Hans Tietgens

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Hans Tietgens (* 17. Mai 1922 in Langenberg; † 8. Mai 2009 in Eschborn) war ein deutscher Erwachsenenbildner.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hans Tietgens begann 1941 sein Studium der Geschichte und Literaturwissenschaft an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster und war von 1942 bis 1945 Soldat. Danach setzte er sein Studium mit den Fächern Germanistik, Geschichte, Psychologie, Philosophie an der Universität Bonn bis 1949 fort. Er promovierte 1949 in Neuerer Literaturwissenschaft mit dem Thema „Möglichkeit einer Zeitgestalt-Untersuchung, dargestellt an Gottfried Kellers Die Leute von Seldwyla“. Während des daran anschließenden sozialwissenschaftlichen Studiums in Hamburg war Hans Tietgens bereits als Kursleiter in den Volkshochschulen Bonn und Hamburg tätig.

Von 1952 bis 1955 war er Bundessekretär des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS) und von 1954 bis 1955 hauptberuflicher Mitarbeiter an der Heimvolkshochschule Hustedt.

Bevor er die Leitung der Pädagogischen Arbeitsstelle des Deutschen Volkshochschul-Verbandes (1960–1991) übernahm, war er Pädagogischer Leiter im Landesverband der Volkshochschulen in Niedersachsen (1956–1957) bzw. Bundestutor des Jugendreferentenprogramms im DVV (1957–1963).

Von 1979 bis 1991 war der Nestor der deutschen Erwachsenenbildung auch als Honorarprofessor an der Philipps-Universität Marburg tätig.

Seit 1954 war Hans Tietgens mit der Lehrerin Eva Sens verheiratet, sie hatten zwei Kinder.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erwachsenenbildung zwischen Romantik und Aufklärung, 1969, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, ISBN 3534079914.
  • Erwachsene im Feld des Lehrens und Lernens, mit Johannes Weinberg, 1975, 1. Aufl., unveränd. Nachdr., Westermann, Braunschweig, ISBN 3141670889.
  • Einleitung in die Erwachsenenbildung, 1979, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt, ISBN 3534079914.
  • Indirekte Kommunikation, Ausgewählte Beiträge 1968 bis 1996, 1997, Klinkhardt, Julius. ISBN 3781508811.
  • Ideen und Wirklichkeiten der Erwachsenenbildung in der Weimarer Republik, 2001, Klartext-Verlagsgesellschaft, ISBN 3884749269.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zum Tod von Hans Tietgens: „Ein Nachruf“ – PDF aus der „Die Zeitschrift für Erwachsenenbildung“, III/2009 (878 kB)
  • Nachruf auf Hans Tietgens. Rede von Rudolf Tippelt. In: Erziehungswissenschaft. Mitteilungen der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE) 21(40) 2010 S. 231
  • Heino Kebschull, Johannes Weinberg, Hans Tietgens 1922 bis 1958, Eine Spurensuche. | Tredition Verlag, 2012, ISBN 978-3-8472-8612-7.
  • Wiltrud Gieseke/Joachim Ludwig (Hrsg.) Hans Tietgens. Ein Leben für die Erwachsenenbildung - PDF Theoretiker und Gestalter in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Dokumentation des Kolloquiums vom 23. Oktober 2009 an der Humboldt Universität zu Berlin.
  • Christine Zeuner: Porträt: Hans Tietgens - Bundeszentrale für politische Bildung / Dossier "Politische Erwachsenenbildung"