Happurg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Happurg
Happurg
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Happurg hervorgehoben
Koordinaten: 49° 30′ N, 11° 28′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Nürnberger Land
Verwaltungs­gemeinschaft: Happurg
Höhe: 353 m ü. NHN
Fläche: 42,59 km²
Einwohner: 3764 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 88 Einwohner je km²
Postleitzahl: 91230
Vorwahl: 09151
Kfz-Kennzeichen: LAU, ESB, HEB, N, PEG
Gemeindeschlüssel: 09 5 74 128
Gemeindegliederung: 14 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hersbrucker Straße 6
91230 Happurg
Webpräsenz: www.happurg.de
Erster Bürgermeister: Bernd Bogner[2] (FWG)
Lage der Gemeinde Happurg im Landkreis Nürnberger Land
Nürnberg Nürnberg Landkreis Roth Landkreis Erlangen-Höchstadt Landkreis Bayreuth Landkreis Forchheim Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Landkreis Amberg-Sulzbach Engelthaler Forst Zerzabelshofer Forst Schönberg (gemeindefreies Gebiet) Rückersdorfer Forst Laufamholzer Forst Günthersbühler Forst Forsthof (gemeindefreies Gebiet) Fischbach (gemeindefreies Gebiet) Feuchter Forst Brunn (gemeindefreies Gebiet) Behringersdorfer Forst Feucht Offenhausen (Mittelfranken) Alfeld (Mittelfranken) Altdorf bei Nürnberg Burgthann Engelthal Happurg Henfenfeld Hersbruck Kirchensittenbach Lauf an der Pegnitz Leinburg Ottensoos Pommelsbrunn Reichenschwand Röthenbach an der Pegnitz Rückersdorf (Mittelfranken) Schwaig bei Nürnberg Schwarzenbruck Velden (Pegnitz) Vorra Winkelhaid Schnaittach Neunkirchen am Sand Simmelsdorf Winkelhaid (gemeindefreies Gebiet) Haimendorfer Forst Neuhaus an der PegnitzKarte
Über dieses Bild
Rathaus

Happurg (fränkisch: Habbuich) ist eine Gemeinde im mittelfränkischen Landkreis Nürnberger Land und der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Happurg.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (im Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Pommelsbrunn, Alfeld, Lauterhofen, Offenhausen, Engelthal, Hersbruck

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Osten der Hersbrucker Schweiz, einem Teil der Frankenalb. Die Gemeindeteile Happurg und Förrenbach sind staatlich anerkannte Erholungsorte. Von 1956 bis 1958 wurde das Pumpspeicherkraftwerk Happurg errichtet, wobei im Talgrund der Happurger See sowie auf dem Deckersberg das dazugehörende Oberbecken entstand.

Gemeindeteile, Einwohnerzahlen und Geografische Höhe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde gliedert sich in 14 Ortsteile (Stand 30. September 2010):[3]

  • Aicha (39 Einwohner, 497 m ü. NN)
  • Deckersberg (134 Einwohner, 523 m ü. NN)
  • Förrenbach (772 Einwohner, 374 m ü. NN)
  • Gotzenberg (67 Einwohner, ca. 510 m ü. NN)
  • Happurg (1737 Einwohner, 353 m ü. NN)
  • Hartenberg (8 Einwohner, 510 m ü. NN)
  • Kainsbach (324 Einwohner, 387 m ü. NN)
  • Molsberg (26 Einwohner, 515 m ü. NN)
  • Mosenhof (25 Einwohner, ca. 400 m ü. NN)
  • Reicheneck (34 Einwohner, ca. 500 m ü. NN)
  • Schupf (225 Einwohner, 534 m ü. NN)
  • See (183 Einwohner, ca. 530 m ü. NN)
  • Thalheim (259 Einwohner, 405 m ü. NN)
  • Vorderhaslach (21 Einwohner, 566 m ü. NN), höchstgelegener Gemeindeteil Happurgs

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom 17. Mai 1944 bis Ende Juli 1944 vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges existierte im Ort ein Außenlager des KZ Flossenbürg, dessen 1.148 Häftlinge Zwangsarbeit für das geplanten Stollensystem der SS verrichten mussten. Das KZ-Außenlager hatte den Tarnnamen Dogger, B 7.[4]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Kainsbach eingegliedert. Am 1. Januar 1972 folgten Thalheim, Heldmannsberg (teilweise) und Breitenbrunn (teilweise).[5]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahl 2008[6]
Wahlbeteiligung: 70,7 %
 %
40
30
20
10
0
38,9 %
38,1 %
23,0 %

Erster Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist seit dem 1. Mai 2014 Bernd Bogner (FWG).

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat mit insgesamt 16 Sitzen setzt sich seit der Kommunalwahl am 16. März 2014 folgendermaßen zusammen:

Ausschüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Haupt-, Finanz- und Personalausschuss (9 Sitze)
  • Bau- und Umweltausschuss (9 Sitze)
  • Rechnungsprüfungsausschuss (5 Sitze)

Partnergemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Happurg unterhält eine Partnerschaft zur Gemeinde Neudorf im Erzgebirge.

Sehenswürdigkeiten und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Happurger See im Winter
Kalktuffterrasse von Kainsbach
  • Pumpspeicherkraftwerk Happurg mit Oberbecken und Naturlehrpfad, auf dem 53 Wegstationen mit erläuternden Schautafeln über die heimische Tier- und Pflanzenwelt unterrichten[7]
  • Happurger See (Angeln, Segeln, Tretbootverleih)
  • Baggersee (Bademöglichkeit, Angeln)
  • Wanderwege: Neben mehreren überregionalen Wanderwegen (z.B. Frankenalb Panoramaweg), existiert rund um Happurg auch ein Netz von lokalen Rundwanderwegen[8], darunter der Happurger Geschichtsweg, der Stationen mit historischer Bedeutung rund um Happurg verbindet[9], sowie seit 2012 ein Geologischer Lehrpfad.[10]
  • Happurger Berg
Bergrennen für klassische PKW und Motorräder (Oldtimer-Gleichmäßigkeitsprüfung) am ersten Wochenende im September, seit 2001 veranstaltet vom Automobilclub Hersbruck im ADAC e. V.

SC Happurg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sportclub Happurg wurde im Jahr 1946 gegründet. Der Verein besteht aus den Einzelabteilungen Fußball, Tennis, Gymnastik, Tischtennis, Volleyball und Fit For Fun (Breitensport).

Gut Holz Happurg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Breitensport-Kegelklub Gut Holz Happurg wurde 1960 gegründet und nimmt an der Punkterunde des VNPK teil.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Georgskirche Happurg

Happurg hat eine evangelische und eine katholische Kirche (als Filialkirche der Kuratie Pommelsbrunn).

Die evangelische Kirchengemeinde[11] Marien und St. Georg feierte 2009 ihr 950-jähriges Bestehen. Erstmals urkundlich erwähnt wird die Altarweihe durch Bischof Gundekar II. aus Eichstätt im Jahre 1058 im Pontifikale Gundekarianum.

Ein umfangreiches und vielfältiges Festprogramm erinnerte an das Gründungsjahr. Höhepunkt und Abschluss der Feierlichkeiten war ein Festgottesdienst und ein historischer Festzug am 26. April 2009, bei dem die Geschichte der Kirche und Gemeinde aufgezeigt wurde. Überschattet wurde das Jubiläumsjahr durch den plötzlichen Tod des allzeit beliebten Pfarrers Wolfram Schiffner. Gemeinsam mit Herbert Hofmann hatte er das Festjahr vorbereitet. Über 10.000 Zuschauer säumten die Straßen, als der Festzug durch den Ort zog. Über 800 Beteiligte am Festzug bereiteten der Gemeinde ein großes und unvergessliches Ereignis.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortskern mit Happurger Bach

Die Infrastruktur besteht hauptsächlich aus Kleingewerbe. Zudem fand am 7. April 2007 erstmals und dann jeden ersten Samstag im Monat ein Monatsmarkt mit ausgewählten Produkten (Gewürze, Kräuter, Olitäten, selbstgemachte Nudeln, Salami, geräucherte Forellen, Bauernbrot, Saisongemüse, Honig und vieles mehr) statt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Happurg ist mit dem Auto über die Bundesstraße 14 (Ausfahrt Happurg/Lauterhofen) zu erreichen.
  • Busse des OVF (Busverbindung ab Hersbruck) bedienen Happurg und das weitere Umland.
  • Seit 12. Dez. 2010 besitzt Happurg einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Nürnberg–Schwandorf und wird von der S-Bahn Nürnberg, Linie S1, im Stundentakt bedient. Die Züge verkehren Richtung Osten bis Hartmannshof, wo Anschluss an Regionalexpresszüge Richtung Schwandorf und Weiden besteht. Richtung Westen kann ohne Umsteigen über Nürnberg und Fürth bis Bamberg gefahren werden. Happurg hatte früher schon einmal einen Bahnhof, der jedoch 1873 zu Gunsten des Bahnhofs Pommelsbrunn aufgegeben wurde.

Energie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Happurg ist Standort des Pumpspeicherkraftwerks Happurg. Das von E.ON betriebene Kraftwerk verfügt über eine Gesamtleistung von 160 Megawatt, das Wasser wird über eine Höhendifferenz von 209 Metern geleitet.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Konrad Dorn (1870–1948) war der Gründer und Leiter der „Ersten Fränkischen Bauernkapelle Happurg“, mit der er in den Jahren vor und nach dem Ersten Weltkrieg zahlreiche Grammophonaufnahmen machte.
  • Timo Rost (* 1978), Fußballprofi (Energie Cottbus), begann beim SC Happurg

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nürnberger Land. Karl Pfeiffer’s Buchdruckerei und Verlag, Hersbruck 1993. ISBN 3-9800386-5-3

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. happurg.de/Gemeinde. Abgerufen am 4. Mai 2014.
  3. Bayerische Landesbibliothek Online:Happurg (Abgerufen am 8. Juli 2015)
  4. Webseite KZ-Gedenkstätte Flossenbürg Abgerufen am 6. Juli 2016
  5. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 481
  6. Kommunalwahlen in Bayern 2008 (Abgerufen am 8. Juli 2015)
  7. Naturlehrpfad Happurg auf der Seite des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Gesundheit; Abgerufen am 20. Februar 2013
  8. siehe auch Lokale Wanderwege von Happurg im Open-Data-Projekt OpenStreetMap
  9. Happurger Geschichtsweg (PDF; 2,8 MB) auf der Seite der Gemeinde; Abgerufen am 20. Februar 2013
  10. Neuer „Geologischer Rundweg“ in der Gemeinde Happurg (PDF; 322 kB) auf der Seite der Gemeinde, Abgerufen am 20. Februar 2013
  11. www.kirche-happurg.de. Abgerufen am 20. November 2014.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Happurg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien