Hans Wentzel

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Hans Wentzel (* 2. Februar 1913 in Altona; † 17. August 1975 in Stuttgart) war ein deutscher Kunsthistoriker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wentzel studierte Kunstgeschichte, vor allem bei Otto Schmitt, dessen Mitarbeiter er später wurde. 1935 wurde er mit einer Dissertation über die Beziehungen des Hochaltars der Klosterkirche von Kloster Cismar zu Lübecker Chorgestühlswerkstätten des 14. Jahrhunderts an der Universität Göttingen zum Dr. phil. promoviert. Im Zweiten Weltkrieg leitete er ab Ende 1940 im Auftrag des Deutschen Vereins für Kunstwissenschaft ein Projekt zur fotografischen Dokumentation der durch den Krieg gefährdeten Glasmalereien in Deutschland.[1] 1953 wurde er als Nachfolger von Otto Schmitt Lehrstuhlinhaber für Kunstgeschichte an der Technischen Hochschule Stuttgart, zugleich unterrichtete er im Lehrauftrag Kunstgeschichte und Kunstbetrachtung für angehende Kunsterzieher an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Sein Nachfolger an der Technischen Hochschule wurde 1977 Herwarth Röttgen.

Wentzel war vor allem durch seine Arbeiten über mittelalterliche Glasmalerei und über Steinschnitt bekannt. Er war wesentlicher Mitbegründer des Corpus der mittelalterlichen Glasmalereien "Corpus Vitrearum Medii Aevi". Er verfasste zudem zahlreiche Artikel im Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Hochaltar in Cismar und die lübeckischen Chorgestühlswerkstätten des 14. Jahrhunderts. Lübeck: Schmidt-Römhild 1937 (Diss.)
  • Lübecker Plastik bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts. Berlin: Dt. Verein für Kunstwissenschaft 1938 (Denkmäler deutscher Kunst)
  • mit Alfred Ehrhardt: Niederdeutsche Madonnen : ein Bilderwerk mit 120 Tafeln. Hamburg: Ellermann 1941
  • Das Bardowicker Chorgestühl. Hamburg: Ellermann 1943
  • Die Lüneburger Ratsstube von Albert von Soest. Hamburg: Ellermann 1947
  • Die Christus-Johannes-Gruppen des 14. Jahrhunderts. Berlin: Mann 1947 (Der Kunstbrief 41)
  • ltes Gestühl in Schleswig-Holstein und Vierlanden. Elmshorn/Holstein: Voigt 1948
  • (Hrg.) Form und Inhalt: Kunstgeschichtliche Studien. Otto Schmitt zum 60. Geburtstag am 13. Dez. 1950, dargebracht von seinen Freunden. Stuttgart: Kohlhammer 1950
  • Der Lütjenburger Altar von 1467. Mit 40 Bildtafeln von Theodor Voigt. Hamburg: Ellermann 1951 (Norddeutsche Werkmonographien)
  • Meisterwerke der Glasmalerei. Berlin: Deutscher Verein für Kunstwissenschaft 1951 (Denkmäler deutscher Kunst), 2., verb. Auflage 1954
  • Die Glasmalereien in Schwaben von 1200-1350. Hrsg. vom Deutschen Verein für Kunstwissenschaft, Berlin: Deutscher Verein für Kunstwissenschaft 1958 (Corpus vitrearum Medii Aevi. Deutschland 1)
  • Die Christus-Johannes-Gruppen des XIV. Jahrhunderts. (Neubearbeitung) Stuttgart: Reclam 1960 (Reclams Universal-Bibliothek; Nr. B 9051)
  • Bildnisse der Brücke-Künstler voneinander. Stuttgart: Reclam 1961 (Reclams Universal-Bibliothek; Nr. B. 9063)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rüdiger Becksmann (Hrsg.): Beiträge zur Kunst des Mittelalters. Festschrift für Hans Wentzel zum 60. Geburtstag. Gebr. Mann, Berlin 1975, ISBN 3-7861-7014-2 (Bibliographie H. Wentzel S. 255–267)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bild im Digitalen Portraitarchiv

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Daniel Parello: Kriegsbergungsaufnahmen von gefährdetem Kulturgut – Die Fotosammlung mittelalterlicher Glasmalereien am Corpus Vitrearum Medii Aevi Deutschland/Freiburg im Breisgau, Abstract@1@2Vorlage:Toter Link/www.fotomarburg.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. bei der Deutschen Fotothek, abgerufen am 25. August 2012