Happiness (Film)

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Filmdaten
Deutscher Titel Happiness
Originaltitel Happiness
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1998
Länge 134 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Todd Solondz
Drehbuch Todd Solondz
Produktion Ted Hope
Christine Vachon
Musik Robbie Kondor
Kamera Maryse Alberti
Schnitt Alan Oxman
Besetzung

Happiness ist ein Film von Regisseur Todd Solondz, gedreht im Jahr 1998 in den USA.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Irgendwo in New Jersey leben drei Schwestern, alle ungefähr Mitte dreißig, aber mit unterschiedlichen Wesenszügen und Lebenssituationen. Gemeinsam sind ihnen jedoch eine tiefe Unzufriedenheit und starke Selbstzweifel. Die träumerische Joy sucht nach ihrem Märchenprinzen und geht eine eher aussichtslose Beziehung mit einem Nachhilfeschüler ein. Die verheiratete Trish ist unglücklich in ihrer - auch sexuell weitgehend unerfüllten - Ehe mit einem Psychiater, der sich im Lauf des Films außerdem, von ihr ungeahnt, als pädophiler Verbrecher entpuppt, der die Spielkameraden seines vorpubertären Sohnes missbraucht. Helen, die dritte der Schwestern, ist eine erfolgreiche Autorin, die Bestseller über - tatsächliche oder erfundene - Traumata aus der Kindheit schreibt. Real sind jedenfalls ihr geringes künstlerisches Selbstwertgefühl und Ängste, denen sie mit nach außen gezeigter, übertriebener Selbstsicherheit und betonter Extravaganz begegnet. Zu letzterer gehört auch ihr Interesse an einem ihr zunächst unbekannten Mann, der sie mit obszönen Telefonanrufen belästigt. Es handelt sich um einen etwas verwahrlosten Nachbarn (Philip Seymour Hoffman), der im entscheidenden Moment, als Helen ihm seine Chance gibt, versagt.

Die unter anderem durch die schrittweise Enttarnung von Trishs Ehemann als Sexualverbrecher vorangetriebene Handlung gipfelt in einem Familieneklat, der in der Endszene des Films absurderweise mit dem ersten Orgasmus von Trishs Sohn koinzidiert.

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den USA war der Film wegen seiner sexuellen Themen sehr umstritten, insbesondere die Darstellung von Pädophilie stieß auf großen Widerstand. So weigerte sich das Sundance Film Festival, den Film anzunehmen.[1]

Stefan Jung von critic.de schreibt zu diesem Film: „Todd Solondz’ Folgefilm zu seinem vielgelobten Willkommen im Tollhaus (Welcome to the Dollhouse, 1996) will wachrütteln, schockieren und verunsichern. Eingehend porträtiert er das Bild einer weißen amerikanischen Mittelschicht, wie sie typischer nicht sein könnte. Der Film gewinnt seinen besonderen Reiz in der Beiläufigkeit, mit der er die Gewalt inszeniert […], mit seinen wendungsreichen Geschichten heftige Gefühlsreaktionen beim Zuschauer. ‚Happiness‘ ist sowohl bedrückend als auch äußerst unterhaltsam. Die Bilder stellen die konventionellen Schemata der ‚heilen Welt‘ einer aggressiven Ironie voll tiefer Verzweiflung gegenüber.“[2]

Für die Zeitschrift für Medienpädagogik medien praktisch urteilt Miriam Hollstein: „Die Struktur von Happiness entspricht der einer Soap Opera und erinnert von ferne an Arthur Schnitzlers Reigen: Der Film ist in einzelne Episoden unterteilt, die lose miteinander verknüpft sind. […] Im Gegensatz zur künstlichen, überhöhten Welt der TV-Seifenopern rückt in Happiness die Kamera den Figuren ganz nah und entlarvt unbarmherzig ihre Schwächen. Zusätzliche Intimität wird durch die fast durchgängig angewandte Methode erzeugt, jeweils nur zwei Personen in Schuß- und Gegenschuß-Technik vorzuführen.“[3]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1998: FIPRESCI-Preis (Kritikerpreis) in Cannes
  • 1998: National Board of Review, USA
  • 1998: São Paulo International Film Festival – Internationaler Jury Award
  • 1998: Fort Lauderdale International Film Festival – Critic Choice Award für „Bester Schauspieler“ (Dylan Baker), „Bester Film“
  • 1998: Toronto International Film Festival – U-Bahn-Media Award
  • 1999: Nominiert für einen Golden Globe in der Kategorie Bestes Drehbuch
  • 1999: Independent Spirit Awards – für die „Beste Regie“ (Todd Solondz)
  • 1999: British Independent Film Award – „Bester ausländischer Film“
  • 1999: Fantas – Directors Week Award (Todd Solondz)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Happiness di Todd Solondz: quando la felicità è una chimera… bei cinema10.it, abgerufen am 17. November 2015.
  2. Stefan Jung: Happiness Filmkritik bei critic.de, abgerufen am 17. November 2015.
  3. Miriam Hollstein, : Happiness Filmkritik bei film-des-monats.de, abgerufen am 17. November 2015.