • Die literarische Postmoderne – Rückblick auf eine umstrittene Epochenschwelle. In: Jahrbuch der Bayerischen Akademie der Schönen Künste 4, 1990, S. 310–332.
  • Studien zum Epochenwandel der ästhetischen Moderne. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1990, ISBN 978-3-518-28464-3.
  • Wege des Verstehens. Fink, München 1994.
  • Die Theorie der Rezeption. Rückschau auf ihre unerkannte Vorgeschichte. Abschiedsvorlesung von Hans Robert Jauß am 11. Februar 1987 anläßlich seiner Emeritierung mit einer Ansprache des Rektors der Universität Konstanz Horst Sund (= Konstanzer Universitätsreden Nr.166). Universitätsverlag Konstanz, Konstanz 1998, ISBN 978-3-87940-336-3.
  • Probleme des Verstehens. Ausgewählte Aufsätze. Nachwort von Rainer Warning (= Universal-Bibliothek Nr. 9764). Philipp Reclam jun., Stuttgart 1999, ISBN 978-3-15-009764-9.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Luca Farulli, Georg Maag: Hans Robert Jauß: Im Labyrinth der Hermeneutik. Ein Gespräch vor achtzehn Jahren. In: Zeitschrift für Ideengeschichte, 4, 2010, S. 97–114.
  • Horst Sund: Ansprache anlässlich der Emeritierung von Hans Robert Jauß am 11. Februar 1987. In: Hans Robert Jauß: Die Theorie der Rezeption – Rückschau auf ihre unerkannte Vorgeschichte (= Konstanzer Universitätsreden Nr.166). Universitätsverlag Konstanz, Konstanz 1987, ISBN 3-87940-336-8. (Der Band enthält auch eine 14-seitige Bibliographie 1952–1987).
  • Rainer Warning (Hrsg.): Rezeptionsästhetik. Theorie und Praxis (= Uni-Taschenbücher Nr. 303). Fink, München 1975, ISBN 3-7705-1053-4.
  • Hans Ulrich Gumbrecht: Mein Lehrer, der Mann von der SS. Die Universitätskarriere von Hans Robert Jauß zeigt, wie man mit NS-Vorgeschichte eine bundesrepublikanische Größe werden konnte. In: Die Zeit Nr. 15 vom 7. April 2011.
  • Jens Westemeier: Hans Robert Jauß, 12.12.1921 Göppingen – 1.3.1997 Konstanz. Jugend, Krieg und Internierung. Wissenschaftliche Dokumentation. Onlineveröffentlichung der Universität Konstanz, Mai 2015.
  • Jens Westemeier: Hans Robert Jauß. Jugend, Krieg und Internierung. Konstanz University Press, Konstanz 2016, ISBN 978-3-86253-082-3.
  • Ottmar Ette: Der Fall Jauss. Wege des Verstehens in eine Zukunft der Philologie. Kulturverlag Kadmos, Berlin 2016, ISBN 978-3-86599-327-4[47]
  • Hannelore Schlaffer: Hans Robert Jauß. Kleine Apologie. In: Merkur Nr. 805 vom Juni 2016. S. 79–86.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jens Westemeier: Hans Robert Jauß. Jugend, Krieg und Internierung. Wissenschaftliche Dokumentation. Konstanz 2015, S. 11, siehe: PDF; dort auch die vorausgehenden Angaben.
  2. s. Dokumentation Westemeier (2015) Seite 25
  3. Die regulären Abiturprüfungen sollten erst im Frühjahr 1940 stattfinden
  4. Jens Westemeier: Hans Robert Jauß. Jugend, Krieg und Internierung. Wissenschaftliche Dokumentation. Konstanz 2015, siehe: PDF, WS. 16–26; Zitat: S. 26.
  5. Vgl. grundlegend: Christian Harten: Himmlers Lehrer. Die weltanschauliche Schulung in der SS 1933–1945. Paderborn, Verlag Ferdinand Schöningh 2014; zur Ausbildung an der USR im speziellen vgl. Markus Wolter: Radolfzell im Nationalsozialismus – Die Heinrich-Koeppen-Kaserne als Standort der Waffen-SS. In: Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung. Band 129, Ostfildern, Thorbecke 2011, S. 247–286, hier S. 267 f., dort auch die Prüfungsfragen des RFA-Lehrgangs 1941 (Digitalisat)
  6. Jens Westemeier: Hans Robert Jauß. Jugend, Krieg und Internierung. Wissenschaftliche Dokumentation. Konstanz 2015, S. 38ff., siehe: PDF. Die Prüfungsfragen lauteten im Einzelnen: „1. Was bedeutet Großgermanisches Reich? 2. Weshalb zerfiel das 2. Reich? 3. Aus welchen Rassen setzt sich das deutsche Volk zusammen? 4. Lässt sich die Zugehörigkeit zur SS mit der Zugehörigkeit zu einer christlichen Gemeinschaft verbinden?“; vgl.ebd., S. 38.
  7. Markus Wolter: Die SS-Garnison Radolfzell 1937-1945. In: Stadt Radolfzell am Bodensee, Abteilung Stadtgeschichte (Hrsg.): Radolfzell am Bodensee - Die Chronik. Stadler, Konstanz 2017, ISBN 978-3-7977-0723-9, S. 268-303, hier das Kapitel Dachau in Radolfzell - Das KZ-Außenkommando 1941–1945, S. 288 ff.
  8. Jürgen Kilian, Wehrmacht und Besatzungsherrschaft im Russischen Nordwesten 1941-1944. Praxis und Alltag im Militärverwaltunggebiet der Heeresgruppe Nord, Paderborn/München/Wien/Zürich 2012, S. 159f.
  9. Jeff Rutherford, Combat and Genocide on the Eastern Front: The German Infantry’s War, 1941–1944, Cambridge 2014, S. 237.
  10. Terje Emberland/Matthew Kott: Himmlers Norge, Nordmenn i den storgermanske Prosjekt, Oslo 2012.
  11. Jens Westemeier: Hans Robert Jauß. Jugend, Krieg und Internierung. Wissenschaftliche Dokumentation. Konstanz 2015, siehe: PDF, S. 50.
  12. Jens Westemeier: Hans Robert Jauß. Jugend, Krieg und Internierung. Wissenschaftliche Dokumentation. Konstanz 2015, siehe: PDF, S. 57.
  13. Alle Angaben in diesem Abschnitt nach: Jens Westemeier, Hans Robert Jauß. Jugend, Krieg und Internierung. Konstanz 2016, S. 68ff.
  14. Prosečnice.
  15. Ernst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. Frankfurt 2007, S. 282.
  16. Hans-Otto Dill: „Weltanschaulich“, Eine deutsche Karriere. In: junge Welt, 12. August 2016.
  17. Hans-Otto Dill: „Weltanschaulich“, Eine deutsche Karriere. In: junge Welt, 12. August 2016.
  18. Jens Westemeier, Hans Robert Jauß. Jugend, Krieg und Internierung. Konstanz 2016, S. 104.
  19. Vgl. Jens Westemeier, Hans Robert Jauß. Jugend, Krieg und Internierung. Konstanz 2016, S. 106, siehe auch: [1].
  20. Jens Westemeier, Hans Robert Jauß. Jugend, Krieg und Internierung. Konstanz 2016, S. 107, siehe auch: [2].
  21. Earl Jeffrey Richards: „Generationswechsel“ oder „Paradigmawechsel“? Curtius und Jauß: Das Problem der Kontinuität in der europäischen Literatur. In: Ernst Robert Curtius e l’identità culturale dell’Europa. (Atti del XXXVII Convegno Interuniversitario (Bressanone/Innsbruck), 13.–16. Juli 2009). Padua 2009, S. 217–233, hier: 217.
  22. Hans-Otto Dill: „Weltanschaulich“, Eine deutsche Karriere. In: junge Welt, 12. August 2016; Siegmund Kopitzki: Der Fall Hans Robert Jauß: Eine Vergangenheit, die nicht vergehen will. In: Südkurier, 25. Januar 2015.
  23. s. Dokumentation Westemeier (2015) S. 112
  24. Vgl. Julia Wagner: Anfangen. Zur Konstitutionsphase der Forschungsgruppe „Poetik und Hermeneutik“. In: Internationales Archiv für Sozialgeschichte der deutschen Literatur (IASL) 35. 2010, S. 53–76.
  25. Was heißt und zu welchem Ende studiert man Universalgeschichte?“ ist der Titel von Friedrich Schillers Antrittsvorlesung in Jena am 26. Mai 1789.
  26. 1967 und 1969 in Konstanz, 1970 in Frankfurt, s. Literaturverzeichnis,
  27. Robert J. Murphy: Literaturgeschichte als Provokation der Literaturwissenschaft. In: Rolf Günter Renner (Hrsg.): Lexikon literaturtheoretischer Werke. Kröner Verlag, Stuttgart 1995, S. 220-221, hier: 220.
  28. Robert J. Murphy: Literaturgeschichte als Provokation der Literaturwissenschaft. In: Rolf Günter Renner (Hrsg.): Lexikon literaturtheoretischer Werke. Kröner Verlag, Stuttgart 1995, S. 220-221, hier: 220.
  29. Bernd Jürgen Warenken: Zu Hans Robert Jauß' Programm einer Rezeptionsästhetik. In: Peter Uwe Hohendahl (Hrsg.) Sozialgeschichte und Wirkungsästhetik. S. 290-296, hier: 290.
  30. Hans Robert Jauß: Die Theorie der Rezeption – Rückschau auf ihre unerkannte Vorgeschichte. Abschiedsvorlesung von Hans Robert Jauß am 11. Februar 1987 anläßlich seiner Emeritierung mit einer Ansprache des Rektors der Universität Konstanz, Horst Sund. (= Konstanzer Universitätsreden Nr, 166). Universitätsverlag Konstanz, Konstanz 1987. S. 43 f.
  31. R. J. Murphy: Ästhetische Erfahrung und literarische Hermeneutik. In: Rolf Günter Renner (Hrsg.): Lexikon literaturtheoretischer Werke, Kröner Verlag, Stuttgart 1995, S. 12-14, hier: 12.
  32. Earl Jeffrey Richards: „Generationswechsel“ oder „Paradigmawechsel“? Curtius und Jauß: Das Problem der Kontinuität in der europäischen Literatur. In: Ernst Robert Curtius e l’identità culturale dell’Europa. (Atti del XXXVII Convegno Interuniversitario (Bressanone/Innsbruck), 13.–16. Juli 2009). Padua 2009, S. 217–233, hier: S. 227.
  33. Earl Jeffrey Richards: „Generationswechsel“ oder „Paradigmawechsel“? Curtius und Jauß: Das Problem der Kontinuität in der europäischen Literatur. In: Ernst Robert Curtius e l’identità culturale dell’Europa. (Atti del XXXVII Convegno Interuniversitario (Bressanone/Innsbruck), 13.–16. Juli 2009). Padua 2009, S. 217–233, hier: S. 229.
  34. Zu den akademischen Zurückweisungen: Jens Westemeier: Hans Robert Jauß. Jugend, Krieg und Internierung. Wissenschaftliche Dokumentation. Konstanz 2015, S. 4, siehe: PDF.
  35. Earl Jeffrey Richards: „Generationswechsel“ oder „Paradigmawechsel“? Curtius und Jauß: Das Problem der Kontinuität in der europäischen Literatur. In: Ernst Robert Curtius e l’identita culturale dell’Europa. (Atti del XXXVII Convegno Interuniversitario (Bressanone/Innsbruck), 13.–16. Juli 2009). Padua 2009, S. 217–233, hier: 229.
  36. Zu den akademischen Zurückweisungen: Jens Westemeier: Hans Robert Jauß. Jugend, Krieg und Internierung. Wissenschaftliche Dokumentation. Konstanz 2015, S. 19, 51, siehe: PDF.
  37. Jens Westemeier: Hans Robert Jauß. Jugend, Krieg und Internierung. Wissenschaftliche Dokumentation. Konstanz 2015, S. 4, siehe: PDF.
  38. Jens Westemeier: Hans Robert Jauß. Jugend, Krieg und Internierung. Wissenschaftliche Dokumentation. Konstanz 2015, S. 4f., siehe: PDF
  39. Vgl.: Earl Jeffrey Richards: Vergangenheitsbewältigung nach dem Kalten Krieg. Der Fall Hans Robert Jauß und das Verstehen. In: Germanisten. Zeitschrift schwedischer Germanisten 1 (1997), S. 28–43. Siehe auch Joachim Fritz-Vannahme: Ethik und Ästhetik. In: Die Zeit Nr. 38/1996; Otto Gerhard Oexle: Zweierlei Kultur. Zur Erinnerungskultur deutscher Geisteswissenschaftler nach 1945. In: Rechtshistorisches Journal, 16 (1997), S. 358–390.
  40. Hans Ulrich Gumbrecht: Mein Lehrer, der Mann von der SS. Die Universitätskarriere von Hans Robert Jauß zeigt, wie man mit NS-Vorgeschichte eine bundesrepublikanische Größe werden konnte. In: Die Zeit, 7. April 2011, S. 62.
  41. Siegmund Kopitzki: Der Fall Hans Robert Jauß: Eine Vergangenheit, die nicht vergehen will. In: Südkurier, 25. Januar 2015. online.
  42. Eine erste Stellungnahme hierzu veröffentlichte die Universität Konstanz in einer Pressemitteilung am 19. November 2014.
  43. Siegmund Kopitzki: Der Fall Hans Robert Jauß: Eine Vergangenheit, die nicht vergehen will. In: Südkurier, 25. Januar 2015.
  44. Jens Westemeier: Hans Robert Jauß. Jugend, Krieg und Internierung. Wissenschaftliche Dokumentation. Konstanz 2015, siehe: PDF; vgl. hierzu: Volker Breidecker: Die zwei Leben des Hans Robert Jauß. Verbrechen und Verstehen: Die Universität Konstanz hat die SS-Vergangenheit ihres Mitbegründers erforschen lassen. In: Süddeutsche Zeitung. Nr. 116. 22. Mai 2015. S. 12; ferner: Siegmund Kopitzki: Der Held seines Fachs. In: Südkurier, 22. Juli 2015, online.
  45. Jens Westemeier: Hans Robert Jauß. Jugend, Krieg und Internierung. Wissenschaftliche Dokumentation. Konstanz 2015, siehe: PDF, S.116.
  46. s. Claude Haas: Verstörungen. Neue Publikationen zum Fall Hans Robert Jauß. Blog vom 30. Januar 2017 des Zentrums für Literatur und Kulturforschung Berlin, zugänglich über zflprojekt.de
  47. Rezensionen: Hans-Otto Dill: Eine deutsche Karriere. In: junge welt, 12. August 2016. online, Werner von Koppenfels: Ein Kriegsverbrecher und Überlebenskünstler. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung Nr. 234 vom 7. Oktober 2016. S. 12. (Besprechung von Jens Westemeier (2016) und Ottmar Ette (2016).