Hans Tappenbeck

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Hans Tappenbeck im Rang eines Leutnants, um 1888

Hans Tappenbeck (* 14. Januar 1861 in Wolsier, Westhavelland; † 26. Juli 1889 in Duala) war ein deutscher Offizier und Afrikaforscher.

Leben[Bearbeiten]

Tappenbeck wurde als Sohn eines Domänenpächters und Oberamtmanns geboren. Er besuchte das Louisenstädtische Gymnasium in Berlin und die Kadettenanstalt in Kulm und trat als Portepee-Fähnrich in das 4. Westfälische Infanterie-Regiment Nr. 17 ein. 1880 erhielt er sein Offizierspatent.

Zwischen 1884 und 1886 war Tappenbeck zu Forschungsreisen im Kongogebiet. 1887 wurde er gemeinsam mit Richard Kund mit der Erforschung des Hinterlandes von Kamerun beauftragt. Sein erster Vorstoß erfolgte im November 1887 über Bipindi zum Nyong und bis über den Sanaga. Militärische Bedeutung hatte vor allem die gewaltsame Erstürmung des Vute-Subzentrums Wataré.

Bei einer zweiten Expedition gründete er zusammen mit Kund im Gebiet der Ewondo die Station Jaunde, aus der die heutige Hauptstadt Kameruns, Yaoundé hervorging. Sie diente in erster Linie der wissenschaftlichen Forschung, der Erkundung von Flora und Fauna im Sinne einer wirtschaftlichen Nutzbarmachung, und als Basis für weitere geographische Erkundungszüge. So stieß Tappenbeck von hier aus als erster Europäer bis zur Residenz des Ngrang Gomtsé in Ndumba vor, der damals einflussreichsten Herrschaft der Vute. Mit der Gründung von Jaunde, das er – entgegen den Anweisungen, die er vom Auswärtigen Amt erhalten hatte – deutlich weiter als geplant nach Zentralkamerun vorschob, bereitete er gewissermaßen die effektive Okkupation des Hinterlandes vor.

Auf dem Rückmarsch zur Küste erlag Tappenbeck einer Malaria-Erkrankung.

Literatur[Bearbeiten]

  • Erster Vorstoß in das Innere von Groß-Batanga aus. In: Mitteilungen von Forschungsreisenden und Gelehrten aus den deutschen Schutzgebieten. Band 1, 1888, S. 2–6
  • Bericht über den äußeren Verlauf der Batanga-Expedition (Ende Oktober 1887 bis März 1888). In: Mitteilungen von Forschungsreisenden und Gelehrten aus den deutschen Schutzgebieten. Band 1, 1888, S. 6–22
  • Letzter Bericht von Lieutenant Tappenbeck. In: Mitteilungen von Forschungsreisenden und Gelehrten aus den deutschen Schutzgebieten. Band 2, 1889, S. 114–119
  • Reise von Lieutenant Tappenbeck von der Jaunde-Station über den Sannaga nach Ngila´s Residenz. In: Mitteilungen von Forschungsreisenden und Gelehrten aus den deutschen Schutzgebieten. Band 3, 1890, S. 109–113
  • Nachruf für Lieutenant Tappenbeck. In: Mitteilungen von Forschungsreisenden und Gelehrten aus den deutschen Schutzgebieten. Band 2, 1889, S. 67–69
  • Deutsches Koloniallexikon. Band 3, Leipzig 1920, S. 459
  • Viktor Hantzsch: Tappenbeck, Hans. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 54, Duncker & Humblot, Leipzig 1908, S. 670–672.