Hans Ulrich Klintzsch

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Hans Ulrich Klintzsch (* 4. November 1898 in Lübbenau/Spreewald; † 17. August 1959) war ein deutscher Offizier, Freikorps-Mitglied und eines der Gründungsmitglieder der nationalsozialistischen Sturmabteilung (SA).

Nach dem Ersten Weltkrieg schloss sich der ehemalige Leutnant zur See Klintzsch der Marine-Brigade Ehrhardt an. Später gehörte er sowohl der Organisation Consul als auch dem Bund Wiking an.[1]

Hermann Ehrhardt übernahm im August 1921 den militärischen Oberbefehl der Turn- und Sportabteilung der NSDAP, Führung und militärische Ausbildung übertrug er an Klintzsch,[2] der seine Besoldung weiter durch die Brigade Ehrhardt erhielt.[3]

Anfang September 1921 wurde Klintzsch unter dem Verdacht verhaftet, an der Ermordung von Matthias Erzberger beteiligt zu sein. Klintzsch musste Anfang 1922 freigelassen werden und übernahm wieder die Führung und Ausbildung der am 5. Oktober 1921 zu „Sturmabteilung“ umbenannten „Turn- und Sportabteilung“. Danach übernahm Hermann Göring im März 1923 die Führung.

1924 ergriff Klintzsch einen Zivilberuf, kehrte jedoch später zum Militär zurück. Von 1936 bis 1939 war er im Range eines Majors der Luftwaffe Kommandeur der Blindflugschule 1/Flugzeugführerschule FFS B 31 und wurde dann zum Seenotdienst der Luftwaffe versetzt und zum Oberst befördert. 1959 starb er während der Hochzeit seines Sohnes Fridthjof.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gabriele Krüger: Die Brigade Ehrhardt (= Hamburger Beiträge zur Zeitgeschichte. Bd. 7). Leibniz, Hamburg 1971, ISBN 3-87473-003-4.
  • Francis K. Mason: Battle over Britain. A History of the German Air Assaults on Great Britain, 1917–18 and July–December 1940, and of the Development of Britain’s Air Defences Between the World Wars. German research material edited by Martin Windrow. McWhirter Twins Ltd., London 1969, ISBN 0-901928-00-3.
  • Albrecht Tyrell (Hrsg.): Führer befiehl … Selbstzeugnisse aus der „Kampfzeit“ der NSDAP. Dokumentation und Analyse. Droste, Düsseldorf 1969.
  • Albrecht Tyrell: Vom „Trommler“ zum „Führer“. Der Wandel von Hitlers Selbstverständnis zwischen 1919 und 1924 und die Entwicklung der NSDAP. Fink, München 1975, ISBN 3-7705-1221-9, S. 137 f. und 266, Anm. 27.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bruce Campbell: The SA Generals and the Rise of Nazism. Kentucky University Press, Lexington 2004, S. 20.
  2. Paul Hoser: Sturmabteilung (SA), 1921–1923/1925–1945. In: Historisches Lexikon Bayerns. 27. Oktober 2014, abgerufen am 25. Februar 2015.
  3. Hellmuth Auerbach: Hitlers politische Lehrjahre und die Münchener Gesellschaft 1919—1923. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte. Bd. 25, 1977, Heft 1, S. 35 (PDF).