Harald Hauptmann

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Harald Hauptmann (* 19. April 1936 in Ratkau, Kreis Troppau, Tschechoslowakei; † 2. August 2018) war ein deutscher Prähistoriker.

Harald Hauptmann studierte an der Eberhard Karls Universität Tübingen, der Universität des Saarlandes und der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. 1964 wurde er in Heidelberg promoviert, wobei sich seine Dissertationsschrift Die Funde der früheren Dimini-Zeit aus der Arapi-Magula Thessaliens mit dem Spätneolithikum in der nordgriechischen Landschaft Thessalien beschäftigte. Anschließend wurde ihm für 1965/1966 das Reisestipendium des Deutschen Archäologischen Instituts zugesprochen. Zwischen 1966 und 1971 arbeitete er als Referent für die Vorgeschichte Kleinasiens am Deutschen Archäologischen Institut in Istanbul. 1972 ging Hauptmann als Assistenzprofessor an das Seminar für Vorderasiatische Altertumskunde der Freien Universität Berlin, wo er sich 1978 habilitierte.

1980 wurde Hauptmann als Nachfolger seines Lehrers Vladimir Milojčić auf die ordentliche Professur für Ur- und Frühgeschichte und Vorderasiatische Archäologie in Heidelberg berufen, die er bis 1994 innehatte. Sein Nachfolger in Heidelberg wurde Joseph Maran. Noch im Jahr 1994 wurde Hauptmann in Nachfolge von Wolf Koenigs Erster Direktor des DAI Istanbul, 2001 wurde Adolf Hoffmann sein Nachfolger. Ab 1989 war er Erster Direktor der Forschungsstelle „Felsbilder und Inschriften am Karakorum Highway“ an der Heidelberger Akademie der Wissenschaften; von 1993 bis 2004 saß er darüber hinaus der Internationalen Kommission für die Erforschung der Vorgeschichte des Balkans vor. Während der Troja-Debatte gehörte er zu den Kritikern Manfred Korfmanns und sah in Troja VI keine altanatolisch-altorientalische Residenzstadt.[1]

Hauptmann unternahm mehrere Ausgrabungen in der Türkei und in Pakistan. Unter anderem initiierte er gemeinsam mit seinem wissenschaftlichen Schüler Klaus Schmidt die Ausgrabungsarbeiten an dem bedeutenden prähistorischen Fundort Göbekli Tepe im südöstlichen Anatolien, die zu völlig neuen Erkenntnissen über die Sesshaftigwerdung des Menschen führten. Er war Autor mehrerer Monografien über die Archäologie Pakistans, des Balkans, Griechenlands und des Nahen Ostens. Er war Mitglied der Serbischen Akademie der Wissenschaften und Künste (Abteilung für Geschichtswissenschaft), seit 1992 ordentliches Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften und seit 2005 ordentliches Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rainer Michael Boehmer, Joseph Maran (Hrsg.): Lux Orientis. Archäologie zwischen Asien und Europa. Festschrift für Harald Hauptmann zum 65. Geburtstag. (= Internationale Archäologie – Studia honoraria 12). Leidorf, Rahden/Westfalen, 2001, ISBN 3-89646-392-6.
  • Artikel H. H. in: Drüll, Dagmar: Heidelberger Gelehrtenlexikon 1933-1986. Springer-Verlag. Heidelberg, Berlin 2009. S. 257 f.
  • Clemens Lichter: Harald Hauptmann – Ein Heidelberger Hochschullehrer. In: Anatolian Metall VI (= Der Anschnitt, Beiheft 25). Bochum 2013, S. 11–18.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Prof. Dr. Frank Kolb: Troia-Debatte. 12. März 2006, archiviert vom Original am 21. April 2008; abgerufen am 3. August 2018.
  2. Harald Hauptmann auf der Website der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste. 12. August 2009, abgerufen am 3. August 2018.