Harald Braun

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Harald Braun (Begriffsklärung) aufgeführt.

Harald Braun (* 26. April 1901 in Berlin[1]; † 24. September 1960 in Xanten) war ein deutscher Regisseur, Filmproduzent und Drehbuchautor.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sohn des Berliner Pfarrers Max Braun[2] (* 1859; † 1925) studierte Germanistik, Philosophie und Kunstgeschichte in Freiburg und Berlin und promovierte zum Dr. phil. Er wurde Mitglied des Freiburger und Berliner Wingolf. Zunächst arbeitete er als Kaufmann, später für das Evangelische Volksbildungswerk. Braun übernahm die Leitung des Evangelischen Presseverbandes und gründete 1924 die Literaturzeitschrift Eckart. Später wechselte er als Redakteur zum Scherl-Verlag. 1932 wurde er Abteilungsleiter und Hörspielredakteur beim Berliner Rundfunk.

Durch Carl Froelich kam er 1937 zur UFA und arbeitete zunächst als Autor und Regieassistent. 1942 führte er in Zwischen Himmel und Erde erstmals Regie. Er inszenierte recht verschiedenartige Filme, darunter den Revuefilm Hab’ mich lieb mit Marika Rökk und die Schumann-Biografie Träumerei. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs war Harald Braun zunächst Intendant der Heidelberger Kammerspiele. Danach kam er als Hörspielregisseur zu Radio München, wo er unter anderem Bertolt Brechts Das Verhör des Lukullus (1949) inszenierte.

1947 gründete er mit dem Drehbuchautor Jacob Geis seine eigene Filmgesellschaft, die Neue deutsche Filmgesellschaft (ndF). Gleichzeitig arbeitete er weiterhin als Regisseur und Drehbuchautor. Brauns bekannteste Filme aus der Nachkriegszeit sind Nachtwache, der die Bekehrung einer ungläubig gewordenen Ärztin zum Inhalt hat, und Herz der Welt (1952), ein Film über das Leben der Pazifistin Bertha von Suttner, für den er 1953 mit dem deutschen Filmpreis ausgezeichnet wurde. Auch Brauns weitere Filme, die mehrfach auf Literaturvorlagen zurückgriffen, kreisen häufig um ethisch-moralische Themen.

Braun war einige Zeit 2. Vorsitzender des Verbandes deutscher Filmregisseure und ab 1955 Mitglied der Berliner Akademie der Künste. Er war der Vater von Michael Braun, der später als Regisseur erfolgreicher Fernsehproduktionen bekannt wurde.

Harald Brauns Ruhestätte befindet sich auf dem Friedhof der oberbayerischen Gemeinde Gräfelfing, Landkreis München.[3][4]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1949: Bambi für Nachtwache (künstlerisch wertvollster deutscher Film)
  • 1950: Bambi für Nachtwache (geschäftlich erfolgreichster deutscher Film)
  • 1952: David O. Selznick-Preis für Herz der Welt
  • 1952: Silberne Grotius-Medaille für Verdienste um die Verbreitung des Völkerrechts für Herz der Welt
  • 1952: Bambi für Herz der Welt (künstlerisch wertvollster deutscher Film)
  • 1953: Bambi für Solange Du da bist (künstlerisch wertvollster deutscher Film)
  • 1953: Deutscher Filmpreis: Wanderpreis (Film der für die europäische Idee wirbt) für Herz der Welt
  • 1953: Goldener Leuchter für Nachts auf den Straßen
  • 1956: Filmband in Gold für Himmel ohne Sterne

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bibliographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Liliencron und der Naturalismus. Berlin (Univ., Diss.) 1923
  • Zeitdichtung, in: Carl Schweitzer (Hg.): Das religiöse Deutschland der Gegenwart 2: Der christliche Kreis. Berlin 1929, 400-421
  • Dichterglaube. Stimmen religiösen Erlebens, hrsg. von Harald Braun. Berlin-Steglitz (Eckart-Verlag) 1931, 2. Aufl. 1932
  • Nachtwache. Erzählung. Ebenhausen b. München (Langewiesche-Brandt) 1950
  • Herz der Welt. Berlin (Evangel. Verlagsanstalt) 1954

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Harald Braun. Ein Buch des Gedenkens. Witten (Eckart-Verlag) 1961

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Friedhofsverwaltung der Gemeinde Gräfelfing (Genaues Geburtsdatum)
  2. Zirlewagen, Marc in: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon. Begründet und herausgegeben von Friedrich Wilhelm Bautz †. Fortgeführt von Traugott Bautz, Nordhausen, 1905, Stichwort Braun, Max, S. 130; ISBN 3-88309-332-7
  3. knerger.de: Das Grab von Harald Braun
  4. Gerd Otto-Rieke: Gräber in Bayern. München 2000. S.79.