Hans See

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Hans See (* 26. Juli 1934 in Frankfurt am Main) ist ein deutscher Politikwissenschaftler, Soziologe und Autor. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Demokratie und Faschismus, Migration und Fremdenfeindlichkeit sowie Wirtschaftsverbrechen und Sozialordnung.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Besuch der Volksschule erlernte er von 1949 bis 1953 den Beruf des Werkzeugmachers und war bis 1961 in diesem tätig. Während dieser Zeit erwarb er den Realschulabschluss an einer Abendschule. Von 1961 bis 1963 besuchte er das Hessenkolleg als Stipendiat der Walter-Kolb-Stiftung und erlangte dort die allgemeine Hochschulreife.

Er begann danach ein Studium der Germanistik, Politikwissenschaft, Soziologie und Philosophie an der Universität Frankfurt/Main mit dem ursprünglichen Studienziel Lehramt. Er studierte bei den Professoren Burger, Stöcklein, Grimm, Carlo Schmid, Iring Fetscher, Theodor W. Adorno, Max Horkheimer und Jürgen Habermas. 1967 wechselte er als Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes zur Universität Marburg. Dies war mit Setzung neuer Studienschwerpunkten verbunden. Als Hauptfach studierte er Politikwissenschaften bei Wolfgang Abendroth und promovierte bei diesem mit dem Thema Integrationsparteien in der antagonistischen Gesellschaft. Als weitere Fächer belegte er Soziologie und Germanistik bei Werner Hofmann, Heinz Maus, Karl Hermann Tjaden, Frank Deppe, Josef Kunz und Dieter Arendt.

Von 1971 bis 1976 war er als Sozialplaner bei einem Landkreis beschäftigt. Daneben hatte er zwei Vertretungsprofessuren an der Philipps-Universität Marburg und übte Lehrtätigkeiten in der Erwachsenenbildung aus, was er teilweise bis heute tut (Stand August 2013).

Seit 2000 übt er Lehrtätigkeiten beim Bundeskriminalamt, der Führungsakademie der Polizei in Münster/Westfalen, der Polizeifachhochschule Wiesbaden, der IBZ Gimborn, in der Erwachsenenbildung bei verschiedenen Volkshochschulen, bei Gewerkschaften, bei der Neuen Richtervereinigung, bei Attac, bei der KunstGesellschaft Frankfurt, beim Club Voltaire und bei der Katholischen Akademie Trier.[2]

Forschung und Lehre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1976 bis 1999 war Professor für Politikwissenschaft, Sozialpolitik und Wirtschaftskriminologie an der Fachhochschule Frankfurt am Main im Fachbereich Sozialarbeit mit den drei Schwerpunkten Demokratie und Faschismus, Migration und Fremdenfeindlichkeit sowie Wirtschaftsverbrechen und Sozialordnung. Seit 2000 ist er dort Lehrbeauftragter mit dem Thema Sozialschädlichkeit von Wirtschaftsverbrechen.[3]

Ehrenamtliches Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er ist Gründer und war mit einer kurzen Unterbrechung bis 2011 Vorsitzender der Aufklärungsorganisation Business Crime Control und auch Vorsitzender des Fördervereins des Hessenkollegs Frankfurt am Main. Daneben war er unter anderem im Förderverein der Pedro-Jung-Schule (Sonderschule für Lernhilfe) in Hanau am Main, im Verein für Jugend- und Familienhilfe “Die Welle” in Maintal, im Kuratorium der ÖDP nahen Stiftung für Ökologie und Demokratie, als Mitstifter in der Stiftung GegenStand als Vorstandsmitglied oder Beirat tätig.[4]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1990: Kapital-Verbrechen. Die Verwirtschaftung der Moral. 366 Seiten, Claassen, Düsseldorf 1990, ISBN 3-546482689.
  • 1992: Wirtschaftsverbrechen. Der innere Feind der freien Marktwirtschaft. (Hrsg.) 263 Seiten, Kiepenheuer und Witsch, Köln 1992, ISBN 3-462021788.
  • 1997: Wirtschaftskriminalität. Kriminelle Wirtschaft. (Hrsg.) 261 Seiten, Distel-Verlag, Heilbronn 1997, ISBN 3-929348160.
  • 2014: Wirtschaft zwischen Demokratie und Verbrechen. Grundzüge einer Kritik der kriminellen Ökonomie. 480 Seiten, Nomen-Verlag, Frankfurt 2014, ISBN 3-939816043.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Entfesselte Wirtschaft, gefesselte Demokratie. Hans See zum 75. Geburtstag. Hrsg. von Reiner Diederich und Gerhard Löhlein, Nomen, Ffm 2009, ISBN 978-3-939816119.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vita auf den Seiten der Stiftung Ethik und Ökonomie (abgerufen am 2. August 2013)
  2. Vita auf seiner privaten Homepage (Stand 2. August 2013)
  3. Vita auf den Seiten der Stiftung Ethik und Ökonomie (abgerufen am 2. August 2013)
  4. Vita auf seiner privaten Homepage (Stand 2. August 2013)