HanseYachts

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HanseYachts AG
HanseGroup Logo
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE000A0KF6M8
Gründung 1990
Sitz Greifswald, Deutschland
Leitung Jens Gerhardt (CEO)

Sven Göbel (CFO)

Mitarbeiter 1.160 [1]
Umsatz 114,9 Mio. EUR [1]
Branche Bootsbau, Werft
Website www.yachts.group

Stand: 2015/16

Firmensitz in Greifswald
Flaggschiff Hanse 675
Sealine F530

Die HanseYachts AG ist ein deutscher Sportboothersteller mit Sitz in der Hansestadt Greifswald. Das Unternehmen baut Segelyachten der Marken Hanse, Dehler, Moody und Varianta sowie Motoryachten der Marken Sealine und Fjord. Die HanseYachts AG ist an der Frankfurter Börse gelistet (General Standard). Die Unternehmensgruppe firmiert als HanseGroup.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gründung und Aufstieg (1990–2007)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Direkter Vorläufer der heutigen HanseYachts-Werft ist die Boots- und Reparaturwerft Greifswald, die wiederum ihren Ursprung in der Buchholzschen Werft, der letzten großen Greifswalder Werft für Holzschiffe, hatte. HanseYachts wurde 1990 von Michael Schmidt gegründet, dem Gewinner des Admiral’s Cup 1985. Bis 2006 hieß die Firma Yachtzentrum Greifswald. Produktion und Verkauf begannen 1993 mit der Hanse 291, deren Konstruktion auf der Aphrodite 291 und den Ideen der Konstrukteure Carl Baier und Bent Elgaard beruhte. Später folgte die aus der Finngulf 33 entwickelte Hanse 331.

Gemessen an der Anzahl verkaufter Boote wurde HanseYachts einer der weltweit drei größten Hersteller hochseetüchtiger Segelyachten.[2] 2006 lieferte das Unternehmen aus seinem direkt am Ryck gelegenen Stammwerk erstmals über 700 Boote aus. Im Laufe des Geschäftsjahres 2007/2008 erweiterte HanseYachts seine Produktionskapazitäten in Greifswald sowie am polnischen Standort Goleniów (Schalenproduktion) noch einmal deutlich. Diese und frühere Investitionen wurden teilweise durch EU-Mittel gefördert.

Akquisitionen und Krise (2007–2010)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Produktpalette gehören seit 2007 Motorboote der norwegischen Marke Fjord. 2008 erweiterte HanseYachts das Modellangebot um Decksalon- und Achtercockpityachten, die unter der 2007 erworbenen englischen Traditionsmarke Moody vertrieben werden. Ebenfalls 2007 wurde das Unternehmen an die Börse geführt. Im März 2008 gab HanseYachts bekannt, dass die zum Börsengang gemachten Prognosen aufgrund verschiedener organisatorischer Probleme und des hohen Wettbewerbsdrucks nicht eingehalten werden können. 2009 kaufte HanseYachts die insolvente Dehler-Werft.[3][4]

Übernahme und weitere Entwicklung (2011–heute)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juli 2011 übernahm die in München ansässige Investmentholding Aurelius die Mehrheitsbeteiligung an der HanseYachts AG, gleichzeitig schied Firmengründer Michael Schmidt aus dem Unternehmen aus.[5] Ende 2012 wurde der Dehler-Standort in Freienohl geschlossen und die Dehler-Produktion nach Greifswald verlagert.[6] Im Herbst 2013 erwarb Aurelius für HanseYachts die englische Traditionsmarke Sealine (Motorboote) aus der Insolvenzmasse der vormaligen Sealine-Werft in Kidderminster.[7] Seit 2014 werden Sealine-Yachten in Greifswald hergestellt und vertrieben.

Im Mai 2017 übernahm Aurelius den französischen Katamaranhersteller Privilège Marine SAS mit Sitz in Les Sables-d'Olonne.[8][9] Im August 2017 übernahm HanseYachts im Zuge mehrerer Vereinbarungen mit der neuen Konzernschwester die Marke Privilège.[10]

Struktur, Produktion und Verkauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

HanseYachts produziert an seinen Standorten Greifswald und Goleniów Boote von 10 bis 21 Meter Länge. Das Laminierwerk in Goleniów stellt Rumpf- und Deckschalen her und übernimmt erste Schritte der Montage. Im Geschäftsjahr 2015/16 verkaufte HanseYachts 557 Boote.[1] Etwa 85 % der produzierten Yachten werden exportiert.[11]

Regatten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hanse Cup: Seit 1998 richtet HanseYachts auf der Ostsee eine viertägige Regatta rund um Rügen aus. Teilnehmen können Hanse-Eigner und seit 2016 auch Dehler-Eigner.[12]
  • Hanse Cup Adriatic: Seit 2012 veranstaltet der Segelclub Zenta im Süden Kroatiens eine dreitägige Regatta für Hanse-Yachten.[13]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hanse Yachts – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c HanseGroup: Geschäftsbericht 2015/16. Abgerufen am 4. November 2016.
  2. Robert Greenwood: East goes west. In: European Boatbuilder, Feb/März 2009. Abgerufen am 12. Januar 2017 (PDF).
  3. DGAP-Adhoc: Verhandlungen über Dehler erfolgreich abgeschlossen. Abgerufen am 29. Juni 2009.
  4. Hamburger Abendblatt: HanseYachts übernimmt Segelbootbauer Dehler. Abgerufen am 2. Mai 2009.
  5. Aurelius AG, Pressemitteilung: Aurelius übernimmt Mehrheitsbeteiligung an der HanseYachts AG. Abgerufen am 31. Juli 2011.
  6. HanseGroup, Pressemitteilung: HanseGroup konzentriert Produktion in Deutschland am Hauptstandort Greifswald. Abgerufen am 30. Mai 2015.
  7. BBC News: Sealine brand sold off as factory set to close. Abgerufen am 27. Juni 2013.
  8. DGAP: Aurelius erwirbt den Katamaranhersteller Privilège. Abgerufen am 19. Mai 2017.
  9. Fridtjof Gunkel: Hanse kauft Katamaran-Hersteller. In: Yacht online. 19. Mai 2017, abgerufen am 24. Mai 2017.
  10. HanseYachts: Kooperation mit Privilège Marine. In: 4investors. 4. August 2017, abgerufen am 11. August 2017.
  11. Wirtschaftsförderung Vorpommern: Unternehmen aus Vorpommern. Abgerufen am 22. März 2017.
  12. Ostsee-Portal: Hanse Cup – Hanse Yachten im Wettkampf. Abgerufen am 20. Februar 2017.
  13. Hanse-Cup-Adriatic. Abgerufen am 21. Februar 2017.

Koordinaten: 54° 6′ 2″ N, 13° 23′ 22″ O