Happurger See

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Happurger See
Happurger See mit Blick auf die Staumauer
Happurger See mit Blick auf die Staumauer
Lage: Landkreis Nürnberger Land, Mittelfranken, Bayern, Deutschland
Zuflüsse: Rohrbach, Kainsbach
Abflüsse: Happurger Bach
Größere Orte am Ufer: Happurg
Größere Städte in der Nähe: Hersbruck
Happurger See (Bayern)
Happurger See
Koordinaten 49° 28′ 57″ N, 11° 28′ 50″ OKoordinaten: 49° 28′ 57″ N, 11° 28′ 50″ O
Daten zum Bauwerk
Daten zum Stausee
Höhenlage (bei Stauziel) 366 m ü. NN
Wasseroberfläche 55 ha
Blick vom Hohlen Fels über den Happurger Stausee.jpg
Happurger See aus der Luft

Der Happurger See (366 m ü. NN) ist ein Stausee, eingebettet in die Hersbrucker Alb, umgeben von der Houbirg (618 m), dem Deckersberg (586 m) und Reicheneck.

Zweck des Stausees[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der See wird vom Rohrbach und vom Kainsbach gespeist. Das 1958 in Betrieb gegangene Pumpspeicherkraftwerk Happurg[1] des Fränkischen Überlandwerks (heute E.ON) erzeugt mit dem Wasser des Sees sowie dem dazugehörigen Oberbecken auf dem Deckersberg elektrische Energie. Die Größe des Sees beträgt im Mittel etwa 55 Hektar. Den Namen hat der See von der angrenzenden Ortschaft Happurg. Erbaut wurde er von dem Nürnberger Architekten und Kulturpreisträger der Stadt Nürnberg Franz Reichel.

Durch Wassereinbrüche im Oberbecken des Pumpspeicherkraftwerkes ist die Kraftwerksfunktion derzeit außer Betrieb. Die Sanierungsarbeiten wurden immer weiter verschoben und eine Fertigstellung ist frühestens 2016 vorgesehen.[2] Bereits 2013 wurde die Wiederinbetriebnahme nach Vorliegen des Sanierungsgutachtens[3] auf 2017 verschoben.[4]

2015 wurde erneut ein neuer Termin für den Abschluss der Sanierung genannt, der nun auf 2019 festgelegt wurde. Vor Ort in Happurg ist zu erfahren, dass dieser Termin wohl ebenfalls nicht eingehalten wird, da ein Teil der Kraftwerkseinrichtung als Ersatzteile für andere Einrichtungen bereits ausgebaut wurde.[5]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der im Jahre 1955 zum Zwecke der Elektrizitätsgewinnung angelegte Stausee liegt in der Mittelgebirgslandschaft der Frankenalb.

Die nächstgelegene Stadt ist Hersbruck (etwa drei Kilometer).

Man erreicht den See von der Autobahn A9 Nürnberg-Berlin, Ausfahrt Lauf-Hersbruck, auf der Bundesstraße 14 Richtung Hersbruck, an Hersbruck vorbei bis zur Abzweigung Happurg. Die Straße in Richtung Alfeld führt direkt am Südufer des Happurger Sees vorbei. Von der Autobahn sind es etwa 14 Kilometer. Alternativ kann man auch die Autobahn A6 Nürnberg-Amberg (Richtung Prag) bei der Ausfahrt Alfeld verlassen und über die Staatsstraße durch Alfeld Richtung Hersbruck zum See fahren.

Mit der S-Bahn Nürnberg, Linie S1, erreicht man den See vom Haltepunkt Happurg aus nach etwa 1,5 km Fußweg durch den Ort.

Der See ist außerdem mit einer Regionalbuslinie von Hersbruck her erreichbar.

Freizeitnutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gelände um den See ist als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Aufgrund der guten Wassersportmöglichkeiten ist der direkt am Ufer des Sees gelegene Erholungsort Happurg ein bekannter Treffpunkt der Surfer und Segler geworden, die hier Einlassstellen für ihre Bretter und Boote vorfinden. Sie müssen allerdings mit eigenwilligen, oft drehenden Winden rechnen. Des Weiteren befinden sich ausgewiesene Nordic-Walking-Strecken und ein Tretbootverleih vor Ort.

Auf dem Happurger See, der nach Trockenperioden nicht immer voll geflutet ist und dann einen geringeren Wasserstand aufweist, sind Motorboote nicht zugelassen. Bedingt durch den Pumpspeicherbetrieb kann sich der Wasserstand je nach Strombedarf laufend ändern.

Den Anglern steht sowohl der See als auch der in der Nähe liegende zehn Hektar große Badesee für die Ausübung ihres Hobbysports zur Verfügung. Ein markiertes Wanderwegenetz führt durch die Landschaft der Frankenalb, u. a. zum 612 m hohen Arzberg mit dem Aussichtsturm (vier Kilometer westlich).

180-Grad-Panoramablick auf den Stausee mit Bacheinlauf, Februar 2013

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Happurger See – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. E.On sucht nach Ursache, Hersbrucker Zeitung, 1. März 2011
  2. Oberbeckensanierung dauert bis 2016, n-land.de, 14. November 2012 (Memento vom 3. November 2014 im Internet Archive)
  3. Christian Moormann, Tobias Heiserer, Karl-Heinz Straßer, Theodor Strobl,: Sanierung des Oberbeckens des Pumpspeicherkraftwerkes Happurg nach erosiv bedingten Erdfällen in der Beckensohle. uni-stuttgart.de, archiviert vom Original am 4. März 2016; abgerufen am 15. April 2018.
  4. Andrea Pitsch: Happurger Oberbecken: Wassermassen auf der "Tiefgarage". In: www.nordbayern.de/region/hersbruck. 25. Juli 2013, abgerufen am 19. Oktober 2014.
  5. Marita Münster: Oberbecken: Sanierung erst 2019. In: n-land.de. 24. September 2015, abgerufen am 15. April 2018.