Hans Thierfelder (Physiologe)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Hans Thierfelder (* 22. Februar 1858 in Rostock; † 11. November 1930 in Tübingen) war ein deutscher Biochemiker.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thierfelder stammte aus einer Arztfamilie in Rostock (sein Vater war Theodor Thierfelder, Professor an der Universität und Vorstand der Medizinischen Klinik in Rostock) und studierte Medizin an den Universitäten Rostock, Tübingen, Heidelberg, München und Freiburg im Breisgau. In Tübingen wurde er im Wintersemester 1877/78 Mitglied der Burschenschaft Derendingia.[1] Sein Staatsexamen machte er in Freiburg und er wurde 1883 bei Otto Nasse in Rostock promoviert.

Da Thierfelder die wissenschaftliche Laufbahn einschlagen wollte, ging er 1884 als Assistent zu Felix Hoppe-Seyler nach Straßburg, wo er sich 1887 in Physiologie habilitierte. 1891 wurde er als Nachfolger von Robert Koch Kustos am Hygienischen Museum in Berlin und gleichzeitig Privatdozent für physiologische Chemie an der Humboldt-Universität Berlin. 1895 wurde er dort außerordentlicher Professor und Leiter der chemischen Abteilung des Physiologischen Instituts. Ab 1909 war er Professor an der Universität Tübingen, wo er Vorstand des physiologisch-chemischen Instituts wurde. Er war Geheimer Medizinalrat.

Thierfelder untersuchte Cerebroside, unter anderem das Cerebron.

Er war Mit-Herausgeber des Handbuchs der physiologisch und pathologisch-chemischen Analyse von Hoppe-Seyler nach dessen Tod (von der 7. bis 9. Auflage als alleiniger Herausgeber).

Zu seinen Schülern in Tübingen gehört Ernst Klenk. 1908 wurde er Mitglied der Leopoldina.

Aus seiner Ehe mit Luise von Beseler (1873–1945) entstammen Hermann Thierfelder und Rudolf Thierfelder.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Chemie der Cerebroside und Phosphatide (Monographien aus dem Gesamtgebiet der Physiologie der Pflanzen und Tiere; Bd. 19). Springer, Berlin 1930 (zusammen mit Ernst Klenk).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ernst Elsheimer (Hrsg.): Verzeichnis der Alten Burschenschafter nach dem Stande vom Wintersemester 1927/28. Frankfurt am Main 1928, S. 524.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]