Hans von Zwiedineck-Südenhorst

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Johann Alois Zwiedineck, ab 1854 Edler von Südenhorst[1], (auch von Zwiedineck-Südenhorst; * 14. April 1845 in Frankfurt am Main; † 22. November 1906 in Graz) war ein österreichischer Historiker und Professor für Geschichte.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwiedineck-Südenhorst war der Sohn des österreichischen Artillerie-Obersten Ferdinand Zwiedinek Edler von Südenhorst (1791–1872) und studierte nach der Matura Geschichte an der Universität Graz. Danach erhielt er eine erste Anstellung an der Steiermärkischen Landesbibliothek und danach an der Landesoberrealschule in Graz. 1875 habilitierte Zwiedineck sich als Dozent der Geschichte an der Universität Graz. Im Jahr 1880 wurde er zum Direktor der Steiermärkischen Landesbibliothek berufen und 1885 zum a. o. Professor ernannt. Ab 1899 war er Ordinarius in Graz.

Er betätigte sich neben der Veröffentlichung einiger Geschichtswerke als Autor einiger Artikel in der Allgemeinen Deutschen Biographie.

Zwiedineck-Südenhorst war Stifter des Akademischen Corps Teutonia zu Graz (1863) und des Corps Vandalia Graz (1864). Das Corps Saxonia Wien verlieh ihm 1899 das Band.[2] Er initiierte 1892 die Gründung der Historischen Landeskommission für Steiermark und fungierte bis 1906 als geschäftsführender Sekretär.[3] Von 1895 bis 1896 war er der erste Vorsitzende des Historikerverbandes nach dessen Gründung.

Otto von Zwiedineck-Südenhorst war ein Sohn.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dorfleben im achtzehnten Jahrhundert. Culturhistorische Skizzen aus Innerösterreich, Carl Gerold, Wien 1877.
  • Hans Ulrich Fürst von Eggenberg. Freund und erster Minister Kaiser Ferdinand II. Braumüller, Wien 1880.
  • Venezianische Gesandtschafts-Berichte über die Böhmische Rebellion, Leuschner & Lubensky, Graz 1880, Reprint o. O. o. J. (2010).
  • Die Politik der Republik Venedig während des Dreißigjährigen Krieges, 2 Bände, Cotta, Stuttgart 1882/1885. Reprint der Ausgabe von Bd. 1 und 2 von 1899 o. O., o. J. (2010).
  • Österreich unter Maria Theresia, Joseph II. und Leopold II., Grote, Berlin 1884 (mit Adam Wolf).
  • Die öffentliche Meinung in Deutschland im Zeitalter Ludwigs XIV. 1650–1700. Ein Beitrag zur Kenntnis der deutschen Flugschriften-Litteratur. Cotta, Stuttgart 1888.
  • Deutsche Geschichte im Zeitraum der Gründung des preußischen Königtums. 2 Bde., Cotta, Stuttgart 1890–1894.
  • Die steiermärkische Landes-Bibliothek am Joanneum in Graz, Selbstverlag der steiermärkischen Landes-Bibliothek, Graz 1893 (Digitalisat).
  • Venedig als Weltmacht und Weltstadt. Velhagen u. Klasing, Bielefeld/Leipzig 1897, 1899, 2. Auflage 1906, 3. Auflage 1925, Reprint der Ausgabe von 1899 o. O. o. J. (2010).
  • Das gräflich Lambergsche Familienarchiv in Schloß Feistritz bei Ilz. 3. Theil: Urkunden, Actenstücke und Briefe, die freiherrliche und gräfliche Familie Lamberg betreffend. Selbstverlag, Graz 1899 (= Veröffentlichungen der historischen Landescommission für Steiermark. Band 11).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Constantin von Wurzbach: Zwiedinek Edler von Südenhorst, Ferdinand. In: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. 60. Theil. Kaiserlich-königliche Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1891, S. 337 (Digitalisat).
  2. Kösener Corpslisten 1930, 51, 5; 52, 10; 135, 189.
  3. Gernot Peter Obersteiner: Kurze Geschichte der Historischen Landeskommission für Steiermark, auf hlk.steiermark.de (zuletzt abgerufen am 12. Juni 2019).